Suchergebnisse für die Suche nach: fährte



1.

falsche Fährte

Eine Fährte in dramaturgischem Sinne ist der Entwurf eines sinnvollen Kontextes, eines roten Fadens, der durch die Kette der Ereignisse gelegt werden kann. Eine falsche Fährte ist entsprechend eine Hypothese, an die man in der Rezeption geglaubt hat und die sich als falsch erwies. Allerdings gehört das Wissen darum, dass Hypothesen trügerisch sein können, zum Hypothesenbilden dazu ... [weiterlesen]
2.

clue

... erenzprozesse, also Vorgänge beim Schlussfolgern, Anwendung findet.Der red herring – abgeleitet vom stark riechenden Räucherhering, der eingesetzt wird, um Jagdhunde von einer unerwünschten Fährte abzulenken – wird im abgeleiteten Sprachgebrauch im Sinne einer Strategie verwendet, mit der jemanden zu etwa überredet bzw. zu einer bestimmten Annahme verleiten werden soll. Er dient als Lockvogel, als Ablenkungsmanöver, das von der Hauptsache fernhalten oder wegführen soll, um alle Energien auf etwas Unwichtiges, einen Nebenschauplatz zu lenken oder Überlegungen ganz ins Leere laufen zu lassen. Er legt eine falsche Spur, setzt den Verfolger auf eine falsche Fährte. Dabei besteht der Red Herring – was ihn ebenfalls mit dem Clue verbindet – zumeist in einem auf die Sinne wirkenden gegenständlich-optischen Reiz, kann jedoch auch ganz im verbalen Bereich liegen, etwa in einer Unterstellung, Behauptung oder These.Rote Heringe können für Filmfiguren (Cary Grant alias Roger O. Thornhill ist der red herring in Hitchcocks North by Northwest, 1959), aber auch rezeptionsästheti ... [weiterlesen]
3.

false alarm device

Wenn in Krimis und Thrillern ein deutlicher musikalischer Hinweis auf „drohende Gefahr“ gegeben wird, die aber tatsächlich gar nicht da ist, legt die Musik eine falsche Fährte, irritiert den Zuschauer, ja belügt ihn sogar. Das Mittel wird darum auch fast nur dann verwendet, wenn eine latente Gefahr vorher schon eingeführt wurde; die Musik korrespondiert dann eher der Vorsicht und der Schreckhaftigkeit der Protagonisten ... [weiterlesen]
4.

mobile cinema (2)

Im Besonderen spricht man von mobile cinema, wenn das Kino in autobus-großen Gefährten untergebracht ist oder die Projektion vom Auto aus erfolgt. Letztere sind ausschließlich für Open-Air-Veranstaltungen sinnvoll einzusetzen. Erstere enthielten ca. 20 Sitzplätze und wurden nicht nur auf Messen, Industrieausstellungen und ähnlichem als eine Art von „beweglichen Messeständen“ eingesetzt, sondern arbeite ... [weiterlesen]
5.

Tierhorror

... hen eingebunden, sie verlieben sich in menschliche Figuren (wie King Kong sich die Figur der Ann Darrow als Sehnsuchtsfigur erkor); manchmal auch nehmen sie Rache für etwas, das Menschen ihren tierischen Gefährten antaten (man denke an Orca, USA 1977, Michael Anderson, der den Tod seiner Wal-Gattin blutig rächte). Ein Tiefenthema des Tierhorrorfilms ist die Infragestellung des Mensch-Tier-Verhältnisses, das die Unterwerfung der Tiere so selbstverständlich unter die Erscheinungsformen der Naturbeherrschung stellt – auch darum fallen Filme wie Moby Dick (USA 1956, John Huston, nach dem Roman von Herman Melville, 1851), der den riesigen Wal fast als transzendentalen Gegenspieler des Kapitän Ahab setzt, oder Filme wie Alfred Hitchcocks The Birds (USA 1962), in dem die eigentliche harmlosen Tiere sich ohne jeden erkennbaren Grund zu einem Kollektivwesen zusammentun und zu einer tödlichen Gefahr werden, aus dem Genre heraus. Erwähnung verdienen auch Wesen wie Spinnen oder Schlangen (und auch Ratten), die fast wie archetypische Angstanlässe den Rezeptionsaffekt des horreurs ansprechen. Literatur: Alaimo, Stacy: Discomforting creatures. Monstrous Natures in Recent Films. In: Beyond Nature Writing. Ed. by Karla Armbruster and Kathleen Wallace. Charlottesville: University of Virginia Press 2001, S.  279-296. – Scholtmeijer, Marian: The animal at the door. Modern works of horror and the natural animal. In: State of the fantastic: Studies in the theory and practise of fantastic literature and film. [...] Ed. by Nicholas Ruddick. Westport, Conn./London: ... [weiterlesen]
6.

