Lexikon der Filmbegriffe

Cineast / Cineasmus

von frz.: cinéaste; wortgeschichtlich ist cineast seit Mitte der 1920er Jahre nachweisbar; es ist unmittelbar dem frz. Kofferwort cinéaste entlehnt, das aus ciné- und dem -aste aus enthousiaste amalgamiert ist

Als Cineast bezeichnet man einen schwärmerischen Verehrer der Filmkultur, einen ausgewiesenen Kenner der Filmgeschichte und der künstlerischen Qualitäten des Kinos. Darin unterscheidet sich der Cineast vom Filmfan, vom film buff. Als Cineast bezeichnet man heute sowohl einen Kenner des künstlerisch anspruchsvollen Films wie auch einen Filmemacher, der sich in der Formen- und Motivgeschichte des Kinos bestens auskennt und dieses in seinen Filmen auch auszudrücken versteht (Martin Scorsese gilt heute als Kronzeuge eines Cineasten-Filmemachers). Der Cineasmus wurde als Bewegung von der Gruppe um die frühe Cahiers du Cinéma etabliert, die schließlich in den Filmen der Nouvelle Vague (vor allem den Beiträgen François Truffauts und Jean-Luc Godards) die intime Kenntnis der Film-, Kunst- und Kulturgeschichte unter Beweis stellten. Zudem steht der Cineasmus hinter den verschiedenen Bemühungen, dem künstlerisch anspruchsvollen Kino einen gesellschaftlichen Ort und eine Aufführungskultur (in Kunst- und Kommunalen Kinos) zu geben.
Der Begriff war in den 1920ern von dem französischen Avantgarsdisten Louis Delluc als allgemeinere Bezeichnung für „Filmemacher“ eingeführt worden, sollte aber heute nicht mit dieser Allgemeinbedeutung verwendet werden.

Referenzen:

filmaholic


Artikel zuletzt geändert am 15.06.2016


Verfasser: HJW


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