Lexikon der Filmbegriffe

neigrovaia fil'ma

dt. etwa: nicht-inszenierter Dokumentarfilm; manchmal verkürzend-verallgemeinernd als Allgemeinbezeichnung für „Dokumentarfilm“ – basierend auf der Gegenüberstellung von „narrativer“ und „dokumentarischer“ Film (igrovoivs. neigrovoi)


Die einzige Regisseurin des sowjetischen Revolutionskinos, die auch dokumentarisch arbeitete und die eigene Arbeit als neigrovaia fil'maausgab (in einem Artikel in der Kino i kul'tura, 6.8.1929), war Esther Schub. Als Summa ihres Nachdenkens über die Fähigkeit des Films, Authentizität und Realität wiederzugeben, aber auch in seiner Bedeutung für die Arbeit des Künstlers konzipierte sie den Film Padenie Dinastii Romanovykh(Der Fall des Hauses Romanoff, 1927). Der Film war nicht nur ein Pionierwerk des Kompilationsfilms, sondern auch ein Musterbeispiel des Zusammenspiels von Dokumentarismus und Konstruktivismus. Ihre Überlegungen markieren den Beginn eines bis heute andauernden Nachdenkens über Bedingungen und Möglichkeiten des Dokumentarfilms. 


Literatur: Halter, Regina: Esther Schub. Ihre Bedeutung für die Entwicklung des Dokumentarfilms. In: Frauen und Film, 9, 1976, S. 34-44. – Sharp, Ilana [Leah]:  The Fall of the Romanov Dynasty(1927): A Constructivist Paradigm for Neigrovaia Fil’ma. In: Historical Journal of Film, Radio and Television28,2, 2008, S. 195-217. Basierend auf Sharps Diss.: Esfir Shub's neigrovaia fil'ma. The constructivist origins of documentary cinema. Perth: Curtin University of Technology 2007. 


Artikel zuletzt geändert am 28.12.2018


Verfasser: AS


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