Lexikon der Filmbegriffe

Filmtrupp (1)

Bild- und Filmamt (Bufa)


Zur Beschaffung der zur Produktion von Wochenschauen (aber auch anderer Formate) nötigen Frontaufnahmen, die das 1917 gegründete Bild- und Filmamt(Bufa) produzierte und distribuierte, wurden sieben Filmtruppsübernommen, die bereits 1916 von der Militärischen Stelle des Auswärtigen Amtes(MAA) eingerichtet worden waren. Sie bildeten sozusagen die operative Abteilung des Bufa. Jeder Trupp bestand aus einem militärischen Offizier, einem zivilen Beamten und bis zu 10 Unteroffizieren oder Gefreiten. Die Kosten, die die Filmtrupps verursachten, wurden während des Weltkriegs vom Kriegsministerium getragen. Die Beschaffung geeigneter Filmaufnahmen war schwierig – vielfach mussten sich die amtlichen Filmtrupps in den Kriegsgebieten auf gestellte Szenen, eine Berichterstattung hinter der Front oder auf Aufnahmen aus den von deutschen Truppen besetzen Gebieten beschränken. 1919 wurde das Bufa aufgelöst und unter der neuen Amtsbezeichnung Reichsfilmstelleder Reichskanzlei unterstellt. Filmbestände kriegsgeschichtlichen Inhalts wurden dem Reichsarchiv in Potsdam übergeben, verblieben aber unter der Verfügungsgewalt der Reichsfilmstelle.


 


Fast gleichzeitig zur Gründung der Filmtrupps wurden auch in Frankreich und England staatliche Abteilungen   mit der Aufgabe gegründet, dokumentarisches Material über denKrieg zu drehen – seit Anfang 1917 arbeitete im Pariser Kriegsministerium die Abteilung séction photographique et cinématographique de l’armée, die wöchentlich Nachrichtenfilme produzierte, die die Kinos zeigen mussten; in England arbeitete das Kriegsministerium mit dem privaten Nachrichtenfilmdienst Topical Budget, der zweimal wöchentlich Nachrichtenfilme produzierte; Ende 1917 kaufte das Ministerium die Firma auf. 


 


 


 


Artikel zuletzt geändert am 21.12.2018


Verfasser: HHM


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