Suchergebnisse für die Suche nach: fiktionalität



1.

Fiktionsvertrag

manchmal auch: FiktionalitätsvertragEine fundamentale Grundannahme einer rezeptionsästhetischen Theorie des Fiktionalen ist der Fiktionsvertrag zwischen Text (resp. der texthervorgringenden Instanz) und Rezipient, der besagt, dass letzterer bereit ist, die „willentliche Aussetzung des Nichtglaubens“ (willing suspension of disbelief) als Modalität der Rezeption zu akzeptieren, so dass er um die weiterlesen]
2.

medium awareness

... ellation, in der das Erzählen geschieht, der Medialität der Darstellung und eines Bewusstseins der Welt, in dem die diegetische Realität im Verhältnis zur Alltagsrealität bestimmt wird. Fiktionalität wird so als Bewusstseinstatsache analysierbar, das Wissen um die Fiktionalität des Wahrgenommenen essentieller Teil des Verstehens.Literatur: Allen, Richard: Representation, Illusion, and the Cinema. In: Cinema Journal 32,2, Winter 1993, S. 21‑48. – Ponech, Trevor: Visual Perception and Motion Picture Spectatorship. In: Cinema Journal 37,1, Autumn 1997, S. 85‑100. – Oakley, Todd: Toward a General Theory of Film Spectatorship, URL: http://www.case.edu/artsci/engl/Library/Oakley‑TheoryFilmSpectator.pdf. – Wulff, Hans J.: Darstellen und Mitteilen. El
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3.

kommunikativer Vertrag

... ein, in dem der Text entfaltet werden kann, sondern setzen auch die Vorausleistungen fest, die der Zuschauer zu erbringen hat. Zwischen Autor und Leser muss eine Vereinbarung stillschweigend getroffen sein, die Fiktionalitätsgrad, Stimmigkeit und Affektivitätsform und -intensität von Geschichte und erzählter Welt festlegen und die darum gelegentlich durch den Text nicht eingelöst werden – Erwartungen basieren genau auf derartigen Übereinkünften, sind nicht allein schemagesteuert (das ist ihr kognitives Zentrum), sondern haben eben auch eine pragmatisch-institutionelle Grundlage.Literatur: Casetti, Francesco: Filmgenres, Verständigungsvorgänge und kommunikativer Vertrag. In: Montage / AV 10,2, 2001, S. 155-173. – Odin, Roger (1994) Sémio-pragmatique du cinéma et de l‘audiovisuel. In: Towards a pragmatics of the audiovisual: Theory and history. 1. Ed. by Jürgen E. Müller. Münster: Nodus 1994, S. 33-46 (Film und Medien in der Diskussion. 4.). – Wulff, Hans J.: Konstellation, Kontrakt, Vertrauen: Pragmatische Grundlagen der Dramaturgie. In: Mon­tage / AV 10,2, 2001, S. 131-154. – Themenheft „Pragmatik des Films“ der Montage / AV, 11,2, 2002.  ... [weiterlesen]
4.

Ouvertüre

... auml;chlichen Pause der Vorstellung). Filme, in denen die Musik eine zentrale Rolle spielte (wie High Society, USA 1956, Charles Walters, mit der Musik von Cole Porter), aber auch Abenteuerfilme markierten ihre Fiktionalität durch vorangestellte Ouvertüren. Ben Hur (USA 1959, William Wyler), Khartoum (Großbritannien 1966, Basil Dearden) oder The Sand Pebbles (USA 1966, Robert Wise) kennen sogar Vor- und Zwischenspiel (wie schon Sam Woods Spanien-Drama For Whom the Bell Tolls, USA 1943).  Lawrence of Arabia (Großbritannien 1962, David Lean) hatte sogar ein Vorspiel, ein Zwischenspiel und ein kurzes Nachspiel. Die Konvention wurde von Großfilmen wie Ghandi (Großbritannien/Indien 1982, Richard Attenborough) oder Once upon a Time in America (USA 1984, Sergio Leone) nahmen die Konvention der 1960er wieder auf, darin ihren Charakter als Epos unterstreichend.Literatur: Botstiber, Hugo: Geschichte der Ouvertüre und der freien Orchesterformen. Leipzig: Breitkopf u. Härtel 1913. Neudr.: Wiesbaden: Sändig 1969. – Capelle, Irmlind: Das Verhältnis der Ouvertüre zu den übrigen Nummern der Schauspielmusik bei Spohr, Marschner und Lortzing. In: Carl Maria von Weber und die Schauspielmusik seiner Zeit. [...] Mainz [...]: Schott 2003, S. 255‑267.  ... [weiterlesen]
5.

