Lexikon der Filmbegriffe

Zeitfilm

manchmal auch: Gegenwartsfilm


Nur kurzfristig gebräuchliche Formulierung der Filmkritik, meist mit klarem Bezug zu den deutschen Trümmerfilmen der Nachkriegszeit, gebräuchlich aber noch in den frühen 1950ern als Generifizierung von Filmen mit Gegenwartsbezug (wie etwa Rolf Hansens Die große Versuchung, BRD 1952). Entstanden ist die Bezeichnung als Propaganda-Terminus wohl in der Nazizeit  für Filme mit aktuellen politischen Themen (wie Hitlerjunge Quex, 1933, Hans Steinhoff), wurde aber bald in die Propagandaproduktion der Zeit integriert und zunehmend politisiert und militarisiert; etwa verband Karl Ritter sie in seinem Vortrag „Zeitfilm - Zeitgeschichte“ mit der Vorstellung von Stoßtrupps und Panzerwagen an der Front (vgl. Berliner Börsen-Zeitung, 13.12.1936). 


Literatur: Thiele, Jens: Gesellschaftsbezüge und Filmklischees im "Zeitfilm" der fünfziger Jahre. Die große Versuchung von Rolf Hansen. In: Zwischen Gestern und Morgen. Westdeutscher Nachkriegsfilm 1946-1962.Hrsg. v. Jürgen Berger u. Hans P. Reichmann. Frankfurt: Deutsches Filminstitut 1989, S. 186-202. 


Artikel zuletzt geändert am 28.12.2018


Verfasser: JvH


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