Lexikon der Filmbegriffe

Motion Picture Relief Fund (MPRF)

Der MPRF ist ein Fond, der Gelder für hilfsbedürftige Mitarbeiter der Filmindustrie sammelt, verwaltet und verteilt. Er wurde als Selbsthilfe-Organsation 1921 von solchen Leuten wie Charlie Chaplin, Mary Pickford, Douglas Fairbanks und David W. Griffith unter dem Motto „We Take Care of Our Own“ ins Leben gerufen. Joseph M. Schenck war der erste Präsident, Mary Pickford die Vizepräsidentin und Reverend Neal Dodd, der in mehr als 300 Filmen als Ministerdarsteller aufgetreten war, der Geschäftsführer. Im Kuratorium der Stiftung versammelten sich schnell viele der bedeutendsten Figuren Hollywoods, darunter Cecil B. DeMille, Jesse L. Lasky und Irving Thalberg. Eine erste große Welle an Unterstützungsanträgen brachte der Übergang zum Tonfilm mit sich. Um Geld zusammenzubringen, begann der MPRF, Benefiz-Bälle, -Premieren, -Sportveranstaltungen, -Modenschauen und ähnliches zu veranstalten. 1932 schlug Mary Pickford das Payroll Pledge Program vor, nach dem jeder, der in Hollywood mehr als $200 pro Woche verdiente, 0,5% seines Einkommens in den MPRF einzahlen sollte. 1938 schlossen sich Ausbildungsstätten, Produzenten und Gewerkschaften dem Programm an. Als weitere Maßnahme wurde die hochkarätig besetzte The Screen Guild Show aus der Taufe gehoben, die von Gulf Oil subventioniert und von 1939 bis 1952 von CBS ausgestrahlt wurde (Erstausstrahlung: 8.1.1939). Die Show bot meist Hörspielfassungen aktueller und populärer Filme in Originalbesetzungen. Sie spielte 5,3 Millionen Dollar ein. 1940 wurde das Motion Picture & Television Country House gegründet und am 27.9.1942 eingeweiht. Das Krankenhaus der Stiftung folgte 1948. Zugleich wurde der MPRF in Motion Picture & Television Fund (MPTF) umbenannt.


Artikel zuletzt geändert am 30.07.2011


Verfasser: JH


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