Lexikon der Filmbegriffe

Fanbase

engl., auch im Dt. gebräuchlich; dt. manchmal: Fangemeinde


In der Film- und Fernsehindustrie (und zunehmend in der Spieleindustrie) bezeichnet man die Menge aller Fans einer Figur, einer Serie, eines Formats oder eines anderen Gegenstandes als Fanbase, gleichgültig, ob sie (z.B. in Fanclubs, Teilnehmer an Fan-Netzwerken usw.) organisiert sind oder nicht. Die Fanbase ist vor allem für das Serienmarketing von großem Interesse, weil sich seit den späten 1960ern (ausgelöst durch Star Trek, 1968), vermehrt seit den 1980ern (Cagney and Lacey, seit1983, Xena: Warrior Princess, seit 1995), massiv seit den 2000ern (verstärkt u.a. durch die Zugänglichkeit der Social Media) zu lockeren und wechselnden Aktivitäten der Fans gekommen ist, die sogar in die Gestaltung der Figuren und die Narration der Serien einzuwirken suchten. In der Fanforschung wird die Präsenz der Fanbase interpretiert als Anzeichen eines zunehmenden Selbstwusstseins der Fans, deren Auswirkungen sich möglicherweise sogar bis in die Arbeitskämpfe der Medienindustrie hinein bemerkbar machen (etwa in der Unterstützung des Streiks der Writers Guild of America [2007]). Zu den Ausdrucksformen der Fanbase gehören auch eine ganze Reihe von kreativen und handwerklichen Tätigkeiten, die zu ganzen Bündeln von Texten führen, die auf den Ausgangsgegenstand zurückgehen (wie das Schreiben von Fanfiction, die Untertitelung von Filmen bis hin zur parodistischen Neufassung [in der Praxis des vidding]), die manchmal selbst wieder kommerziell ausgewertet wurden. 


Literatur: Bennett, Lucy: Tracing Textual Poachers: Reflections on the development of fan studies and digital fandom. In: The Journal of Fandom Studies2,1, 2014, S. 5-20. – Transformative Works and Cultures, 15, 2014: Fandom and/as Labor; 26, 2018: Social TV Fandom and the Media Industries. URL: http://journal.transformativeworks.org/index.php/twc. 

Referenzen:

fan art

Fan-Fiction

vidding


Artikel zuletzt geändert am 21.12.2018


Verfasser: JH


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