Suchergebnisse für die Suche nach: künstlerische



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Material

(1) Im allgemeinen ist Material der Werkstoff, aus dem ein Kunstwerk besteht, und gibt durch die materialen Eigenschaften Grenzen dessen vor, was gestaltet werden kann. Material in diesem Sinne kann alles sein, was einer künstlerischen Idee Ausdruck und Realität verleiht – Farbigkeit und Flächigkeit in der Malerei, der menschliche Körper in Ballett und Szenografie, Klang und Töne in den akustischen Künsten, Lichtem ... [weiterlesen]
2.

Gegenstandslosigkeit

Gegenstandslos nannten die Formalisten ein Kunstwerk, sobald es nicht mehr an erster Stelle einen mimetisch reproduzierten außerkünstlerischen Gegenstand (re)präsentiert, sondern das künstlerische Verfahren selbst zur Schau stellt. Der Gegenstand findet sich dabei im gleichen Maß verfremdet, wie das künstlerische Verfahren als s ... [weiterlesen]
3.

künstlerische Kontrolle

Film basiert – von manchen Formen des Dokumentar-, Animations- oder Experimentalfilms abgesehen – auf kollektiven Produktionsprozessen. Die Frage danach, wer Entscheidungsbefugnisse oder Möglichkeiten der wesentlichen Einflussnahme bei Auswahl und Gestaltung von Drehbuch, Drehort, Casting, Soundtrack etc. hat, hängt entscheidend mit der Frage nach der künstlerischen Gestaltung des Werks und der Rolle(n) desjenigen oder derj ... [weiterlesen]
4.

Original

Der Begriff des Originals schließt nach landläufiger Auffassung die Eigenschaft der Einmaligkeit ein. Einmaligkeit ist aber nicht als numerischer Begriff zu verstehen, ist nicht „Existenz in einem Stück“. Der Begriff, der dem Original innewohnt, fasst vielmehr Wesentlicheres zusammen, nämlich die Echtheit einer geistig – handwerklich – künstlerischen Leistung, ein So-und-nicht-anders-Sein. In der Kuns ... [weiterlesen]
5.

close reading

... Debatten, die die neoformalistische Filmanalyse angestoßen hat, neu aufgelebt. Sie interessiert sich nach Bekunden ihrer wichtigsten Vertreter nicht für die historisch-gesellschaftlichen Kontexte des künstlerischen Werks und der künstlerischen Praxis, sondern für die Entwicklungsdynamiken und Bedeutungspotentiale der künstlerischen Formen. Die Poetizität filmischer Ausdrucksformen manifestiert sich als eigentlicher Gegenstand der Beschreibung in formalen Strukturen, nicht in inhaltlichen Bezügen. David Bordwells – vor allem in seinem Buch Making Meaning vorgetragene – Gliederung einer Semantik des filmischen Textes, in der vier verschiedene Bedeutungsbeziehungen angenommen werden, die in einem jeweiligen Film gleichzeitig, wenn auch wohl in verschiedener Gewichtung, in Geltung stehen und die vom Zuschauer entsprechend im Rezeptions- und Interpretationsprozess aktualisiert werden, ist wohl als Antwort auf den Vorwurf eines allzu blinden Festhaltens an den Beschränkungen des close reading anzusehen. Er unterscheidet (1) die referential meaning, die alle unmittelbar auf die vorfilmische materielle Wirklichkeit verweisenden Aspekte des filmischen Bildes, des Tons usw. betrifft; (2) die explicit meaning, die alles bezeichnet, was im Film auch mittels konventioneller Symbole ausgesagt ist; (3) die Ebene der implicit meaning, die alle thematischen Strukturen, alle Probleme, von denen die Rede ist („iss ... [weiterlesen]
6.

Berufe des Films: Szenenbild (engl./dt.)

art department / Szenenabteilung, Künstlerische Abteilungart department assistant / Assistent des Filmarchitekten (erste zwei bis drei Berufsjahre)art department runner / Volontärart director / Filmarchitektassistant art director / assistierender Filmarchitekt (mit großer Berufserfahrung)construction foreman, draftsman / Bühnenmeistercostume design / Kostümbildnerillustration artist, production painter / Illustratorproduct ... [weiterlesen]
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Collagefilm

von franz.: collage = das Leimen, das AnklebenDie Collage ist eine Technik der zitierenden Kombination. In der bildenden Kunst basiert sie auf dem Prinzip der Integration außerkünstlerischer Materialien und Elemente in das Kunstwerk. Die Dadaisten fügten etwa Zeitungs- und Werbetexte oder Gegenstände der Alltagskultur in ihre abstrakten Bildcollagen ein, was als revolutionärer küns ... [weiterlesen]
8.

Sprechfilm

... rführung durchaus gewohnt war.(2) Als kritische, ja diffamierende Bezeichnung des Tonfilms verstand Rudolf Arnheim unter „Sprechfilm“ solche Filme, die sich ganz auf die gesprochene Sprache als künstlerisches Ausdrucksmittel stützten und dabei die Gestaltung des Visuellen vollständig vernachlässigten. Damit würde die Potenz ästhetischer Gestaltung, die der Stummfilm gewonnen habe, zugunsten einer Art abgefilmten Theaters wieder aufgegeben.Literatur: Arnheim: Rudolf: Film als Kunst. Frankfurt: Fischer 1979, S. 227ff, 256ff. Zuerst 1932. – Ds.: Neuer Laokoon. Die Verkoppelung der künstlerischen Mittel, untersucht anläßlich des Sprechfilms. In sein ... [weiterlesen]
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Videokunst

auch: Videoexperiment; engl.: video artSammelbegriff für (audio)visuelle künstlerische Verfahren, welche die Ästhetik, Medialität und Präsentationsformen audiovisueller Bilder befragen und erweitern. Video (lat.: ich sehe), ursprünglich Begriff für das in der elektromagnetischen Videotechnik entwickelte Medium Video, meint heute das elektronische und digitale Bewegtbild per se. In den 1960ern aus Fluxus, Body Art un ... [weiterlesen]
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Videoinstallation

auch: Videoskulptur, Closed Circuit-Installation, kinematographische Installation, gelegentlich auch: Mehrbildprojektion; engl.: video installation, video sculpture, closed-circuit installation, multi-screen projectionSammelbegriff für künstlerische Verfahren, Bewegtbilder in einer begehbaren Anordnung durch Leinwände und Monitore räumlich erfahrbar zu machen. Anfang der 1970er Jahre aus der weiterlesen]
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Thesenfilm

... eführt ist der Terminus in kritischen Medientheorien, wird aber auch in journalistisch-kritischer Beschäftigung immer wieder bemüht – und dann als Vorwurf gegen Filme gesetzt, denen gewisse künstlerische Qualitäten damit abgesprochen werden. Thesenfilme sind in einem recht strikten Sinne Teil eines begrifflichen Diskurses, gehören der politischen Kommunikation (in einem weiten Sinne) an, sind Teil von Aufklärungskampagnen, dienen der Kenntlichmachung von weltanschaulichen Standpunkten, sind Teil gesellschaftlicher Aufklärung. Gut gemeint oft, aber eben auf der Seite der Entfaltung der narrativen, moralischen und künstlerischen Potentiale eines Themas beschnitten.Es geht darum, in expliziter Weise für oder gegen etwas Stellung zu nehmen: gegen die Diskriminierung von Minderheiten, gegen Militarismus, für die Rehabilitation von Straffälligen etc. Im Unterschied zum herkömmlichen Erzählkino mischen viele Thesenfilme dokumentar
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Alan Smithee

aka: Allen Smithee, Allan SmitheeAlan Smithee ist ein Pseudonym, das namhafte Hollywoodautoren und -regisseure inzwischen fast vierzig Mal verwendet haben, um eine Autorschaft oder eine künstlerische Verantwortung zu anonymisieren. Der Name ist möglicherweise ein Anagramm von The Alias Men, möglicherweise aber auch nur eine Variation des Allerweltsnamens Smith.Filme, in denen Alan Smithee Regie geführt hat, nominieren Produktionsk ... [weiterlesen]
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DEFA II: Entwicklung bis 1965

In den späten 1940er und frühen 1950er Jahren führte eine dogmatische Ideologisierung im Zuge des Aufbaus des Sozialismus zu Verlusten in der künstlerischen Qualität des Spielfilmstudios. Führend war die von Friedrich Wolf geprägte Entscheidungsdramaturgie in Gesellschaftstotalen (Rat der Götter, 1950, Kurt Maetzig; Thälmann-Filme, 1953/55, Kurt Maetzig). Hemmend waren ideologische Fabelkonstruktionen, die ... [weiterlesen]
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Plakatmaler

... auch Gebrauchsgrafiker entwickeln sich zu Vollzeit-Plakatmalern. Die bis heute dominierende Struktur des Filmplakats wird geprägt: Neben den credits dominiert zumeist eine übergroße, mehrfarbige künstlerische Darstellung einer Schlüsselszene oder eine Collage verschiedener Szenen die Plakatfläche. Die entbehrungsreiche Zeit nach dem 2. Weltkrieg entpuppt sich als goldene Phase für den Plakatmaler, da das Plakat das Hauptwerbemedium darstellt; es wird bewusst auf Überproportionalität und Idealisierung gesetzt, um eine Alltagsflucht in Aussicht zu stellen. Mit dem Siegeszug des Fernsehens vollzieht sich der nächste Umbruch: Die Kinopaläste werden aufgrund erheblicher Einbußen flächendeckend geschlossen oder in „Schachtelkinos“ umfunktioniert. An die Stelle der handgemalten Fil ... [weiterlesen]
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Kuratorium junger deutscher Film

... nsam getragene Filmförderinstitution. 1992 traten die fünf neuen Länder der Vereinbarung bei. Satzungsgemäße Aufgabe der Stiftung ist es nach eigenem Bekunden bis heute, „den filmkünstlerischen Nachwuchs zu fördern, zur künstlerischen Entwicklung des deutschen Films beizutragen und diese anzuregen“. Nach einer anderthalbjährigen Umstrukturierungsphase sind die Förderung des Kinderfilms und des Talentfilms seit 1998 Kernstücke der Arbeit des Kuratoriums – zwischen den Förderschwerpunkten der Länderfilmbüros. Seit 2005 arbeitet das Kuratorium im Bereich des Kinderfilms intensiv mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) zusammen – die Drehbuch- und Projektentwicklung obliegt dem Kuratorium, die Produktionsförderung dem BKM. Weitere Informationen: http://www.kuratorium-junger-film.de/. ... [weiterlesen]
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Working Title Films

... ile liegen in Händen der beiden Gründer, der BBC Films und einiger privater Investoren. Der Jahresgewinn wird auf mehr als 30 Millionen US-$ geschätzt (2004).Dass Working Title immer auch auf die künstlerische Qualität der Filme achtete, begründet die inzwischen 15jährige Bedeutung der Firma für das britische Kino. Zur Produktion kleiner Low-Budget-Filme dient ein eigenes Produktionslabel (Working Title 2), unter dem Filme wie Billy Elliot (2000, Stephen Daldry) oder Inside I‘m Dancing (2004, Damien O‘Donnell) firmieren, die bis heute den künstlerischen Anspruch, dem sich Working Title verpflichtet fühlt, unterstreichen.Weitere Informationen: http://www.workingtitlefilms.com ... [weiterlesen]
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Paragone

von ital.: paragone = Vergleich, GegenüberstellungSchon in der Antike hob ein Streit darüber an, welche der Künste höher zu bewerten sei. Dieser Rangstreit flammte im 15. und 16. Jahrhundert wieder auf – für Leonardo da Vinci oder Albrecht Dürer hatte die Malerei Vorrang vor allen anderen künstlerischen Ausdrucksmitteln, sie galt ihnen als edelster Sinn des Menschen (Fenster der Seele), sogar gegenüber Mu ... [weiterlesen]
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Subkultur

... ergie voraus, die sich immer wieder in der Produktion von subkulturellen Stilistiken äußert. Fast alle sozialen und jugendkulturellen Bewegungen seit Beginn der Industrialisierung haben sich auch als künstlerische und populärkulturelle Richtungen artikuliert, die wiederum vom Film dargestellt worden sind und in denen Film ein differentiell genutztes Kulturgut gewesen ist.Zur Praxis der Subkulturen gehören auch abweichende Lesarten künstlerischer Texte. Die als hegemonial angesehenen Bedeutungszuweisungen der Mutterkultur werden durch alternative, oft deutlich als Abgrenzungsbewegungen erkennbare Lesarten ersetzt. So werden auch Texte mit Bedeutungen aufgeladen, die ihnen in der „normalen“ Interpretation nicht zukommen würden. Literatur: Schwendter, Rolf: Theorie der Subkultur. Köln [...]: Kiepenheuer & Witsch 1971. Zahlr. Neuaufl. – Arbeitskreis "Kommunikationsverhältnisse": Jugendkultur als Widerstand. Milieus, Rituale, Provokationen. Frankfurt: Syndikat 1981. – Hebdige, Dick: Subculture. The Meaning of Style. London: Methuen & Co. Ltd. 1979. Zahlr. Neuaufl. – Muggleton, David: Inside subculture. The postmodern meaning of style. Oxford [...]: Berg 2006. Zu Kleidungs-Stilen.  ... [weiterlesen]
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Folklore: Film als Folklore

von engl. folk = Volk, lore = Gesamt des Wissens über einen Gegenstand; folklore = traditionelle Überzeugungen, Realitätsannahmen, Gebräuche, Legenden und Anekdoten, Kleidungsstile, Rituale, Musikformen etc. eines VolkesFolklore gehört zum Bereich der Volkskultur und meint kulturelle oder künstlerische Produkte oder Aktivitäten, die ein „Volk“ resp. eine ethnische Gruppe hervorgebracht hat und die fü ... [weiterlesen]
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colorization controversy

... schlechte Ausführung etc.) eine ethische Diskussion aus, ob Schwarzweißfilm überhaupt nachträglich eingefärbt werden dürfen. Viele Kritiker und Urheber argumentierten u.a. mit der künstlerischen Vision des Regisseurs, der bei der Inszenierung beim Einsatz farbiger Sets und Kostümen auf ihre monochrome Wirkung auf der Leinwand geachtet habe. Auch gegen die Veränderung der emotionalen Stimmung, die zu einer Verfälschung des Werks führe, wurde protestiert und die Kolorisierung als Geldmache angeprangert. Von „kulturellem Vandalismus“ und „Geschichtsverdrehung“ bis hin zu „krimineller Verstümmelung“ war die Rede. Die betroffenen Rechteinhaber konterten beispiels ... [weiterlesen]
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Automatisierung

Adaption von Herbert Spencers Prinzip der „Ökonomie der geistigen Kräfte". Dient im Formalismus zur Beschreibung der Ökonomisierung und Stereotypisierung künstlerischer Formen. Mit Blick auf die Evolution der Kunst bezeichnet Automatisierung die Ausbreitung, Verfestigung und Kanonisierung eines Stilphänomens (Epigonentum). In der formalistischen Sicht der Kunst als Kampf, Ablösung und Verschiebung (anstelle von Ver ... [weiterlesen]
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calculated cinema

von spätlat. calculare „berechnen“, in Anspielung an ästhetische Auswertungen mathematisch-philosophischer Überlegungen in der Tradition von Raimundus Lullus und G.W. Leibniz zum sog. Calculus oder Kalkül, einer allgemein anwendbaren, systematischen, automatisierbaren Methode zur Lösung mathematischer Probleme nach festen RegelnAls calculated cinema werden künstlerische Produkte des Computerfilms bzw. des inf ... [weiterlesen]
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Environment

... zusammengefügt wurden. Zu den bedeutenden Künstlern dieser Richtung gehörten Edward Kienholz, Robert Rauschenberg, Claes Oldenburg, Bruce Conner, George Segal. Die Entwicklung der Happenings und künstlerischen Environments löste auch die ersten filmischen Spielformen des Environments aus – die Light Shows der frühen 1960er: Dabei wurden in Diskotheken Film- und Diaprojektionen, Mehrfachprojektionen, stroboskopische Lichter u.ä. zur Erzeugung besonderer Raumstimmungen eingesetzt, die den psychedelischen Effekten der Drogenfilme der gleichen Zeit nahekommen sollten. Zu den Beispielen, die Environments in Kunst-Veranstaltungen anboten, gehörten Arbeiten Stan VanderBeeks, der Mitte der 1960er Vielfachprojektionen in kuppelförmigen Zuschauerräumen durchführte, die das emotionale Erlebnis eines „Totalkunstwerks“ ermögliche ... [weiterlesen]
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Motivierung

oft auch: MotivationDie von den russischen Formalisten an der Literatur gewonnene Unterscheidung von kompositioneller, realistischer und künstlerischer Motivierung kommt auch in den filmtheoretischen Überlegungen zum Tragen: Kompositionelle Motivierung meint die für den internen Aufbau des Films relevanten Verfahren; die realistische Motivierung dient der Plausibilisierung der Filmhandlung im Hinblick auf Vorwissen und Erwartung des Zu ... [weiterlesen]
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Lager

... mmenhang mit dem Holocaust stehen filmische Lager-Schilderungen vor denselben Problemen wie literarische: Es geht immer auch um die Frage, ob nach „Auschwitz noch Gedichte möglich sind“, ob die künstlerische Auseinandersetzung mit dieser Thematik überhaupt denkbar oder erlaubt ist – nicht nur angesichts von Unbeschreibbarkeit und Sprachlosigkeit gegenüber den eigentlichen Schauplätzen, sondern auch angesichts der Schwierigkeiten mit der in künstlerischen Auseinandersetzungen unhintergehbaren Ästhetisierung an sich. ... [weiterlesen]
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Détournement

... ie kulturellen und semantischen Horizonte, in denen die Quelle gestanden hat. Das Verfahren versteht sich artistische Technik der Kapitalismuskritik und zielt darauf ab, das kulturelle System mit seinen eigenen künstlerischen Produkten anzugreifen (wenn etwa Werbesprüche gegen die Werbetreibenden und Warenproduzenten gewendet werden). Das Détournement ähnelt der Satire und der Parodie, ist aber radikaler, weil sie auf die Umkehrung oder radikalisierte und politisierte Neufassung der ursprünglichen Bedeutung aus ist. Als Beispiele werden oft die situationistischen Uminterpretationen von Filmen, Kunstwerken und Graphiken während der Pariser Unruhen im Mai 1968 genannt, aber auch die Werke des frühen englischen Punk in den 1970ern genannt, die das situationistische Gedankengut popularisierten. Von neuer Bedeutung wurde es in den künstlerischen Auseinandersetzung mit AIDS in den 1980ern und 1990ern. Ein neueres Beispiel ist Brad Neelys Neuvertonung des ersten Harry-Potter-Films Harry Potter and the Philosopher's Stone (USA 2001), das er 2004 als Wizard People, Dear Reader vorstellte und in dem der Titelheld als Nietzeanischer Supermann-Held greifbar wird. Literatur: Debord, Guy / Wolman, Gil J.: A User’s Guide to Détournement [zuerst frz. 1956]. Online, URL: http://www.bopsecrets.org/SI/detourn.htm. ... [weiterlesen]
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Kinetik / kinetische Kunst

... s 20. Jahrhunderts - die Erfahrungen von Dynamik, Veränderung, Mobilisierung, die Rhythmik der Maschinen, die Produktionsabläufe des Fließbandes und dergleichen mehr. Kennzeichnend ist, dass der künstlerische Schaffensprozess oft auf wissenschaftlichen Erwägungen fußt und eine Organisierung, Verwissenschaftlichung und Objektivierung des visuellen Erlebens angestrebt wird.Vorstufen der kinetischen Kunst finden sich in den Licht- oder Farbklavieren seit dem 18. Jahrhundert, in den futuristischen Versuchen der Prozeß- und Bewegungsdarstellung, in den Farblichtballetten von New York (bis 1918), in Hans L. Stoltenbergs Idee von 1911, „Blankfilm verschieden lang und verschieden bunt einzufärben und damit auf der Leinwand einen künstlerischen Wec ... [weiterlesen]
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Olympiade: Olympia-Dokumentationen

... ssiert. Das sportliche Geschehen wird dann nicht bloß dokumentiert, sondern geradezu kultisch gefeiert. Leni Riefenstahls Olympia-Doppelfilm Fest der Völker und Fest der Schönheit (1936) ist der künstlerische Versuch, die Elemente Sport, Körperlichkeit und natürliche Schönheit zusammenzuführen, ihnen einen visuellen und rhythmischen Ausdruck zu geben und sie in den Leib-, Bild- und Geschlechtsvorstellungen des Faschismus zu interpretieren. Neben Auftragsdokumentationen, die spätestens seit den Spielen in Stockholm 1912 entstanden, sind immer wieder Filme vorgestellt worden, die explizit künstlerische Anspr&u ... [weiterlesen]
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Transversalität

... tsteht ein Feld ebenso spielerischen wie widerspruchsvollen Austauschs. Transversalität soll gleichzeitig eine ästhetisch-politische Praxis bezeichnen, die die überkommenen wissenschaftlichen und künstlerischen Disziplinen, die gesellschaftlichen Institutionen und die politischen Machtkonstellationen schneidet, sie dadurch in Frage stellt oder sogar unterwandert. Das Transversale lässt sich darum nicht künstlerischen Objekten ablesen, sondern konstituiert sich einzig in ästhetischer Praxis, in der Organisationsstrukturen verflüssigt und darum veränderbar werden. Filmarbeit in diesem Horizont ist so nicht auf das Werk orientiert, sondern aktionistisch begründet.Im Kontext der politisch-ästhetischen Debatten um 1968 entstanden, fand das Konzept in Form von Public Art (auch: partizipatorische Praxen, Community Arts, New Genre Public Art, Kommunikationsguerilla, konkrete Intervention u.a.m.) In den 1990ern recht breit rezipiert, wurde gleichwohl dem Modell ... [weiterlesen]
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Regie / Regisseur; Direction / Director

Regisseure haben die künstlerische Verantwortung für einen Film. Sie bereiten den Film vor, wählen Schauspieler, Kostüme, Drehorte usw. mit aus und betreuen die Post-Production. Die zentrale Aufgabe ist vor allem die Schauspielerführung. Außerdem legt er heute meistens die wichtigen künstlerischen Entscheidungen fest. Wieviel Kompetenz den Mitarbeitern überlassen w ... [weiterlesen]
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Arts-Based Inquiry

oft auch: arts-based research; auch: ABR; auch: arts‑influenced research; dt. etwa: kunstbasierte Untersuchung In den 1970ern kam es vor allem im Rahmen der pädagogischen Untersuchung von kindlichen Aneignungs- und Lernprozessen sowie bei der Eruierung ihres Wissens zur Funktionalisierung der ästhetisch-künstlerischen Produktivität der Untersuchung, weil sich hier ein weg andeutete, sprachlich nicht oder nur unzulängli ... [weiterlesen]
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final cut

Der final cut hat nichts mit Montagetechniken zu tun, sondern mit Produktionsbedingungen: Ausgehend davon, dass im Schnitt die endgültige künstlerische Form eines Films erreicht wird und dass die künstlerische Macht eines Regisseurs die Entscheidung über die Prozesse im Schneideraum umfassen sollte, schneiden insbesondere unabhängige Regisseure (Autorenfilmer) selbst oder übe ... [weiterlesen]
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Anmutungskopie

... alter Materialien und in Anlehnung alter Techniken den Anschein erwecken soll, einer anderen Kunstepoche zu entstammen. Es handelt sich dabei um keine Kopie im eigentlichen Sinne, sondern um eine Kopie, die der künstlerischen Empfindung, der stilistischen Mittel vergangener Zeiten bzw. eines künstlerischen Umfeldes oder sogar eines spezifischen Künstlers selbst nachempfunden wurde. Im Film finden sich eine ganze Reihe von Formen der Anmutungskopie – von Werken, die ihre Geschichten „im Stile“ eines besonderen Regisseurs oder einer besonderen Epoche, eines Genrestils oder eines Erzählgestus vortragen.   ... [weiterlesen]
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Art Cinema

... ers und der Literatur auf. (2) Der Kunstfilm geriet ins Zentrum einer ästhetisch-politischen Debatte, als die Kritiker der Nouvelle Vague den Filmemacher als auteur ausmachten und für ihn die gleiche künstlerische Freiheit und Verantwortung wie für einen Dichter einforderten. Dieses Konzept war die Grundlage für die weltweit verbreiteten Neuen Wellen wie die Nouvelle Vague oder den Jungen Deutschen Film, die zu einer Erneuerung und Veränderung der Filmproduktion führten. (3) Heute ist das Art Cinema ein eigener Zweig der Filmproduktion, der künstlerische Ansprüche einzulösen sucht. Es entwickelt sich als eigenständiger Markt neben dem Repertoire- oder Mainstream-Kino und erschließt vor allem neue Altersgruppen für die Kinonutzung.   ... [weiterlesen]
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Sujet

