Suchergebnisse für die Suche nach: intertextualität



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Intertextualität

In der Literatur- und Erzähltheorie der 1970er Jahre wurde das Konzept der Intertextualität eingeführt, die das Verhältnis von Texten zu Texten bezeichnet. In der Filmwissenschaft noch relativ wenig bearbeitet, gestattet es, den einzelnen Film sowohl in Beziehung zu anderen Filmen wie auch zu Realisierungen des gleichen Stoffes in anderen Medien zu setzen. Oft wird mit der Vorstellung eines (abstrakten) „Intertextes“ g ... [weiterlesen]
2.

Intertextualität: Film-Beziehungen

Ein eng gefasster Begriff von „Intertextualität“ (gefasst als Bezug zwischen Texten) beschränkt sich auf nachweisbare Bezüge zwischen Texten. So sind hier bewusste oder unbewusste Bezugnahmen verschiedener Werke aufeinander gemeint, seien diese aus demselben medialen Bereich oder intermedial. Im Film hat diese Art von Intertextualität seit den 1980er Jahren sprunghaft zugen ... [weiterlesen]
3.

Intertext

Im Rahmen des Konzeptes der Intertextualität bezeichnet der Begriff Intertext die Universalkategorie einer umfassenden Zusammengehörigkeit aller Texte im Gegensatz zur konkreten Einzelerscheinung, die sich im spezifischen Verhältnis von Text zu Text offenbart. Wesentlich ist in dieser Hinsicht nicht der Bezug zwischen Text, Autor und Rezipient, sondern vielmehr die allgemeine Möglichkeit eines freien (oder auch determinierten) Spi ... [weiterlesen]
4.

Interbildlichkeit

auch: Interpiktorialität, Interikonizität, Interpiktorialität, Intervisualität; mit Blick auf die Verwandtschafts- und Beziehungsverhältnisse zwischen Bildern abgeleitet von Intertextualität und von Intermedialität   Ähnlich wie das Modell der Intertextualität davon ausgeht, dass die Bedeutung resp. Bedeutungsvalenz  von Texten aus ihrer Verflocht ... [weiterlesen]
5.

Anschlussfilm

... beim Fernsehformat der Serie über Dutzende von Folgen erstrecken können und ohne Kenntnis der einzelnen Folgen nicht verständlich sind). Grundsätzlich ist jedes Anschlussprodukt ein Fall von Intertextualität, außerdem können Remakes als spezielle Form des Anschlusses bezeichnet werden. Die Handlung des Fortsetzungsfilms dagegen ist so strukturiert, dass unter Beibehaltung der Protagonisten die zeitliche Konsekution über eine Reihe abendfüllender Filme hinweg konsistent weitergeführt wird und die Figuren im Bewusstsein der im vorangegangenen Film erlebten Ereignisse altern. Ein neueres Beispiel ist Peter Bogdanovichs Film Texasville (1990), der mit den gleichen Schauspielern die Wiedervereinigung der Gruppe, um die sich The Last Picture Show (1971) gedreht hatte, nahezu 30 Jahre nach dem ersten Film zeigt.Beispiele: Dr. Mabuse, der Spieler (1922, Fritz Lang) – Das Testament des Dr. Mabuse (Deutschland 1932, Fritz Lang); Airport 1975 (USA 1975, Jack Smight) – Airport ‘77 (1977, Jerry Jameson) – Airport '79: Concorde (1979, David Lowell Rich); Zendeg ... [weiterlesen]
6.

Remake

... g von Breitwandformaten oder Dolby. Ein weiterer Grund für Remakes ist die Übertragung eines Stoffs in andere Kulturzusammenhänge oder Genres.Remakes sind immer Ausdruck einer bestimmten Form von Intertextualität und werden oft an ihren Vorgängern gemessen, wobei der Vergleich vielfach – aber nicht immer – zu Ungunsten des neuen Films ausfällt. Außerdem geben Remakes besonderen Aufschluss über gesellschaftspolitische Verschiebungen, etwa wenn bestimmte Motive eines Stoffs weniger furchtlos angegangen werden oder wenn auf inzwischen überholte Tabus keine Rücksicht mehr genommen werden muss.Beispiele: Ben Hur (USA 1925, Fred Niblo; USA 1959, William Wyler); King Kong (USA 1933 Merian C. Cooper; USA 1976, John Guillermin; USA 1986 [King Kong lives], John Guillermin; USA 2005, Peter Jackson); Victor/Victoria (Deutschland 1933, Reinhold Schünzel; USA 1982, Blake Edwards); The Man Who Knew Too Much (Großbritannien 1934 u. USA 1955, Alfred Hitchc ... [weiterlesen]
7.

