Suchergebnisse für die Suche nach: authentizität



1.

Authentizität

griech.: authèntikos = ‚gültig‘, ‚echt‘, ‚glaubwürdig‘Beglaubigung eines Schriftstücks durch den Verfasser oder dessen Stellvertreter. Im Spätmittelalter erlangten Bibelabschriften den Status des Originären und Verbürgten, indem sie mit dem Siegel hoher kirchlicher Würdenträger versehen wurden. Authentizität ist folglich keine Eigenschaft (des Dokuments), sondern ... [weiterlesen]
2.

Paradox des Schauspielers

Das Paradoxon des Stars entwickelt sich aus dem Paradox des Schauspielers, der, wie schon Diderot bemerkte, selbst auf der Ambivalenz von Schein und Sein aufbaut (1774). Je perfekter ein Schauspieler spielt und etwas anderes verkörpert als das, was er ist, umso mehr erweckt er danach den Eindruck der ungestellten Natur, der ‚Echtheit’ und ‚Authentizität‘. Das ‚Als-ob‘ des Spiels wird für den Zuschaue ... [weiterlesen]
3.

Histosoap

Gelegenheitsbezeichnung für die seifenopernartige Aufbereitung und Darstellung historischer Tatsachen. Ein Beispiel ist die TV-Reihe The Tudors (Irland/Kanada/USA 2007-10). In die Nähe dieser Form geraten auch manche TV-Mehr- oder Vielteiler (wie etwa The Borgias, Kanada/Irland/Ungarn 2011; der deutsche Titel markiert das Genre: Die Borgias – Sex. Macht. Mord. Amen.).  Literatur: Takors, Jonas: Visuelle Authentizität u ... [weiterlesen]
4.

historische Rekonstruktion

Spielfilm, dessen Handlung sich an einem verbürgten historischen Ereignis orientiert und der versucht, dieses Geschehnis (die Krönung Napoleons, die Invasion in der Normandie o.ä.) mit filmischen Mitteln zu rekonstruieren. Hinter der Methode des Rekonstruierens steht der (grundsätzlich problematische) Anspruch auf (mehr oder weniger erreichte/erreichbare) Authentizität und Detailtreue – was die Rekonstruktion keineswegs ... [weiterlesen]
5.

Tagebuchverfilmung

... ie und Charakterstudie, außerdem finden sich Abstecher in den Experimentalfilm (Max Frisch – Journal I-III, 1978, Richard Dindo). Dabei wird den Büchern selbst meist ein Höchstmaß an Authentizität und Intimität zugeschrieben. Außerdem gelten sie als Ort, an dem Verruchtes, aber auch Geständnisse und die inneren Abgründe einer Person zum Vorschein kommen (wie in Tagebuch einer Verlorenen, 1929, G.W. Pabst) – was wiederum Pseudo-Tagebücher anregt (wie Les Carnets du Major Thompson, 1956, Preston Sturges). Dabei wird oft vergessen, dass Tagebücher nicht per se für Authentizität garantieren, sondern im Gegenteil eine schriftliche Selbstinszenierung ermöglichen, die mehr oder weniger nah an die Realität herankommen kann: In Tagebüchern steht nicht nur, wie man ist, sondern auch, wie man sein möchte; nicht nur, was man tut, sondern auch, was man will etc. Insofern geben sie weniger Auskunft über den Istzustand einer Person als vielmehr über deren subjektive Vorstellungswelten, die zugleich kulturell und historisch bedingt sind. Gerade darum aber bieten sich Tagebuc ... [weiterlesen]
6.

