Lexikon der Filmbegriffe

Prätext

von lat.: prae= vor + textus= Gewebe, Text; engl. gelegentlich: pretext


Eher umgangssprachliche Bezeichnung für einen Text, auf den sich später entstandene Texte beziehen. In der filmwissenschaftlichen Forschung zur Adaption literarischer und dramatischer Texte spielt die Frage nach den stofflichen und medialen Beziehungen (Homologien, Auslassungen, Umschreibungen, Aktualisierungen, kulturelle Übertragungen etc.) von Text und Prätext eine oft entscheidende Rolle (und grenzt unmittelbar an ästhetisch oder geschmacklich fundierte Beurteilungen) – wie aber auch im umgekehrten Fall des Filmromans, in dem Filme als Prätexte auftreten. Im engeren Sinne basiert nahezu jede Filmproduktion auf der Produktion von Drehbüchern, -entwürfen, -skizzen u.ä. Material, den manchmal sogenannten „Ermöglichungstexten“, die erst in der Produktion des Films abgeschlossen werden.


Von „prätextuellen Bezügen“ ist auch dann manchmal die Rede, wenn der Bezug nicht auf individuelle Texte ausgerichtet ist, sondern auf Textkorpora (die ihrerseits oft wieder Stoffgruppen repräsentieren) ausgerichtet sind, die meist besser als Stoff- oder manchmal Gattungsreferenzen ausgewiesen wären. 

Referenzen:

Intertextualität


Artikel zuletzt geändert am 28.12.2018


Verfasser: HJW


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