Lexikon der Filmbegriffe

kiss-off

Eher laxe Redeweise aus der Drehbuchliteratur. Der Schluss eines Films ist in konventioneller Hollywood-Dramaturgie eine dreiteilige Struktur, die zugleich eine formale Klammer für die affektiven Prozesse der Textschließung bildet. (1) Der Dramatisierung des Konflikts im showdown folgt (2) der eigentliche Schluss, in dem die Konfrontation von Prot- und Antagonist ausagiert wird, der schließlich (3) ein Nach-Schluss (eine Abklingphase der Spannung) folgt. Diese dritte Phase wird als kiss off bezeichnet, die dramatische Spannung wird herausgenommen, ein – im Sinne des Happy-Ends – glücklicher Alltag kann sich anschließen. Im kiss-off werden die Auswirkungen des finalen Höhepunkts noch einmal verdeutlicht; vor allem aber kann der Zuschauer seine Anspannung zurücknehmen. Der Film endet so nicht im Moment der höchsten Spannung, sondern moderiert die Spannung auf ein normales Maß zurück. 


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: HJW


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