(1) von russ. syuzhetNarratologischer Komplementärbegriff zu dem der Fabel. Das Sujet bezeichnet nach Tomaševskij die Gesamtheit der Motive in der Ordnung, wie sie im Werk gegeben ist. Über das Sujet erst kann die Fabel ‚erraten‘ werden, die selbst nur ein logisches Schema des Geschehens darstellt. Anders als Fabel ist Sujet ein Stil- und Systembegriff, über den sich das künstlerische Potential eines Werks ersch ... [weiterlesen]
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Musej Kino

russ., = Kinomuseum Das russische Filmmuseum mit Sitz in Moskau hat eine lange Vorgeschichte. Schon in den 1910ern schlug eine Reihe von Filmschaffenden vor, die Werke der Kinematographie aufzubewahren. Ende der 1920er Jahre wurde das Museum im Rahmen der Staatlichen Akademie der künstlerischen Wissenschaften errichtet. Aber im Jahre 1932 wurde die Staatliche Akademie der künstlerischen Wissens ... [weiterlesen]
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Computerfilm I: Produktionsweisen

... Verfahren als filmische Einzelbilder abfotografiert und wie Filme aufbereitet. Schon wegen seiner mathematischen Grundkomponenten vermittelt der Computerfilm einen vorwiegend abstrakten Eindruck.Eine außerkünstlerische Anwendung des Computerfilms war und ist die dynamische Visualisierung und Simulation berechenbarer (und also programmierbarer) Vorgänge und Ereignisse in (naturwissenschaftlicher) Forschung und Technik sowie der Einsatz als relativ kostengünstiger Lehr- und Demonstrationsfilm. Auf diesem Gebiet hat Lillian Schwartz Aufsehen erregende Arbeiten vorgelegt, in denen sie hohen wissenschaftlichen Nutzen mit künstlerischem Ausdruck zu verbinden weiß.Ohne die grundlegenden programmiertechnischen Innovationen des frühen Computerfilms der 1960er Jahre (als Programmiersprache wurden FORTRAN und spezielle Programmderivate zur Herstellung von Filmen wie BEFLIX oder G ... [weiterlesen]
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Auftragskomposition

engl.: commissioned workAls Auftragskompositionen werden Kompositionen bezeichnet, die nicht sozusagen außerhalb des Marktes als künstlerische Arbeiten entstanden sind, sondern die im Auftrag entsprechend den Wünschen und Vorgaben eines Auftraggebers angefertigt wurden. Dabei kann es sich um Hymnen für Preisverleihungen, firmeneigene Auftritts- oder Kennungsmusiken, um Gebrauchsmusiken aller Art und auch um Filmmusiken handeln. A ... [weiterlesen]
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Verband der deutschen Filmkritik

... , Debütfilm, Darsteller, Darstellerin, Dokumentarfilm, Buch, Bildgestaltung, Kamera und Musik sowie Kurz- und Experimentalfilm vergibt. Der bis heute undotierte, ausschließlich nach unabhängigen künstlerischen Kriterien vergebene Preis wurde erstmals 1956 verliehen (jährlich bis 1963 in wechselnden Kategorien). Nach einer Pause wurde er von 1968 bis 1999 wieder regelmäßig nominiert, anfangs nur in den Bereichen Spiel-, Kurz- und Dokumentarfilm. Seit 2000 wurde er auf elf Kategorien ausgeweitet.Homepage: http://www.vdfk.de/news/home ... [weiterlesen]
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creative industries

manchmal auch: creative economy; gelegentlich abgekürzt: Cis; dt. selten: KreativindustrienUnter dem wirtschaftswissenschaftlichen und kulturpolitischen Schlagwort Creative Industries fasst man solche Bereiche der Gesamtwirtschaft zusammen, die Produkte herstellen und auswerten, die auf kreativen künstlerischen und intellektuellen Fähigkeiten beruhen. Zu diesem Bereich, der insbesondere in den Ländern der Ersten Welt seit Jahren k ... [weiterlesen]
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vraisemblance

frz.: Wahrscheinlichkeit, Plausibilität; engl.: verisimilitudeVraisemblance ist ein Element der doctrine classique – man versteht darunter die Verpflichtung des Dramas auf die Darstellung von Geschehnissen nach Vorgabe des Wahrscheinlichen, erkennbar an seiner kausalen Motivierbarkeit und rationalen Kontrollierbarkeit. Das Prinzip war im 17. Jahrhundert nach einer langen moralisch-künstlerischen Diskussion formuliert worden, in der es ... [weiterlesen]
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writer-producer

(1) manchmal ähnlich: story producerIm Lauf der Produktionsgeschichte hat sich die Rolle des Regisseurs als diejenige herausgebildet, bei der die höchste Verantwortung für die ästhetischen Qualitäten von Filmen liegt. Zwar haben insbesondere die Drehbuchautoren immer wieder gegen die dominante Rolle der Regie protestiert, doch ist erst in der Diskussion über die künstlerische Verantwortung für die gleichbleiben ... [weiterlesen]
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Modistin / Putzmacher / Hutmacher

Alle drei Berufe fertigen Kopfbedeckungen: Hutmacher(innen) Herrenhüte, Putzmacher(innen) modische Damenhüte und Modist(innen) sind für die modische Ausstattung des Gesamtkostüms zuständig.Ursprünglich gab es auch unterschiedliche Ausbildungsgänge, bis 1998 die neue Handwerksordnung die Berufe unter der Bezeichnung Modist(in) zusammenführte. Der Beruf verlangt ein hohes Maß künstlerischer Kreativit&a ... [weiterlesen]
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Argosy Pictures

... uuml;r eine ganze Reihe von Filmen mit RKO. Cooper übernahm das Präsidentenamt. Die Loslösung Fords aus dem Studiosystem ist von vielen Historikern als Versuch gewertet worden, größere künstlerische Freiheiten zu gewinnen. Als darum der Versuch, einen Graham-Greene-Roman für das Kino zu adaptieren, der von einem Priester in einem atheistischen mittelamerikanischen Land erzählte (The Fugitive, 1947), sich als finanzielles Desaster erwies, war Ford gezwungen, erneut Western zu drehen, um Argosy zu konsolidieren. Fort Apache (1948), Three Godfathers (1948) und She Wore a Yellow Ribbon (1949) wurden große Erfolge. Gleichwohl realisierte Ford weiterhin Filme für Studios wie Twentieth Century-Fox, um Argosy über Wasser zu halten. RKO kündigte den Verleihvertrag, Republic Pictures trat an seine Stelle. Noch Fords Irland-Drama The Quiet Man (1952) wurde ein Erfolg, doch als Cooper im Mai 1952 die Firma verließ, um Präsident der Cinerama Corporation zu werden, entstand eine Finanzierungslücke, die Ford nicht mehr schließen konnte (oder wollte). The Sun Shines Bright (1953) wurde der letzte Film der Firma. Argosy stellte 1956 endgültig die Arbeit ein. ... [weiterlesen]
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Balázs Béla Studios (BBS)

... die Produktionsbedingungen gleich blieben (1970 hatte das Studio 80 Mitglieder und produzierte 8 Filme). Ab 1970 übernahm im BBS endgültig eine neue Generation das Zepter mit einem gänzlich neuen künstlerischen Programm: György Szomjas, Ferenc Grunwalszky, Gábor Bódy und andere. Das wichtigste neue Experiment dieser Epoche war der sogenannte „soziografische Dokumentarfilm“. 1976 entstand unter Federführung Gábor Bódys eine eigene Abteilung für experimentellen und avantgardistischen Film, in der u.a. Béla Tarr arbeitete. Nach dem Ende der kommunistischen Zentralregierung wurden die BBS 1989 in eine gemeinnützige Stiftung umgewandelt. ... [weiterlesen]
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Kostümberufe

... atenbanken.– Bei großen Produktionen gibt es Spezialisten, die sich um die Kleidung der Statisterie (ironisch: dressing the masses) kümmert.Neben besonderer handwerklicher Geschicklichkeit bzw. künstlerischem Talent ist berufsübergreifend ein hohes Maß an Eigenverantwortung, Kreativität, gestalterischem Können sowie Arbeiten unter Termindruck gefordert. ... [weiterlesen]
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Archers, The

Nachdem der englische Regisseur Michael Powell (1905-1990) und der aus Deutschland emigrierte ungarische Drehbuchautor Emmerich (später: Emeric) Pressburger (1902-1988) bereits bei verschiedenen Alexander-Korda-Produktionen zusammengearbeitet hatten, gründeten sie, als Korda nach Hollywood ging, ihre eigene Produktionsgesellschaft The Archers. Zunächst unter dem Schirm der mächtigen Rank Organisation, die ihnen uneingeschränkte k&uu ... [weiterlesen]
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Russischer Revolutionsfilm

... eschichtsschreibung: Sie gaben nicht nur Auskunft über Ereignisse, deren Wucht noch nachbebte, als die Filme entstanden, sondern auch darüber, wie vehement die Revolution zum sozialen, politischen und künstlerischen Gründungsmythos wurde, der in Nationalepen euphorisch gefeiert wurde. Intellektualität und Pathos kennzeichneten den Revolutionsfilm zu gleichen Teilen. Die endgültige Etablierung von Stalins Terrorherrschaft in der zweiten Hälfte der 1930er Jahre und die staatlich verordnete, auf ideologische Vermittlung ausgerichtete Stilrichtung des sozialistischen Realismus ließen den Revolutionsfilm mit seinem avantgardistischen Impetus verklingen.Beispiele: Bronenosez Potjomkin (1925, Sergej Eisenstein); Mat (1926, Wsewolod Pudowkin); Arsenal (1928, Alexander Dowschenko).Literatur: Beilenhoff, Wolfgang: Der sowjetische Revolutionsfilm als kultureller Text. Semiotische Grunddaten für eine Kulturtypologie der zwanziger Jahre in der Sowjetunion. Diss. Bochum 1978. – Hermann Herlinghaus / Hanisch, Michael (Hrsg.): Der sowjetische Revolutionsfilm. Zwanziger u. dreißiger Jahre. Eine Dokumentation. Berlin: Henschelverlag 1967. – [Schaeffer, Emil (Hrsg.]: Der russische Revolutionsfilm. Zürich [...]: Orell Füssli 1929. ... [weiterlesen]
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Einlage

meist als: Tanzeinlage, Gesangseinlage; engl.: dance interlude, interlude featuring dancersAls Einlage bezeichnet man in allen performativen Künsten einen meist unterhaltenden Einschub in eine künstlerische Darbietung. Sie unterbricht den Fortgang des umgreifenden Textes, setzt die Geltung der Textkohäsion zeitweilig außer Kraft, manifestiert einen anderen Modus der Darbietung als denjenigen des Rahmentextes. Einlagen sind nicht ... [weiterlesen]
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Europäischer Filmpreis

... dustrie (Regisseure, Schauspieler, Verleiher, Produzenten, Kameraleute, Set Designer usw.). Sie nimmt teil an filmpolitischen Diskussionen, initiiert Konferenzen, Seminare und Workshops zu ökonomischen und künstlerischen Aspekten des europäischen Kinos, veranstaltet Fortbildungen.Homepage: http://www.europeanfilmacademy.org/. ... [weiterlesen]
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Acinéma

frz.; dt. etwa: Un-KinoMit dem Begriff acinéma bezeichnet Jean-François Lyotard ein von ihm in den 1970er Jahren formuliertes normatives ästhetisches Programm, das den Film als künstlerisches Medium von den gängigen Konventionen des Erzählkinos emanzipieren soll. Film, so die Diagnose, ist vorwiegend gekennzeichnet durch einen letztlich der kapitalistischen Waren-Logik geschuldeten „Ordnungszwang“ (1982, ... [weiterlesen]
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Objet trouvé

frz., wörtl: gefundener Gegenstand; engl.: found image, found material, found objectWenn ein Gegenstand der Alltagswelt wie ein zufällig gefundener Gegenstand als Kunst-Objekt behandelt oder wenn es in künstlerische Aktionen integriert wird, spricht man seit den Dadaisten vom objet trouvé. Abfallprodukte, Gebrauchsgegenstände, Fundgegenstände wurden in Collagen und Montagen integriert. Auch die Surrealisten griffen auf ... [weiterlesen]
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Happening

engl., = Ereignis, GeschehenDas wohl erste Happening der Kunstgeschichte, das zugleich diese Bezeichnung bekannt machte, war Allan Kaprows Aktion 18 Happenings in 6 Parts, die er 1959 in New York durchführte. Als Happening werden seitdem künstlerische Aktionen verstanden, in denen visuelle, theatralische und auditiv-musikalische Formen in öffentlichen und kollektiven Handlungen zusammengeführt werden. Anknüpfend an die Simult ... [weiterlesen]
54.

Mostra Internazionale d`Arte Cinematografica

... on den faschistischen Filmindustrien; Cannes wurde als Gegenfestival konzipiert. Während des Krieges konnte das Festival nicht stattfinden. 1946 trat die Mostra neu an die Öffentlichkeit, wiederum die künstlerischen Ambitionen von Filmen vor deren kommerzielle Qualitäten rückend. Retrospektiven, Kurzfilm- und Dokumentarfilmreihen ergänzten des Wettbewerbsprogramm. Als Luigi Chiarini, langjähriger Festivalleiter, abtrat, geriet das Festival in die Krisen der 1960er Jahre: Zu Anfang des Jahrzehnts noch ein Ort der neuen Filme aus unterschiedlichen Ländern (darunter Filme von Pasolini und Bertolucci; Preise gingen an Tarkowskijs Iwans Kindheit, 1962, und an Resnais‘ L‘Année dernière à Marienbad, 1961), wurden unter der Leitung von Ernesto G. Laura die Preise 1969 abgeschafft (bis 1980); 1973 setzten die Festspiele ganz aus und wurden durch eine Woche italienischen Films („Giornate del Cinema italiano“) ersetzt, die aber nicht im Festivalpalast, sondern an anderen Orten der Stadt stattfand. 1975 nannte sich die Mostra „Venice Biennial Cinema“, zog wi ... [weiterlesen]
55.

Reichsfilmkammer (RFK)

... Jurist Fritz Scheuermann (1933-1935), der Ökonom Oswald Lehnich (1935-1939) und der Regisseur Carl Froelich (1939-1945). Die Kammer war in insgesamt 10 Abteilungen gegliedert, die sich sowohl um die „künstlerische Betreuung des Filmschaffens“ wie um filmwirtschaftliche Fragen der Produktion und des Vertriebs sowie um die ideologische Kontrolle des gesamten Filmwesens kümmerten. Sie erfasste alle im Filmgewerbe Tätigen, sprach u.U. Berufsverbote aus, kontrollierte die Verträge mit den Filmschaffenden, übte die Aufsicht über die Filmkreditbank aus und regulierte den Filmexport und -import.Literatur: Das Recht der Reichsfilmkammer. Sammlung der für den Kulturstand geltenden Gesetze und Verordnungen, der amtlichen Anordnungen und Bekanntmachungen der Reichskulturkammer und ihrer Einzelkammern. Unter Mitwirkung der Kammern hrsg. von Karl-Friedrich Schrieber. 5 Bde. ... [weiterlesen]
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Spätwerk

Mit dem Modell des Spätwerks wird vor allem in der hagio- und biografischen Filmgeschrichtsschreibung gearbeitet, derzufolge am Ende eines Künstlerlebens die Themen, die während der Früh- und Hochphase bearbeitet wurden, in geläuterter Form noch einmal auftreten und Gegenstand künstlerischer Auseinandersetzung werden. Manchmal gilt die Spätphase – zu Recht oder zu Unrecht – als Verfallsphase (oft genannt ... [weiterlesen]
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Goldenes Zeitalter

... Zeitalter Hollywoods“ ist zugleich die Hochphase des Studiosystems, als das Oligopol der Studios den Markt nahezu kontrollierte und zugleich den Repräsentationsstil des Kinos weltweit dominierte. In künstlerischer Hinsicht gelten dagegen die späten 1960er und frühen 1970er heute als „goldenes Zeitalter“ des US-Kinos, weil in dieser Ära US-amerikanische Filme innovativer, komplexer, realistischer und – im Umgang mit den Themen – aggressiver als je zuvor oder danach waren. Das Bild kann auch auf Genres übertragen werden – die 1970er sind dann das „goldene Zeitalter“ der Science-Fiction im Mainstream-Kino, die 1920er werden ganz allgemein als ein „goldenes Zeitalter“ der Filmkomödie ausgegeben, die Tonfilmphase von 1928-38 als die des Musikfilms. Wie schon gesagt: Das Bild des „goldenen Zeitalters“ setzt die Gegenwart von der Vergangenheit ab, idealisiert und stilisiert vergangene Filme oder Zeiten als Kernvertreter einer Gattung, einer Produktionsweise, eines Zustandes der Marktbeherrschung usw. Die gegenwärtige Produktion fällt im Bild dagegen deutlich ab. ... [weiterlesen]
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Neoformalismus I

... das (scheinbar) Vertraute ermöglichen soll. Die Geschichte ästhetischer Formen ist die Geschichte immer neuer Entautomatisierungen, immer neuer Abweichungen von den ästhetischen Normen durch neue künstlerische Verfahren bzw. ihre Einpassung in ihnen ursprünglich „fremde“ Kontexte.Poetologische Beschreibung ist Verfahrensbeschreibung. Poetizität als eigentlicher Gegenstand der Beschreibung manifestiert sich in formalen Strukturen. Die primäre Bezugsgröße ist das Repräsentationssystem des Films selbst (seine „Form“), nicht das, was repräsentiert wird (ein wie auch immer gearteter „Inhalt“). Zumindest tendenziell wird die Form-Inhalt-Distinktion aufgehoben, „Inhalt“ erscheint nicht denk- und greifbar außerhalb der formalen Gestaltetheit durch das Werk. „Meaning“ („Bedeutung“/„Sinn“) tritt also nur als Element der Form auf. „Meaning“ ist in Film Art z.B. aber nicht vollständig aufgehoben, sondern relativiert an einem besonderen filmwissenschaftlichen Interesse: Es steht außer Frage, dass Filme „von etwas“ handeln; es sei aber die Aufgabe der filmwissenschaftlichen Beschreibung zu bestimmen, in welcher Art und Weise von diesen Gegenständen die Rede ist.Literatur: Bordwell, David / Thompson, Kristin: Film Art: An Introduction. Reading, Mass.: Addison-Wesley 1979. Zahlr. Neuaufl. u. Überarb. – Thompson, Kristin: Breaking the Glass Armor: Neoformalist Film Analysis. Princeton, N.J.: Princeton University Press 1988. – Themenschwerpunkt der Montage/AV 4,1, 1995, S. 5-62. ... [weiterlesen]
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Montage: Geschichte

... en Topos von Filmtheorie, -kritik und -praxis wird die Montage im sowjetischen Revolutionskino der 1920er Jahre. Die Theorien Eisensteins, Pudowkins und Wertows fanden rasche Verbreitung und zeigten auch in der künstlerischen Produktion anderer Länder ihren Niederschlag.Die Entwicklung des Tonfilms erweiterte das Feld der filmischen Ausdrucksmöglichkeiten und der Bereiche, in denen „montiert“ werden konnte und musste. Das „Tonfilmmanifest“ von Eisenstein, Pudowkin und Alexandrow (1928) ist eine der ersten und bis heute radikalsten Kampfschriften für eine konsequent „kontrapunktische“ Verwendung des Tones als eines zusätzlichen Montageelementes.Die weitere Entwicklung der Montageformen ist entweder gebunden an einzelne Genres (wie den Kompilationsfilm), an programmatische und medienethische Diskussionen (wie im Dokumentarfilm und im ethnografischen Film), an andere Medien (Fernsehen, Video), an technische Entwicklungen (Möglichkeiten der elektronischen Bildbearbeitung, Videoschnitt etc.). Für die poetische Entwicklung der Montage ist die negative Orientierung am Continuity-System Hollywoods zentral geblieben (wie sie z.B. im Werk Godards manifest wird, das mit Ellipsen, jump-cuts, Achsensprüngen, Tonverzerrungen durchsetzt ist).Literatur: Beller, Hans (Hrsg.): Handbuch der Filmmontage. Praxis und Prinzipien des Filmschnitts. München: TR-Verlagsunion 1993. – Dancyger, Ken: The technique of film and video editing. Theory and p ... [weiterlesen]
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digitally expanded cinema

auch: digitally-expanded cinema; auch: interactive and immersive cinema; benachbart: iiC_inemaMedienkünstlerische Erweiterungen des Kinos, die versuchen, ältere Aspekte des Expanded Cinema wie Leiblichkeit und Interaktivität des Zuschauers mit neueren digitalen Techniken der virtuellen visuellen Immersion, d.h. der völligen Versenkung in das Filmbild (z.B. IMAX, Rundtheater-Projektionen in sogenannten Domes u.ä.), mit Filmsou ... [weiterlesen]
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Rezeptionsästhetik

manchmal auch: Rezeptions- und Wirkungsästhetik; engl.: reader-response criticism, reception theorySeit den 1960er Jahren gab es in der Literaturwissenschaft (Hans Robert Jauß, Wolfgang Iser, Stanley Fish u.a.), aber auch in den anderen Textwissenschaften eine massive Zuwendung zu einem Kommunikationsmodell künstlerischer Texte. Grundlegend wurde die textontologische Überzeugung, dass ein Text – ein Buch, ein Drama, ein Mus ... [weiterlesen]
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Schnittfassungen

... rrativen und szenischen Zusammenhang zu sichern, gilt der Feinschnitt der endgültigen Festlegung des Rhythmus, der Weichheit und Stimmigkeit der Anschlüsse etc.– Je nachdem, ob der Regisseur die künstlerische Kontrolle über den endgültigen Schnitt hat, wird der Director‘s Cut von anderen Schnittfassungen eines Films unterschieden; ihm kommt besondere philologische Wertschätzung zu.– Gelegentlich werden nationale oder regionale Schnittvarianten hergestellt, um einen Film an die Wissenshorizonte des Marktes anzugleichen; so wurde Kubricks The Shining (1980) für den europäischen Markt um fast 30 Minuten gekürzt und um einen ganzen Bedeutungsstrang – die mythischen Rückbezüge auf die Kultur der Indianer – bereinigt.– Sehr oft verfügen Zensurbehörden Schnittauflagen – der Film ist nur dann für einen Start im jeweiligen nati ... [weiterlesen]
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Operatives Video

auch: Videobewegung, alternatives Video, anderes VideoMit dem Aufkommen des portablen Videos (1969 wurde das Portapack vorgestellt, aus dem sich die Amateurnormen entwickelten) entstand sofort ein Interesse, sich der neuen Technik aus künstlerischen oder politischen Interessen zu bedienen. Ein wichtiges Argument waren die gegenüber der 16mm-Arbeit deutlich zurückgenommenen Kosten. In der Theorie berief man sich oft auf Sergej Tretjakow ... [weiterlesen]
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Filmverlag der Autoren

... ouml;rfer, Peter Lilienthal, Hans Noever, Thomas Schamoni, Volker Vogeler und Wim Wenders. Der Filmverlag war ein Selbsthilfeschritt, um sich von den großen Produktionsgesellschaften abzusetzen und eigene künstlerische und politische Interessen gegen die Filmindustrie durchsetzen zu können. Gagen und Einnahmen wurden nur zu 50% ausgeschüttet, die andere Hälfte floß in einen Fonds, aus dem neue Projekte finanziert werden sollten. Damit war auch eine Verstetigung der Arbeit beabsichtigt. Bis 1974 lag der Schwerpunkt auf der Produktion; da die Bilanzen selten ordentlich geführt wurden, kam es zur Distanzierung der Gesellschafter vom Filmverlag; erst als Rudolf Augstein vom „Spiegel“ sich mit 55% an der Firma beteiligte und nur 5 Mitgesellschafter mit je 6,5% Besitzanteilen übrigblieben, konnte mit größerer Sicherheit operiert werden. Ein Drittel der Produktionsmittel war für Neuen deutschen Film, ein Drittel für Erstlingswerke und ein Dr ... [weiterlesen]
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Newcombe shot

dt. etwa: Newcombe-AufnahmenMatte shots und Vorsatzmalereien wurden bei Metro-Goldwyn-Mayer nach dem langjährigen Leiter der Matte-Abteilung Warren Newcombe benannt. Die künstlerischen Mitarbeiter seiner Abteilung waren die „Newcombe Men“. ... [weiterlesen]
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Türkploitation

... lsquo;da (1953, Mehmet Muhtar) wird so die Bibel als Waffe gegen den aristokratischen Vampir durch den Koran ersetzt. Da die Budgets augenscheinlich extrem eingeschränkt waren, kümmerte die Macher der künstlerische Urheberschutz reichlich wenig. So werden nicht nur Originalszenen kopiert, sondern auch gleich die kompletten Soundtracks übernommen (wie z.B. in Supermen douyor oder in Dünyay? Kurtaran Adam, 1982, Cetin Inanc, einem dreisten Star-Wars-Plagiat, in dem Original-Effektszenen aus der Lucas-Produktion eingefügt wurden). Wegen der Verwendung von billigem und minderwertigem Filmmaterial ist die Großzahl der Filme jedoch heute nicht mehr verfügbar. Kleinere DVD-Labels wie Mondo Macabro oder der griechische (sic!) Anbieter Onar Films bemühen sich um die Archivierung und Verbreitung dieses extrem bunten, amüsanten und für die interkulturell ausgerichtete Filmwissenschaft höchst interessanten Genres.Literatur: Blumenstock, Peter: Türkploitation. In: Splatting Image, 26, Juni 1996, S. 15-18. ... [weiterlesen]
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Reflexives Kino