Fake-Trailer

... ilm; Cleopatra Schwartz = Blaxploitation. Titel, Handlungselemente, Schauspieler, bekannte Filmmusik sowie die Schrifttypen der Einblendungen weisen auf die generischen Verwandtschaften hin. Eine Sonderform der Intertextualität ist das Mash-Up, wobei zwei (oft gegensätzliche) Filme oder Genres verbunden werden wie etwa im Fake-Trailer Jane Austen's Fight Club. Als eigenständige Form des Kurzfilms etabliert sich der Fake-Trailer endgültig mit Robert Rodriguez' und Quentin Tarantinos Double-Feature Grindhouse (USA 2007), in dem zwischen den beiden Hauptfilmen Fake-Trailer gezeigt wurden (Machete, Werewolf Women of the SS, Thanksgiving, Don’t, Hobo with a Shotgun). Deren genreprägende Bedeutung wird u.a. daran deutlich, dass mit Hans mit dem Schrotgewehr nicht nur inzwischen auch eine deutsche Version von Hobo with a Shotgun gedreht worden ist, sondern dass zwei der beworbenen Filme aufgrund von Zuschauerreaktionen tatsächlich gedreht worden sind.Neben professionell produzierten und über Kino, DVDs und Fernsehausstrahlungen verbreiteten Fake-Trailern hat sich eine Fake-Trailer-Kultur auf Internetvideoplattformen etabliert. Dort finden sich etwa diverse Fake-Trailer zu Verfilmungen vor allem älterer, simpler, nicht oder kaum narrativer Computerspiele wie Pac-Man oder Minesweeper. ... [weiterlesen]
8.

Kinemorphisierung

... rischen oder narrativen Möglichkeiten des Films angesiedelt sein (als eine Art „Kinomorphismus“), eine Erinnerungserzählung Erzählformen des Kinos nutzen etc.Literatur: Wegner, Bernd: Intertextualität und Intermedialität. Oder: Vom kinomorphen zum Film‑Text – am Beispiel der kinematographischen "Schimmelreiter"‑Transformationen (1934/1978/1984). In: Eversberg, Gerd u. Harro Segeberg (Hrsg.): Theodor Storm und die Medien. Berlin: Erich Schmidt 1999, S. 209‑245. – Wittmann, Matthias: Am Anfang war das Blackout. Zur Konstruktion des Gedächtnisses in der Erfahrung des Films. In: Zeitschrift für Medienwissenschaft 2,1,  2010, S. 41-52.(2) Manchmal irreführenderweise als Bezeichnung für die Kinemorphe der Gestenbeschreibungen Ray Birdwhistells, der seit den 1950ern bemüht war, eine Kinesik als Wissenschaft vom non‑verbalen Kommunikationsverhalten (Gestik, Mimik, Kommunikation) zu entwickeln. Er bediente sich dabei des Modells der strukturalen Linguistik und versuchte, kleinste Einheiten (Kine) zu isolieren, die sich als abstrakte Einheiten (Kineme) zu Systemen zusammenschließen. Die Varianz unterschiedlicher Realisierungen des gleichen Kinems faßte ... [weiterlesen]
9.

New Queer Cinema

... o „Gay is good“ gebrochen: Schwule und Lesben werden nicht mehr vorbehaltlos positiv dargestellt. Künstlerisch bewegt man sich im Umfeld des „postmodernen“ Kinos mit seinem Hang zur Intertextualität und zur Aufhebung vermeintlich fester Genregrenzen. Ästhetisch gehen daraus zwei Ausprägungen hervor: Pflegen die einen das Unschöne (mit ruppiger Kameraführung, spröder Farbgebung, heruntergekommenen Settings), zelebrieren andere das Überschöne (mit makellosen Bildkompositionen, glamourösem Licht, exquisiter Ausstattung). Beiden gemeinsam ist die Abkehr vom Mainstream, der aus kulturellen und ökonomischen Gründen immer schon die Bedürfnisse der (heterosexuellen) Mehrheit bedient und deren Vorstellungen über soziale Minderheiten formt. Im Lauf der 1990er Jahre verebbt das New Queer Cinema wieder, das heute eher als „a moment than a movement“ gilt, eher als Ausbruch an kreativer Energie denn als anhaltend neue Art des queeren Filmschaffens. Literatur: Aaron, Michele (ed.): New Queer Cinema. A Critical Reader. Edinburgh: Edinburgh Univers ... [weiterlesen]
10.