Laiendarsteller

... nerseits spielen Laien meist sich selbst oder Personen, die ihnen ähnlich sind; dabei führen die physischen Spuren des Alltags, die Prägung durch eine spezifische Kultur oder der Dialekt zu einer Authentizität, Direktheit und Unverbrauchtheit, die ausgebildete Schauspieler und Schauspielerinnen nicht unbedingt erreichen. Andererseits sind die mangelnde Professionalität und die fehlende Technik von Laien zu verzeichnen, das tendenzielle Unvermögen, längere Passagen zu sprechen, Rollen in sich stimmig und bruchlos zu interpretieren oder emotional zwischen Rolle und Realität zu unterscheiden. Ansätze, Laien einzusetzen, finden sich vor allem dort, wo semidokumentarische < ... [weiterlesen]
7.

Dialektfilm

auch: MundartfilmSpiel- oder Dokumentarfilm, dessen Dialoge oder Kommentar nicht in einer nationalen Hochlautung, sondern in regionalen gesprochenen Sprachen abgefasst sind. Dialektrede wird dramaturgisch zur Verstärkung von Authentizität und für ein hohes Maß an Wiedererkennbarkeit sprachräumlicher Faktoren eingesetzt. Eine große Nähe zu den Charakteren – in der Regel kleine Leute – und hohe Präz ... [weiterlesen]
8.

Improvisation

... ben und sie so an der Entwicklung der Dialoge, u.U. sogar der Handlung beteiligen. Zusätzlich gewinnen sie in diesem Verfahren eine eigene Qualität einer naturalistisch wirkenden Spontaneität und Authentizität des Verhaltens der Figuren. Häufiger wird mit Improvisationen in der Probenphase gearbeitet, vor allem dann, wenn man Situationskomik erreichen will; oft werden erst nach improvisierenden Proben die endgültigen Skripten für die Szene erstellt. Es ist bekannt, dass z.B. die Marx Brothers bei vielen ihrer Filme mit diesem Verfahren arbeiteten.Beispiele: Warum läuft Herr R. Amok? ( BRD 1969, Rainer Werner Fassbinder); Husbands (USA 1970, John Cassavetes); Der Ruf der Sibylla (Schweiz 1985, Clemens Klopfenstein); Idioterne (Dänemark 1998, Lars von Trier).Literatur: Viera, Maria: The work of John Cassavetes. Script, performance style, and improvisation. In: Journal of Film and Video 42,3, 1990, S. 34‑40. – Wexman, Virginia Wright: The rhetoric of cinematic improvisation. In: Cinema Journal 20,1, 1980, S. 29‑41. – Zucker, Carole: The illusion of the ordinary. John Cassavetes and the tra ... [weiterlesen]
9.

Coolness

... iff auf die ersten Meister der Coolness, des Kältekults, die Dandys des Fin de Siècle. Coolness als eine Strategie gegen den Terror der Intimität und des Natürlichen, des Ehrlichen und der Authentizität, die jedoch nicht zu denken ist ohne das Versprechen von emotionaler Wärme oder gar von Leidenschaftlichkeit, das sich hinter der Kältemaske verbirgt. Als Sinnbild dieser Maskierung gilt immer noch Humphrey Bogart als Rick in Casablanca (1942). Coolness aber auch verstanden als Inszenierungsstrategien moderner Popvideos wie etwa der von Madonna oder Missy Elliott, hinter deren inszenierter Coolness immer auch das Versprechen von Wärme und sogar Liebe aufscheint.Literatur: Düllo, Thomas: Coole Körpermaschinen, hysterisierte Räume. Maskierte Identitätsvokabeln in neueren Musik-Clips. In: Inszenierungen: Theorie – Ästhetik – Medialität. Hrsg. v. Christopher Balme u. Jürgen Schläder. Stuttgart: Metzler 2002, S. 17-34. – Lethen, Helmut: Verhaltenslehren der Kälte. Lebensversuche zwischen den Kriegen. Frankfurt: Suhrkamp1994. – Poschardt, Ulf: Cool. Hamburg: Rogner & Bernard 2000. Repr. 2002. – Simmel, Georg: Die Großstädte und das Geistesleben. In: Jahrbuch der Gehe-Stiftung Dresden 9, 1903, S. 185-206. Mehrfach nachgedr. ... [weiterlesen]
10.