... mezzo (1963, Federico Fellini) handeln vom Filmemachen und seinen Schwierigkeiten. Dem Backstage-Musical verwandt, geht es in diesen Filmen oft darum, das Kino als sozialen oder kulturellen Ort zu zeichnen, die künstlerische Qualität des Films im Verhältnis zu den anderen Künsten zu diskutieren oder die eigene Qualität der Unterhaltung gegen andere normative Ansprüche an die populären Künste zu verteidigen – oft mit melancholisch-nostalgischem Augenzwinkern.Zu den Strategien des reflexiven Kinos, das sich explizit gegen das Realismus-Primat des Kinos wendet, gehört auch das Spiel mit Anspielungen, mit verdeckten Bedeutungen, die nur dem cineastisch gebildeten Zuschauer zugänglich sind. Viele Formen der filmischen Ironie basieren auf dieser basalen Voraussetzung. Auch sind viele Formen der Selbstbezüglichkeit (Reflexivität), in denen das Ausdrucksmedium auf sich selbst verweist, an intime Kenntnisse des signifikativen Apparates „Kino“ gebunden, sollen sie durchsichtig (also: wahrnehmungsauffällig und thematisierbar ... [weiterlesen]
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Minimalismus I: Experimentalfilm

... hreibt ebenso wie der zwei Jahre später entstandene The Film That Rises to the Surface of Clarified Butter (1968). In einem etwas weiteren Siwdnne wird im experimentell-minimalistischen Kino die Verwendung künstlerischer und technischer Eingriffe auf ein Minimum reduziert, so dass am Ende von einer „Ästhetik des Minimalismus“ gesprochen werden kann, deren Funktion in einer bestimmten Art von Realismus liegt. Filme dieser Art haben die Tendenz, zum Beispiel Kamerabewegungen oder Schnitt weitgehend oder ganz zu vermeiden. Außerdem tritt der Filmemacher oder die Filmemacherin ganz in den Hintergrund und signalisiert im Film selbst so wenig Präsenz wie irgend möglich. Ähnlich wie in der Minimal Art - einer Tendenz in der amerikanischen Plastik und Malerei der 1960er Jahre - versuchen die Minimalisten, die Darstellung auf möglichst wenige formale Darstellungsmittel einzuschränken. Weitere Beispiele: Eat (USA 1963, Andy Warhol); La vache qui rumine (Frankreich 1970, Georges Rey); Dirt ... [weiterlesen]
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slice-and-dice movies

auch: slice‘n dice films; von engl.: slice = zerteilen, zerlegen, dice = in Würfel schneidenWeitestgehend synonym mit „Splatterfilm“, versteht man darunter Filme, die meist ohne größeren künstlerischen Anspruch, mit eher marginalen erzählerischen Mitteln, aber einem hohen Aufwand an visuellen tricktechnischen Effekten die Folterung und Hinrichtung menschlicher Akteure darstellen; meist handelt es sich dabei ... [weiterlesen]
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Post-Theorie II: Theorien mittleren Niveaus

... was wiederum als „Universalismus“ kritisiert wurde), (2) über die Sonderstellung, die Objekte der Kunst sowie die Prozesse der Kunstrezeption genießen (was als Absehung von der Einbettung künstlerischer Texte in gesellschaftliche Prozesse kritisiert wurde), (3) über die Entwicklung der Kunstformen und -stile – darum auch gilt eine stil- und formengeschichtliche historische Poetik des Films in der Filmwissenschaft oft als Gegenentwurf gegen die GT-Orientierung.Literatur: Bordwell, David: Historical Poetics of Cinema. In: The Cinematic Text. Methods and Approaches. Ed. by R. Barton Palmer. New York: AMS Press 1989, S. 369-398. – Bordwell, David / Carroll, Noel (eds.): Post-Theory. Reconstructing Film Studies. Madison, Wisc.: University of Wisconsin Press 1996. – Grønstad, Asbjørn: The Appropriational Fallacy. Grand Theories and the Neglect of Film Form. In: Film-Philosophy 6,23, Aug. 2002 [online]. – ཉྭi ek, Slavoj: The Fright of Real Tears. Krzysztof Kieslowski Between Theory and Post-Theory. London: British Film Institute 2001. ... [weiterlesen]
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FilmFour Ltd.

... stützt. In den 1990ern erreichte Channel Four den Höhepunkt seiner Produktionstätigkeit – Filme wie The Crying Game (1992), Four Weddings and a Funeral (1994) und Trainspotting (1996) waren künstlerische und ökonomische Erfolge. Die Produktionsabteilung war als eigenständige Tochtergesellschaft von Channel Four in FilmFour Ltd. umbenannt und um einen Verleih erweitert worden, sie förderte annähernd 20 Filme pro Jahr, übernahm gelegentlich sogar die Gesamtproduktion. Nach mehreren Flops wurde die Firma 2002 aber wieder auf ihre ursprüngliche Aufgabe, Filme zur Ausstrahlung auf dem Channel-Four-Sender zu fördern, verpflichtet.  ... [weiterlesen]
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Altersfreigaben: Dänemark

... erfügt, dass nur Filme, die für Jugendliche unter 12 oder 16 zugänglich gemacht werden sollten, der Zensurbehörde vorgelegt werden mussten; für alle anderen Filme galt die Freiheit des (künstlerischen und politischen) Ausdrucks. Eine dritte Altersgrenze (ab 7) kam 1980 dazu. Seit 1997 gelten die folgenden Freigaben: A: allgemeine Freigabe; 7: allgemeine Freigabe, aber Empfehlung, den Film Kindern unter 7 nicht zugänglich zu machen; 11: Freigabe für Jugendliche ab 11; 15: Freigabe für Jugendliche ab 15; PG (Parental Guidance): Freigabe für Kinder ab 7, wenn sie von einer erwachsenen Begleitperson (im Alter von 18 oder älter) begleitet werden.  ... [weiterlesen]
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Digital Storytelling

... sofern ist DST zunehmend eine hypertextartig angelegte Ausdrucksweise multimedialer Kreativität, eine neue, moderne Form volkstümlichen Erzählens.Entstanden aus basisdemokratischem Engagement und künstlerischen Interessen haben Versuche, den Erzählstoff zu visualisieren, seit Anfang der 1990er Jahre zu einer eigenen Richtung von filmischem DST in Form von Kurzfilmen (üblicherweise von zwei bis acht min Länge) geführt, die auch institutionell gelehrt wird und das Interesse des Fernsehens gefunden hat (vgl. etwa ein BBC-Projekt in Wales: http://www.bbc.co.uk/wales/digitalstorytelling/).(2) Davon abweichend spricht man auch von Digital Storytelling, wenn die narrative Kraft visueller Effekte bei der Spielfilmdramaturgie herausgestellt und systematisch genutzt werden soll, ohne als bloße effekthascherische Zugabe der Postproduktion zu erscheinen (vgl. McClean 2006).Literatur: Artikel “Digital Storytelling”. URL: http://en.wikipedia.org/wiki/Digital_storytelling. – McClean, Shilo T.: Digital storytelling: the narrative powe ... [weiterlesen]
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Miller-Urteil

... ann obszön, wenn es die unzüchtigen Interessen der Durchschnittsperson anspricht, sexuelle Handlungsweisen auf offensichtlich anstößige Weise darstellt und keinen ernsthaften literarischen, künstlerischen, politischen oder wissenschaftlichen Wert hat. Kinderpornografie ist (nach einem Urteil von 1982, New York vs. Ferber) ausdrücklich aus dieser Relativierung ausgenommen, der Schutz von Kindern genießt vor dem durch den ersten Verfassungszusatz (First Amendment) garantierten Presse- und Meinungsfreiheit Vorrang. In der Praxis haben viele lokale Verwaltungen den relativierenden Part des Urteils – wenn „gegenwärtige Standards der Gesellschaft“ beachtet werden, rechnet ein Werk nicht zur Pornografie – dazu verwendet, besondere Regulierungen auszuüben, insbesondere auch Pornokinos zu schließen oder den Besuch sowie die Bewerbung des Programms radikal einzuschränken. Literatur: De Grazia, Edward / Newman, Rog ... [weiterlesen]
75.

Tauwetter-Filme

... inisierung, des (allenfalls punktuell eingelösten) Versprechens auf Meinungsfreiheit und der (zaghaften) Lockerung ideologischer Restriktionen setzte auf politischer, ökonomischer, intellektueller und künstlerischer Ebene ein. Das sowjetische Kino reagierte mit einer raschen Vervielfachung in Produktion und Verleih. Eine junge Generation von Filmemachern experimentierte mit neuen Inhalten und ästhetischen Möglichkeiten und kehrte dem unter Stalin verordneten sozialistischen Realismus den Rücken zu. Vor allem ging es darum, das entstellte historische Gedächtnis der Gesellschaft wieder herzustellen. Im Westen stießen die Filme auf großes Interesse, wurden als Alternative zu Hollywood gefeiert und gewannen in Can ... [weiterlesen]
76.

Selbstreferenz

... Selbstreferenzialität weist ein breites Band ästhetischer Möglichkeiten auf, das von der Abbildung des filmischen Produktions- oder Wiedergabeapparates im Filmbild über die Inszenierung filmkünstlerischer Schaffensprozesse bis hin zu Formen des Selbstzitates und der Mise-en-Abyme reicht. Von größter Bedeutung sind diese Strategien für die Position, die der Zuschauer einnimmt – Selbstreferenz im Film ist immer mit einer gegenläufigen Strategie von Lösung und Intensivierung des versinkenden Miterlebens von Film verbunden. Zum einen wird der Zuschauer durch Darstellungen filmischer Prozesse im Bild oder Diskurs des Films auf die Apparathaftigkeit des Mediums und seiner Konfrontation mit diesem hingewiesen ... [weiterlesen]
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Post-Theorie I: Kritik an den Grand Theories

... t, basierten also selbst gar nicht auf einer fundamentalen Gegenstands-Annahme; (2) sie würden in weiten Teilen über assoziative Argumentationen, insbesondere Analogien zwischen sozialen Prozessen und künstlerischen Formen, an die Gegenstände herangeführt; (3) sie seien auf Interpretationen, nicht auf das Wechselspiel zwischen theoretischen Überlegungen und empirischen Untersuchungen aufgebaut; (4) sie verführen oft zirkulär – wenn empirische Analyse durch Interpretation ersetzt werde, die sich am Beispiel aber nur wiederfinde (im Sinne einer self-fulfilling prophecy); (5) außerdem würden in unzulässiger Weise ganze Gruppen von Filmen unter nur pseudo-explikative Kategorien gezwungen (wie z.B. „phallisch“ oder „ödipal“). (6) Vor allem wenden sich die Vertreter der Post-Theorie gegen die Unterstellung, Film sei wie andere symbolische Systeme auch auf der Basis einer Sprachanalogie zu untersuchen. Die Spezifika der filmischen Kommunikation würden dann zu vernachlässigen sein, die formale Organisation sinnlich erfahrbarer Oberflächen trete als Objekt der Analyse ebenso zurück wie die Untersuchung der nicht-semantischen Qualitäten und ihrer Effekte, die aber eigene ästhetische Dignitä ... [weiterlesen]
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Rahmen

... er Versuch. In: Der Tag, 541, 18.11.1902. Repr. u.a. in Simmels: Aufsätze und Abhandlungen 1901-1908. Frankfurt: Suhrkamp 1995, S. 101-108. – Uspenskij, Boris A.: Poetik der Komposition. Struktur des künstlerischen Textes und Typologie der Kompositionsform. Frankfurt: Suhrkamp 1975, S. 157ff. (Edition Suhrkamp. 673.). Zuerst russ. 1970. ... [weiterlesen]
79.

Multicodalität

Vor allem in der Lernpsychologie verbreitete Bezeichnung für mediale Angebote, die auf verschiedene semiotische Systeme und Repräsentationsmodalitäten fußen (Texte mit Bildern, Graphiken mit Texten etc.). Multicodale Darstellungen sind nicht nur in der Didaktik von alters her gebräuchlich, sondern auch Gegenstand künstlerischer Aneignung gewesen (wie etwa die barocke Emblematik auf dem Zugleich von Bild, Wort und Symbol ... [weiterlesen]
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Dekoration

manchmal auch: Deko; das verwandte Dekor bezeichnet primär den figürlichen oder ornamentalen Schmuck einzelner Objekte; von lat.: decorare = schmücken, zieren, kleiden, passenDie dekorative Kunst ist eine Sparte der Angewandten Kunst und mit dem Kunstgewerbe verwandt. Sie befasst sich vor allem mit künstlerischen Bestandteilen und Charakteristika der Raumausstattung, aber auch mit der verzierenden Ausgestaltung von Gegenständ ... [weiterlesen]
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Figuration (2)

In Anlehnung an den von Augustinus verwendeten rhetorisch‑theologischen Begriff der figuratio (= Gestaltung, bildliche Darstellung; hier: Fleischwerdung des Wortes) wird die Darstellung einer Rolle oft als Figuration bezeichnet, damit auf die Fleischwerdung des künstlerischen und meist nur schriftlich fixierten  Konzepts der jeweiligen Figur hindeutend. Die Arbeit des Schauspielers besteht darin, nicht zur die figuratio zu realisieren ... [weiterlesen]
82.

Filmkonzert (3)

... 09;Spiel. Berlin: Frank & Timme 2005. – Prieberg, Fred: Das Fernsehkonzert. In: Rundfunk und Fernsehen, 6, 1958, S. 140-143. – Prigge, Bettina: Vermittlung von Instrumentalmusik im Spannungsfeld künstlerischer und technischer Gestaltungsmittel des Mediums Fernsehen. Filmanalyse als Grundlage von Untersuchungen ihrer Konfigurationen. Diss. Hildesheim 1999. Online: http://web1.bib.uni‑hildesheim.de/edocs/2005/49432046X/doc/49432046X.pdf. ... [weiterlesen]
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post house production

auch kurz: post houseAllgemeinbezeichnung für alle Prozesse der Postproduktion (Kopierwerksarbeiten, Negativschnitt, optische und elektronische Effekte, Videobearbeitung usw.), die an Firmen vergeben werden, die unabhängig von der Produktionsfirma sind. Mit der zunehmenden Verschmelzung von traditionellen Filmbearbeitungen und elektronischer Postproduktion, die auch dazu führte, immer mehr kreativ-künstlerische Entscheidungen in d ... [weiterlesen]
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Sponsoring

von engl.: sponsor = Förderer, Gönner, GeldgeberAls Sponsoring bezeichnet man die Zuwendung von Finanz-, Sach- und/oder Dienstleistungen eines Sponsors an einen Gesponserten. Es handelt sich um eine Beziehung auf Gegenseitigkeit, weil der Sponsor einerseits die Durchführung eines sozialen, kulturellen, sportlichen, künstlerischen oder anderen Projekts ermöglicht, im Gegenzug aber das kommunikative Ziel der Imagewerbung verfol ... [weiterlesen]
85.

Ehrenring des deutschen Films

1941 geschaffene Auszeichnung zur Auszeichnung einzelner Filmschaffender, deren Werk in besonderem Maße die künstlerische Qualität der nationalsozialistischen Filmproduktion gefördert hatten. Als erster wurde Emil Jannings für seine Leistung in Ohm Krüger (1941, Hans Steinhoff), für den er auch die Produktion übernommen hatte, mit dem Ehrenring dekoriert (dokumentiert in Die deutsche Wochenschau, 553 [16], 194 ... [weiterlesen]
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Monterey Productions

Ähnlich, wie John Ford sich mit seiner Firma Argosy Pictures vom Studiosystem freimachte und seine Filme selbst produzierte, gelang es für kurze Zeit auch Hawks, die künstlerische Kontrolle über seine Filme zu maximieren. Zusammen mit dem Agenten Charles K. Feldman, der immer wieder als Vermittler zu den Studios auftrat (etwa im Fall von Sergeant York, 1941, den Jesse L. Lasky produzierte und der ein großer Publikumserfolg w ... [weiterlesen]
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Bundesverband der Film- und Fernsehregisseure in Deutschland

... rofessionelle Organisationsform, wie sie zuletzt im Verband der Filmregisseure Deutschlands e.V. in der Weimarer Republik bestanden hatte. Der BVR ist Berufsverband und Künstlervereinigung und vertritt die künstlerischen, sozialen, politischen, rechtlichen, kollektivvertraglichen und wirtschaftlichen Interessen seiner Mitglieder (Regisseure/Regisseurinnen, Regie-Assistenten/-Assistentinnen, Continuities). Weitere Leistungen sind Unterstützungen bei Honorarverhandlungen, Vertrags-Check, Eintrag im renommierten Regieguide, der als Buch im Vistas-Verlag, Berlin, und online erscheint, Fortbildungs- und Fachveranstaltungen u.a. Mitglied kann werden, wer an mindestens 180 Minuten professioneller Film- oder Fernsehproduktionen in entsprechender Position mitgearbeitet hat. Für Nach ... [weiterlesen]
88.

Filmschnulze

manchmal auch: Schnulzenfilm; euphorisch-abfällig auch: Schmachtfetzen; engl.: schmaltzy filmUmgangssprachliche Bezeichnung für kitschige, rührselige und sentimentale Filmgeschichten, die keinerlei künstlerischen Wert haben und dem Kitsch zugehören.  ... [weiterlesen]
89.

kulturelle Filmförderung

Erste Maßnahmen zur (wirtschaftlichen) Filmförderung gab es bereits in den 1920ern. Aber erst nach dem Weltkrieg kam es zu einer filmpolitischen Bereitschaft, nicht nur den ökonomisch erfolgreichen Film durch Ausfallbürgschaften, Steuerbefreiungen oder -rückstellungen etc. zu fördern, sondern auch auf der Grundlage der künstlerischen Qualität fördernd in die Filmwirtschaft einzugreifen. In der BRD richtet ... [weiterlesen]
90.

Drehort

auch (wie im Engl.): LocationDer Drehort ist der Standort des Sets, an dem ein Film, eine Serie oder auch nur eine einzige Szene gedreht wird. Ein Drehort kann eine Studiokulisse oder eine reale Umgebung sein. Die Wahl des Drehorts hat künstlerische und ökonomische Gründe (Mietkosten, Umwelteinflüsse, politische Gründe etc.). Der neutralste Drehort mit der besten Infrastruktur und der höchsten Kontrolle über die Ges ... [weiterlesen]
91.

Déphasage

... die fiktionalisierende Lektüre blockieren. Insbesondere geschieht dies, wenn auf irgendeiner Ebene die Geschlossenheit der Diegese aufgebrochen wird oder gar nicht erst zustande kommen kann. Dies kann eine künstlerische Strategie sein im Sinne der Verfremdung oder Ostranenie, ein gattungsbedingtes Charakteristikum wie in vielen Experimentalfilmen oder beim Familienfilm, aber auch unwillkürlich durch den Zuschauer selbst hervorgerufen werden, indem z.B. persönliche Erinnerungen oder Assoziationen eine Verschiebung in der Lektürehaltung verursachen. Laut Odin führt die Mise en phase vor allem dazu, dass die Enunziation als solche unbemerkt (unmarkiert) bleibt und der Zuschauer ganz in der Diegese aufgeht, während bei der Déphasage der Enunziationprozess in den Vordergrund tritt, wie z.B., wenn bei wachsender Spannung und Beschleunigung der Handl ... [weiterlesen]
92.

Szenographie

... der Koordination von Raumgestaltung, Dramaturgie des szenischen Geschehens und den medialen Optionen, die eingesetzt werden sollen. Szenographie gehört spätestens seit den 1920ern zu den handwerklich-künstlerischen Abteilungen aller großen Studios. Besondere Herausforderungen an die szenographische Gestaltung bieten neben historischen Stoffen vor allem die Zukunftsräume der Science-Fiction. Der Begriff der Szenographie war vor allem in Italien und Spanien etabliert, bürgert sich aber seit Jahren auch im Deutschen ein.Literatur: Weihsmann, Helmut: Cinetecture. Film, Architektur, Moderne. Wien: PVS Verleger 1995. – Albrecht, Donald: Designing Dreams. Modern Architecture in the Movies. London: Thames and Hudson 1986. Dt.: Architektur im Film. Die Moderne als große Illusion. Basel: Birkhäuser 1989. – Film Architecture a ... [weiterlesen]
93.

kontroverse Filme

Immer wieder hat es im Verlauf der Filmgeschichte Filme gegeben, die zu schweren religiösen, weltanschaulichen und tugendterroristischen Kontroversen führten. Es waren vor allem ästhetische und politische Urteile, aber auch Konfrontationen filmkünstlerischer und moralischer Argumente, die sich am Beispiel von Filmen wie The Deer Hunter (USA 1978, Michael Cimino) entzündeten und zu manchmal heftigen Kontroversen entflammten. E ... [weiterlesen]
94.

Prana-Film

... und das Übernatürliche zu drehen. Grau hatte bereits 1920 Friedrich Wilhelm Murnau kennengelernt, den er für das Vampirfilm-Projekt Nosferatu (1921) gewinnen konnte, übernahm seinerseits die künstlerische Leitung und entwarf Dekorationen, Kostüme und zahlreiche Werbegrafiken. Allerdings hatten die Prana-Film die Rechte an Bram Stokers Roman Dracula nicht ordnungsgemäß erworben, so dass die Firma nach einer Urheberrechtsklage Florence Stokers, der Witwe Stokers, 1922 in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten geriet und schließlich Konkurs anmeldete. 1925 wurde die Vernichtung aller Negative und Kopien von Nosferatu gerichtlich angeordnet, die allerdings nie vollzogen wurde. Grau initiierte sogar die Gründung der Deutsch‑Film‑Produktion (DFP) in Berlin, die 1929 durch Waldemar Roger gegründet wurde und primär der Rekonstruktion Nosferatus ... [weiterlesen]
95.

exzentrische Perspektiven

... veränderten Blick auf das Gezeigte zu ermöglichen. Das Auftreten ungewöhnlicher Perspektiven im Kino insbesondere 1920er Jahre deutet auf einen ästhetischen Diskurs hin, der den Film in die künstlerischen Ausdrucksmittel der Moderne mit einstellt. Literatur: Image, 1, 2005: Themenheft „Die schräge Kamera. Formen und Funktionen der ungewöhnlichen Kameraperspektive in Film und Fernsehen“. ... [weiterlesen]
96.

Oscar-Fluch

In der Klatschpresse ist immer wieder vom „Oscar-Fluch“ die Rede gewesen, als falle der Ausgezeichnete unter den Bann eines Fluches, den die unglücksbringende Statue verhängt. Er wird vor allem in zwei Varianten berichtet: (1) nach dem Oscar kam der (künstlerische und finanzielle) Abstieg, die Karriere knickte ein (wie die Adrien Brodys); (2) die Ehen der weiblichen Preisträgerinnen zerbrechen (so heißt es, dass ... [weiterlesen]
97.

Matinee

von frz.: matinée = Vormittag, Morgenzeit; entsprechend werden Abendveranstaltungen oft Soiree genannt Künstlerische Veranstaltungen, die am Vor‑ oder frühen Nachmittag stattfinden, werden Matinees genannt. Dabei kann es sich um Konzerte, Vernissagen, Musik-, Theater‑ oder Filmaufführungen handeln. Matinees sind seit der Stummfilmzeit auch eine populäre Angebotsform der Kinos vor allem für ein jüngere ... [weiterlesen]
98.

bread and butter film

journalistisch-abfälliger Ausdruck; dt. etwa: Brot-und-Butter-Film Unterhaltungsfilme, die ohne künstlerischen Anspruch gedreht werden und einer Art Grundversorgung mit Genrefilmen aller Art dienen, werden manchmal als bread and butter movies bezeichnet. Sie folgen den narrativen und inszenatorischen Stereotypen ihrer Genres, dienen rein dem Tagesgeschäft und suchen immer, mit geringsten Kosten (und kalkulierbar positivem Einspiel) au ... [weiterlesen]
99.

landscape films

Zwar gehören Landschaften zum allgemeinen Setting fast aller Filme (von Kammerspielen abgesehen), doch entstand landscape films als Gelegenheitsbezeichnung für Filme, die sich bewusst in die künstlerische Tradition der Landschaftsmalerei und der literarischen Landschaftsbeschreibung stellen. Landschaften können als Thema behandelt werden (wie in Las hurdes, 1930, Luis Buñuel), als Setting der Filme (wie in zahlreichen Weste ... [weiterlesen]
100.

Schrotschuss

... ht kontrollieren lassen. Die Methode und die vermeintlichen Vor- und Nachteile des „Schrotschusses“ werden unter Photographen heiß diskutiert: Der wichtigste Kritikpunkt betrifft die Frage der künstlerischen Absicht, derzufolge ein Bild komponiert werden müsse und das „komponierte Bild“ nicht unter einer vermeintlich wahllos geschossenen Anzahl gefunden werden könne.  ... [weiterlesen]
101.

