Lexikon der Filmbegriffe

retgone

auch: retgone; amerik. Slangausdruck v.a. von Serien-Fans; von engl.: retroactive gone(dt. etwa: „nachträglich gegangen“


Verschwindet eine Figur aus der diegetischen Welt, weil sie in eine andere Realität übertritt (als Engel, Außerirdischer, Zeitreisender, nach Übertritt in eine alternative Geschichtswelt u.ä.), dabei aus der erzählten Wirklichkeit verschwindet (und z.B. auf Photographien nicht mehr zu sehen ist), spricht man im amerikanischen Serienfan-Slang von retgone. Als abwesende Figur bleibt sie in der Filmerzählung aber unter Umständen präsent, weil sich mindest ein naher Freund oder Verwandter an sie erinnert und oft versucht, Beweise dafür zu finden, dass sie einmal dagewesen ist. Manchmal sind die retgonesselbst die einzigen Zeugen der Tatsache, dass sie einmal zur Realität gehört haben. Im ursprünglichen und radikaleren Sinne ist von retgonesvor allem im Musikgeschäft die Rede, wenn Bands ehemalige Mitglieder der Gruppe aus der Bandgeschichte zu löschen versuchen und sogar frühere Plattencover so bearbeiten, dass die Ex-Mitglieder nicht mehr genannt oder abgebildet werden. 

Referenzen:

Mandyville


Artikel zuletzt geändert am 28.12.2018


Verfasser: JvH


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