Lexikon der Filmbegriffe

Serienjunkie

von: Junkie (= Bezeichnung von Menschen, die im fortgeschrittenen Stadium von harten Drogen abhängig sind); von engl.: junk(= Trödel); die Bezeichnung entstand anfangs des 20. Jahrhunderts in den USA; selten auch im Engl.: series junkie


Gebräuchlich als (ironische) Selbstbezeichnung von Serienfans (im umgangssprachlichen Sinne von: „süchtig nach Serien“). In der Kritik wird immer wieder die freiwillige Auslieferung von sich selbst so bezeichnenden Serienjunkies  unter die Vorgaben der Serien vorgeworfen, alsein Anzeichen einer unterbewusst erstrebten Aufgabe von Handlungsmacht und persönlicher  Autonomie zu sein, also Entlastungshandeln und Übergang in eine gesuchte Passivität (manchmal als phantasmatischer Eskapismusbezeichnet). Das Phänomen wird gelegentlich als Sonderfall bzw. Neuform von „Fernsehsucht“ diskutiert (insbesondere am Beispiel von US-amerikanischen Serien wie Mad Men, 2007-15, Breaking Bad(2008-13), und Dexter, 2006-13, deren Helden Verbrecher oder gar Mörder sind) – immer wieder mit Blick auf eine mögliche Wirkungsdimension suchtartiger Rezeption. Ob diese Thesen haltbar sind, ist weitestgehend ungeklärt. 


Als Manifestation von Serienfantum (seit 2007): https://www.serienjunkies.de.


Literatur: Cuntz, Michael: Miami Ice oder die ästhetische Schule des legitimen Tötens. Serienmord, Serialität und Zeitlichkeit in Dexter. In: In: Meteling, Arno / Otto, Isabell / Schabacher, Gabriele (Hrsg.): „Previously on...“ Zur Ästhetik der Zeitlichkeit neuerer TV-Serien. München: Wilhelm Fink 2010, S. 179-204. – Schlütz, Daniela [...]: Mein Freund, der Serienkiller: Fan-Beziehungen zum Hauptcharakter der Fernsehserie Dexter. In: Transnationale Serienkultur. Theorie, Ästhetik, Narration und Rezeption neuer Fernsehserien. Hrsg. v. Susanne Eichner [...]. Wiesbaden: Springer VS 2013, S. 367-380. – Schmetkamp, Susanne: Das Bedürfnis nach Integrität. Über die ethischen Implikationen in Mad Men. In: Blanchet, Robert / Köhler, Kristina / Smid, Tereza / Zutavern, Julia (Hrsg.): Serielle Formen. Von den frühen Film-Serials zu aktuellen Quality-TV- und Online-Serien. Marburg: Schüren 2011, S. 229-250. 

Referenzen:

binge watching


Artikel zuletzt geändert am 28.12.2018


Verfasser: KB


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