Musikszenarium

... konzipierte cue sheets im englischsprachigen Raum der späten 1920er ebenfalls vollziehen, nur als Versuch einer Lösung von Problemen, die im Zuge immer komplexerer Spielfilmdramaturgien und wachsender künstlerischer Ansprüche an die Musik im Kino entstanden. Musiklisten waren ohnehin von Anfang an eine Notlösung, um „passende“ Musik unter hohem Zeitdruck zu arrangieren, und ihre Mängel traten alsbald deutlich vor Augen und Ohren: Punktuell illustrierende Versatzstücke zu verschiedenen Szenen und Einstellungen folgen, selbst wenn sie „passen“, aufeinander, statt auseinander – ein musikalisch‑dramaturgisches Manko, das auch durch die Wahl übergeordneter Themen (&bdq ... [weiterlesen]
102.

Persiflage

von frz.: persifler = „auspfeifen, verspotten, lächerlich machen“ Allgemein ist eine Persiflage eine geistreiche, nachahmende und oft auch kritische Verspottung eines Genres, eines künstlerischen Werks oder einer bestimmten Geisteshaltung. Sie ist mit den rhetorischen Strategien der Satire verwandt, insbesondere mit den Stilmitteln der Übertreibung und Überzeichnung. Es geht um die geistreiche satirische Verzerrung vo ... [weiterlesen]
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Platzanweiserin

... weilen besaß sie auch die Verfügungsgewalt über die Lautstärkeregelung des Filmtones. Neben ihrem Dienstplatz in der letzten Reihe befand sich ein Drehknopf, der stufenlos zu bedienen war. Künstlerische Reflexionen über diesen subalternen Job im Lichtspielwesen gibt es seit den 1930er Jahren. Im Ufa-Film Meine Freundin Barbara von1937 (Fritz Kirchhoff) spielte Grethe Weiser eine resolute Kinoplatzanweiserin, die einem weltfremden Chemiewissenschaftler hilft, seine Ehekrise zu überwinden. Der amerikanische Maler Edward Hopper ließ seine Frau Jo auf dem Gemälde „New York Movie“ (1939) in dieser Funktion Modell stehen. Als literarische Reflexionen sind das Monodrama Die Platzanweiserin (Biletárki) des tschechischen Autors sowie Theater- und Filmregisseurs Arnost Goldflam aus dem Jahre 1983 sowie der gleichnamige Roman von Susanne Fischer (erschienen 2006 ... [weiterlesen]
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Rezeptionsgeschichte

engl.: reception history; von lat.: recipere = aufnehmen (1) Der Begriff der Rezeptionsgeschichte entstammt der Literaturwissenschaft der späten 1960er Jahre. Im Zentrum des Konzepts stand die Annahme, dass literarische und andere künstlerische Werke nicht eine einzige, feststehende Bedeutung haben, sondern in sich verändernden historischen Rezeptions- oder Erwartungshorizonten – sich verändernden kollektiven, subkulturel ... [weiterlesen]
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disegno

ital., von lat.: designare = bezeichnen, zeichnen, im Umriss darstellen; dt. manchmal: Schnittzeichnung Disegno bedeutet in der Kunsttheorie sowohl eine besondere Zeichnung wie aber auch eine künstlerische Idee, einen Entwurf oder sogar ein geistiges Konzept in einem religiösen Sinne. Der Architekt und Maler Giorgio Vasari führte im 16. Jahrhundert für die drei Künste des disegno – Malerei, Bildhauerei und Archit ... [weiterlesen]
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Bürgschaftsgesellschaft mbH

... enachteiligte. Das System der Bürgschaften wurde 1956 nach der Förderung von 76 Filmen mit einem Verlust in zweistelliger Millionenhöhe beendet; es hatte keinen einzigen Film, der internationalen künstlerischen Ansprüchen genügt hätte, ermöglicht.Literatur: Kong, Jin-Seong: Die Filmförderungskompetenz des Bundes. Insbesondere zur kompetenzrechtlichen Qualifikation des Filmförderungsgesetzes. Diss., Köln 2008.  ... [weiterlesen]
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British Phototone

British Phototone war ein Sound‑on‑Disc‑System mit 12‑Zoll‑Schallplatten, die mit einem Projektor resp. Film synchronisiert waren. Gegründet wurde die Firma im Juni 1928; unter der technischen und gelegentlich auch künstlerischen Leitung der Tonaufnahmen von Dudley A. Bott wurden insgesamt zwölf Filme veröffentlicht (darunter Underground, 1929, Anthony Asquith). Die Firma hatte zudem Beziehungen zu Pr ... [weiterlesen]
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Pornifikation

... det sich sowohl in sexuell suggestiven Musikvideos wie in den expliten Darstellungen und Diskussionen sexueller Praktiken in populären Magazinen, in der Rolle erotisierter Objekte in der Werbung wie in der künstlerischen Verarbeitung des sexuellen Tuns, von amateurhaften Privatfilmen bis zu den Produktionen der Porno-Industrie. Die Überschwemmung der Alltagskultur lässt sich bis in die Metaphoriken politischen Sprechens nachweisen.Zur Pornifikation rechnet auch die Tatsache, dass seit Jahrzehnten von nahezu allen Publikumsfilmen pornographische Ableger auf den Markt kommen (wie etwa Fleshdance, USA 1985, Ken Gibbs, The Sperminator, USA 1985, Allen Stuart, bis zu Malcom XXX, USA 1992, Jim Enright), was darauf hindeutet, dass dem Pornifizieren ein reflexiv-ironischer Impuls innewohnen kann.Kritisch wird gegen diesen Trend das Argument geltend gemacht, dass das Sexuelle dabei kommerzialisiert und seine Fähigkeiten für allem für Jugendliche, soziale Bindungen zu fundieren, zerstört werde.Literatur: Benjamin, Andrew: Pornificatio ... [weiterlesen]
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Felix

... t werden sollen. Die Preisverleihung findet jährlich an einem anderen Ort der EU statt. Seit 1991 richtet die European Film Academy (EFA) das Fest aus. Seit 1993 wird der Preis zwar immer noch für die künstlerische Qualität vergeben, doch muss der Film ein erwartbares Einspiel nachweisen, um überhaupt in den Wettbewerb zu kommen.Als „Bester Film“ wurden u.a. ausgezeichnet: Krótki Film o Zabijaniu (1988, Krysztof Kieslowski), Lamerica (1994, Gianni Amelio), Land and Freedom (1995, Ken Loach), Todo sobre mi Madre (1998, Pedro Almodóvar).  ... [weiterlesen]
110.

Mosfilm

... ignet aufgeführt. Bis zum Ende der Sowjetunion wurden bei Mosfilm etwa 3.000 Filme gedreht.Heute ist Mosfilm (mit Sitz in Moskau) in Staatsbesitz und stellt seine Infrastruktur verschiedenen Filmfirmen und künstlerischen Vereinigungen zu Verfügung, denen neben Aufnahmestudios auch Büros und Spezialeinrichtungen vermietet werden – vom Transport bis hin zu Pyrotechnik. Generaldirektor von Mosfilm ist der Regisseur Karen Shakhnazarov. 2005 umfasste der Konzern zehn unabhängige Studios an 13 Standorten. Pro Jahr werden derzeit etwa 70 Filme produziert, zunehmend in internationaler Koproduktion. Heute werden auch Besichtigungsfahrten durch die Studioanlagen angeboten, wo u.a. 50 historische Automodelle und 130 Panzer ausgestellt sind. In der größten Studiohalle werden jährlich die nationalen Filmpreise vergeben.Zu den bemerkenswertesten Filmen, die durch Mosfilm produziert wurden, gehören neben den Filmen von Sergei Eisenstein und Aleksandr Dovzhenko Filme von Mikhail Kalatozov (darunter Letyat zhuravli / Wenn die Kraniche ziehen, 1958) und Grigori Chukhrai (darunter Ballada o soldate / Ballade vom Soldaten, 1959), die die Tauwetter-Periode ankündigten, Filme von Michail Romm, Aleksandr Askoldov und Andrei Tarkovsky, in neuerer Zeit Filme von Autoren wie Andrei Konchalovsky, Eldar Ryazanov und Elem Klimov. ... [weiterlesen]
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Groupe des 5

... m seine Leute zu bezahlen; eine Postbeamtin, die ihn bei einem Überfall erkannt hatte, solidarisiert sich mit ihm. So finden auch die seit den 1970ern andauernden Strukturveränderungen im Handwerk ein künstlerisches Echo. Literatur: Film in der Schweiz. München [...]: Hanser 1978. (Reihe Film;17). – Gersch, Wolfgang: Schweizer Kinofahrten. Begegnungen mit dem neuen Schweizer Film. München [...]: Hanser 1984, S. 44-60. – Monaco, James: "Au milieu du monde": Alain Tanner and Swiss film. In: Movietone News, 51, Aug. 1976, S. 30-33. ... [weiterlesen]
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cinéma brut II: andere Entwürfe

... nvolviert“ (Jutz, Beitrag zu: Word and Flesh: Cinema between Text and the Body. 12. International Bremen Film Conference. January 18-21, 2007, Program).Auf dieser Grundlage untersucht Jutz drei „filmkünstlerische Praktiken“, die prinzipiell auch ohne Kamera denkbar sind: (1) Direct Film (wozu auch der kameralose Film und der Handmade Film zählen), (2) Expanded Cinema-Aktion und (3) Found Footage-Film. Als tentatives Belegmaterial nennt sie ein Korpus von neun Avantgarde-Kurzfilmen von 2-14min Länge, die zwischen 1957 und 1989 entstanden sind, darunter Len Lyes Free Radicals (Großbritannien 1957), Peter Tscherkasskys L’Arrivée (1998), Kurt Krens 3/60 Bäume im Herbst (1960) und Bruce Conners Marilyn Times Five (USA 1968-1973). ... [weiterlesen]
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Filmdokumentation (3)

Werden einzelne (künstlerische, politische, technische usw.) Projekte filmisch begleitet und am Ende als Thema eines Dokumentarfilms öffentlich vorgestellt, nennt man dieses oft Filmdokumentation. Ein neueres Beispiel ist ein Berliner Tanz-Projekt, bei dem Schüler verschiedenster Schulen am Ende eine Ballettfassung von Stravinskys Sacre du Printemps öffentlich aufführten, das von den Anfängen der Proben bis zur Auffü ... [weiterlesen]
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The Industry

ähnliche Bezeichnungen: film industry; entertainment industry; show business; The Biz [von: show-business]; show-biz; Hollywood; manchmal auch: The Town, The BusinessWenn man den unterhaltungsindustriellen Komplex, der die amerikanische Film- und Fernsehproduktion kontrolliert, als Quasi-Institution, als Komplex der Kapitalkontrolle und der Macht gegen die Zuschauer, die künstlerischen Berufe und vor allem gegen die politische und journalis ... [weiterlesen]
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Tendenzfilm (1)

Der im 19. Jahrhundert aufgekommene Begriff der Tendenz als Bezeichnung für eine intentionale Orientierung künstlerischer Werke wurde in der Nazizeit als Bezeichnung für die unterschwellige Funktion von Filmen der Zeit gebraucht: Auch reinen Unterhaltungsfilmen wohne eine Funktion als Erziehungsmittel inne und ihnen komme eine „staatsmoralische Tendenz [zu], die Tendenz, ein Volk für die Durchsetzung seiner Lebensansprü ... [weiterlesen]
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Nekrorealismus

Nekrorealismus war eine künstlerische Bewegung im Leningrad der 1980er (heute St. Petersburg), für die der Tod und das Sterben programmatisches Zentrum der Arbeiten und Aktionen aus Malerei, Musik und Film waren. Nekrorealismus entstand aus dem Selbstverständnis des sowjetischen Punk und war eine klare Antwort auf den sozialistischen Realismus. Schon die Namen der beteiligten Künstler nahmen die nehmen die Thematiken der Gruppe au ... [weiterlesen]
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No Wave Cinema

... iehung zwischen einer aggressiven Frau und einem gefühllosen Mann schildert – in klarer Absetzung von der zeitgenössischen Pop-Kultur und mit rohen Anlehnungen an die Stilistik des Punk. Von der künstlerischen Haltung her dem No-Wave des musikalischen Punk nahestehend, praktizierten die Filmemacher eine Art von Guerilla-Stil, in dem Stimmung und Textur wichtiger waren als Settings, Figuren und Geschichte. Die Filme wurden auf 8mm-Film aufgezeichnet, sodann auf Video umkopiert und in diesem Format bearbeitet. Angestrebt war immer eine kollaborative Arbeit von Künstlern, Filmemachern, Schauspielern und Musikern, bei der die Arbeit am Film wichtiger war als das fertige Produkt.Filmemacher wie Richard Kern oder Nick Zedd, die später dem ‚Cinema of Transgression‘ zugerechnet wurden, unabhängige Filmemacher wie Jim Jarmusch, Tom DiCillo, Steve Buscemi und Vincent Gallo sowie die spätere Bewegung des remodernist film verdanken dem No Wave Cinema wichtige Impulse.Literatur: Hoberman, J.: No wavelength – the para-punk underground. In: Village Voice, 21.5.1979, S. 42-43. – Little, Dav ... [weiterlesen]
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Skandal

... achrichten, wobei der Rekurs auf Werte weniger als Anlass denn als Vorwand der Skandal-Kommunikation dient. Darum auch wird insbesondere die Realität des politischen, ökonomischen, religiösen und künstlerischen Lebens moralisch aufgeladen, das Handeln der Akteure in den verschiedenen Feldern zunehmend mit Verhaltenskodices unterlegt. Ob die Skandalrezeption als reflexiv anzusehen ist, ist ungeklärt – der Skandalrezipient tritt aber eindeutig in eine klar definierte Interaktion mit den Skandalproduzenten. Der Reiz des Rezipienten liegt dabei in einer Art Ersatzbefriedigung, da durch die Medien stellvertretend Dinge thematisiert werden, die normalerweise verdrängt und kaum verhandelbar erscheinen, zudem aber auch in einer moralischen Entlastung der eigenen Person und Position beitragen.Literatur: Skandal. Die Macht öffentlicher Empörung. Hrsg. v. Jens Bergmann u. Bernhard Pörksen. Köln: Halem 2009 (Edition Medienpraxis. 6.). – Kepplinger, Hans Mathias: Die Kunst der Skandalierung und die Illusion der Wahrheit. München: Olzog 2001. – Pundt, Christian: Medien und Diskurs. Zur Skandalisierung von Privatheit in der Geschichte des Fernsehens. Bielefeld: Transcript 2008.  ... [weiterlesen]
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Soundscape

... sagen, Gepäckwagen u.a. zusammen. Der amerikanische Terminus Sound Image deutet noch stärker darauf hin, dass es sich auch bei den akustischen Konstruktionen im Film um Ton-Bilder handelt, welche nach künstlerischen Gesetzmäßigkeiten organisiert sind.Zuerst verwendet wurde Soundscape von dem kanadischen Komponisten und Ton-Designer Raymond Murray Schafer als Bezeichnung für das sonic environment, das in den 1960ern auch das Rohmaterial für die musique concrète abgab, in der es darum ging, solche naturalistischen Klangobjekte in musikalisch-ästhetische Strukturen zu überführen. Auch wenn die Tonmontagen von Regisseuren wie Robert Altman das Programm der musique concrète aufzugreifen scheinen, so ist doch die Arbeit des Ton-Designers im Film anders gelagert - hier geht es eher darum, die charakteristischen Elemente von stadt- oder regionenspezifischen Soundscapes zu gestalten, sie zu Wesentlichem zu kondensieren und zu konzentrieren. Aber auch in der (Film-)Musik finden sich Musiker, die in ihren Kompositionen Soundscapes einsetzen, wie etwa Brian Eno, Steve Reich und Luc Ferrari. Literatur: Schafer, Raymond Murray: Klang und Krach. Eine Kulturgeschichte des Hörens. Frankfurt: Athenäum 1988. Zuerst engl. als: The tuning of the world. Repr. als: The soundscape. Our sonic environment and the tuning of the world. Rochester, Vt.: Destiny Books 1994 - Chion, Michel: Film, a sound art. New York/Chichester: Columbia University Press 2009. Zuerst frz.: Art sonore, le cinéma. Histoire, esthétique, poétique. Paris: Cahiers du Cinéma 2003. - Soundscape: the School of Sound Lectures, 1998‑2001. Ed. by Larry Sider, Diane Freeman & Jerry Sider. London / New York: Wallflower Press 2003. ... [weiterlesen]
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Symbolismus

... emerkbar, aber auch in den diversen Versuchen der Avantgarden, Formprinzipien der Künste selbst zum Thema zu machen und z.B. Farblichkeit und Flächigkeit der Bildkomposition als reflexive Elemente des künstlerischen Diskurses selbst zum Thema zu machen. Der vers libre, eine Zwischenform von Vers und Prosa, wurde zum höchsten Ausdruck einer poésie pure als höchster Ausdrucksform des l’art pour l’art. Ungelöst ist der Widerspruch zwischen den meditativen und spiritualistischen Elementen symbolistischer Kunst und dem dagegen stehenden Anspruch eines radikalen Anti-Illusionismus.Das Erbe des Symbolismus im Film ist ebenso reich wie unübersichtlich. Surrealistische wie expressionistische Filme stehen thematisch und ikonografisch in seiner Tradition. Das Avantgarde-Kino nahm sich in den 1920ern der reinen Form-Reflexion an (im abstrakten Film oder auch im cinéma pur). In den Filmen Ingmar Bergmans, Andrei Tarkovskys, Federico Fellinis oder auch Michelangelo Antonionis sind vor allem auch visuell die Spuren zur symbolistischen Bildnerei ausgelegt, sie lassen sich aber auch in den komplexen referentiellen Beziehungen der Filme nachweisen. Neben psychoanalytischen Versuchen, das Symbolische als Ausdrucksfläche des Unterbewussten auszulesen, finden sich in der neueren Literatur vor allem Versuche, Texte der Populärkultur – von der Lord of the Rings-Trilogie bis zu der TV-Serie Northern Exposure – symbolistisch zu interpretieren.Literatur: Casebier, Allan: Representations of reality and reality of representation in contemporary film theory. In: Persistence of Vision. The Journal of the Film Faculty of the City University of New York, 5, Spring 1987; S. 36-43. - Gaube, Uwe: Film und Traum. Zum präsentativen Symbolismus. München: Fink 1978. – Baudrillard, Jean: Beyond the unconscious – the symbolic. In: Discourse, 3, Spring 1981, S. 60-87. – Librach, ... [weiterlesen]
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Casting-Show

... der Show Deutschland sucht den Superstar ausscheiden musste und trotzdem ein bekannter Schlagersänger wurde, ein Beispiel für eine „medieninduzierte Popularität“, die kaum noch durch künstlerische Qualitäten unterfüttert ist und durch rein zynisch-parodistische Qualitäten zusammengehalten wird; gerade er macht die Nähe der neuen Castingshows zur Freakshow greifbar.Literatur: Jähner, Uli: Ich weiß, ich muss noch an mir arbeiten. Über Casting Shows im Fernsehen. In: Prokla. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft 35,4 [=141], 2005, S. 619-635. – Martig, Charles: „Ich bin im Fernsehen, also bin ich“. Identitätskonstruktion im Music-Star-Format. In: Medienheft, 26, 2006, S. 16-19. – Roth, Caroline: Medienbilder – Selbstbilder. Wie Jugendliche über die Castingshow Starmania Identität konstruieren. In: Medienimpulse 14,56, 2006, S. 46-50. ... [weiterlesen]
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clay animation III: Geschichte seit 1950

... ord).Zu nennen sind ferner die TV-Serien Pingu (Schweiz/Südkorea 1986, Otmar Gutmann & Marianne Noser) und Celebrity Deathmatch (USA 1998ff., Eric Fogel et al. von Cuppa Coffee Studios). Im Bereich des künstlerischen Kurzfilms hat der vielseitige tschechische Experimentalfilmer Jan Svankmajer clay animation zu interessanten Ergebnissen geführt, so in Tma/Svetlo/Tma (Dunkelheit/Licht/Dunkelheit, Tschechoslowakei 1989, 6 min.), ein archaischer Selbsterschaffungsprozess, und die Büsten-Knetanimation in Konec Stalinismu v Cechách (aka: The Death of Stalinism in Bohemia, Großbritannien 1990, 10 min.). Literatur: Harryhausen, Ray / Dalton, Tony: A century of stop motion animation: From Méliès to Aardman. New York: Watson-Guptill 2008. – Moins, Philippe: Les Maîtres de la pâte. Paris: Dreamland 2001. ... [weiterlesen]
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cinéma du métissage

... biographische Voraussetzung herauszustellen, die in die Arbeit einer ganzen Reihe von Filmemachern eingegangen ist. Das Thema der Filme ist einerseits die Entstehung hybrider Formen der Kulturen (in der Gestalt künstlerischer Produktion ebenso wie in Veränderungen des Alltagslebens), andererseits die Gemengelage von Konflikten, die vor allem in den Familien der Immigranten das Alltagsleben durchziehen. Vor allem der Konflikt zwischen Eltern, die an ihrer ursprünglichen Kulturzugehörigkeit festhalten, und Kindern, die eine neue, oft aus Altem und Neuem gemischte Form kultureller und nationaler Identität zu entwickeln suchen, ist vielfach dramatisiert worden. Métissage-Filme stammen nicht nur aus Frankreich &ndas ... [weiterlesen]
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datamoshing

auch: data moshing; manchmal: glitch artIn der (elektronischen) Videokunst werden Komprimierungs-Artefakte, die eigentlich als Fehler bei der normalen Darstellung komprimierter Videosignale auftreten, bewusst als künstlerische Ausdrucksmittel sowohl im Videoclip (etwa in Kanye Wests Welcome to Heartbreak, 2009) wie auch im experimentellen Avantgarde-Video (etwa in den Arbeiten Sven Königs, Takeshi Muratas oder Jacques Percontes) hergestellt ... [weiterlesen]
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naiver Film (2)

... ergessenen, ursprünglich aus der Theorie der Laienmalerei entstammenden Redeweise liegt die Überzeugung zugrunde, dass es eine ursprüngliche Imaginationskraft gebe, die sich nahezu ungefiltert in künstlerischen Ausdrucksformen äußere.Zur Theorie der naiven Malerei: Bihalji‑Merin, Oto: Die Naiven der Welt. Eltville am Rhein: Rheingauer Verlagsgesellschaft 1986.   ... [weiterlesen]
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Beat Generation

... ormen der Sexualität, eine strikte Zurückweisung materialistischer Lebensideale, Interesse in östlichen Religionen (v.a. Buddhismus) sowie die Idealisierung exzessiver und unkontrollierter Formen künstlerischen Ausdrucks. Eine der wichtigsten Techniken der Beatliteratur wurde die Textcollage, das cutup. Seit den 1950ern gab es eine große Anzahl von Versuchen, auch Filme unter der Vorgabe der Poetik des Beat zu realisieren. Sie gehören ausnahmslos dem Underground-Cinema an. Zu den Regisseuren gehörten neben Jonas Mekas auch John Cassavetes (Shadows, 1959), Ron Rice (The Queen of Sheeba Meets the Atom Man, 1963, erst 1982 fertiggestellt), Jack Smith (Flaming Creatures, 1963). Von größter Bedeutung waren die Einflüsse der Beat-Bewegung auf die europäischen Kunstszenen.Film: The Source (Die Beat Generation – Wie alles anfing); USA 1999, Chuck Workman. – Filmographie: The Beat Movement on Film, URL: http://www.lib.berkeley.edu/MRC/CarneyFilms.html.Literatur: Mullins, Patrick: Hollywood and the Beats. In: Journal of Popular Fi ... [weiterlesen]
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design-en-scène

... ldung Design-on-Scène markiert eine Zuwendung von Designern zu den Möglichkeiten, in Filmen modellhafte Designkonzepte zu realisieren. Ob der Film damit zu einem Werbemedium für ganz andere als künstlerische Interessen wird, bleibt ein Punkt der Diskussion.Literatur: Barsacq, Léon: Caligari's Cabinet and Other Grand Illusions. A History of Film Design. Rev. and ed. by Elliott Stein. Boston, Mass): New York Graphic Soc. 1976. Zuerst frz, 1970. – Bergfelder, Tim / Harris, Sue / Street, Sarah: Film Architecture and the Transnational Imagination. Set Design in 1930s European Cinema. Amsterdam: Amsterdam University Press 2007. – Cullen, Cheryl Dangel: The Art of Design. Inspired by Fine Art, Illustration and Film. Cincinnati, Ohio: How Design 2003. – Ede, Laurie N.: British Film Design. A history. London [...]: I.B. Tauris 2010.  ... [weiterlesen]
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Appropriation Art

... Warhol. [Katalog.] Köln: König  2011. – Blume Huttenlauch, Anna: Appropriation Art ‑ Kunst an den Grenzen des Urheberrechts. Baden‑Baden: Nomos 2010. – Römer, Stefan: Künstlerische Strategien des Fake. Kritik von Original und Fälschung. Köln: DuMont 2001. ... [weiterlesen]
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Neonoir