Intratextualität

... ml;hrung in Sprache und Kommunikationsformen der Massenmedien. 3., völlig neu bearb. Aufl. Berlin [...]: de Gruyter 2005, bes. S. 114-142. – Obermaier, Sabine: Das Fabelbuch als Rahmenerzählung. Intertextualität und Intratextualität als Wege zur Interpretation des "Buchs der Beispiele der alten Weisen" Antons von Pforr. Heidelberg: Winter 2004. – Perley, Naomi: The language of an unknown country. Intratextuality in Proust's In Search of Lost Time. In: 19th Century Music 36,2, 2012, S. 136‑145. (2) Ebenfalls aus der Literaturwissenschaft stammt die als Intratextualität ausgewiesene Untersuchung der Variation und Bezugnahmen von miteinander verwandten oder identischen Darstellungsweisen, Motiven, Verfahren usw. im Oeuvre einzelner Künstler. Eigentlich handelt es sich bei der in sich widersprüchlichen Redeweise um einen Sonderfall intertextueller Beziehungen – es geht um autorenspezifische intertextuelle Beziehungen in einem Personalwerk.Literatur: Sharrock, Alison / Morales, Helen (eds.): Intratextuality. Greek and Roman textual relations. Oxford [...]: Oxford University Press 2000. ... [weiterlesen]
11.

Anschlussprodukt

... ormat der Serie über Dutzende von Folgen erstrecken können und ohne die Kenntnis der einzelnen Folgen nicht zwingend verständlich sind). Grundsätzlich ist jedes Anschlussprodukt ein Fall von Intertextualität, außerdem können Remakes als spezielle Form des Anschlusses bezeichnet werden. Die Handlung des Fortsetzungsfilms dagegen ist so strukturiert, dass unter Beibehaltung der Protagonisten die zeitliche Konsekution über eine Reihe abendfüllender Filme hinweg konsistent weitergeführt wird und die Figuren im Bewusstsein der im vorangegangenen Film erlebten Ereignisse altern. Beispiele: Das Testament des Dr. Mabuse (Deutschland 1932, Fritz Lang); Airport 1975 (USA 1975, Jack Smight); Zendegi Edame Adrad (Iran 1992, Abbas Kiarostami); Batman and Robin (USA 1997, Joel Schumacher). ... [weiterlesen]
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Bricolage

... n Kritik Derridas aus den 1970er Jahren schöpft und den Ausdruck in das Feld von Hybridität, des Subalternen, der Diversität und Fragmentation, von historischer Anleihe, Anspielung und Zitat, von Intertextualität und Genremix stellt und sich im Bereich des Films auf der Folie des Protestfilms, des Konzeptkinos und der Anti-Kunst der 1960er und 1970er Jahre verstehen lässt. Dadurch gelangt man zu Feststellungen, die beispielsweise ein postkoloniales Kino wie das vietnamesische als Bricolage bezeichnen, da es keine Auteurs aufweist. Im Bereich der Analyse von Subkulturen ist der Ausdruck entsprechend metaphorisierend auf jene ironischen Verwerfungen angewendet worden, die zwischen dominanter Kultur und Subkultur sichtbar werden. Richard Dyer hat so auf schwule Interpretationen des heterosexuellen Mainstream-Kinos verwiesen, und auch die Camp-Lesarten der Filme Pedro Almodóvars lassen sich auf das „Brikolieren“ beziehen.(3) Gelegentlich findet sich der Begriff ähnlich verwendet wie ‚Collage‘ und ‚avantgardistische Montage‘. Literatur: Brooker, Peter: A glossary of cultural theory. 2nd ed. London: Arnold 2002, S. 21-22. – Chanan, Michael: The dream that kicks: the prehistory and early years of cinema in Britain. 2nd ed. London: Routledge 1995, S. 49-55. – Kuester, Martin: Bricolage/Bricoleur. In: Nünning, Ansgar (Hrsg.): Metzler Lexikon Literatur- und Kultureorie. Stuttgart/Weimar: Metzler 1998, S. 59. – Kohn, Nathaniel / Lee, Y.S.: Faces/off: challenges to postcolonial theory along the Hong Kong-Hollywood axis. In: Cultural Studies / Critical Methodologies 1,3, 2001, S. 335-354. ... [weiterlesen]
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Transtextualität

