Lexikon der Filmbegriffe

retcon

Kofferwort aus: retroactive continuity; im Dt. unüblich (etwa: „serielle Diskontinuität“); die in den 1980ern aufkommende Redeweise stammt aus der Comicforschung


Als retconsbezeichnet man in Serien solche Figuren, signifikante Objekte oder Verläufe, die als fester Teil der diegetischen Realität gelten, in neuen Folgen plötzlich missachtet werden oder denen widersprochen wird, so dass es zum Bruch mit der bisher erzählten Welt kommt. Oft wird im Nachhinein versucht, durch Erklärungen die Diskontinuität zu verdecken; manchmal allerdings wird neu Information schlicht hinzugefügt, so dass die Vorgeschichten vom Zuschauer neu gefasst werden müssen. Ein bekanntes Beispiel ist die Information, dass der Onkel der Hauptfigur bereits in der ersten Folge von Spider-Man(2002, Sam Raimi) vom Antagonisten ermordet worden sei, ohne jeden weiteren Kontext in der dritten Folge des Serials eingeführt (2007). 


Literatur: Roesler-Friedenthal, Antoinette: Retcon game. Retroactive continuity and the hyperlinking of America. Jackson: University Press of Mississippi 2017. 


Artikel zuletzt geändert am 28.12.2018


Verfasser: JvH


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