Engel im Film

Engel sind Lichtgestalten. Zwischenwesen zwischen der menschlichen und der göttlichen Sphäre, gelangen sie immer wieder auf die Erde, als Gesandte des Jenseits, als Boten, Beschützer, Vermittler, Krieger, Regulatoren, Gefährten, aber auch als Inkarnationen der Wünsche der Figuren. Ihre überirdischen Mächte setzen sie in narrative Sonderstellung – sie lenken das Geschehen, sie sind Katalysatoren, manchmal auch ... [weiterlesen]
7.

falsche Geschichte

... s Beispiel ist der kroatische Film Maršal (Der Geist von Marschall Tito) von Vinko Bresan (1999): Auf einer kleinen Insel erscheint der vermeintliche Geist Titos in voller Uniform; Titos ehemalige Kampfgefährten glauben, mit dem Marschall an der Spitze noch einmal die Macht erobern zu können; zugleich hat ein cleverer Unternehmer das Gespenst als Glücksfall für die Tourismusbranche erkannt. Und so werden – während fröhlich die Internationale erklingt – bald wieder Paraden veranstaltet und rote Fahnen ausgehängt. Vor allem das Dritte Reich hat zum Gedankenspiel der falschen Geschichte herausgefordert. Fatherland (1994, Christopher Menaul) nach einem Roman von Robert Harris spielt im Berlin des Jahres 1964; die Deutschen haben den Zweiten Weltkrieg zw ... [weiterlesen]
8.

roter Hering

engl.: red herringEin roter Hering ist ein Element der Handlung, das die Aufmerksamkeit des Zuschauers ablenken und seine Erwartungen in die falsche Richtung orientieren soll. Wenn es sich als falsche Fährte erweist, ist die Überraschung umso größer. Ein berühmtes Beispiel ist das Geldbündel in Hitchcocks Psycho (1960), das für die Protagonistin sowohl ein „neues Leben“ wie aber auch den „Bruch mi ... [weiterlesen]
9.

planting

... , was erst später geschehen wird, durchaus bewusst, deshalb muss das Planting umso sorgfältiger erfolgen: Werden sie überdeutlich gesetzt, wirken sie banal.Ein Sonderfall sind die „falschen Fährten“, die Erwartungstätigkeit in die falsche Richtung lenken. Hier entstehen echte Rezeptionsüberraschungen, wenn das Ernten eines gesäten Elements anders erfolgt als erwartet.Es liegen mehrere Konzepte des Planting vor: (1) Planting als globale Strategie der Informationsvergabe (vor allem in den Arbeiten Eugene Vales); (2) Planting als Strategie, emotionale Höhepunkte (payoffs) vorzubereiten (wie bei McKee); (3) Planting als Strategie der Einführung handlungsfunktioneller Elemente (vor allem Howard/Mabley).Ein Beispiel ist ein Giftfläschchen in Gloomy Sunday (BRD 1999, Rolf Schübel), das zunächst als Selbstmordmittel des ersten Mannes eingeführt wird; sodann kehrt es wieder als Mittel des zweiten Mannes, der das Fläschchen seinerzeit an sich genommen hatte, um den Freund zu schützen, sich der Verhaftung und Deportation durch die Deutschen zu entziehen; die Frau, die das Fläschchen gefunden hat, verwendet es fünfzig Jahre später, um den Deutschen, der so viel Unglück verursacht hat, zu töten.Literatur: Howard, David / Mabley, Edward: The tools of screenwriting. A writer‘s guide to the craft and elements of a screenplay. New York: St. Martin‘s Press 1993. – McKee, Robert: Story. Substance, structure, style, and the principles of screenwriting. New York: Regan Books 1997. Mehrere Neuausgaben. – Vale, Eugene: Die Technik des Drehbuchschreibens für Film und Fernsehen. 3. Aufl. München: TR-Verlagsunion 1987. ... [weiterlesen]
10.

filmhistorische Dokumentation

... emen sind häufig auch die Beziehung zwischen Film und Politik sowie Entwicklungslinien der Filmtechnik. Meist werden Filmausschnitte kompiliert und mit Kommentar versehen und in Interviews Zeitzeugen, Weggefährten und Verwandte der Porträtierten befragt. Beispiele: Erfindungsgeschichte des Films wie in Was geschah wirklich zwischen den Bildern? Über die Geburt des Films (1985, Werner Nekes); historischer UFA-Stil, verdeckte Propaganda in Produktionen Nazi-Deutschlands: Deutschland erwache! (1968, Erwin Leiser); Potpourri-Formen wie That‘s Entertainment (1974, Jack Haley, Jr.), der die Musical-Geschichte vorstellt; die von Franco Zeffirelli vorgetragene Lebens- und Erfolgsgeschichte Maria Callas‘ (in: Callas: A Documentary, 1978, John Ardoin); fernsehgeschichtliche Überblicksdarstellungen wie Vom Kellerkind zur Primadonna: Die Geschichte der Tagesschau (1990, Christian Herrendoerfer / Winfried Scharlau). ... [weiterlesen]