historische Milieustudie

... ken vermag. Verwandt ist die historische Rekonstruktion, die sich an einem verbürgten historischen Ereignis oder einem authentischen Fall orientiert und versucht, ihn im Format eines (mehr oder weniger auf Authentizität ausgerichteten) Spielfilms wiederzugeben.Beispiele: Dangerous Liaisons (USA/Großbritannien 1988, Stephen Frears); The Age of Innocence (USA 1993, Martin Scorsese); The Ice Storm (USA 1997, Ang Lee). ... [weiterlesen]
11.

inszenierter Dokumentarfilm

... okumentarische Louisiana Story (USA 1948) geht den Weg, den Dokumentaristen bis heute gehen: Wenn man die inszenierten Szenen als solche kenntlich macht, nimmt man ihnen den Anspruch auf eine ursprüngliche Authentizität,kennzeichnet sie stattdessen als Elemente eines Diskurses über Reales. ... [weiterlesen]
12.

Mittelpunktfigur

oft äquivalent zu Held, manchmal auch zu ProtagonistBezeichnung Bertolt Brechts für die Hauptfigur im epischen Drama. Der Eindruck von Authentizität und Wahrhaftigkeit der Figuren ist nicht allein abhängig von der psychologischen Zeichnung, sondern vor allem von ihrer Einbettung in ihr soziales Umfeld. Eine Mittelpunktfigur ist darum immer Teil einer gesellschaftlichen Gruppe. Sie ist aber gerade nicht nur durch ihre Charaktereige ... [weiterlesen]
13.

Anima Vérité

... stellung gemeint ist. Entsprechend meint anima vérité in dieser zweiten Auslegung eine filmische Arbeit, die eine Wahrheit der Darstellung erreicht, die eine dem Bewusstsein oft unzugängliche Authentizität der Wesensdarstellung erreicht. Als Beispiel wird neben Waltz with Bashir (Israel [...] 2008, Ari Folman) auch der autobiographisch motivierte L'image manquante (Frankreich/Kambodscha 2013, Rithy Panh) genannt, in dem die Massenmorde der Roten Khmer mithilfe von Lehmfiguren nachgestellt werden. Einer der ersten Belege für die Formulierung stammt von dem ungarischen Animationsfilmer György Kovásznai (1971). Literatur: Iványi‑Bitter, Brigitta / Cseh, Szilvia (eds.): Kovásznai. Budapest: Vince Books 2010. ... [weiterlesen]
14.

Autofiktion

... zwar für sich reklamiert, erfindungsfrei zu sein, der Erzähler der Geschichte aber dennoch als Stellvertreter, Maske oder Avatar des tatsächlichen Autors betrachtet wird: weil dann ein Spiel mit Authentizität und Wahrheit einsetzt, das eine spezifische skeptische, auf der Entzifferung des Zusammens von Wissens, Aufrichtigkeit basierende Lektürehaltung gestattet. In einer anderen Perspektive lassen sich autofiktionale Elemente als Strategien verstehen, autobiographisches Sich-Äußern als (mit fiktionalen Elementen angereicherte) Inszenierung des Autors anzusehen, der sich autofingierend zugleich zeigt und verbirgt. Obwohl sie behaupten, gerade nicht zu inszenieren, enthalten auch Dokumentar- und Pseudodokumentarfilme autofiktionale Impulse – man denke an Ulrich Schamonis Chapeau Claque (1974) sowie den posth ... [weiterlesen]
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Motivikone

