Lexikon der Filmbegriffe

gag-based comedies

dt. wörtlich: gag-basierte Filme; selten im Dt.: Nonsense-Filme


Gelegenheitsbezeichnung der Kritik für Filme, die auf eine geschlossene Handlungslinie zugunsten einer szenisch-episodischen Folge von Scherzen, visuellen und sprachlichen Gags, Slapstickiaden, grotesken Szenarien u.ä. verzichten, für das Publikum also eine Folge unterschiedlichst fundierten Gelächters anbieten statt ihn in die immersiven Tiefen des Nachvollzugs dramatischer oder narrativer Verwicklungen zu locken. Der weitestgehende Verzicht auf textumgreifende Sinnstrukturen ist so alt wie die Filmgeschichte. Als frühe Beispiele werden oft die Keystone-Cops aus der Mack-Sennett-Produktion und viele andere kurze Slapstick-Filme (aus den 1910ern) oder die „Road-to“-Serie mit Bing Crosby, Bob Hope und Dorothy Lamour (aus den 1940ern) genannt neben einer großen Zahl von animierten Kurzfilmen (vor allem der 1930er und 1940er).


Als zweite Hochphase des an den Grenzen des Nonsense angesiedelten Typs gelten die 1970er – immer wieder genannt werden einige Filme von Mel Brooks (wie Blazing Saddles , 1974) oder die Zucker-Zucker-Abrahams-Filme (wie Kentucky Fried Movie , 1977), aber auch Comedy-Konzepte wie die der englischen Monty-Python-Gruppe. Gerade die gag-basierten Komödien der 1970er leben aber oft von skurrilen Parodien filmischer Vorbilder und Szenarien, deuten also auf einen eigenen ebenso respektlosen und subversiven Umgang mit filmhistorischen Inszenierungsvorbildern hin.


Artikel zuletzt geändert am 04.04.2019


Verfasser: JvH


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