Lexikon der Filmbegriffe

Cartoon

Ursprünglich bezeichnet Cartoon Entwürfe für Tapisserien und Fresken. Er ist eine künstlerisch-grafische Art pointierter, satirischer Darstellung von sozialen Szenarien, gesellschaftspolitischen Konflikten etc. Er erzählt Geschichten in einem Bild oder in einer Sequenz von wenigen Bildern, oft ohne Text. Bedient er sich eines Textes, wird dieser häufig unter das Bild geschrieben und kann – idealerweise als one-line joke – sowohl wörtliche Rede wie Kommentar sein.
Nach Vorformen bei William Hogarth (um 1780) traten erste Formen des Cartoons Anfang des 19. Jahrhunderts in Großbritannien auf. Sie erschienen in Form von Karikaturen als politische Satire in Zeitungen (vor allem in satirischen Blättern wie dem Punch) und waren oft als kleine Bildfolgen ausgeführt. In den 1830er und 1840er Jahren brachten Toepffer und Busch in Deutschland humoristische Bilderromane gegen spießige Biederkeit mit in Prosa gehaltenen Untertiteln sowie kunstvoll verknappten Versen heraus. Um die Jahrhundertwende begannen Tages- und Wochenzeitungen, satirische Bildfolgen (comic strips) abzudrucken. Die Form hatte bald viele Freunde, und in den 1910er Jahren beginnt man, die Bilderfolgen zu animieren – eine Form des Zeichentrickfilms entstand so als Kurzform des animated cartoon aus dem zeitgenössischen Cartoon der Zeitungen. Die Comics verselbständigten sich weiter, als in den 1930er Jahren die Superhelden erfunden wurden. In den 1960er Jahren wanderte der grafische Stil der Cartoons schließlich in die Pop Art ein (durch Künstler wie Roy Lichtenstein) und wurde damit als eine der grafischen Formen des Jahrhunderts endlich ernst genommen. 


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: JH


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