... nnoch die 'Ikone' zu fassen und sie somit in die Reihe der 'Ikonen'-Formate aufzunehmen.Literatur: Viehoff, Reinhold / Fahlenbrach, Kathrin: Ikonen der Medienkultur: Über die (verschwindende) Differenz von Authentizität und Inszenierung. In: Michael Beuthner [...] (Hrsg.): Bilder des Terrors – Terror der Bilder? Kriegsberichterstattung am und nach dem 11. September.  Köln: Herbert von Halem 2003, S. 42-59. – Grittmann, Elke / Ammann, Ilona: Ikonen der Kriegs- und Kriesenfotografie. In: Diess. / Neverla, Irene (Hrsg.): Global, lokal, digital – Fotojournalismus heute. Köln: Herbert von Harlem Köln 2008, S. 296-325. – Paul, Gerhard: Der Bilderatlas. Ein Streifzug durch unser kulturelles Gedächtnis. In: Ders. (Hrsg.): Das Jahrhundert der Bilder. [Bd.2: 1949 bis heute].Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2008, S. 9-13. ... [weiterlesen]
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Wahrnehmungsvertrag (2)

... t der Wechsel in den geltenden Kontrakt ein und zwingt den Zuschauer dazu, eine zentrale Wahrnehmungsvoraussetzung der Geschichte fundamental zu verändern.Literatur: Hattendorf, Manfred: Dokumentarfilm und Authentizität. Ästhetik und Pragmatik einer Gattung. Konstanz: Ölschläger 1994. ... [weiterlesen]
17.

Wirtschaftskrimi

... en immer wieder akzentuiert wird, hat vereinzelt auch Stoff für komödiantische oder parodistische Varianten des Genres geliefert (Hudsucker Proxy, 1994; The Informant!, 2009).Literatur: Bauer, Ludwig: Authentizität, Mimesis, Fiktion. Fernsehunterhaltung und Integration von Realität am Beispiel des Kriminalsujets. München: Diskurs Film 1992. – Leitch, Thomas M.: Crime Films. Genres in American Cinema, Cambridge/New York: Cambridge University Press 2002. ... [weiterlesen]
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Retusche

... terisch wirksame Korrektur. Vor allem in der Werbephotographie (aber nicht nur dort) geht es um die Perfektionierung der oder des Dargestellten (so dass es zu einer Modulation des Realitätsbezugs resp. der Authentizität des Fotografischen geht). Retuschen werden traditionell manuell ausgeführt, sind deshalb der Fotografie vorbehalten. Erst mit den Mitteln der computergestützten Bild- und Filmbearbeitung ist es möglich, im größeren Stil auch Filmstücke zu retuschieren.Literatur: Suetterlin, Karl: Retusche – wann und wie. Halle: Fotokinoverlag 1963. Mehrere Neuaufl. – Nitzsche, Birgit / Rose, Karsten: Digitales Face‑ & Bodystyling. Porträtretusc ... [weiterlesen]
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Konzertaufzeichnung

... r) oder versuchen sich darin, Musikerpersönlichkeiten zu porträtieren – unter Verwendung von Konzertaufzeichnungen.Literatur: Kiefer, Bernd / Schössler, Daniel: (E)motion pictures. Zwischen Authentizität und Künstlichkeit. Konzertfilme von Bob Dylan bis Neil Young. In: Pop & Kino. Von Elvis zu Eminem. Hrsg. v. Bernd Kiefer u. Marcus Stiglegger. Mainz: Bender 2004, S. 50-65. – Telotte, J.P.: Scorsese's The Last Waltz and the concert genre. In: Film Criticism 4,2, 1979, pp. 9-20. ... [weiterlesen]
20.

Glyzerin

auch: Glycerin, GlycerinumWenn heute von „Glyzerin-Tränen“ die Rede ist, sind damit „falsche Tränen“ gemeint – Tränen, die auf der Leinwand vergossen werden und denen doch kein echtes Gefühl korrespondiert. Im populären Gespräch über Film wird dem Schauspiel gemeinhin eine Natürlichkeit und Unvermitteltheit zugesprochen, die sich gerade an der Authentizität des Gefühlsaus ... [weiterlesen]
21.

