Lexikon der Filmbegriffe

Mikrokinematographie

engl.: microcinematography, gelegentlich auch: cinemicrography

Kinematographische Aufzeichnung von Prozessen, die einer Vergrößerung bedürfen. Dazu werden sowohl Makro-Objektive verwendet wie aber auch Apparaturen, die die Kamera unmittelbar an das Mikroskop anschließen. Mikrokinematographische Aufnahmen finden sich vor allem im Medizin- und Wissenschaftsfilm. Im Spielfilm werden sie gelegentlich als Elemente eines apparativ unterstützten Blicks auf gemeinhin unsichtbare Wirklichkeiten eingesetzt (wie in dem SF-Thriller The Andromeda Strain, 1971, Robert Wise, in dem ein tödliches Mikrolebewesen, das mit einem Meteoriten auf die Erde kam, identifiziert werden muss). Manchmal werden derartige Aufnahmen auch als ebenso überraschende wie das Geschehen intensivierende Einbrüche in eine Kette normaler Bilder einmontiert; ein Beispiel ist das Eindringen einer Spritze in die Blutbahn, das die Drogeneinnahme in Trainspotting (1995, Danny Boyle) visualisiert. Ein ebenso extremes wie experimentelles Beispiel ist der Dokumentarfilm Mikrokosmos (1995, Claude Nuridsany, Marie Perennou), der durchgängig mit Makro-Optiken fotografiert ist und das Kleinstleben auf einer Wiese illuminiert.
 

Referenzen:

Mikrofotografie


Artikel zuletzt geändert am 29.05.2012


Verfasser: HJW


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