Lexikon der Filmbegriffe

Lümmelfilm

Lümmel: umgangssprachliche Bezeichnung eines Kindes oder Halbwüchsigen mit schlechten, groben Manieren und negativ auffälligem Benehmen (im Sinne von: „Bengel“, „Flegel“, „Rotzlöffel“), aber auch als eher freundliche Bezeichnung für die Täter von Streichen (im Sinne von: „Schlingel“)


Durch den Millionenerfolg der siebenteiligen Komödienreihe Die Lümmel von der ersten Bank (1967-72) nach dem satirischen Roman Zur Hölle mit den Paukern (von Alexander Wolf [d.i. Herbert Rösler], 1963]) angeregte Bezeichnung für Schulfilme deutscher Herkunft – dominiert von einem manchmal naiv-klamaukhaft ausagierten Unterhaltungsbestreben, vertrauend auf die Kontinuität des Gegenübers von Lehrer (Theo Lingen als Oberstudiendirektor Dr. Gottlieb Taft) und Schüler (Hansi Kraus in der Rolle des Pepe Nietnagel) über alle Filme hinweg, populäre Musikstars wie Peter Alexander und Heintje (einschließlich ihrer Gesänge) in die Handlung integrierend, ästhetisch anspruchslos. Allerdings nur mit oberflächlichen Bezügen (und belastet von bewahrpädagogischen Stereotypen) zu der Veränderung der jugendlichen Alltagskulturen und schulpolitischer Debatten ausgangs der 1960er.


Der Begriff wurde auch ausgedehnt auf eine ganze Reihe ähnlicher Schul-, Pauker- und Pennefilme, die in der BRD um 1970 herum entstanden.

Referenzen:

Lehrer im Film

Paukerfilm

Pennälerfilm


Artikel zuletzt geändert am 04.04.2019


Verfasser: JvH


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