... tes zu seiner Gattung oder seinem Genre, inwieweit Genrekonventionen eingelöst, ironisiert oder gebrochen werden. In diesem Sinne werden viele Untersuchungen von Motivreihen oder Stoffgeschichten heute als Intertextualitätsuntersuchungen ausgegeben.Literatur: Genette, Gérard: Einführung in den Architext. Stuttgart: Legueil 1990. – Ds.: Paratexte. Das Buch vom Beiwerk des Buches. Frankfurt: Campus 1992; repr. Frankfurt: Suhrkamp 2001. – Ds.: Palimpseste. Die Literatur auf zweiter Stufe. Frankfurt: Suhrkamp 1993. ... [weiterlesen]
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Postmoderne

Seit den 1980er Jahren eine schillernde Gruppe von Autorenfilmen unterschiedlichster Herkunft, deren gemeinsamer Nenner schwierig auszumachen ist. Letztlich liegt er wohl – wie in den Bereichen Literatur, Architektur und bildende Kunst – in einer Logik des Zitierens und damit in einem intensivierten und äußerst bewussten Umgang mit Intertextualität. Damit einher geht die Aufhebung herkömmlicher, vermeintlich fester Ge ... [weiterlesen]
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Produktionsbericht

Ein als filmhistorische Dokumentation angelegter Film über einen anderen Film und somit immer ein metakommunikativer Akt der Intertextualität, dessen Länge zwischen wenigen Minuten und mehreren Stunden variieren kann. Wirklich informative Dokumente oder solche von eigenem künstlerischem Wert bilden die Ausnahme. Stattdessen sind die meisten Produktionsberichte stromlinienförmige Formate – ein längst erprobter Mix a ... [weiterlesen]
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Travestie (1)

... nen lässt, aber Komik, Belustigung, Lächerlichkeit, Klamauk oder gar Spott hervorruft. Der französische Literaturwissenschaftler Gérard Genette versteht die Travestie als Phänomen der Intertextualität und definiert sie als Umkehrung der – künstlerisch anspruchsvolleren – Parodie: Während letztere ihren Gegenstand unter Beibehaltung der stilistischen Merkmale der Vorlage verändert, behält die Travestie ihren Gegenstand inhaltlich zwar bei, ändert aber die formalen und stilistischen Eigenheiten, und zwar oft recht grob und in Richtung auf brachial-komödiantische Effekte. Kaum ein Genre ist von Travestieversuchen verschont geblieben, auch nicht (um nur wenige Beispiele zu nennen) der Western (Blazing Saddles / dt.: Is’ was, Sheriff?, USA 1974, Mel Brooks) oder das Polizeifilmgenre und der Science-Fiction-Film (2001: A Space Travesty / dt. 2002: Durchgeknallt im All, Kanada/USA/BRD 2000, Allan A. Gol ... [weiterlesen]
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Sketch

... kt sich der Sketch auf einen Schauplatz, eine Aktion und eine Dialogabfolge, außerdem auf eine oder zwei, selten mehr als vier Figuren. Diese sind dem Publikum in der Regel bekannt: durch Typenhaftigkeit, Intertextualität oder leicht durchschaubare Verschlüsselung. Die charakteristische Ausprägung ist der „gespielte Witz“, ein knapper Dialog und/oder eine mimisch-gestisch markante, eventuell durch Slapstick-Elemente garnierte Handlung. Beides wird weniger ausgespielt als nur skizziert. Dabei besteht die Herausforderung im schnellen Erkennen von Figuren und Situationen zugunsten eines Höchstmaßes an komischer Überspitztheit – gleichgültig, ob der zugr ... [weiterlesen]
18.

7e art

... ml;tigung der Eigenständigkeit des Films verwendet wurde und gerade dadurch zu bedeutenden Leistungen speziell auf dem Gebiet der Filmtheorie beigetragen hat, bekommen im Zuge postmoderner Diskussionen von Intertextualität, Inter- und Multimedialität, Hybridität, Pastichecharakter von Kunstwerken etc. Reflexionen um Misch- und Zwischenformen der ursprünglichen Künste, um „Interart“ aus filmischer Eigenleistung, Malerei, Musik, Tanz und Lyrik, Theater und Oper neue Relevanz.Dass der Rang des Films als 7. Kunst heute als weitgehend unumstritten angesehen wird, zeigt sich auch in der Tatsache, dass ihr die Fotografie bzw. auch das Fernsehen – allerdings in spezifisch französischer Konkurrenz zur Kochkunst – als 8. Kunst (Huitième art) nachgeordnet wird und zudem häufig Comics und Mangas als 9. Kunst (Neuvième art) angesprochen erscheinen.Literatur: Aumont, Jacques (Hrsg.): Le septième art. Le cinéma parmi les arts. Paris: L. Scheer 2003. ... [weiterlesen]