Autoethnographie

... , seine Reflektionen über dieselben, seine Wahrnehmungen des Politischen oder anderer Segmente des Realen – zugleich das Sujet des Films bildet. Eine Reklamation auf Objektivität ist ausgesetzt, Authentizität wird allein im Gestus der Selbstreflektion, dem Anspruch auf Ehrlichkeit u.ä. reklamiert. Das Methodenarsenal der Autoethnographie findet auch in der Fanforschung Anwendung. Literatur: Ploder, Andrea / Stadlbauer, Johanna: Autoethnographie und Volkskunde? Zur Relevanz wissenschaftlicher Selbsterzählungen für die volkskundlich-kulturanthropologische Forschungspraxis. In: Österreichische Zeitschrift für Volkskunde 116,3-4, 2013, S. 373-404. – Russell, Catherine: Experimental ethnography. The work of film in the age of video. Durham, NC [...]: Duke University Press 1999. - Wendel, Johann: Fenster zur Welt. Interkultureller Film, marginalisierte Jugendliche und Performance‑Autoethnographie. Frankfurt: Lang‑Ed. 2015 (LiteraturFilm. 8.). – Winter, Rainer (Hrsg.): Ethnographie, Kino und Interpretation – die performative Wende der Sozialwissenschaften. Der Norman‑K.‑Denzin‑Reader. Bielefeld: transcript 2008 (Cultural Studies. 30.). – Wohlfeil, Markus / Whelan, Susan: Saved! by Jena Malone: An Introspective Study of a Consumer's Fan Relationship with a Film Actress. Journal of Business Research 65,4, 1012, S. 511‑519. ... [weiterlesen]
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Aleatorischer Film / aleatorische Technik

... en Filmen Kurt Krens). Insbesondere Dokumentarfilmer (wie etwa Frederick Wiseman) haben sich bei Film- und Tonaufnahmen aleatorischer Techniken konzeptuell bedient, um den Eindruck von Realität, Echtheit, Authentizität und Improvisation zu erhöhen. Bei Spielfilmen kann ein derartiges Vorgehen den – nicht immer korrekten – Eindruck erwecken, als sei ohne Drehbuch gearbeitet worden (wie manchmal auf Robert Altmans Vielpersonenfilm A Wedding, 1978, oder auf Filme wie John Cassavetes‘ wie improvisiert wirkenden Husbands, 1970, hingewiesen wird). Mit eigenartigen Formen „dokumentarischer Fiktion“ auf der Grundlage von aleatorischen Zitations-Montagen experimentierten seit den späten 1960er Jahren Jean-Marie Straub und Danièle Huillet, in deren Filmen musikalische Kompositionsformen ohnehin eine große Rolle spielen. Literatur: Brady, Martin: 'Du Tag, wann wirst du sein...': quotation, emancipation and dissonance in Straub/Huillet's Der Bräutigam, die Komödiantin und der Zuhälter. In: German Life and Letters 53,3, 2000, S. 281-302.  ... [weiterlesen]
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Pseudo-Dokumentarfilm

... santer aber ist die Situation dann, wenn ein Film durch seine „Falschheit“ provozieren will, die häufig unhinterfragten Konventionen des Dokumentarfilms sowie den Glauben des Publikums an seine Authentizität aufdecken. In solchen Fällen hat er einen sowohl sozialpolitischen wie didaktischen Anspruch.Konstruktivistische und simulationstheoretische Ansätze beschreiben Voraussetzungen dafür, dass Fake-Documentaries oft als provozierend wahrgenommen werden: Durch die über die Filmgeschichte beim Zuschauer etablierten Erwartungsmuster an bestimmte Genres und deren Regeln ist es erst möglich geworden, Fiktionen als „echt“ zu kennzeichnen und dadurch „Realitäten zu schaffen“. Diese dem Spielfilm und dem echten Dokumentarfilm innewohnende Potenz wird im Pseudo-Dokumentarfilm ironisch überzeichnet und dadurch entborgen (wie etwa in Jean Rouchs ethnographischen Dokumentarfilm-Fiktionen).Literatur: Heinz B. Heller: Dokumentarfilm als transitorisches Genre. In: Die Einübung des dokumentarischen Blicks. Fiction Film und Non Fiction Film zwischen Wahrheitsanspruch und expressiver Sachlichkeit 1895-1945. Hrsg. v. Ursula von Keitz u. Kai Hofmann. Marburg: Schüren 2001, S. 15-26. – Kerstin Kratochwill / Almut Steinlein (Hrsg.): Kino der Lüge. Bielefeld: transcript 2004. – Manfred Geier: Fake. Leben in künstlichen Welten. Mythos, Literatur, Wissenschaft. Reinbek: Rowohlt 1999. ... [weiterlesen]
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Licht / Filmlicht: Beleuchtungsstile

