Lexikon der Filmbegriffe

Propagandakompanie

oft kurz: PK; manchmal auch: Propagandatruppe


Die Propagandakompanien (PK) wurden durch einen Vertrag zwischen Propagandaministerium und Wehrmachtsführung – vertreten durch Goebbels und Keitel – anfang 1938 gegründet (Abkommen über die Durchführung der Propaganda im Kriege); sie wurden eine Truppengattung der deutschen Wehrmacht und der Waffen-SS, die der Abteilung (später: Amtsgruppe) für Wehrmachtpropaganda (WPr) im Oberkommando der Wehrmacht (OKW) unterstellt war. Die Gründung basierte auf der massiven Kritik von Offizieren und NSDAP-Oberen an der „geistigen Kriegsführung“ während des ersten Weltkriegs. 1938 erfolgte auch die Festlegung der Strukturen der PKs: Jede bestand aus einem befehlshabenden „Kompanietrupp“, zwei „leichten Kriegsberichterzügen“, einem „schweren Kriegsberichterzug“ (einschließlich eines „Filmtrupps“), einer „Arbeitsstaffel“ und einem logistischen „Gefechts- und Verpflegungstross) in einer Gesamtstärke von jeweils 158 Offizieren und einfache n Soldaten). Die Mitglieder der PKs wurden eigens geschult. Im Krieg wuchsen die PKs auf eine Mannstärke von 14.000 an. Die „Filmtrupps“ versorgten vor allem die Wochenschauen regelmäßig mit Aufnahmen, organisierten aber auch Filmvorführungen für die Truppen an der Front und im Nachschub. 


Literatur: Boll, Bernd: Die Propagandakompanien der Wehrmacht 1938 bis 1945. In: Brutale Neugier: Walter Henisch. Kriegsfotograf und Bildreporter. Hrsg. v. Christian Stadelmann & Regina Wonisch. Wien: Christian Brandstätter 2003, S. 37-46. – Uziel, Daniel: Propaganda, Kriegsberichterstattung und die Wehrmacht. Stellenwert und Funktion der Propagandatruppen im NS-Staat. In: Rainer Rother & Judith Prokasky (Hrsg.): DieKamera als Waffe. Propagandabilder des Zweiten Weltkrieges. München: edition text + kritik 2010, S. 13-36. 

Referenzen:

Filmtrupp


Artikel zuletzt geändert am 28.12.2018


Verfasser: JvH


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