... n die historischen Gebrauchsweisen der filmischen Formen entbindbar. Diese Doppelbindung von Film und Filmgeschichte entgrenzt einen baren Genre-Zugang zum Noir-Film, transformiert das Noir-Phänomen in ein künstlerisches Verfahren – in eine méthode noire.Zu den prägnantesten Beispielen der Neuverwendung der Codes des film noir aus den 1970ern zählen The Long Goodbye (USA 1972, Robert Altman), Chinatown (USA 1974, Roman Polanski) und Taxi Driver (Martin Scorsese, USA 1976).Literatur: Elsaesser, Thomas: Hollywood heute. Geschichte, Gender und Nation im postklassischen Kino. Berlin: Bertz + Fischer 2009, S. 193-225. – Röwekamp, Burkhard: Vom ,film noir‘ zur ,méthode noire‘: Die Evolution filmischer Schwarzmalerei. Marburg: Schüren 2003. – Schwartz, Ronald: Neo‑noir. The new film noir style from Psycho to Collateral. Lanham, Md. [...]: Scarecrow Press 2005. ... [weiterlesen]
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Digital Set Design

... e 3D-Umgebung eine komplette Realszene völlig glaubhaft (VR set design). Derartige Verfahren können aus bloßen Kostenerwägungen angeraten sein, gewinnen aber immer mehr Akzeptanz auch unter künstlerischen Aspekten, so wenn etwas in der Realität nicht Vereinbares oder nicht Realisierbares zusammengebracht werden soll. Literatur: http://www.digitalsetdesign.com/resources.htm – Reesman, Bryan: Digital Set Design Transforms Films Like ‘Flyboys’. In: The New York Times, 24.9.2006; URL: http://www.nytimes.com/2006/09/24/movies/24rees.html  ... [weiterlesen]
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Drogenfilme

... hien eine bedeutende Rolle. Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo (BRD1981, Ulrich Edel) ist ein deutscher Film zum Thema, der intensive öffentliche Diskussionen angeregt hat. Parallel zu dieser künstlerischen Thematisierung von Drogen wird der Drogenhandel zu einem der wichtigsten Krimi-Sujets der Folgezeit (mit Filmen wie The French Connection, 1971, William Friedkin).In den 1980ern wandeln sich Sucht und Drogenhandel zu Indikatoren einer in sich zerfallenden, kranken Gesellschaft. Requiem for a Dream (2000, Darren Aronofsky) nach einem Roman von Hubert Selby Jr. geht es um die Sucht nach Spaß und Erfolg, die sich durch alle Schichten der amerikanischen Gesellschaft zieht. Auch Trainspotting (Großbritannien 1996, Danny Boyle) entwirft ein soziales Szenario, in dem Drogen als Ausgleichsmittel für den Zusammenbruch aller sozialen und individuellen Sinnorientierungen dienen. Eine Summa der narrativen und diegetischen Drogenmotive sowie der dabei verwendeten Stilverfahren ist der Episodenfilm Traffic (2001, Steven Soderbergh).Literatur: Shapiro, Harry: Shooting stars. Drugs, Hollywood and the movies. London: Serpent’s Tail 2003. – Starks, Michael: Cocain Fiends and Reefer Madness. An Illustrated History of Drugs in the Movies. New York [...]: Cornwall Books 1982. – Stevenson, Jack: Addicted. The myth and menace of drugs in film. [London]: Creation Books 2000. – Weber, Marion: Drogenabhängigkeit als Thema von Spielfilmen. Eine Analyse anhand ausgewählter Beispiele; mit einer kommentierten Filmografie. Diplomarb. FHS Stuttgart 2002. URL: http://digbib.iuk.hdm-stuttgart.de/epub/volltexte/2003/99.  ... [weiterlesen]
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lazarenischer Film

Jean Cayrol verwendete den Begriff der „lazarenischen Literatur“ als Bezeichnung für die künstlerische Verarbeitung der Erfahrung des Konzentrationslagers, wie sie sich nicht nur in seinen literarischen Arbeiten (oder auch in den Romanen Horst Bieneks und in seinem Film Die Zelle, BRD 1971) manifestierte, sondern auch in Filmen wie Nuit et Brouillard (Frankreich 1956, Alain Resnais, Text: Cayrol). Der Begriff deutet auf die &nda ... [weiterlesen]
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Prädikatisierung: Deutschland

In der deutschen Geschichte gab es drei Prädikatisierungsverfahren: (1) In der Weimarer Republik gab es zwei Einrichtungen, die sich mit der Prüfung von Filmen beschäftigten: Die Filmprüfstelle führte eine Filmzensur nach polizeilichen Gesichtspunkten durch. Darauf folgte eine Prüfung nach künstlerischen Gesichtspunkten, die je nach Standort der Produktionsgesellschaft entweder in der Preußischen Bildstelle ... [weiterlesen]
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Sozialgeschichte der Texte

... nssoziologisch oder mentalitätengeschichtliche Auffassung suchte die historischen Bedeutungs- und Wissenshorizonte zu rekonstruieren, die für ein Verständnis der historischen Bedeutungspotenziale künstlerischer Werke nötig sind. In der Filmhistoriographie hat es alle Varianten sozialgeschichtlicher Beschreibung gegeben (und gibt es bis heute), wobei heute weitgehend Übereinstimmung herrscht, dass eine Vielzahl unterschiedlicher Beschreibungsverfahren miteinander kombiniert werden müssen. Insbesondere die Diskussionen zur „revisionistischen“ Geschichtsschreibung des Films plädieren für eine integral orientierte Mischung verschiedener Zugänge. Literatur: Fügen, Hans Norbert (Hrsg.): Wege der Literatursoziologie. Neuwied: Luchterhand 1968, S. 39‑159. – Löwenthal, Leo: Erzählkunst und Gesellschaft. Die Gesellschaftsproblematik in der deutschen Literatur des 19. Jahrhunderts. Neuwied: Luchterhand 1971. – Allen, Robert C. / Gomery, Douglas: Film history. Theory and practice. New York [...]: McGraw-Hill 1985. – Bordwell, David: On the History of Film Style. Cambridge, Mass./London: Harvard University Press 1997.  ... [weiterlesen]
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Wirkungsgeschichte

... men. Nochmals Gadamer: „Der zeitliche Abstand [...] lässt den wahren Sinn, der in einer Sache liegt, erst voll herauskommen. Die Ausschöpfung des wahren Sinnes aber, der in einem Text oder einer künstlerischen Schöpfung gelegen ist, kommt nicht irgendwo zum Abschluss, sondern ist in Wahrheit ein unendlicher Prozess“. Aufgrund der Situationsgebundenheit des Verstehens ist ein historisches Verstehen unmöglich: Denn die Verstehenden stehen immer schon in der Wirkungsgeschichte dessen, was sie verstehen wollen – und es gibt keine Methode, die sie dazu befähigt, diese Wirkungsgeschichte zu transzendieren und das Vergangene unmittelbar zu betrachten. Alle Formen des „nachkommenden Verstehens“ stehen in unaufhebbarer historischer und semantischer Differenz zu dem vorgängigen historischen Bedeutungshorizont, der auch nicht – wie ältere Hermeneutik-Entwürfe wie etwa der von Wilhelm Dilthey behauptet hatten – durch Einfühlung wieder eingeholt oder rekonstruiert werden kann.Der historische Horizont wird so als „Phasenmoment“ des Verstehens angesehen. Zwischen dem historischen und dem gegenwärtigen Moment klafft eine Differenz, die beständig reflekti ... [weiterlesen]
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Branchenzeitungen

... Berichterstattung aber auch auf neue Unterhaltungsmedien wie Radio und Fernsehen aus. Variety rezensiert alle Filme, die ins Kino kommen oder auf wichtigen Festivals laufen, und gibt neben einer Beurteilung des künstlerischen Werts auch eine Einschätzung der technischen Qualität des Films sowie des Marktpotenzials der Produktion ab, wobei dieser letzte Punkt von größter Wichtigkeit ist, dienen die Besprechungen doch nicht zuletzt Filmeinkäufern und Kinobetreibern als Informationsquelle. Variety erscheint in einer Wochenausgabe sowie als Daily Variety, wobei der Fokus der täglichen Ausgabe auf laufenden Vertragsverhandlungen und erzielten Vertragsabschlüssen im Bereich der Film- und Fernsehproduktion liegt. Der Hollywood Reporter wurde als ausschlie&sz ... [weiterlesen]
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Mirisch Company

... weise angemietet wurden. Von Beginn an ließen die Mirischs ihren Regisseuren – zu ihnen zählen Billy Wilder, John Huston, Blake Edwards und Norman Jewison – größtmöglichen künstlerischen Spielraum. Für die 68 Filme, die die Mirisch Company zwischen 1957 und 1979 produziert hat (darunter Some Like It Hot, 1959, The Magnificent Seven, 1960, The Apartment, 1960, The Great Escape, 1963, West Side Story, 1961, und In the Heat of the Night, 1967), hat sie 23 Oscars bekommen. Obwohl die Mirisch Company 1959 für NBC die Serie Wichita Town realisiert hatte, begann sie erst in den 1980ern regelmäßig für das Fernsehen zu produzieren. Auch diese Filme rechnen zum Qualitätsfernsehen (wie z.B. A Case for Life, 1996, über das Abtreibungsproblem). ... [weiterlesen]
138.

Nero Film

... dem Handelsregister gestrichen, doch die Nero lebte weiter in Paris, wo sie zu einer der ersten Adressen des deutschen Flmexils wird. Mit Mayerling (1936) von Anatole Litvak kann sie einen geschäftlichen, künstlerischen und kritischen Welterfolg verbuchen. Weitere Filme entstanden unter der Regie von Robert Siodmak, Max Nosseck und Max Ophüls. Mit dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht in Frankreich mussten Nebenzahl und die Nero erneut emigrieren und fanden den Weg nach Hollywood. Dort entstand im Jahre 1945 eine neue Nero, die einige B-Filme produzierte, u.a. den Film noir The Chase (1946), den United Artists verliehen. Nebenzahl verkaufte die Remakerechte verschiedener Filme, so M (1951) an Columbia und Das Testament des Dr. Mabuse im Jahre 1957 an Artur Brauner. Nebenzahl/Nero drehten einen letzten Film in der Bundesprepublik, bevor Nebenzahl 1961 in München starb.Literatur: Erika Wottrich (Red.): M wie Nebenzahl. Nero – Filmproduktion zwischen Europa und Hollywood. München: Edition Text + Kritik 2002. ... [weiterlesen]
139.

Ostranenie

... nd bezieht sich zunächst auf eine für den Autor zentrale Funktion der Kunst, nämlich die Alltagswahrnehmung zu „ent-automatisieren“. Er bezeichnet bei Šklovskij zudem bestimmte künstlerische Strategien (wie z. B. ungewöhnliche Erzählperspektiven), vor allem auch das reflexive Offenlegen von Verfahren. Schließlich gilt ostranenie den russischen Formalisten auch als die entscheidende Triebkraft des historischen Formwandels. Die neoformalistische Theoretikerin Kristin Thompson übernimmt den Begriff in der Übersetzung „defamiliarization“, zum einen ebenfalls, um zwischen Kunstwerken und Alltagsgegenständen zu unterscheiden, zum anderen als heuristisches Prinzip, um die stilistischen Merkmale einzelner Filme in Bezug auf ihr Abweichen von der Idealnorm des klassischen Hollyw ... [weiterlesen]
140.

Cinematology (1)

Wenig gebräuchliche Bezeichnung für eine umfassende Analyse und Theorie des Films – Genres und Gattungen, Geschichte, Entwicklungen und Veränderungen von Techniken und Priduktionsweisen, künstlerische Strömungen, filmische Mittel, Prozesse und Kodifizierungen der Produktion, Filmtheorie und dergleichen mehr. Verwandt dem deutschen „Filmologie“ als allgemeine Bezeichnung für Filmwissenschaft. Literatur: ... [weiterlesen]
141.

Programmkino

Aus den filmkünstlerischen Ambitionen der Betreiber kleiner Vorstadtkinos, aber auch der neuen Kinomacher, sowie aus den Versuchen der angestammten Kinoindustrie, die kleinen und die neuen Kinos vom aktuellen Kinoprogramm abzublocken, entstand in den frühen 1970er Jahren die Programmkino-Orientierung, die Filmgeschichte und die Filmothek der klassischen Filme, dazu unabhängige Filmproduktionen, das Zweite- und Dritte-Welt-Kino und &aum ... [weiterlesen]
142.

Kinothek

... ber – es ging um die Befreiung der Musikbeleitung von der Willkür des „Manns am Klavier“, ihre Aufwertung zur Kunst; nicht zufällig entstehen die Kinotheken parallel zum sozialen und künstlerischen Aufstieg des Kinos resp. des Films.Es gab mehrere andere Kinotheken – sie hatten ihre Anfänge um 1910 und versammelten Notenmaterialien, die durchgängig nach dem Charakter der Stücke resp. der Szenen, zu denen Stücke gespielt werden konnten, sortiert waren. Zum Teil basierten die Stücke auf bestehender, vorwiegend klassischer Musik (oft „Compilationen“ genannt“), zum Teil waren es eigens zum Zweck der Illustrierung von Filmszenen komponierte Stücke. Es gab eine unübersehbare Vielfalt von Formen (Salonstücke, zeitgenössische Schlager, Potpourris, Fantasien, Opernparaphrasen, Ouvertüren, Märsche, Tänze, volkstümliche Tanz- und Unterhaltungsmusiken u.a.m.). Eingeschränkt blieb die Vielfalt durch vorliegende Urheber- und Aufführungsrechte. Die Kinotheken blieben auch dann noch in Gebrauch, als immer mehr Filme mit speziell für sie komponierten Musiken („Original-Filmmusiken“) auf den Markt kamen – weil insbesondere die kleineren Kinos, Wanderkinos, Kinos im Ländlichen etc. mit schlechtbezahlten und oft unausgebildeten Musikern arbeiten mussten, aus dem gleichen Grund der mangelnden Finanzausstattung also, der den Ankauf von Rechten zeitgenössischer Populärmusik verhinderte. Kinotheken: Becce, Giuseppe: Kinothek. Neue Filmmusik; dramatische Musik. Berlin-Lichterfelde-Ost: Schlesinger [...] 1919-29. – Sam Fox Moving Pictures Music. 1.2.3. Cleveland/New York: Sam Fox Publ. 1913-14. – Rapèe, Erno: Encyclopedia of music for pictures. New York: Arno Press / The New York Times 1970 (The literature of cinema.). Zuerst: New York 1925. – Seredy, Julius S. (comp.): Motion picture guide to the Carl Fischer modern orchestra catalog. Indicating all the themes and motives suitable for motion pictures, and showing their practical application to the screen. In collab. with Charles R ... [weiterlesen]
143.

Künstlerfilm

... Erzählungen zugleich am Pymalion-Mythos orientieren. In neuerer Zeit wurden auch Lebensläufe von Künstlerinnen entdeckt, um ihren Status als Muse z.B. von Caravaggio oder Rodin in Bezug auf ihre künstlerische Autonomie in Frage zu stellen und ihren Ausschluss aus dem Kanon zu revidieren (Artemisia, 1997; Camille Claudel, 1988). Seine Spannung zieht das Genre aus der medialen Differenz zwischen dem singulären, handgefertigten, stummen und statischen Objekt der bildenden Kunst und dem prozessualen, technischen, massenmedialen Ereignischarakter des Films. Für die narratologische Analyse kommt der filmisch gerahmten Inszenierung des Bildes als „Entgrenzung“ (Bazin) oder als ikonische Konzentration innerhalb des diegetischen und fiktionalen Raum-Zeit-Kontinuums besondere Bedeutung zu (Paech). Eine kritische Diskussion der Traditionen und Erzählmodelle unternimmt Andrej Tarkowskij mit seinem Film über den mittelalterlichen Ikonenmaler Andrej Rubljow (1971).Literatur: Felix, Jürgen (Hrsg.): Genie und Leidenschaft. Künstlerleben im Film. St. Augustin: Gardez!-Vlg. 2000. – Korte, Helmut / Zahlten, Johannes: Kunst und Künstler im Film. Hameln: Niemeyer 1990. – Walker, John A.: Art and Artists on Screen. Manchester/New York: Manchester University Press 1993. ... [weiterlesen]
144.

Association Internationale du Film d'Animation (ASIFA)

engl. manchmal: International Animation Association; International Animated Film AssociationASIFA wurde 1960 von Animationsfilmern in Frankreich gegründet. Unter der Schirmherrschaft der UNESCO ist es Aufgabe des Verbandes, die internationale Aufmerksamkeit für den künstlerischen Animationsfilm zu erhöhen, Fortbildungen zu organisieren sowie ein Forum der Animationsfilmer zu bilden. Dieser Aufgabe entsprechend, organisiert der Ver ... [weiterlesen]
145.

künstliche Menschenwesen

Der Wunsch nach Schaffung künstlicher Menschenwesen geht auf die antike Alchemie zurück und fasziniert die Menschheit seit jeher. Künstliche Menschen bilden einen Schöpfungsmythos, der sich wahlweise als Symbol des künstlerischen Aktes, als Tabubruch wider die Gottesgesetze oder als Realisierung ideeller, wissenschaftlicher Erkenntnisse verstehen lässt. In der literarischen Motivgeschichte lassen sich unzählige Beis ... [weiterlesen]
146.

Dada

... Hans Arp an, die dort das „Cabaret Voltaire“ gründen, in New York versammelten sich Künstler wie Francis Picabia und Edgar Varèse um Marcel Duchamps, der Alltagsgegenstände zu künstlerischen „Ready Mades“ erklärte. Man Ray entwickelte später eine dem Zufall verpflichtete Fototechnik, die „Rayografie“, bei der Objekte unmittelbar auf Film belichtet wurden. In Paris verbinden sich die Namen André Breton, Paul Éluard und Louis Aragon mit der Künstlerbewegung, die sich insgesamt als Reaktion und Protest auf den ersten Weltkrieg verstand und später in den Surrealismus mündete.Literatur: International Dada Archive (www.lib.uiowa.edu/dada/) ... [weiterlesen]
147.

Trilogie

von griech. tria = drei, logos = RedeEine Trilogie bezeichnet eine motivlich und stofflich zusammenhängende Reihe von Geschichten oder Dramen, die einzeln verständlich sind, im Gesamt des Zyklus aber eine eigene künstlerische oder moralische Botschaft artikulieren. Die Trilogie entwickelte sich im antiken griechischen Theater und war wohl eine Intensivierungs- und Steigerungsform des einteiligen Stücks. Im Film erzählen manch ... [weiterlesen]
148.

Avantgarde

... e Szenen in New York und Kalifornien in den USA ausgedehnt. Heute wird Avantgarde eher ahistorisch als Gattungsbezeichnung verstanden.Im engeren Sinne Sammelbegriff für verschiedene europäische (film-)künstlerische Bewegungen in den 1920er Jahren wie Kubismus, Futurismus, Dadaismus, Surrealismus und Konstruktivismus, absoluter Film und cinéma pur. Mit ihrem Interesse an abstrakten, anti-naturalistischen Formexperimenten, visuellen Effekten, Rhythmik und Montage besteht ein enger (teils personaler) Zusammenhang zwischen der Filmavantgarde und vergleichbaren Bewegungen in Malerei, Fotografie und Musik. Kennzeichnend für alle avantgardistischen Strömungen ist die Suche nach ästhetischen Gesetzmäßigkeiten, die sich aus dem jeweiligen Material selbst ergeben und zum Gegenstand der Darstellung werden.Literatur: Scheugl, Hans / Schmidt, Ernst, jr.: Eine Subgeschichte des Films. Lexikon des Avantgarde-, Experimental- und Undergroundfilms. 1.2. Frankfurt: Suhrkamp 1974. – Schlemmer, Gottfried (Hrsg.): Avantgardistischer Film 1951-1971. München: Hanser 1973. – Wees, W ... [weiterlesen]
149.

romp

... sammenhang mit Spielfilmen wurde von der Sensationspresse eingeführt, jedoch findet der Ausdruck auch in der seriösen feuilletonistischen Kritik recht häufig Verwendung für ohne großen künstlerischen oder ästhetischen Anspruch zuweilen augenzwinkernd gefertigte, tolldreist-vergnügliche Bücher, Theaterstücke oder eben auch Spielfilme.Das Wort kommt zudem häufig mit der journalistischen Nebenbedeutung ‘Streifzug, Parforceritt, Beutezug’ (a romp through history etc.) vor und wird auch zur Bezeichung freizügiger sexueller Betätigungen verwendet, wobei sich diese Bedeutungskomponenten mit den oben genannten mischen können. ... [weiterlesen]
150.

Carolco Pictures

Carolco Pictures mit dem Sitz in Los Angeles wurde 1976 von dem 25jährigen Mario Cassar und seinem Partner Andrew Vajna (der die Firma 1989 verließ) als unabhängige Verleihfirma gegründet; seit 1978 finanzierte, produzierte und verlieh sie Filme in den USA und weltweit. Am Anfang war man auf zwei Produktionen pro Jahr beschränkt, die sich durch künstlerische Qualitäten ebenso wie durch Marktfähigkeit auszeichn ... [weiterlesen]
151.

Ensemble

frz.: Ganzes, Zusammengehöriges; von neulat.: insimul = zugleich, zusammen(1) Die an einem Theater oder in einer Truppe engagierten Schauspieler. Im Unterschied zum En-suite-Theater oder zum Star-Theater versteht sich das Ensemble als Kollektiv, das versucht, gemeinsame künstlerische Prinzipien umzusetzen und ästhetische, politische oder didaktische Ziele zu erreichen. Das Ensemble-Prinzip war eine der Grundlagen des realistisch-sozial ... [weiterlesen]
152.

Wandermaske

... e oder Maske, die vor der Kameralinse angebracht zum Verdecken von Teilen des aufzunehmenden Bildes dient, so dass an dieser unbelichtet bleibenden Stelle des Films in besonderen Kopier-, Belichtungs- oder auch künstlerischen Bearbeitungsverfahren ein anderes Bild oder ein Bildteil einmontiert werden kann (sogenannte Kombinations- oder Kompositaufnahme). Auf diese Weise können Vordergrundhandlungen mit neuen, ortsfremden Hintergründen zusammengestellt oder umgekehrt Hintergründe von Außenaufnahmen mit neuen Vordergründen (etwa Bildern von Personen) zu einem neuen Filmbild zusammengebracht werden.Wird zur Herstellung der Maske das farbenphysikalische Verhalten des Lichts bei kaschierenden Aufnahmen mittels spezieller Leuchtmittel und Farbfilter genutzt, nennt man den Prozess auch Blue-Screen-Verfahren.Es gibt unterschied ... [weiterlesen]
153.

churro / churro cinematográfico

von mexikan.-span.: churro, einer Art frittierten Spritzgebäcks, übertragen dann: Murks, Quatsch; auch als Redewendung: etwas, das „weggeht wie die Semmeln“Bezeichnung für im Mexiko der 1950er und frühen 1960er Jahre mit geringen Budgets massenhaft hergestellte Unterhaltungsfilme ohne höheren künstlerischen Anspruch. Entspricht in seiner Bedeutungsfärbung weitgehend der engl.-amerikan. Bezeichnung quicki ... [weiterlesen]
154.

Autorentheorie

franz.: politique des auteurs, engl.: autheur theoryAls politique des auteurs von französischen Kritikern der Filmzeitschrift Cahiers du Cinéma in den 1950er Jahren eingeführte Strategie mit dem Ziel, Hollywood-Regisseure aufzuwerten. Anstatt sie als Handwerker im arbeitsteiligen Studiosystem anzusehen, wurde Regisseuren wie Alfred Hitchcock, Otto Preminger, Howard Hawks oder Sam Peckingpah eine künstlerische Identität zuge ... [weiterlesen]
155.

Tod des Autors

... it zu verstehen. Nicht der Autor produziere den Text, sondern der Text bringe sich selbst hervor – als Wiederholung und Variierung anderer Texte. Der Autor ist so nicht die primäre Sinn-Instanz eines künstlerischen Textes, da der Text ein Eigenleben führt. Die vermeintliche Autor-Intention bildet nur eine von vielen gleichermaßen legitimen Lesarten des Textes. Daher geht der ‚Tod des Autors‘ mit der ‚Geburt des Lesers‘ und einer neuen Begründung der Rezeptionsästhetik einher.In der Filmtheorie spielte die Diskussion um den Rang des Autors keine große Rolle – drängen sich doch gerade bei populären Produktionen des Kinos ideologiekritische, diskurstheoretische und rezeptionsbezogene Untersuchungsmethoden auf; gleichwohl ist der Autorenzugang nach wie vor einer der mächtigsten Methodenzweige der Filmwissenschaft geblieben.Literatur: Barthes, Roland: La mort de l’auteur [1968]. Wiederabgedr. in: Oeuvres complètes. Tome II: 1966-1973. Paris: Seuil 1994, S. 491-495. Engl. als „The Death of the Author“ in: Image – Music – Text. London 1968, 142-148. Dt. als: „Der Tod des Autors“ in: Texte zur Theorie der Autorschaft. Stuttgart: Reclam 2000, S. 185-197. - Kristeva, Julia: Bakhtine, le mot, le dialogue et le roman [1967]. Als: „Le mot, le dialogue et le roman“ wiederabgedr. in: Semiotiké. Recherches pour une sémanalyse. Paris: Seuil 1978, S. 82-112. – Foucault, Michel: Qu'est-ce qu'un auteur? [1969]. Mit späteren Varianten u. Erg. wiederabgedr. in: Dits et écrits 1954-1988. Tome I: 1954-1969. Paris: Gallimard 1994, S. 789-821. Dt. als „Was ist ein Autor?“ in: Schriften zur Literatur. Frankfurt: Fischer 1988, 7-31. Repr. in: : Texte zur Theorie der Autorschaft. Stuttgart: Reclam 2000, S.198-229. ... [weiterlesen]
156.

