Lexikon der Filmbegriffe

Ufa-Lehrschau

Bereits 1932/33 hatten Oskar Kalbus, der damals als Geschäftsführer der Ufa-Filmverleih-GmbH arbeitete, und Hans Traub, der an der Universität Greifswald und am Deutschen Institut für Zeitungskunde in Berlin eine Filmwissenschaft zu etablieren versuchte, Wege zu einem Deutschen Institut für Filmkunde entworfen. Mitten in Babelsberg sollte sich nach den Vorstellungen von Traub und Kalbus das Deutsche Institut für Filmkunde etablieren. Hier sollte der Nachwuchs theoretisch unterwiesen werden, an anschaulichen, exemplarischen Exponaten aus der Filmgeschichte ästhetische Verfahren studieren und seine praktische Ausbildung gleich nebenan in den Studios erfahren. Diese Zentralisierung ermöglichte zugleich die ideologische Kontrolle über das Medium, seine Hersteller und seinen Nachwuchs. Am 4.2.1935 wurde das Reichsfilmarchiv gegründet. Traub war damit beauftragt, ergänzend zum Reichsfilmarchiv die Ufa-Lehrschau aufzubauen, die am 31.1.1936 auf dem Ufa-Gelände in Babelsberg eröffnet wurde und die genannten Weiterbildungsaufgaben übernahm. Mit ihrer Dauerausstellung, einer Bibliothek und weiteren Sammlungen fungierte sie als Renommierobjekt und Bildungsstätte des NS-Films.


Artikel zuletzt geändert am 16.07.2011


Verfasser: JH


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