Lexikon der Filmbegriffe

horror vacui

lat., = ‚Angst vor leerem Raum‘, ‚Angst vor dem Leeren‘

Die Inszenierung des weiten und oft leeren Raums ist im Film vielfach als Naturdarstellung versucht worden. Insbesondere Wüstenlandschaften (wie in Nicolas Roegs Walkabout, 1971), Eismeere (wie in den verschiedenen Filmen über Polarexpeditionen), leere Steppen (wie in der Weite der mongolischen Landschaft in Nikita Michalkows Urga, 1991) oder die Weiten des Ozeans zeigen Naturgröße als Leere. Die Abwesenheit der Staffage gibt der Landschaft eine unkalkulierbare Größe. Manchmal ist auch der Weltraum als leerer Raum ausgestaltet worden (wie in Kubricks 2001, 1967, oder noch in Brian de Palmas Mission to Mars, 2000). Nun bezeichnet horror vacui eine unbestimmte Angst vor der Leere des Raums sowie die Hoffnung, dass der Raum danach strebe, sich zu füllen. Man kann die Liebesszene in der Wüste in Michelangelo Antonionis Zabriskie Point (1969) neben ihren anderen Bedeutungen auch als Auseinandersetzung mit der diffusen Angst vor der leeren Unbelebtheit der Wüste interpretieren.

Referenzen:

Norden: Bilder des Nordens


Artikel zuletzt geändert am 30.07.2011


Verfasser: JH


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