Erstaufführungskino

... . Erst im zweiten Schritt wurden in dieser Auswertungsstrategie die „zweiten Häuser“ bespielt. Damit wurde die Exklusivität der Premiere gesichert und gleichzeitig die ökonomische und künstlerische Qualität des Films unterstrichen. Außerdem konnte so eine hohe öffentliche Aufmerksamkeit erreicht werden. Insbesondere Premieren in den wichtigsten Uraufführungstheatern der einzelnen Studios oder Ketten (den flagship theatres) hatten ausgesprochenen Event-Charakter und konnten sich der Zeitungs-Aufmerksamkeit sicher sein. ... [weiterlesen]
157.

Republic Pictures

... uren, die für das Studio arbeiteten, zählten Orson Welles, Allan Dwan, Frank Borzage und John Ford, und auch der Drehbuchautor Ben Hecht stand lange unter Vertrag. Sie genossen vertraglich große künstlerische Freiheiten. Von 1937 bis 1947 produzierte das Studio die Musical-Revue Hit Parade. Daneben standen Erfolge wie Macbeth (1948), Rio Grande (1950) und The Quiet Man (1952). Die Bedeutung des Studios ging in den 1950er Jahren rapide zurück, zum Teil wegen des aufkommenden Fernsehens, zum Teil, weil Yates Prestige-Produktionen favorisierte, die aber kein Publikum fanden.Yates trat am 1.7.1959 als Präsident der Republic zurück. Die Firma fiel an den kalifornischen Industriellen Victor M. Carter, der das Studio zunächst an Lippert Pictures, dann an CBS vermietete, die es 1967 übernahmen und in CBS Studio Center umbenannten. Republic Pictures lebte als Muttergesellschaft der Consolidated Film Industries weiter, spielte aber als Produktionsfirma keine Rolle mehr.Literatur: Hurst, Richard Mauri ... [weiterlesen]
158.

psychedelischer Film: Grundlagen

... urch die Kampagnen des Psychologen, Harvard-Dozenten und LSD-Apologeten Timothy Leary mittels drogeninduzierter psychedelischer Erfahrungen („Trips“) Transzendenz und Spiritualität zu erfahren. Künstlerische Ausdrucksformen wie Musik (Rockmusik: z.B. Jimmy Hendrix, The Doors oder die Merry Pranksters des auch als Schriftsteller und Psychiatrie-Kritiker bekannt gewordenen Ken Kesey), Malerei und auch der Film sollten derartige Erlebnisse nachzeichnen und vertiefen. Dabei griffen die Filme immer wieder auf Ikonografien des Horrors zurück – Figuren verlieren ihre Objektkonstanz, schwellen an, verändern die Form, transformieren zu anderen Figuren; Räume verlieren die Kontinuität, werden liquide oder nehmen andere Formen an; Figur-Grund-Beziehungen beginnen zu oszillieren und ähnliches mehr. Vor allem aber gehen sie auf die Formen- und Farbwelten des chinesischen Ying und Yang sowie auf die Kreisformen der indischen Mandalas zurück. Gerade die Farbsymboliken erwiesen sich als Symbolsprachen, die meist nur dem Filmemacher selbst verständlich sind. Das Realbild tritt gegenüber den fließenden, sich rasch verändernden Farbornamenten der psychedelischen Filme zurück. Die Bildwelten des Psychedelischen erwiesen sich als abstrakte Formenwelten, eine Kritik der kapitalistischen Produktions- und Lebensweisen war in ihnen nicht möglich – darum auch erhob sich früh eine politisch-ideologische Kritik dieser Art von Film.Die grundlegenden transformationalen Beziehungen und metamorphotischen Prozesse in der psychedelische ... [weiterlesen]
159.

Gilde deutscher Filmkunsttheater

Als Sonderform der ortsfesten Filmtheater und als Vorform der Programm- und kommunalen Kinos der 1970er Jahre entstanden ab 1953 die Gilde-Filmkunsttheater, ein Zusammenschluss von zunächst 12 Kinos, initiiert durch den Mannheimer Filmtheaterbesitzer Bernhard Künzig. Dieser Zusammenschluss wuchs bis 1955 auf ca. 50 Kinos an. Heute (Stand: 2002) hat der Verband annähernd 250 Mitglieder.Ziel war von Beginn an die Pflege des künstlerische ... [weiterlesen]
160.

Kurbler

von der Tätigkeit des „Kurbelns“ = der mechanischen Bewegung der Filmkamera und des -projektors mittels einer KurbelIn der Amateurfilmdebatte der 1920er Jahre wurde der Kurbler gegen den „ernsten Filmamateur“, den „Idealisten“ und den „Semi-Profi“ abgesetzt: Er war derjenige, der sich ohne künstlerische Interessen des Amateurfilms ausschließlich zu Zwecken des Vergnügens und der Fam
... [weiterlesen]
161.

Hays-Code: Praxis und Ende

... n geschmacklichen und politischen Standard der Hollywoodproduktionen. Die Macht des Codes geht erst in den 1960er Jahren zu Ende: Nach einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofes wurden Filme unter den Schutz künstlerischer Freiheit gestellt, und die Entscheidungen des Hays Office waren nicht mehr juristisch durchsetzbar. Gerichtliche Auseinandersetzungen um Filme wie Who‘s Afraid of Virginia Woolf? und Blowup veranlassten den neuen MPAA-Präsidenten Jack Valenti, den Hays-Code als eine seiner ersten Amtshandlungen 1967 zu Fall zu bringen. (Die Nachfolgeorganisation der MPDAA war The Motion Pictures Association of America, MPAA.)Bei ihrem Versuch, externer Zensur zuvorzukommen, versuchten die Studios auch zu vermeiden, dass Szenen gedreht werden, die dann sowieso weggeschnitten wurden. Dadurch zwangen sie aber auch die Künstler zu teilweise interessanten ... [weiterlesen]
162.

Produktionsdesigner

engl.: production designDer Produktionsdesigner leitet die Ausstattungsabteilung und kooperiert eng mit dem künstlerischen Leiter einer Produktion („Art Director“). Er arbeitet naturgemäß eng mit dem Kameramann und Kostümdesigner zusammen, bestimmt er doch letzten Endes, wie die Bauten des Films aussehen werden, auf die wiederum die Kostüme und die Lichtsetzung abgestimmt werden müssen. Zur Arbeitsgruppe des ... [weiterlesen]
163.

Schwedenfilm

... r (Sie tanzte nur einen Sommer, Arne Mattson, 1951), Tystnaden (Das Schweigen, Ingmar Bergman, 1963) oder Jag är nyfiken (Ich bin neugierig, Vilgot Sjöman, 1967-1968) boten solchen Darstellungen einen künstlerischen Rahmen und ebneten damit (auch) den Weg für die spätere „Sexfilmwelle“ aus den skandinavischen Ländern.Literatur: Schröder, Stephan M.: Mehr Spaß mit Schwedinnen? Funktionen eines deutschen Heterostereotyps. Berlin: Nordeuropa-Institut 1996, 36 S. (Arbeitspapiere „Gemeinschaften“. 3.). – Skretting, Kathrine: Filmsex und Filmzensur. Die ‚Bettkanten’-Filme in Skandinavien 1970-1976. In: Montage/AV, 2000,9,1, S. 47-62. – Vonderau, Patrick: Geheime Verwandtschaften? Der „Schwedenfilm“ und die Geschichte des Weimarer Kinos. In: Montage/AV, 9,2, 2000, S. 65-99. – Vonderau, Patrick: Wie in (k)einem Spiegel. Scandinavian 60s. In: Filmgeschichte 15, Sommer 2002, S. 19-24. ... [weiterlesen]
164.

Nationalkinematographie

... Ausdruck bringen oder in der Auseinandersetzung mit staatlicher Zensur Kritik üben und so im Ausland für die Kinematographie ihrer Länder stehen. Eine Nationalkinematographie ist aber auch durch künstlerischen Anspruch, durch Sprache, durch Genres sowie durch Distribution und Rezeption definiert.Literatur: Crofts, Steven: Concepts of National Cinema. In: The Oxford Guide to Film Studies. Ed. by John Hill and Pamela Church Gibson. New York: Oxford University Press 1998, S. 385-394. ... [weiterlesen]
165.

Cineast / Cineasmus

von frz.: cinéaste; wortgeschichtlich ist cineast seit Mitte der 1920er Jahre nachweisbar; es ist unmittelbar dem frz. Kofferwort cinéaste entlehnt, das aus ciné- und dem -aste aus enthousiaste amalgamiert istAls Cineast bezeichnet man einen schwärmerischen Verehrer der Filmkultur, einen ausgewiesenen Kenner der Filmgeschichte und der künstlerischen Qualitäten des Kinos. Darin unterscheidet sich der Cineast vom Fil ... [weiterlesen]
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Motivation

Die Begründung für das Auftreten eines künstlerischen Verfahrens oder eines besonderen Motivs, einer auffallenden Strategie, die Information vorzutragen, und ähnlicher Besonderheiten in Aufbau und Vortrag eines Films bezeichnet man als dessen Motivation. Motivationen wohnen dem Werk nicht inne, sondern werden ihm zugeschrieben. Sie sind Ziel einer reflexiven Haltung dem Film gegenüber.Es ist durchaus vorstellbar, dass Element ... [weiterlesen]
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Kunstfilm / film d'art

meist engl. als art cinema, arthouse filmDer Kunstfilm geriet ins Zentrum einer ästhetisch-politischen Debatte, als die Kritiker der Nouvelle Vague den Filmemacher als auteur ausmachten und für ihn die gleiche künstlerische Freiheit und Verantwortung wie für einen Dichter einforderten. Dieses Konzept war die Grundlage für die weltweit verbreiteten Neuen Wellen wie den Jungen Deutschen Film, die zu einer Erneuerung und Ver&aum ... [weiterlesen]
168.

movie-brats

... s“ entstanden außerhalb der Studios und zogen nicht nur die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich, sondern konnten auch die Kritiker ansprechen – sie attestierten den Filmen einen großen künstlerischen Ausdruckswillen und ästhetische Perfektion und Eigenständigkeit; den movie-brats wurde der Rang von auteurs eingeräumt. Erst die großen Blockbuster ermöglichten den movie brats aber, die eigenen Interessen gegen die Filmindustrie durchzusetzen: Spielberg mit Jaws (1975), Coppola mit The Godfather (1972, 1974) und Lucas mit American Graffiti (1973). Aus einer Position ökonomischer Stärke waren sie nun in der Lage, die traditionellen Strukturen der Produktionsprozesse in Frage zu stellen und zu verändern. Sie suchten in der Folge nicht nur neue ästhetische Ausdrucksformen, sondern auch neue Technologien, um ihre formalen Ideen zu verwirklichen. Literatur: Pye, Michael / Myles, Lynda: The Movie Brats: How the Film Generation Took Over Hollywood. New York: Holt, Rinehar ... [weiterlesen]
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revisionistische Filmgeschichtsschreibung

... amer Fluchtpunkt „revisionistischer“ Ansätze ist die Synthetisierung ästhetischer, soziologischer, ökonomischer und technologischer Ansätze zur Historiographie des Films. Das Filmkünstlerische tritt so in Interaktion mit dem Ökonomischen, der historische Massengeschmack erweist sich ebenso als Einflussgröße der Filmgeschichte wie die individuelle Leistung von Regisseuren. Schließlich zeigt sich schnell, dass eine dergestaltige Historiographie das Kino nur in Beziehung zu den konkurrierenden Medien (wie dem Radio oder dem Fernsehen) modelliert werden kann.Literatur: Allen, Robert C. / Gomery, Douglas : Film History. Theory and Practice. New York [...]: McGraw-Hill 1985. – Belton, John: American Cinema / American Culture. New York: McGraw Hill 1994. – Bordwell, David / Staiger, Janet / Thompson, Kristin: The Classical Hollywood Cinema: Film Style and Mode of Production to 1960. New York 1985. – Elsaesser, Thomas: The New Film History. In: Sight and Sound 55,4, 1986, pp. 246-251. ... [weiterlesen]
170.

Zeichentrickfilm

... und finden sich bis heute im Werbefilm.Zeichentrick-Langfilme werden erst von den Disney-Studios produziert (Snow White and the Seven Dwarfs, 1937). Seitdem hat es immer wieder Versuche gegeben, die besonderen künstlerischen Möglichkeiten des Zeichentricks zu entwickeln und zu erproben (Fantasia, 1940, Walt Disney; Animal Farm, 1955, John Halas, Joy Batchelor; Fritz the Cat, 1972, Ralph Bakshi; Allegro non troppo, 1976, Bruno Bozzetto; Le Roi et l‘Oiseau, 1979, Paul Grimault). Oft waren namhafte bildende Künstler an diesen Produktionen beteiligt. Mit den Asterix- und Lucky-Luke-Filmen sowie diversen Einzelproduktionen ist der Zeichentrickfilm als populäre und massenwirksame Langfilmgattung bis heute lebendig geblieben. Der meist serielle kurze Zeichentrickfilm ist außerdem eines der festen Segmente des Kinderfernsehens geworden. Heute wird die einzelbildweise Produktion zunehmend vom Rechner unterstützt ... [weiterlesen]
171.

Kino (1)

... n bestellen. Erst seit den 1980er Jahren wurden wieder große Kinokomplexe gebaut, die aus mehreren Sälen bestanden (Multiplex-Kinos). Es kommt gleichzeitig zur Ausdifferenzierung der Kinos nach ihrem künstlerischen Anspruch oder nach ihren Adressaten (Kommunales Kino, Art-Cinema, Kinderkino etc.).  ... [weiterlesen]
172.

Interview

... das „Kino der Geschichte“, sondern auch das „Kino der Fremde“, das sich allen Facetten des Fremden in seinen ethnischen, historischen, kulturellen und subkulturellen, religiösen und künstlerischen Erscheinungsformen widmet, ist auf das Gespräch mit den Teilnehmern dieser Kultur angewiesen, müssen doch die „inneren Sichten“ des Geschehens verstanden und dargestellt werden. Die Frage der Deutungs- und Bedeutungsmacht – der Interviewte unterwirft sich der sozialen und symbolischen Rolle des Fragenden (Effekt der „sozialen Erwünschtheit“), der Interviewte arrangiert die erfragten Informationen nach dem eigenen Vorurteil – ist auf allen Ebenen der Produktion zu reflektieren. – Einzig der „beobachtende Dokumentarfilm“ verzichtet bis heute radikal auf die Kommentare von Zeugen und Beteiligten, konzentriert sich ganz auf die Beobachtung laufender Ereignisse.Literatur: Friedrichs, Jürgen / Schwinges, Ulrich: Das journalistische Interview. Opladen: Westdeutscher Vlg. 1999. – Haller, Michael: Das Interview. Ein Handbuch für Journalisten. 3., überarb. Aufl. Konstanz: UVK 2001. – Wossidlo, Joachim / Roters, Ulrich (Hrsg.): Interview und Film. Volkskundliche und Ethnologische [!] Ansätze zu Methodik und Analyse. Münster [...]: Waxmann 2003.  ... [weiterlesen]
173.

Dokumentarfilm

... mer ist Zeuge von Handlungen, Ereignissen oder Phänomenen der Zeitgeschichte, die er mittels Film erschließt, verdeutlicht, analysiert oder rekonstruiert, wobei er als Autor z.B. im Interview je nach künstlerischem Konzept als Fragender, Gesprächspartner etc. an- oder abwesend sein kann.Die Begriffsbildung des Dokumentarfilms war einer Praxis nachgängig, die bereits seit den Gebrüdern Lumière 1895 mit ungeschnittenen single shots nichtfiktionale Filme produzierte, in denen sichtbare Vorgänge der Wirklichkeit aufgezeichnet wurden. Frühe Formen des nicht-fiktionalen Films, v.a. Aktualitäten und Wochenschauen, sind mit journalistischen Arbeitsweisen verwandt, während die a-narrativen Landschaftsbilder Vorläufer in der Reisebeschreibung und literarischen Topografieschilderung des 19. Jahrhunderts haben.In den 1960er Jahren entbrannten mehrere Dokumentarfilm-Debatten, in der es um die Methoden des Dokumentarfilms ging, um die Zulässigkeit des Eingriffs, um die Rolle von Subjektivität und politischem Interesse, das (symbolische) Machtverhältnis zwischen Dokumentarfilmer und Gefilmten (vereinfacht gesprochen: das Direct Cinema begleitet soziale Prozesse, das Cinéma Vérité stimuliert sie). Auch wurden seitdem zahlreiche neue Subgattungen ausgebildet, wie z.B. das Doku-Porträt, ... [weiterlesen]
174.

LEF

... Lef" and the left front of the arts. München: Sagner 1981. – Wilbert, Gerd: Entstehung und Entwicklung des Programms der "linken" Kunst und der "linken Front der Künste". Zum Verhältnis von künstlerischer Intelligenz und sozialistischer Revolution in Sowjetrußland. Giessen: Schmitz 1976. – Sorensen, Janet: "Lef," Eisenstein, and the politics of form. In: Film Criticism 19,2, 1994, S. 55-74. ... [weiterlesen]
175.

Feature

... ca. 40-45min lange Filmform (im Umfang von zwei Rollen) im Kontrast zum Kurzfilm.(2) Als Feature wurde ursprünglich die mit Musikeinspielungen und anderen akustischen Einlagen aufgelockerte journalistisch-künstlerische Radiosendung bezeichnet, die sich als große dokumentarische Form durch ihre Vielgestaltigkeit und den raschen Wechsel der Darstellungsregister von den gewöhnlichen Radiovorträgen unterschied. Das Feature gilt als eigenständigste Kunst- und Darstellungsform, die das Radio hervorgebracht hat. In diesem Sinne ist ein Feature auch im Fernsehen die aufgelockerte, leicht verständliche und unterhaltsame Darstellung eines nicht unbedingt (wie bei der Reportage) aktuellen Themas (z.B. über ... [weiterlesen]
176.

Filmwissenschaft

... eien hier genannt.Ein wichtiges Anzeichen für die Verwissenschaftlichung der Filmtheorie in den 1960er Jahren ist die Verschiebung in der Fragestellung: Die Theorie begleitet nicht mehr in erster Linie die künstlerische Praxis, sondern richtet ihre Aufmerksamkeit auf den Zuschauer sowie die formalen Strukturen, die den Film auszeichnen.Seit den 1980er Jahren bilden sich zwei große Strömungen in der Zuschauertheorie heraus: Die semio-pragmatische Analyse des Einflusses kontextueller Bedingungen auf die Art und Weise, wie ein Text gelesen wird (Roger Odin, Francesco Casetti, Hans J. Wulff), sowie die Untersuchung von Verstehensprozessen mit Hilfe von Erkenntnissen der kognitiven Psychologie (David Bordwell, Edward Branigan, Michel Colin, Peter Ohler, Peter Wuss).   ... [weiterlesen]
177.

vidding

... echnischen Entwicklungen seit den 1960ern: Vidding nimmt seinen Anfang mit Standbildprojektionen zu parallel abgespielter Musik aus dem Kassettenrekorder, erhält in den 1980ern durch die Videokassette neue künstlerische Möglichkeiten und wird schließlich im digitalen Zeitalter mit Plattformen wie YouTube und der standardmäßigen Installation von simpler Schnittsoftware zum Massenphänomen mit großer Reichweite und Verfügbarkeit.Sowohl bei der Herstellung von Neumontagen als auch bei Neusynchronisationen wird in der Regel auf den Einsatz der ursprünglichen Tonspur verzichtet. Stattdessen wird ein Musikstück unterlegt (Songvid) beziehungsweise eine neue Tonspur mit von den viddern eigens eingesprochenen Dialogen (fandub) eingefügt, die häufig parodistischen Charakters sind. Bekannte Beispiele aus Deutschland sind Sinnlos im Weltraum (Fandub von Star Trek: The Next Generation, 1987-1994), Lord of the Weed (Fandub der ersten halben Stunde von Peter Ja ... [weiterlesen]
178.

Dramaturg

Die Tätigkeitsbezeichnung des Dramaturgen bezieht sich auf das griechische dramaturgein, was „ein Drama verfassen“ heißt. Noch heute findet sich die Bezeichnung als allgemeine Bezeichnung für den Dramatiker (im Französischen ist der dramaturge z.B. der Stückeschreiber selbst). Im Deutschen bezeichnet Dramaturg seit dem 18. Jahrhundert einen künstlerischen Beraters des Dramatikers, dessen Aufgabe die Lekt&uum ... [weiterlesen]
179.

Filmschule

... en: eine minimale Übereinkunft zwischen Filmemachern und Journalisten; ein Öffentlichkeitsorgan zur Außendarstellung wie etwa eine Fachzeitschrift, aber auch der Rundfunk oder das Fernsehen; ein künstlerisches Programm, Werbestrategien, ein Manifest, ein Kern von programmatischen Filmen, eine begrenzte Anzahl von an der Filmproduktion beteiligten Personen als Vertreter der Schule, ein geistiger Vordenker oder auch „Pabst“. Eine Filmschule ist fast immer gegen eine andere Bewegung gerichtet, die vorausgeht oder gleichzeitig auftritt. Sie versteht sich als Epoche des Kunstfilms, als geschichtlicher Abschnitt einer Nationalkinematographie bzw. als nationalkinematographischer Beitrag zur internationalen Filmgesc ... [weiterlesen]
180.

Agitprop

... fang eingesetzt. Der neue sowjetische Film sollte zum einen gegen die vorher Herrschenden agitieren, zum anderen für die bolschewistische Reorganisation Russlands werben. Der Begriff wurde schnell auf alle künstlerischen Aktivitäten mit radikalen marxistisch-leninistischen Interessen verallgemeinert und aus dem Kontext der sowjetischen Binnenpropaganda herausgelöst.Literatur: Lüdecke, Willi: Der Film in Agitation und Propaganda der revolutionären deutschen Arbeiterbewegung (1919-1933). Berlin: Oberbaumverlag 1973 (Schriftenreihe: Materialistische Wissenschaft. 7.).  ... [weiterlesen]
181.

Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS, The Academy)

... chaften zu organisieren, entwickelte sich die Academy zu einer professionellen Gemeinschaft, die vor allem durch die jährlich stattfindende Oscar-Verleihung bekannt geworden ist. Die Oscars werden für künstlerische ebenso wie für technische Leistungen verliehen, bringen aber durch die TV-Ausstrahlung in alle Welt Millionen von Dollar ein. Ab Mitte der 1930er Jahre begann die Academy mehrmals im Jahr die Players Directory herauszugeben, eine Auflistung mit Fotos sämtlicher in Los Angeles aktiven Filmschauspieler, die gewillt sind, eine Anzeige zu kaufen. Sie betreibt zudem die Margaret Herrick Library, eine Bibliothek und Archiv zur Geschichte der Film- und TV-Wirtschaft sowie das Academy Film Archive und die Academy Foundation, eine Stiftung zur Förderung des Nachwuchses. Heute gehören ca. 6.000 Filmschaffende zur Academy, davon ist der überwiegende Teil im Ruhestand.Literatur: Sa ... [weiterlesen]
182.

Amber / Amber Film

... führung von Veranstaltungen sollten als Partnerschaft von Filmemachern, Fotografen, Schriftstellern und den Gemeinden vor Ort integriert und zu kollektiven Produktionsweisen weiterentwickelt werden. In der künstlerischen Arbeit ging es darum, die Erfahrungswelt der Arbeiter zu erkunden, zu dokumentieren und zu feiern. Es entstand eine ganze Reihe von Filmen, die schnell nationale und internationale Anerkennung fanden. Und es entstand eine umfangreiche Sammlung von Fotografien der Arbeitswelt, die an die Arbeit so berühmter Fotografen wie Cartier-Bresson, Weegee, August Sander oder Robert Doisneau anzuschließen versuchte. Seit 1977 betreibt die Gruppe die Side Gallery (so benannt nach einer Straße in Newcastle, die unt ... [weiterlesen]
183.

cinéma numérique

(1) Französischer Terminus für das Digitale Kino, das im Unterschied zu älteren photochemischen Verfahren (cinéma argentique) mit modernen mathematischen Verfahren der Datenkompression und neueren technisch-physikalischen Speichermedien arbeitet. Der Ausdruck wird gelegentlich auch für in Frankreich bzw. mit französischer Technik produzierte künstlerische Experimentalfilme verwendet.(2) Bezeichnung für Kinos ... [weiterlesen]
184.