... nd im dokumentarischen Bereich wurde ab den 1940er Jahren durch den Wechsel des Produktionsortes vom Studio zu „On location“ mit dem dort vorhandenen Licht, dem available light, als dramaturgischem, Authentizität signalisierendem Stilmittel gearbeitet. Grundvoraussetzung waren hier die Verfügbarkeit mobiler Aufnahmegeräte (z.B. 16mm-Kameras) und die technische Entwicklung lichtempfindlicherer Aufnahmeoptiken und Filmmaterialien.Die bis heute wichtigen Beleuchtungsstile sind zu Beginn der 1930er Jahre etabliert. Erst in den 1970er Jahren wurden schließlich sogenannte HMI-Scheinwerfer entwickelt, die exakt den Charakter von Sonnenlicht bereitstellen und die aufgrund ihrer Konstruktion und verfügbaren hohen Lichtausbeute vor allem aus ökonomischen Gründen im Fernsehbereich verwendet werden. Sie gestatten es, an das Ideal des natürlichen Lic ... [weiterlesen]
25.

Arbeiterfilm

engl. manchmal: proletarian filmsGenre, das die Situation der Arbeiterklasse von innen zeigen will. Die Figuren bewegen sich in einer Lebenswelt, die als eine ökonomisch, sozial und kulturell spezifische und sich gegen die bürgerliche und kleinbürgerliche Alltagswelt abgrenzende begriffen wird. Dieser Anspruch sowie das Bestreben nach Authentizität machen viele Arbeiterfilme zu Milieustudien, die vom Publikum häufig eine inte ... [weiterlesen]
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Dokumentarspiel

... teilung „Dokumentarspiel“ ein (in der ARD wurden Dokumentarspiele von den Fernsehspielredaktionen betreut). Immer wieder ist dem Dokumentarspiel vorgeworfen worden, dass der Anspruch auf historische Authentizität nur im Sinne der Darstellung des Historischen mit den Mitteln der Literatur und des Theaters beurteilt werden könne, nicht aber im Hinblick auf faktografische Genauigkeit.Schon seit Anfang der 1950er Jahre gab es verschiedene Beispiele für Dokumentarspiele, die als "Tatsachenspiele" inszeniert wurden. Die enge Verzahnung des Dokumentartheaters mit den ARD-Spielfilmabteilungen belegt die Tatsache, dass die wichtigsten dieser „szenischen Berichte“ noch vor ihrer Bühnenpremiere als Dokumentarspiele ausgestrahlt wurden, beispielsweise Heinar Kipphardts Stücke „In der Sache J. Robert Oppenheimer“ (HR 1964) und „Die Geschichte des Joel Brand" (WDR 1964) oder „Die Ermittlung“ von Peter Weiss (WDR 1966). Die spielerische Behandlung vergangener Themen ist bis heute eine der großen Fernsehgattung ... [weiterlesen]
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Original