post credits scene

... st einen metafiktionalen Status ein. Auch die Präsentation von out-takes kann als der eigentlichen Filmgeschichte nachgereichte post credit scene realisiert sein – auch dann wird die Gespieltheit und Fiktionalität des Vorhergehenden thematisch. Manchmal wird gar das Publikum aufgefordert, den Saal zu verlassen. ... [weiterlesen]
6.

cinematization

(1) oft auch als Verb: to cinematize; dt. etwa: kinematographisieren, in die Erzählformate des Kinos übersetzenWenn reales Geschehen in den Erzählformen des Kinos wiedergegeben wird, findet eine Transformation von einem Realitäts- in ein Erzähl-, möglicherweise sogar ein Fiktionalitätsformat statt. Aus dem realen Versuch der alliierten Truppen, die Brücke von Arnheim zu erobern, wird ein multiepisodal erzä ... [weiterlesen]
7.

Spielfilm

Narrativer, fiktionaler Film, der eine Geschichte erzählt. Unterschieden vom Dokumentarfilm, der auf der Nichtfiktionalität des Sujets beruht. Spielfilme basieren meist auf einem Drehbuch, das den Ablauf der Geschehnisse und die Dialoge noch vor dem Dreh festlegt. Der Spielfilm ähnelt dem Drama. Er ist meist aus Szenen aufgebaut, in denen die Figuren agieren. Der Spielfilm ist für die Kinoauswertung produziert. Dagegen ist der TV- ... [weiterlesen]
8.

Digression

... zu verdeutlichen (im Film denke man an manche Strategien der Monty-Python-Gruppe). In der postmodernen Literatur (und ähnlich im Film) wird die Abschweifung reflexiv dazu verwendet, den Rezipienten auf die Fiktionalität des Dargestellten und den Prozess des Erzählens selbst zu verweisen; ein Beispiel ist Karel Reisz‘ Adaptation des Fowlerschen Romans The French Lieutenant's Woman (Großbritannien 1981).Eigene Bedeutung als poetisches Mittel erlangt die Digression im modernen Hypertext: die Praxis der Abschweifung in Form der Anmerkung zu diesem und zu jenem wird als Fußnote, Gedankensprung, eingeschobene Anmerkung, Definition oder Kommentar im Hypertext durch festverankerte, elektronische Links realisiert. Die schnelle Bewegung von einer Erzählung in die Gesamtenzyklopädie des Wissens zurück in die Erzählung harrt noch der Umsetzung in filmische Erzählformen, wenngleich z.B. manche Beispiele des Essay-Films hier erste Versuche unternommen haben. Literatur: Attridge, Derek: The Backbone of Finnegan's Wake: Narrative, Digression and Deconstruction. In: Genre 17, Winter 1984, S. 375-400. – Laugaa, Maurice: Le Théâtre de la digression dans le discours classique. In: Semiotica 4,2, 1971, S. 97-126. – Poser, Michael von: Der abschweifende Erzähler. Bad Homburg v.d.H./Berlin/Zürich: Gehlen 1969. ... [weiterlesen]
9.

Vorhang

... , ist das Finale erreicht; wird er danach noch einmal geöffnet, treten die Akteure als Akteure, nicht mehr als Figuren vor das Publikum (und erhalten Applaus). Vorhänge dienen so zur Kennzeichnung der Fiktionalität des Gezeigten, zur Markierung des besonderen theatralischen Modus etc. Sie schaffen Distanz, weil sie auf das Spiel und seine Nicht-Realität hinweisen.Vorhänge gehören zu den Kinos der Hochphase der Kinoarchitektur und öffnen sich erst zu Beginn der Vorstellung. Die Anlehnung an die Theateraufführung ist deutlich. Vorhänge werden aber auch immer wieder im Film selbst geöffnet und ermöglichen in dem, was folgt, Übertreibung und Zuspitzung, Besprechung und Ansage. Die Gespieltheit dessen, was folgt, wird ausgestellt. Ein Beispiel ist Ettore Scolas Il Viaggio di Capitan Fracassa (Italien 1990), der von einer Theater-Kompagnie erzählt, und der das Spiel mit (gefilmten) Vorhängen ... [weiterlesen]
10.

Dokumentarfilm

Filmform, die ausdrücklich auf der Nichtfiktionalität des Vorfilmischen besteht. In einem weiten Sinne zählen der Sach-, der Reise-, der Nachrichtenfilm, der ethnografische Film, der Essayfilm u.a.m. zum Dokumentarfilm. Die wesentlichen Genres bildeten sich in den 1920er und 1930er Jahren heraus (inszenierte, ethnografische, beobachtende, agitatorische Dokumentarfilm, Kompilationsfilme, Querschnittsfilme). Das Konzept des „Dokume ... [weiterlesen]