Unschärfe

engl.: blurring, breezing, fringing; als künstlerischer Effekt: soft focus; manchmal: fuzzy(1) Unschärfen treten bei der Aufnahme von Filmen durch das sogenannte „Atmen“ des Films in der Kamera auf – eine Krümmung des Films vor dem Bildfenster –, Verschiebungen im Linsensystem der Optiken – z.B. durch das Einwirken von Stoßenergien – oder durch die Wahl einer falschen Entfernungseinstellung. Be ... [weiterlesen]
185.

Academy Award

... die Nominierung müssen die Filme besondere Bedingungen erfüllen. Der Oscar ist eine begehrte und werbewirksame Auszeichnung, hat darüber hinaus große Bedeutung in der Einschätzung der künstlerischen Qualität eines Films oder einer darin eingegangenen Leistung – schon die Nominierung für den Wettbewerb gilt als äußerst ehrenvoll.Literatur: Fischer, Erika J. (Hrsg.): The inauguration os ‚Oscar‘. Sketches and documents from the early years of the Hollywood Academy of Motion Picture Arts and Sciences and the Academy Awards, 1927-1930. München [...]: Saur 1988. – Pond, Steve: The big show. High times and dirty dealings backstage at the Academy Awards. New York: Faber and Faber 2005. – Steinberg, Cobbett: Reel facts. The movie book of records. Harmondsworth: Penguin 1981. ... [weiterlesen]
186.

Stereotyp: Figuren

... llschaftlich Ausgegrenzte. Stereotype sind immer Stereotype für jemanden, d.h. sie sind es nur in einem bestimmten soziokulturellen Kontext. Sie bieten zwei Angriffsflächen für Kritik: den Mangel künstlerische Innovation und die Unterstützung diskriminierender Denkmuster.   ... [weiterlesen]
187.

Movida

... sozialistischen Regierung damit beauftragt, Protektionsmaßnahmen für das spanische Kino nach dem Vorbild Frankreichs einzurichten. Trotz dieser Anstrengungen und eines Anstiegs der durchschnittlichen künstlerischen Qualität der Filme sinkt die Zahl der Produktionen beständig weiter. Drei Generationen von Regisseuren treffen in den 1980er Jahren aufeinander: Die älteste Generation wird vor allem von Luis García Berlanga repräsentiert, der sich erfolgreich der Komödie zuwendet. Die Generation von Carlos Saura schwankt zwischen der Aufarbeitung der Vergangenheit und der Darstellung des aktuellen Spaniens nach Franco. Die dritte Generation tut sich erst Ende der 1980er Jahre mit einer provokanten Darstellung von Sex und Gewalt hervor. Ihr prominentester Vertreter ist Pedro Almodóvar. ... [weiterlesen]
188.

Actors' Studio

... Crawford, Elia Kazan und Robert Lewis gegründet, die zuvor dem linken Group Theatre (1930-1941) angehört hatten. Lee Strasberg, der 1948 zum Studio dazukam, war von 1951 bis zu seinem Tod 1982 an sein künstlerischer Leiter. Seit 2000 leiten Ellen Burstyn, Al Pacino und Harvey Keitel die Schule. Zu ihren Absolventen gehören einige der wichtigsten Schauspieler der letzten Dekaden. Zu ihnen zählen Marlon Brando, Rod Steiger, James Dean, Marilyn Monroe, Montgomery Clift, Dustin Hoffman, Paul Newman und Eva Marie-Saint.Literatur: Garfield, David: A Player’s Place: The Story of the Actors’ Studio. New York: Macmillan 1980.  ... [weiterlesen]
189.

Surrealismus / surrealistischer Film

... ue (Fernand Léger, 1924) als dadaistischer Film angesehen werden. Die Dadaisten verschrieben sich einer generellen Absage an überkommene Ästhetiken, die Surrealisten strebten dagegen nach einer künstlerischen Reflexion des Unbewussten. Der einzige Film, der von den Surrealisten uneingeschränkt als surrealistisch gewürdigt wurde, war Luis Bunñuels L’âge d’or (1930). Dagegen galt sein früherer Film Un chien andalou (1928) als suspekt, da die Mitarbeit von Salvador Dalí verurteilt wurde. Die Surrealisten gingen streng mit den Werken von Künstlern aus ihren eigenen Reihen um, würdigten andererseits Filme von weitaus geringerer innovativer Ästhetik wie etwa King Kong (Cooper und Schoedsack, 1933). Oftmals wurden Filme aufgrund persönlicher Zerwürfnisse untereinander missachtet. Deshalb können trotz ihrer Ablehnung La coquille et le clergyman (Germai ... [weiterlesen]
190.

Miramax Films

... r Name ist ein Kunstwort aus den Namen der Weinstein-Eltern Miriam und Max. Die Firma ist seitdem gewachsen, hat sich verändert. Aber das Engagement vor allem der Weinsteins, mit der Arbeit von Miramax die künstlerischen Möglichkeiten des Films immer wieder auszuloten und zu erweitern, ist bis heute Programm geblieben. Neben dem Verleih von ambitionierten, experimentellen und oft auch provokativen Filmen der unabhängigen Produktion (independents) oder ausländischer Herkunft hat Miramax auch die Produktion einer ganzen Reihe unkonventioneller, künstlerisch oder weltanschaulich ambitionierter Projekte übernommen. Die Brüder Weinstein sind bis heute mit der Produktion, der Gestaltung und dem Marketing von Filmen befasst und sind nach wie vor diejenigen, die darüber entscheiden, welche Projekte Miramax u ... [weiterlesen]
191.

Computerfilm II: künstlerische Anwendungen

Der Ausdruck Computerfilm wurde seit den späten 1950er Jahren ursprünglich gleichbedeutend mit dem amerikanischen computer animated film/movie verwendet. Inzwischen überwiegt bei dem nunmehr seltener begegnenden Terminus die Bedeutungskomponente „avantgardistischer Experimentalfilm mit besonderen ästhetischen Ansprüchen“ und lässt die Abkunft dieser Filme aus der künstlerischen Computergrafik und äl ... [weiterlesen]
192.

Deutsche Zeichenfilm GmbH

Auf Veranlassung des Reichspropagandaministers Joseph Goebbels wurde im Sommer 1941 die Deutsche Zeichenfilm Gmbh als Tochter der Ufa mit Sitz in Berlin-Dahlem gegründet. Die künstlerische Leitung fiel zunächst an Werner Kruse, später an den Dramaturgen Frank Leberecht, die zeichnerische Leitung des Ateliers oblag Gerhard Fieber. Die Gesellschaft war explizit als Gegenentwurf zu Disney geplant. Mittels einer firmeneigenen Zeichens ... [weiterlesen]
193.

Toei / Toei Animation Company

... strikt qualitätsorientierte Ausgründung aus Toei (durch die Regisseure Hayao Miyazaki und Isao Takahata) formiert werden, weil Kaze no Tani no Naushicaa (Nausicaa aus dem Tal der Winde, 1984) so viel künstlerisches Renommee erwarb, dass eine Verselbständigung der Qualitäts-Animeproduktion opportun erschien. Toei ist aber der TV-Orientierung treu geblieben, betreibt heute einen eigenen TV-Anime-Kanal und gehört zum weiteren Dachkonzern Toei Entertainment.Im Lauf der Jahre hat Toei an unüberschaubar vielen Animes mitgearbeitet, sie ko- oder selbst produziert. Das Toei-Logo findet man so im Abspann fast jeden Animes – z.B. bei allen WMT-Serien oder auch den Ghibli-Kinofilmen. Die wichtigsten Eigenproduktionen der letzten Zeit waren die TV-Serien Sailor Moon (1995-2000), Oja majô doremi (1999), One Piece (1999ff) und Digimon (1999-2003; als Film: Digimon: The Film, 2000). ... [weiterlesen]
194.

Filmgeschichte im Film

Geht man vom aktuellen Erfolg von Martin Scorseses The Aviator (2004) aus, so erstaunt es fast, dass (Spiel-)Filme, die Filmgeschichte zum Inhalt haben, eher selten sind und deren künstlerischer und/oder kommerzieller Erfolg noch rarer ist. Zwar gibt es etliche Filme, die sich mit dem Filmemachen beschäftigen (im Milieu der Filmindustrie angesiedelt, als Film-im-Film, als Begleitung der Dreharbeiten zu einem Film etc.), doch die wenigsten d ... [weiterlesen]
195.

Darsteller I

... r Bedeutung, aber auch im Spielfilm haben Laiendarsteller (man denke an das Typagekonzept von Eisenstein in den 1920ern, aber auch an die Darsteller im italienischen Neorealismus) aufgrund der Authentie-Effekte künstlerische Gestaltungsmöglichkeiten erhalten (mit dem Spezialfall der Kinderdarsteller). In den 1920er Jahren haben auf die „Kinofizierung“ der Schauspielkunst die Schulen von W.E. Meyerhold, L. Kuleschow, G. Kosinzew (Fabrik des exzentrischen Schauspielers), M. Reinhardt Einfluss genommen. Die Modifikationen des Stanislawski-Systems hatten im Actors‘ Studio (1947 gegründet) auf US-amerikanische Filmschauspieler tiefen Einfluss.Für schauspielerische Leistungen im Spielfilm lassen sich folgende Analysebereiche unterscheiden: (1) Textaneignung und Erarbeitung der Rolle, (2) Regiearbeit und Darsteller (Besetzungsentscheidung, Kostüm-, Interieur-, Exterieurproben, Inszenierungsmethoden, Einflüsse von Montageverfahren), (3) Ausdrucksbedürfnisse in der Massenkommunikation (Persönlichkeitstyp der Darsteller und ihre Funktion als Projektionsfläche für Bedürfnisse und Wünsche des Publ ... [weiterlesen]
196.

The Archers

Nachdem der englische Regisseur Michael Powell (1905-1990) und der aus Deutschland emigrierte ungarische Drehbuchautor Emmerich (später: Emeric) Pressburger (1902-1988) bereits bei verschiedenen Alexander-Korda-Produktionen zusammengearbeitet hatten, gründeten sie, als Korda nach Hollywood ging, ihre eigene Produktionsgesellschaft The Archers. Zunächst unter dem Schirm der mächtigen Rank Organisation, die ihnen uneingeschränkte k&uu ... [weiterlesen]
197.

Leitmotiv

... ehr schnelle Bildfolge auf ein weibliches Gesicht (Dias einer Statue, quasi-subjektive Aufnahmen bei der Besichtigung der Skulptur, Aufnahmen der späteren Hauptfigur), die die reale Figur in eine Reihe mit künstlerischen Bildern des Weiblichen stellt und sie als ein Faszinosum ausweist, das die Helden der Handlung sonst nur unter Objekten der Kunst gefunden haben.Literatur: Boekhorst, Peter te: Das literarische Leitmotiv und seine Funktionen in Romanen von Aldous Huxley, Virginia Woolf und James Joyce. Frankfurt [...]: Lang 1987. – Borchardt, Edith: Leitmotif and Structure in Fassbinder’s Effie Briest. In: Literature/Film Quarterly 7,3, 1979, S. 201-207. – Klimke, Christoph: Kraft der Vergangenheit. Zu Motiven der Filme von Pier Paolo Pasolini. Frankfurt: Fischer 1987. ... [weiterlesen]
198.

Arrangeur

... re (wie der MGM-Komponist Alfred Newman, der mehr als 250 Filmmusiken komponierte und arrangierte). Andere Arrangeure wie Percy Faith und Nelson Riddle waren so bekannt dafür, dass ihre Arrangements eigene künstlerische Qualitäten gegenüber ihrem Ausgangsmaterial erhielten, dass ihre Arbeiten als „Re-Kompositionen“ angesehen waren. Sie markieren auch den Unterschied zum „Orchestrator“, der sich bemüht, eine Orchesterfassung herzustellen, die sich möglichst nicht von den musikalischen Vorstellungen des Originals entfernt. Noch weiter lösen sich manche Jazz-Musiker von den Ausgangsmusiken; sie verzichten gelegentlich sogar auf eine Verschriftlichung der Arrangements und spielen die Filmmusiken improvisierend auf die Szene.   ... [weiterlesen]
199.

Biopic

... pic. Den Höhepunkt erreichte Hollywoods Produktion in den 1950ern, u.a. mit einer Reihe von Bandleader-Porträts nach The Glenn Miller Story (1954, Anthony Mann). Mit der Verlagerung von politischen zu künstlerischen Sujets nach dem 2. Weltkrieg kamen verstärkt Schattenseiten und pathologische Aspekte des Ruhms (Sucht, Wahn), später zunehmend auch Angehörige von Minderheiten in den Fokus, welche die moderne (Heldensturz-)Biografie seit den 1960er Jahren prägen. Die Titelfigur erscheint nun historisch dezentriert (Andrej Tarkowskijs Andrej Rubljow, 1968), als abwesendes nationales Phantasma (Francesco Rosis Salvatore Giuliano, 1961) oder als Verkörperung des Holocaust (Aus einem deutschen Leben, Theodor Kotulla, 1977). Trotz mitunter experimenteller Frauenbiografien, wie Jutta Brückners Rahel-Varnhagen-Kammerspiel Kolossale Liebe (1991), dominieren nach wie vor Männerporträts, wenn auch teils sehr exzentrische, wie die des Komikers Andy Kaufman in Milos Formans Man on the Moon (1999). Oft totgesagt, lebt das Genre schubweise immer wieder auf und hat auch in seiner jüngsten Konjunktur Oscar-gekrönten Erfolg (Ray, USA 2004, Taylor Hackford).Literatur: Custen, George F.: Bio/Pics. How Hollywood Constructed Public History. New Brunswick, NJ: Rutgers University Press 1992. – Felix, Jürgen (Hrsg.): Genie und Leidenschaft. Künstlerleben im Film. St. Augustin: Gardez! 2000. - Taylor, Henry McKean: Rolle des Lebens. Die Filmbiographie als narratives System. Marburg: Schüren 2002. ... [weiterlesen]
200.

Evolution: Formalismus

Bezeichnet die Entwicklung der Kunst als Veränderung ihrer Funktionen und formalen Elemente mit Blick auf die immanente Entwicklung künstlerischer Verfahren. Evolution wird allgemein als Wechselspiel von Automatisierung und Verfremdung (oder mit Mukarovsky: von Norm und Abweichung) beschrieben, genauer als Ablösung von Dominanten, die in diachroner Perspektive zugleich als gattungs- und epochenspezifische Signaturen zu begreifen sind. ... [weiterlesen]
201.

Satire

von lat. satur = satt, befriedigt, fruchtbar, voll, reichhaltig; in Verbindung mit lat lanx = Schüssel; etwa als ‚eine mit allerlei Früchten gefüllte Schüssel‘Ursprünglich eine Spott- und Strafdichtung, eine boshafte oder boshaft-kritische und humorige Verspottung von Missständen, Unsitten, Anschauungen, Ereignissen, Personen, künstlerischen Werken u.ä., ist die Satire meist auf wenige Stilmittel un ... [weiterlesen]
202.

Society of Independent Motion Picture Producers (SIMPP)

... atz zu der arbeitsteiligen, oft seriellen Produktionsweise brachten die unabhängigen Produzenten Filme in einer viel individuelleren Fertigungsweise zur Marktreife; insbesondere hingen sie oft der Idee der künstlerischen Verantwortung für den einzelnen Film an (in der Studioproduktion bildete sich dagegen oft so etwas wie ein „Studio-Stil“ heraus). Vorbild waren Filme wie City Lights (1931), Snow White and the Seven Dwarfs (1937), Gone With the Wind (1939), Fantasia (1940) oder Citizen Kane (1941). Das Anliegen war, den künstlerisch anspruchsvollen Film am Rande oder sogar gegen die Studios zu erhalten. Der SIMPP gehörten Regisseure, Schauspieler und Autoren an; in den späten 1940er und 1950er Jahren, als die Studios immer weniger Festverträge hatten und immer größere Mengen von Akteuren im Werkvertrag beschäftigten ... [weiterlesen]
203.

Entfaltung

Ursprünglich ein Begriff, der die Generierung von Texten aus rhetorischen Figuren und idiomatischen Wendungen reflektiert. Mit dem Begriff der Entfaltung argumentiert Šklovskij gegen die außerkünstlerische Referenz von Texten, indem er den Ausbau einer Wortstruktur zu einer Textstruktur demonstriert und die Verfahren der sprachimmanenten Bedeutungsbildung (Wiederholung, Stufung, Parallelismus, Verschiebung u.a.) herausstellt. I ... [weiterlesen]
204.

Faktur

von lat. factura = das Tun; gemeinhin als Struktur, Aufbau oder Werkprinzip einer KompositionIm formalistischen Konzept der Kunst ist Faktur ein Schlüsselbegriff der literarischen und bildkünstlerischen Avantgarde und bezeichnet die autonome Ästhetik sensorischer Qualitäten und materialer Spuren. Fakturen wirken als Verfremdung transparenter Inhaltlichkeit, als Erschwerung der Wahrnehmung und Entblößung des Gemachtseins ... [weiterlesen]
205.

Österreichisches Filminstitut (ÖFI)

... funk (ORF).1989 wurde das Filmförderungsgesetz novelliert, seit damals gibt es – über das ÖFI - auch eine Referenzmittelförderung für Filme mit großen kommerziellen und/oder künstlerischen Erfolg. 1993 erfolgte die Umbenennung in Österreichisches Filminstitut, das ÖFI zog in das Filmhaus am Spittelberg im siebten Wiener Gemeindebezirk ein.Langjähriger Geschäftsführer des ÖFI bzw. des FFF war Gerhard Schedl, dessen Agenden 2003 von Roland Teichmann übernommen wurden. Weitere Informationen: www.filminstitut.at. ... [weiterlesen]
206.

Atmosphäre

... sagen, Gepäckwagen u.a. zusammen. Der amerikanische Terminus Sound Image deutet noch stärker darauf hin, dass es sich auch bei den akustischen Konstruktionen im Film um Ton-Bilder handelt, welche nach künstlerischen Gesetzmäßigkeiten organisiert sind. Derartige Ton-Hintergründe werden oft Soundscapes genannt.Literatur: Böhme, Gernot: Atmosphäre. Essays zur neuen Ästhetik. Frankfurt: Suhrkamp 1995. – Böhme, Gernot: Anmutungen. Über das Atmosphärische. Ostfildern vor Stuttgart: Ed. Tertium 1998. – Brunner, Philipp / Schwinitz, Jörg / Tröhler, Margrit (Hrsg.): Filmische Atmosphären. Marburg: Schüren 2011. ... [weiterlesen]
207.

lettristischer Film

selten: letteristischer Film; frz.: film lettristiqueEine Extremform des Schriftfilms bildet seit den 1920er Jahren der lettristische Film. Er verdankt seinen Namen dem Lettrismus (frz.: lettrisme, von frz.: lettre = Buchstabe), einer 1945 von Isidore Isou in Paris gegründeten literarischen und künstlerischen Bewegung, die in konsequenter Weiterführung und Systematisierung unter anderem Dadaismus und Surrealismus Tendenzen die Atomisie ... [weiterlesen]
208.

limelight

... Regisseur bei der Titelgebung zu seinem Films Limelight (USA 1952), in dem er Höhen und Tiefen im Lebens eines beinahe abgeschriebenen Komödianten beschreibt, der durch eine neue Liebe noch einmal zu künstlerischer Kraft zurück findet. Literatur: Bowers, Brian: Lengthening the day: a history of lighting technology. Oxford / New York: Oxford University Press 1998, S. 57-60. – Held, McDonald Watkins: A history of stage lighting in the United States in the nineteenth century. Diss., Evanston, IL: Northwestern University 1955 [Ann Arbor: University Microfilms 1955]. ... [weiterlesen]
209.

Passionsgeschichte

von lat.: passio = das LeidenDie Passionsgeschichte, also die Erzählung vom Leiden Jesu in seinen letzten Lebensstunden, bildet das Kern-Thema der vier Evangelien. Die Eckpunkte hierbei sind das letzte Abendmahl, die Verhaftung Jesu, seine Verurteilung und die Kreuzigung auf Golgatha. Die Evangelisten variieren die Motive jeweils auf eigene Art. Die Erzählung vom Leiden und Sterben Christi fand vielfache künstlerische Verwertung: In de ... [weiterlesen]
210.

Meditation (2)

Richtung des Experimentalfilms. Ausgehend von einem bereits vorhandenen künstlerischen Produkt, z.B. einem Gedicht oder einer Musik-Komposition, werden bewegte und meist nonnarrative Bilder auf assoziative Weise hinzugefügt, deren Funktion sich letztlich aber in der meditativen Illustration des anderen Kunstwerks erschöpft. Ein neueres Beispiel ist Adrian Marthalers Ewige Ruhe (1999). ... [weiterlesen]
211.

counter cinema

... moniale Praxen des kommerziellen Films auszustellen und anzuprangern (etwa die Darstellung der Frau als Objekt eines „männlichen“ Blicks im feministisch motivierten Kino) und andere Formen der (künstlerischen und sozialen) Subjektivität zu erproben. Nach einem Wort Godards geht es darum, die Realität der Illusion klarzustellen, nicht die Illusionierung des Realen. Als Beispiel gilt immer noch die Arbeit der „Groupe Dziga Vertov“ (z.B. Vent d‘Est, 1972). Literatur: Johnston, Claire: Women‘s cinema as counter-cinema. In: Movies and methods. Ed. by Bill Nichols. Berkeley [...]: University of California Press 1976, S. 208-217. – Wollen, Peter: Readings and writings. Semiotic counter-strategies. London: Verso 1982.  ... [weiterlesen]
212.

Konfektionsfilm

Rudolf Arnheim führte den Begriff des Konfektionsfilms in die Filmkritik und -theorie ein. Er verstand darunter seriell gefertigte Filme ohne künstlerische Ambitionen, die primär oder gar ausschließlich der – flachen und anspruchslosen – Unterhaltung eines Massenpublikums dienten. Der Begriff wurde bis in die 1960er Jahre hinein verwendet – in gleichbleibend abschätziger Haltung. Eine ähnliche Bedeutun ... [weiterlesen]
213.

handmade film

... n Lye in den 1930er Jahren und Norman McLaren oder Robert Breer in den 1950ern haben ihre entsprechenden Versuche zu Kunstwerken erhoben und damit auch Schüler und Nachahmer inspiriert, insbesondere im filmkünstlerischen Milieu. Eine australische Gruppe von Underground-Filmern namens Ubu Films formulierte im September 1967 in Sydney sogar ein radikales „Hand-Made Films Manifesto“ für Film und Musik in 10 Punkten.Da handbearbeitete Filme bei häufigeren Aufführungen aufgrund ihrer Machart zwangsläufig leiden und zudem wegen ihrer Kürze gern in andere, umfassendere Werke eingearbeitet worden sind, haben nur wenige der älteren Exemplare in ihrer ursprünglichen Fassung unbeschadet überlebt, jedoch gelten die ästhetischen Effekte dieser Bearbeitungstechniken auch heutzutage nicht als überholt. Literatur: Fan, Larissa: Beyond the fringe – Handmade filmmaking, still finds its place in experimental film ... [weiterlesen]
214.

matte artist

... t es, Hintergründe bzw. Vordergründe für Szenen zu entwerfen und herzustellen. Während ihre designerische Tätigkeit bisher neben ästhetischer Treffsicherheit besondere handwerklich-künstlerische Fähigkeiten wie Zeichnen und Malen voraussetzte und die materiell in Requisiten umgesetzt wurden, arbeitet ein matte artist heutzutage vorwiegend am Computer, der ihm erweiterte Gestaltungsmöglichkeiten im Rahmen virtueller Objekte und Umgebungen bietet sowie zusätzlich den Vorteil schnellerer und häufigerer Korrekturen und Anpassungen an spezielle Bedürfnisse der Filmcrew bietet.Literatur: Vaz, Mark Cotta / Barron, Craig: The invisible art: the legends of movie matte painting. San Francisco: Chronicle Books 2002; Nachdr. 2004. ... [weiterlesen]
215.

7e art

frz., = septième art = siebte KunstSpezifisch französische, bis heute neben „cinéma“ gebräuchliche Bezeichnung für den Film als eine eigenständige Form künstlerischen Ausdrucks. Die Kennzeichnung, die wie ihr deutsches Äquivalent „Filmkunst“ zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufkam, schließt nicht etwa an die – bereits sieben "Künste" umfassenden – Artes liberales ... [weiterlesen]
216.

Tonschleife

... dgesprächen von Partyszenen. Bei Geräuschen wie Straßenlärm oder Regen fällt die Wiederholung fast nie auf.Tonschleifen sind ein produktionstechnischer Notbehelf. Selten werden sie als künstlerisches Mittel verwendet, wie z.B. in Vlado Kristls Don Quichote (1961). Mit dem Aufkommen von Samplern und computerbearbeitetem Ton wurden Tonschleifen durch die aus dem DJ-Bereich stammenden „Loops“ ersetzt, die zwischen Sounddesign und Filmmusik stehen. ... [weiterlesen]
217.