... der Idee bis zum Endergebnis leitet, unabhängig von den technischen Mitteln, die dabei eingesetzt, miteinander kombiniert oder in Zusammenarbeit mit einem Drucker oder Verleger realisiert wurden. Wenn die Authentizität von der künstlerischen Idee bis zum Druckergebnis gewahrt bleibt, was in der Regelung durch eine Nummerierung und Signierung des einzelnen Blattes versichert wird. Ähnliches findet sich auch in der Fotografie – auch hier gilt die signierte Kopie als „Originalabzug“.Schwieriger ist die Situation beim Film: Zwar gibt es mit dem director‘s cut eine Fassung mancher Filme, die eine zusammenhängende künstlerische Kontrolle des Werks bis zur endgültigen Abnahme der im Kino gezeigten Fassung publikumswirksam versichert, doch zeigt die Praxis eine Vielzahl von Eingriffen in das Werk – solche der Produzenten und des Studios, solche der Produzierenden selbst, solche der Zensur, der Altersfreigabe, der juristischen Aufsicht; Eingriffe der Kinobetreiber; Herstellung nationaler Varianten (als ... [weiterlesen]
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Massenmedien im Film

... fiktionale Welt durch ihre Spiegelung in Schlagzeilen oder Wochenschauen – die eng an die realen Vorbilder der äußeren Realität angenähert sind – eine geborgte, illusionäre Authentizität gewinnt. Es liegt nahe, die Dramatisierung der Rolle der Medien in der Figur eines Reporters oder einer Reporterin zu zentrieren. Sie ist, ähnlich dem Detektiv, ein dramaturgisches Instrument, um gesellschaftliche Schranken zu überschreiten und in diversen Milieus als Zeuge und oft mit dem Ziel einer Gesellschaftskritik anwesend zu sein.Seit 1930 hat es drei große Wellen von Medienfilmen gegeben: (1) In den 1930er Jahren formierte sich der Zeitungsfilm, der zu Beginn der 1940er Jahre zurückging; in seinem Zentrum stand der Zeitungsmann – diese Filme behandelten einen Akteurstypus in seinen diversen sozialen und professionellen Verflecht ... [weiterlesen]
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Dokumentation

... ;gigem Material in möglichst vielen Archiven gehört. Sie arbeitet mit Aktenauszügen, dokumentarischen Texten und – bei Hörfunk und Fernsehen – mit Originalaufnahmen, die ihr Authentizität, Lebendigkeit und Gegenwärtigkeit verleihen. Man unterscheidet (1) „Langzeitdokumentationen“, die die Entwicklung eines Geschehens oder einer Personengruppe über Monate und Jahre hinweg darstellen (wie in Die Kinder von Golzow, DDR 1961-1989, BRD 1990ff, Barbara Junge, Winfried Junge), (2) „historische Dokumentationen“, die historische Ereignisse ausleuchten und Personen vorstellen, die als Akteure politischer, ökonomischer und sozialer Prozesse gewirkt haben (als dominierendes Fernsehformat der Geschichtsdarstellung), und (3) „zeitgeschichtliche Dokumentationen“, die von den Zeitzeugen leben, die das Geschehen miterlebt h ... [weiterlesen]
30.

Post-colonial studies

... Theorie, psychoanalytischen Konzepten und feministischen Studien zumindest nahelegen.Schlüsselwörter postkolonialer Analyse sind kulturelle Alterität (‚Andersartigkeit, Anderssein‘), Authentizität, Bricolage (‚Bastelei‘),Diaspora, Globalismus/Globalisierung, transkulturelle Hybridität (‚Mischbildungen‘), Mimikry (‚tarnende Anpassung‘), Orientalismus, Subalternität, imperiales Zentrum vs. koloniale Peripherie. Literatur: Rings, Guido / Morgan-Tamosunas, Rikki (eds.): European cinema: inside out: images of the self and the other in postcolonial European film. Heidelberg: Winter 2003. – Sampat-Patel, Niti: Postcolonial masquerades: culture and politics in literature, film, video, and photography. New York: Garland 2001. – Santaolalla, Isabel (ed.): „New“ exoticisms: changing patterns in the construction of otherness. Amsterdam/Atlanta: Rodopi 2000. ... [weiterlesen]
31.