Kubismus

... en – etwa in Marcel l‘Herbiers L‘Inhumaine (1924), in einer Traumsequenz in Jean Renoirs La Fille de l‘eau (1924) oder in einer Mars-Episode in J.A. Protasanows Aelita (1924). Eng an das künstlerische Programm des Kubismus angelehnt sind Arbeiten von Fernand Léger (Ballet mécanique, 1925), René Clair (Entr’acte, 1924) oder Hans Richter (Rhythmus 23, 1925) – sie konzentrieren sich vor allem auf die Objekt-Darstellung, suchen in der Reduktion der Formen eine Erhöhung des filmischen Plastizitäts-Eindrucks zu erzielen, spielen mit Polyperspektivik. Insbesondere in Traumsequenzen, aber auch in manchen Animationsfilmen ist die Formenwelt des Kubismus bis heute lebendig geblieben. Literatur: Lawder, Standish: The Cubist Cinema. New York: New York Press 1975. – Capo, Roberta: Hans Richter, il cinema astratto e il progetto utopia. In: Cinema Sessanta 38,4/5, 1997, S. 47-54. – Prada, Claudia: The relationship of the cubist movement and experimental animation. In: Animatrix: Journal of the UCLA Animation Workshop, 8, 1994, S. 36-39. ... [weiterlesen]
218.

Goldcrest Films

... rd Attenborough waren neben anderen im Beirat. Das Interesse war von vornherein darauf ausgerichtet, auch den amerikanischen Kabel- und Videomarkt zu bedienen – mit zwar kleineren Budget, aber erkennbarem künstlerischen Anspruch. Local Hero (1983) und The Killing Fields (1984) deuteten einen Weg an, trotz der finanziellen Differenz zu Hollywood international dennoch bestehen zu können. Revolution (1985) erwies sich dann aber als ökonomische Katastrophe, und auch Absolute Beginners (1986) spielte bei weitem nicht das Geld ein, das der Film hätte bringen sollen. Zwar gewannen A Room with a View (1985) und The Mission (1986) wiederum Oscars, John Boormans Hope and Glory (1987) war ein weltweiter Achtungserfolg, doch konnten diese Erfolge Goldcrest aber nicht vor dem Verkauf 1987 bewahren. Goldcrest-Filme hatten 30 Oscar-Nominierungen, gewannen 15 Oscars – diese Zahlen geben einen Hinweis auf das internationale Renommee, das die Firma schnell erworben hatte. Literatur: Eberts, Jake / ... [weiterlesen]
219.

Exploitation und Filmwerbung

... Einfluss auf die Gestaltung der Filme. Tatsächlich bewirkte McDonald’s, dass für den dritten und vierten Teil der Batman-Serie Regisseur Tim Burton durch Joel Schumacher ersetzt wurde, weil die künstlerische Vision Burtons nach Meinung des Hamburgerbraters für ein kindliches Publikum zu düster war. Verbundwerbung gehört auch außerhalb der USA zum Repertoire der Filmvermarktung. So agierte McDonald’s in Deutschland als Werbepartner von (T)Raumschiff Surprise – Periode (2004, Michael Herbig). Die Restaurants boten spezielle Menüs an und warben mit TV-Spots, die Ausschnitte aus dem Film enthielten.  ... [weiterlesen]
220.

paralleles Kino

... poljus und Če-paev heraus.Als offizielles Geburtsdatum des Parallelen Kinos gilt das Jahr 1985, als durch Mittel der Autoren die Zeitschrift Cine Fantom ihre Erstauflage erlebte. Der Höhepunkt dieser künstlerischen Periode war das erste Cine Fantom-Festival 1987 in Moskau.1988 wurde in St. Petersburg und Moskau von den Regisseuren des Parallelen Kinos die „Unabhängige Akademie der Künste“ gegründet.Literatur: Drubek-Meyer, Natascha: Parallele Phantome: Traktoristen II (1992) der Brüder Alejnikov. In: Balagan 1,1, 1995, S. 123-131. – Kisina, Julia: Kurz zum parallelen (Kino). In: Balagan 2,1, 1996, S. 123-125. – Ljalina, Olga: Russischer Film-Underground 1984-1994: das ‚parallele Kino‘. In: Balagan 1,1, 1995, S. 132-140. – Rollberg, P.: Leichen im Zustand fortgeschrittenen Zerfalls: ‚Paralleles Kino‘ und ‚Nekrorealismus‘. In: Ästhetik und Kommunikation, 83, 1993, S. 80-87.Gruppe Če-paev ... [weiterlesen]
221.

Palladium

Die dänische Filmproduktion Palladium (auch: Palladium Film) wurde 1921 von dem Produzenten Svend Nielsen gegründet. Der Regisseur Lau Lauridsen, der bis zu ihrem Zusammenbruch bei der Svensk Palladium unter Vertrag gewesen war, wurde der erste künstlerische Direktor. Er erfand noch 1921 das Komikerpaar „Fyrtaarnet og Bivognen“ („Fy og Bi“) (wörtlich: Leuchtturm und Anhänger; in Deutschland bekannt als ... [weiterlesen]
222.

Lola

... essen der Filmindustrie machen sich in der Preisvergabe seitdem deutlich spürbar, da der Preis durch Abstimmung der 800 Akademiemitglieder (Stand: 2006) ohne Angabe von Gründen und ohne Diskussion der künstlerischen Qualität vergeben wird. ... [weiterlesen]
223.

Fernsehpreise

Fernsehpreise dienen insbesondere dazu, die künstlerische Qualität von Fernsehproduktionen für Publikum und Presse kenntlich zu machen. Einige Preise werden ohne gleichzeitiges Festival vergeben (wie der Prix Europa), andere werden durch gleichzeitige Ausstrahlung der Kandidaten publikumswirksam geöffnet (wie das Fernsehfilmfestival Baden-Baden, das durch die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste veranstaltet wird und de ... [weiterlesen]
224.

Amerikanischer Bürgerkrieg

... teratur: Chadwick, Bruce: The Reel Civil War. Mythmaking in American Film. New York: Knopf 2001. –  Gerhold, Hans: Medientransfer. Kurzgeschichten in Kurzfilmen. Der ‚civil war‘ und seine künstlerische Verarbeitung, dargestellt an den Short stories von Ambrose Bierce und ihren filmischen Adaptionen von Robert Enrico. Münster: Lit-Verlag 1983. – Kinnard, Roy: The blue and the gray on the silver screen: more than eighty years of Civil War movies. New York: Carol Publishing 1996.  ... [weiterlesen]
225.

Ballettverfilmung / Ballett und Film

... ttmilieu spielen (The Red Shoes, 1948; The Tales of Hoffmann, 1951; Billy Elliott, 2001). Viele dieser Filme bearbeiten Motive, die im Künstler- oder Schauspielerfilm üblich sind – das Motiv der künstlerischen Krise; die Konkurrenz der Diven; Ausbildung und Lehrzeit; Verletzung und Zwang zum Ausstieg; etc.Literatur: Dodds, Sherril: Dance on screen. Genres and media from Hollywood to experimental art. Basingstoke [..]: Palgrave. 2001. – Billman, Larry: Film choreographers and dance directors. An illustrated biographical encyclopedia, with a history and filmographies, 1893 through 1995. Jefferson, NC: McFarland 1997. – Mitoma, Judy (ed.): Envisioning dance on film and video. London [...]: Routledge 2002. ... [weiterlesen]
226.

Schnitt-in-der-Kamera

... Regel nicht statt. Dadurch wird die Spontaneität des Filmens auch im fertigen Film erhalten und stellt zugleich den Film als Metafilm dar.Vor allem Filmemacher, die Filmessays oder Filmtagebücher als künstlerische Form bevorzugen, tendieren dazu, Einstellungen schon in der Kamera zu schneiden. Neben zahlreichen anderen Avantgarde-Filmemachern benutzt auch Jonas Mekas das Verfahren (z.B. in Reminiscences of a Journey to Lithuania, 1971). Außerdem ist Schnitt-in-der-Kamera ein Verfahren der Amateurfilmerei sowie neuerdings auch der EB-Berichterstattung. ... [weiterlesen]
227.

Pastiche

franz., von ital.: pasticcio = Pastete, Mischmasch, undurchsichtige Affäre(1) Eine künstlerische Arbeit, die den Stil eines voraufgegangenen Werkes imitiert oder nachbildet oder die verschiedene vorliegende Stile mischt, wird „Pastiche“ genannt. Ebenso wird die Tatsache der Nachahmung selbst als „Pastiche“ bezeichnet. Pastiche-Formen gelten heute als äußerliche Formen der Nachahmung von stilistischen Forme ... [weiterlesen]
228.

Internetfilm

... llt und (nur) dort betrachtet werden können und die an die technischen Besonderheiten des Internets, seinen jeweiligen Entwicklungsstand (z.B. hinsichtlich der Übertragungsgeschwindigkeiten) und seine künstlerischen Möglichkeiten angepasst werden.Entsprechend dem Stand der Technik führte die Geschichte des Internetfilms von einfachen Gadgets über Kurzanimationen und Werbefilmsequenzen bis zum eigens konzipierten Internet-Spielfilm. Neuere Entwicklungen lassen interaktiven Austausch mit den Zuschauern/Betrachtern zu, die auf den Gang der Handlung Einfluss ausüben können und sollen. Als Premiere eines Internetfilms in Spielfilmlänge wird die Übertragung der 95min-Komödie Party Girl (Daisy von Scherler Mayer) ... [weiterlesen]
229.

Pazifismus im Film

von lat. pacificus = friedliebendDer politische Pazifismus, der nach den napoleonischen Kriegen zuerst Gesicht bekam, fand in Figuren wie der österreichischen Schriftstellerin Bertha von Suttner, dem französischen Sozialisten Jean Jaurès oder dem Gründer des Roten Kreuzes Henri Dunant vor dem ersten Weltkrieg wichtige künstlerische und agitatorische Leitfiguren - die Gründung der Deutschen Friedensgesellschaft (DFG) 18 ... [weiterlesen]
230.

Ästhetik des Schreckens

In ähnlicher Gestalt gibt es mehrere Augenblickswendungen – etwa Ästhetik des Hässlichen, Ästhetik des Schreckens oder SchreckromantikEine ästhetische Gestaltungsform (= Produktästhetik) und Rezeptionsweise (Angstlust), die sich gegenseitig bedingen und dadurch gekennzeichnet sind, dass im normalen Leben bedrohliche Ereignisse (Verbrechen, Abenteuer, Gewalt, Katastrophen) im künstlerischen Rahmen zur Quelle &a ... [weiterlesen]
231.

Avantgarde der 1920er Jahre

franz.: avant garde = Vorkämpfer einer Idee, VorhutSammelbegriff für verschiedene europäische (film-)künstlerische Bewegungen in den 1920erm Jahren wie Kubismus, Futurismus, Dadaismus, Surrealismus und Konstruktivismus, absoluter Film und cinéma pur. Mit ihrem Interesse an abstrakten, anti-naturalistischen Formexperimenten, visuellen Effekten, Rhythmik und Montage besteht ein enger (teils personaler) Zusammenhang zwischen d ... [weiterlesen]
232.

Art-house Film

... publikums bedienen und einen entsprechend begrenzteren Markt haben, heißen bis heute Art-House-Filme. Sie haben den Ruf, ein erhöhtes Reflexionsniveau zu besitzen, den Filmemachern größere künstlerische Freiheiten zu erlauben, gewagtere Thematiken anzugehen, experimenteller zu verfahren, aber dadurch eben auch den Zuschauern erhöhte Anstrengungen abzuverlangen. Zudem werden sie von vielen für artifiziell und bemüht gehalten. Trotzdem kann auch ein eigentlich als künstlerisch anspruchsvolles art-house konzipierter Film wirtschaftlich erfolgreich sein, und umgekehrt ist nicht jeder im Multiplex erfolglose Film deswegen gleich als art-house zu klassifizieren: Der seit den 1950er Jahren gepflegte Gegensatz zwischen Art-House Film und kommerziellem Film kann heute so nicht mehr aufrecht erhalten werden. Literatur: Kael, Pauline: Fantasies of the Art House audience. In: Sight and Sound 31,1, 1961/62, S. 5-9 [und öfter]. – Ward, Peter: Picture compos ... [weiterlesen]
233.

Filmpreise

Filmpreise werden zumeist auf Filmfestivals oder von der Filmindustrie auf eigens dazu ausgerichteten Veranstaltungen verliehen. Üblicherweise werden damit künstlerische Leistungen prämiert, es gibt aber auch Filmpreise für kommerziellen Erfolg (wie die Goldene Leinwand für mindestens drei Millionen Besucher eines Films). Neben Filmen werden auch Einzelleistungen prämiert, so z.B. schauspielerische Darstellungen, Regie- ... [weiterlesen]
234.

Musical

... besonders seit den 1970er Jahren, ist erstmals ein realistischer Anspruch spürbar. Die altbewährte „happy-go-lucky“-Syntax wird ad absurdum geführt und damit die Gleichzeitigkeit von künstlerischem Erfolg und erfüllter Liebe der Performer-Protagonisten negiert. Es herrscht das „sad clown“-Motiv vor (z.B. in New York, New York, 1977, oder Cabaret, 1972). Die konventionellen Subgenre-Strukturen sind jedoch selbst in den jüngeren Beispielen im Kern erhalten geblieben. Auch wenn die Hochphase des schon oft totgesagten Genres eindeutig in der Zeit von 1930 bis 1960 zu verorten ist, erfreut es sich nach wie vor großer Beliebtheit. Neben aufwendigen Hollywood-Produktionen (Chicago, 2002) entstehen heute außerdem immer wieder innovative europäische Variationen des amerikanischen Musical-Formats.Literatur: Altman, Rick (ed.): Genre: The Musical. London/Boston: Routledge&Kegan Paul 1981. – Cohan, Steven (ed.): Hollywood Musicals. The Film Reader. London/New York: Routledge 2002. – Feuer, Jane: The Hollywood Musical. Bloomington/Indianapolis: Indiana University Press, 2nd ed. 1993. – Green, Stanley: Encyclopedia of the Musical Film. New York: Oxford University Press 1981. – Hischak, Thomas S.: Film it with music. An encyclopedic guide to the American movie musical. Westport, Conn. [u.a.]: Greenwood Press 2001. – Stern, Lee Edward: Der Musical-Film. München: Heyne 1974. ... [weiterlesen]
235.

Produktionsbericht

Ein als filmhistorische Dokumentation angelegter Film über einen anderen Film und somit immer ein metakommunikativer Akt der Intertextualität, dessen Länge zwischen wenigen Minuten und mehreren Stunden variieren kann. Wirklich informative Dokumente oder solche von eigenem künstlerischem Wert bilden die Ausnahme. Stattdessen sind die meisten Produktionsberichte stromlinienförmige Formate – ein längst erprobter Mix a ... [weiterlesen]
236.

New Theatres

Indisches Filmstudio, das von Birendra Nath Sircar 1931 als Tonstudio in Tollyghunge, Calcutta gegründet wurde. Das Studio konnte viel technisches und künstlerisches Personal von kleineren Stummfilmstudios, die kurz vor ihrem Ende standen, für sich gewinnen. So kamen u.a. die Regisseure P.C. Barua und Nitin Bose, der Autor Premankur Atorthy und die Schauspieler Durgadas Bannerjee und Amar Mullick. Das Studio spezialisierte sich zun&aum ... [weiterlesen]
237.

Altersfreigaben: Kanada

... paniment: Jugendliche unter 18 Jahren müssen von einem Erwachsenen begleitet werden; Filme dieser Freigabe-Kategorie enthalten Gewaltdarstellungen, Sexualakte und Horrorszenarien; es wird dem Film aber ein künstlerischer, historischer, politischer, pädagogischer oder wissenschaftlicher Wert zugestanden; – Restricted: für Jugendliche unter 18 Jahren unzugänglich. – Adult / Adult Films: darf keinesfalls Jugendlichen unter 18 Jahren zugänglich gemacht werden. Das „Canadian Home Video Rating System“ nutzt die gleichen Stufen, enthält aber zusätzlich die Kategorie – E / Exempt: darunter fallen alle Filme, die keine eigenen Freigaben haben – Natur- und Reisefilme, Instruktions-, Lehr- und Sachfilme, Sportdarstellungen u.ä.  ... [weiterlesen]
238.

World Film Corporation

... en sollte. Vor allem brachte die Übernahme den Studio-Leiter und Filmregisseur Maurice Tourneur zur Firma; er wurde in den nächsten Jahren mit Filmen wie Trilby (1915) und The Cub (1916) die dominante künstlerische Persönlichkeit der Firma. In Oktober 1917 kaufte Famous Players-Lasky die Paragon-Studios. Im Januar 1919 fusionierte World mit United Picture Theatres of America, Inc. – doch noch im gleichen Jahr übernahm die Republic Distributing Corporation (die unter Selznicks Kontrolle stand) die World-Nachfolgerin.Literatur: Lewis, Kevin: A World Across from Broadway: The Shuberts and the Movies. In: Film History 1,1, 1987, S. 39-51. – Lewis, Kevin: A World Across from Broadway (II): Filmography of the World Film Corporation, 1913-1922. In: Film History 1,2, 1987, S. 163-185. – Spehr, Paul: The Movies Begin. Newark: The Newark Museum 1977. ... [weiterlesen]
239.

British Film Academy (BFA)

Nach dem Vorbild der amerikanischen Academy of Motion Pictures gründete Alexander Korda zusammen mit anderen englischen Filmleuten am 16.4.1947 die British Film Academy im Londoner Hyde Park Hotel, die den Film in künstlerischen, juristischen und ökonomischen Belangen und die vor allem das Recht der Filmkunst auf Entfaltung und Entwicklung öffentlich vertreten sollte. Die Mitgliedschaft in der Academy war eingeschränkt auf di ... [weiterlesen]
240.

National Film Board of Canada (NFB)

... b Hollywoods eröffnen. Dort wurden wissenschaftliche Filme, Dokumentarfilme, Animationsfilme sowie Wochenschauen im Namen der Regierung hergestellt, die aber nicht nur Zweckfilme waren, sondern einen hohen künstlerischen Wert vorwiesen; schon bald gewannen die Filme zahlreiche Presse bei Filmfestivals. Im Jahre 1964 wurde die Produktion nach Sprachen (Französisch/Englisch) aufgeteilt. Ein Brand in Montréal im Jahre 1967 zerstörte einen Großteil des Filmarchivs und führte zur Gründung des National Film Archive of Canada. Im Jahre 1971 wurde auch die Spielfilmproduktion – mit Claude Jutras Mon Oncle Antoine als erstem Projekt – angekurbelt. Seit seiner Gründung sind mehr als 4.000 Filme und TV-Sendungen entstanden (Stand: 2003).Literatur: Evans, Gary: In the national interest. A chronicle of the National Film Board of Canada from 1949 to 1989. Toronto [...]: University of Toronto Press 1989; repr. 1991. – Nelson, Joyce: The colonized eye: rethinking the Grierson legend. Toronto, Ontario: Between the Lines 1988. ... [weiterlesen]
241.

Russland: Kinematographie der zweiten Epoche

Kunstperiode des vorrevolutionären russischen Films, die an die erste Phase der Filmproduktion in Russland anschließt, in der vor allem die Dépendancen französischer Firmen, Pathé u.a., den Markt beherrschten. Ab ca. 1912 bildete sich ein künstlerisches Kino heraus, das bis 1918 prägend blieb. Es pflegte insbesondere die Adaption von Stoffen der klassischen russischen Literatur (Puschkin, Tolstoj), aber auch vo ... [weiterlesen]
242.

Flashfilm

... „Anwendungen“ („Grußkarten“, Spiele, interaktive Unterrichtsmaterialien, animierte Wirtschaftsgraphiken, Firmenpräsentationen, Produktwerbung u.ä.) oder aber separat als künstlerische Einzelleistungen (Cartoons, Computerfilm, Computergraphik; animierte Typographie; Experimentalfilm, Animationsfilm, spielfilmartige Sequenzen) über Internetadressen auf dem Computer geladen und mittels eines besonderen Abspielprogramms (Flash Player) auf dem Bildschirm betrachtet werden können.Flashfilme streben an, ihre Botschaften in der ihnen zur Verfügung stehenden kurzen Zeitspanne beim Betrachter über das Auslösen starker Emotionen oder durch schockartige, kurzgeschlossene, „blitzartige“ Erkenntnisse und Einsichten zu vermitteln.Inzwischen löst sich die Bezeichung Flashfilm von dem Produktnamen der Firma und bezeichnet eher generisch die interak ... [weiterlesen]
243.

New British Cinema

Bewegung im britischen Kino der 1980er Jahre, die als unerwartete, aber lang erhoffte Renaissance empfunden wurde. Unerwartet, weil die Privatisierungspolitik der Thatcher-Regierung einen Zusammenbruch der Filmkultur und Filmförderung befürchten ließ. Lang erhofft, weil das britische Filmschaffen seit dem Free Cinema der frühen 1960er Jahre zum letzten Mal künstlerische Aufmerksamkeit erregt hatte und seither entweder auf in ... [weiterlesen]
244.

Autorisierter Text

... l;berlegungen usw. entstehen, sind immer Produkt von Kompromissen und Zugeständnissen. Auch die Fassungen, die als director‘s cut kursieren und die den Anspruch, sie seien ausschließlich in der künstlerischen Verantwortung des Regisseurs entstanden, sind wohl eher als Versuche zu verstehen, den Film einer (cineastisch motivierten) Zweitauswertung zu unterziehen denn als tatsächliche Autorisierungen, wie man sie in der literarischen Subkultur kennt. ... [weiterlesen]
245.

Zensur im Film

... s). Das kann in ganz verschiedenen Genres geschehen; besonders häufig sind Charakterstudien, Biopics und Doku-Dramas, die als Leidensgeschichten angelegt sind, in denen eine Künstlergestalt das Verbot künstlerischen Ausdrucks als fundamentalen Verlust von Kommunikation und schließlich als existenzielle Bedrohung erleidet (wie Mephisto, 1980, István Szabó, über einen Schauspieler in der Nazizeit). Der Thematisierung von Zensur eignet das Potenzial zur Selbstreflexion: Geschichten über die literarische Zensur vergangener Epochen können Parabeln über die aktuelle filmische Zensur sein (wie Goya, 1971, Konrad Wolf, der in dem Film auch die Zensur in der DDR zu Beginn der 1970er Jahre reflektiert). Die politische Brisanz eines derartigen Films kann so groß sein, dass er seinerseits zum Zensurfall, d.h. in seiner uneingeschränkten Aufführung behindert oder gar verboten wird. Es finden sich auch historische Überblicke ... [weiterlesen]
246.

Minimalismus

engl.: minimal film Als stilistisches Prinzip ist der Minimalismus ein Kennzeichen vor allem von Experimentalfilmen: Die Verwendung künstlerischer und technischer Eingriffe wird auf ein Minimum reduziert, so dass am Ende von einer Ästhetik des Minimalismus gesprochen werden kann, deren Funktion oft in einer bestimmten Art von Realismus liegt. Filme dieser Art haben die Tendenz, zum Beispiel Kamerabewegungen oder Schnitt weitgehend oder ganz ... [weiterlesen]
247.

Porträt

von frz. portrait = BildnisDas (journalistische) Porträt sucht die charakteristischen Züge einer Person der äußeren Realität so genau wie möglich zu beschreiben. Bewertungen der dargestellten Person – hinsichtlich ihres menschlichen und moralischen Ranges, der Qualität ihrer wissenschaftlichen oder künstlerischen Produkte, ihrer politischen oder historischen Bedeutung – sind nicht eindeutig, sofern ... [weiterlesen]
248.

Dekonstruktion

... ilme zu beziehen auf ihren jeweiligen historischen Kontext, den sie unterlaufen, ironisieren, durch Gegenentwürfe von Bedeutung unterwandern. Das Modell gemahnt an die Poetik des „Verfremdens“: Künstlerische Praxis und Qualität besteht darin, jeweils festgewordene Formen des Erzählens oder Zeigens zu unterminieren, ihnen fremde und ungewohnte Darstellungsweisen entgegenzustellen. Literatur: Brunette, Peter (ed.): Deconstruction and the visual arts. Art, media, architecture. Cambridge [...]: Cambridge University Press 1994. – Engelmann,Peter (Hg.): Postmoderne und Dekonstruktion. Texte französischer Philosophen der Gegenwart. Stuttgart: Reclam 2004. – Punday, Daniel: Narrative after deconstruction. Albany: State University of New York Press 2003. – Brunette, Peter / Wills, David: Screen/play. Derrida and film theory. Princeton, NJ [...]: Princeton University Press 1989. – Allen, Richard: Critical theory and the paradox of modernist discourse. In: Screen 28,2, 1987, S. 69-85. – Metz, Walter: Signifying nothing? Martin Ritt's The Sound and the Fury (1959) as deconstructive adaptation. In: Literature/Film Quarterly 27,1, 1999, S. 21-31. – Miller, Gabriel: The death of the western hero: Martin Ritt's Hud and Hombre. In: Film Criticism 20,3, 1996, S. 34-51.  ... [weiterlesen]