fly-on-the-wall

... senheit der Kamera zu beeinflussen, wie es irgend ging. Gerade um die Frage, wie die Kamera mit der aufgezeichneten Situation interagiert, wie sich verdeckte Bezüge und Adressierungen einstellen und so die Authentizität der Aufzeichnung sich verändert, sind intensive und erbitterte Debatten geführt worden. ... [weiterlesen]
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film gris

frz., etwa: „grauer Film“; auch: semi-noir; selten auch: grey filmStilistische Tendenz im amerikanischen Spielfilm der 1940er und 1950er Jahre. Typischerweise als B-Picture produziert, ist der Film Gris als Kriminalfilm angelegt, der viel Wert auf Authentizität und Faktizität legt und aus der Sicht staatlicher Institutionen wie Polizei, Strafvollzug, Spionageabwehr etc. berichtet. Dazu rechnen John Sturges‘ Mystery Street ... [weiterlesen]
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Semidokumentarfilm

... in die Spielhandlung einzubinden. Techniken des Dokumentarfilms wie statische Kamera, relativ lange Einstellungen, unprätentiöse Montageformen, natürliches Licht, Laiendarsteller reklamieren eine Authentizität, die im Studio kaum herzustellen war. Der Semidokumentarfilm ist besonders häufig in Stilen und Ausrichtungen wie Neorealismus, Trümmerfilm, Film gris und im melodramatischen Problemfilm mit starkem sozialkritischen Einschlag anzutreffen, kommt aber darüber hinaus oft im Gewand eines Dokudramas daher. Semidokumentarische Mittel kommen insbesondere im Politthriller zur Anwendung – Gillo Pontecorvos La Battaglia di Algeri (Italien 1965) scheint vollständig dokumentarisch zu sein, obwohl die Kämpfe in Algier isnzeniert waren; Konstantin Costa-Gavras‘ Etat de Siège (1973), in dem die Entführung eines amerikanischen Diplomaten durch südamerikanische Stadtguerillas erzählt wird, folgt über weite Strecken den inszenatorischen Vorgaben des Auslandsberichts.Beispiele: Paisà (Roberto Rossellini, I 1946), Call Northside 777 (Henry Hathaway, USA 1948), David Holzman‘s Diary (Jim McBride, USA 1967), O necem jinem (Von etwas anderem, Vera Chytilová, CSSR 1967).Literatur: Cook, David A.: A history of narrative film. 3rd ed. New York/L ... [weiterlesen]
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Amateurfilm

... iese Szenen sentimental aufgeladen – als Rekurs in die Kindheit, wenn Protagonisten ihre eigenen Filme durchsehen, als allgemeine Klage über das Vergehen der Zeit, als melancholischer Hinweis auf die Authentizität der Erzählung. Dies gilt nicht nur für Spielfilme, sondern auch für Experimentalfilme (Found Footage, Kompilationsfilm), insbesondere im Fall von Autobiografien. Beispiele: Onze indische Reis (anonym, Niederlande 1924); Rural Life in Maine (E. Woodman Wright, USA ca. 1930); Mein Krieg (Harriet Eder, Thomas Kufus, BRD 1990).Literatur: Kuball, Michael: Familienkino. Geschichte des Amateurfilms in Deutschland. 1. 1900-1930. 2. 1931-1960. Reinbek: Rowohlt 1980. – Odin, Roger (dir.): Le film de famille: Usage privé, usage public. Paris: Méridiens-Klincksieck 1995. – Schlager, Franz: Amateurfilm in Österreich. An Beispielen des persönlichen Gebrauchs. Wien: Verband der Wissenschaftlichen Gesellschaften Österreichs (VWGÖ) 1992. – Schneider, Alexandra: Die Stars sind wir. Heimkino als filmische Praxis in der Schweiz der Dreissigerjahre. Marburg: Schüren 2004. – Zimmermann, Patricia R.: Reel families. A social history of amateur film. Bloomington, Ind. [...]: Indiana University Press 1995 (Arts and politics of the everyday.). – Themenheft „Das Private“ = Cinema, 44, (Zürich: Chronos) 1998.  ... [weiterlesen]