Suchergebnisse für die Suche nach: kontinuität



1.

Kontinuität

Der Kontinuitätseffekt im Film lässt sich auf einige grundlegende Typen zurückführen. Insbesondere sind die folgenden zu nennen: (a) Kontinuität der Handlung – dieses ist sicherlich der wichtigste und auffallendste Grund, auf dem das Erleben des Zusammenhangs einer dargestellten Handlung ruht; dabei ist die ganze Vielfalt abgebildeten Handelns im Blick: der Zusammenhang eine ... [weiterlesen]
2.

Montage

... rt).Manchmal wird das Material in einen kontinuierlichen Zusammenhang gebracht, manchmal sind es die Brüche und Kontraste zwischen den Elementen, die Bedeutung hervorrufen: Pudowkins Auffassung war eher an Kontinuität orientiert, die einzelnen Einstellungen greifen ineinander wie die Glieder einer Kette. Die Bilder der Folge sind wie Frage-Antwort-Ketten zu denken – die erste Aufnahme wirft eine Frage auf, die von der zweiten beantwortet und in eine nächste Frage übergeleitet wird. Dagegen steht das Konzept der „Kollision“ der Einstellungen bei Eisenstein, der „Zellen“, die in der Montage zu höheren organischen Ganzheiten zusammengefügt werden. Hier hat man es mit einem dynamischen Neben- und Gegeneinander verschiedener Einstellungen zu tun, das die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf sich selbst lenkt und ihn anregt, Schlussfolgerungen zu ziehen. Der Aufbau von Konflikten und Kontrasten wird in ein dialektisches Verhältnis der Einstellungen zueinander umgesetzt.Das größte Problem der Montage ist die Frage nach der Kontinuität, die sich trotz der Differenz der einzelnen Bilder einstellt. Die wohl mächtigste Bindung zwischen Einstellungen ist das Handeln der Akteure – es schafft einen Fluss von Kausalitäten, von Bewegungen und Adressierungen, von räumlichen und zeitlichen Bezügen, der sich in der Rezeption wie eine Klammer unter die Bildfolge zu legen scheint. Aber auf allen Ebenen der filmischen Struktur k& ... [weiterlesen]
3.

shot flow

dt. etwa: Fluss der BilderDer Eindruck eines „gleichmäßigen Fließens“ der Einstellungen eines Films wird dann zu einer Kerncharakteristik der Montage, wenn die Schnitte unsichtbar werden sollen und der Eindruck einer allgemeinen Kontinuität der Bewegung, der Informationsvergabe und der emotionalen Einfärbung des Films entstehen soll. Der shot flow wirkt gestört, wenn das Tempo von Bewegung und Schnitt nicht ... [weiterlesen]
4.

Anschlussfehler

... Um solche Fehler zu vermeiden, muss während des Drehs ein Script Supervisor bei jedem Take Aufzeichnungen zu allen relevanten Bildelementen machen. Bei beweglichen Objekten und Personen muss zudem auf die Kontinuität der Bewegungsrichtungen über verschiedene Einstellungen hinweg geachtet werden.Literatur: Rowland, Avril: Film Script. Kontinuität bei Spielfilmen und Dokumentationen. Köln: Reil & Gottschalk 1992.  ... [weiterlesen]
5.

Kohäsion

... rung: etwas zeigt den Rahmen, in dem das andere steht; Integration: zwei Elemente gehören zu einer übergeordneten Einheit, etwa einer Handlung). In der filmischen Organisation der Kohäsion spielt Kontinuität eine zentrale Rolle, weil die Diskontinuität des visuellen Materials fast immer als störend empfunden wird und oft nur in der Artikulation von Kontrasten, Widersprüchen und Oppositionen auch der Struktur des Dargestellten korrespondiert. Die alte Frage, wie der „rote Faden“ beschaffen sei, der die verschiedenen Bilder durchzieht und sie als Darstellung eines darunterliegenden Zusammenhangs begreifbar macht, verweist auf Einheiten des Denkens und auf stoffliche Größen.   ... [weiterlesen]
6.

counter cinema

... nd -interpretation entgegenzusetzen, sie zu verfremden und zu dekonstruieren. Gerade die experimentellen Formen setzen auf Materialerkundung und formales Experiment; sie stören zeitliche und räumliche Kontinuität, geben die Einheitlichkeit und Kontinuität des Setting auf, setzen eher auf rhythmische Prinzipien der Folge aus solche der (narrativen oder psychologischen) Kausalität. Oft geht es darum, den Illusionismus des normalen Kinos durchsichtig zu machen, manchmal gar, ihn aufzugeben.Der Terminus counter cinema entstand in den 1970er Jahren, obwohl die formalen Experimente bis in die 1920er Jahre zurückreichen. Hier war der Fluchtpunkt die Dominanz der Hollywood-Industrie, deren System von Repräse ... [weiterlesen]
7.

direktionale Kontinuität

engl.: screen-direction continuityEines der spatialen Bindemittel zwischen Einstellungen ist schon im frühen Film die direktionale Kontinuität einer Bewegung – wird in der einen Einstellung nach rechts abgetreten, erfolgt der Neuauftritt in der folgenden von links. Diese Regel, die den Eindruck erwecken hilft, eine Bewegung sei kontinuierlich-durchgängig, wird auch dann beachtet, wenn die Ereignisse, die zwei aneinander angrenzen ... [weiterlesen]
8.

harter Schnitt

engl.: hard cut, smash cut, dynamic cutWerden zwei Einstellungen miteinander verbunden, ist die Schnittstelle ein wahrnehmungsauffälliger Einbruch der Kontinuität der Ereignisse. Zwar wirken eine ganze Reihe von Effekten dieser Tatsache entgegen (insbesondere Konventionen der Kontinuitäts-Montage), doch kann sie selbst Ziel und Mittel des filmischen Erzählens sein. So kann es z.B. in V ... [weiterlesen]
9.

Kostümauszug

Für den Eindruck der Kontinuität ist auch die Kontinuität der Kostüme und ihres jeweils besonderen Zustands (Kragen hochgeklappt, oberster Hemdknopf offen, Hose verschmutzt u.ä.) von Bedeutung. Um Anschlussfehler beim Dreh zu vermeiden, fertigen darum das Continuity Girl (und manchmal auch der Kostümbildner) ein gelegentlich als Kostümauszug bezeichnetes Protokoll der An ... [weiterlesen]
10.

Anschluss: Bewegungskontinuität

... gemacht werden, um den Eindruck eines kontinuierlichen Fortgangs zu ermöglichen. Empirische Untersuchungen belegen, dass der Eindruck eines kontinuierlichen Fortgangs der Bewegung („phänomenale Kontinuität“) sich nur bei Auslassung mehrerer Bildfelder einstellt.Literatur: Kalkofen, Hermann / Hecht, Heiko: Phänomenale Kontinuität im Filmschnitt. Vortrag, 17. Film- und Fernsehwissenschaftliches Kolloquium, Mannheim 2005. ... [weiterlesen]
11.

match cut

auch: matched cut, match-on-action; dt. etwa: zusammenfügender Schnitt(1) Beim matched cut werden die Bilder so aneinander geschnitten, dass das Bildzentrum des einen Bildes (point of action) an gleicher Stelle ist wie das des anderen. Da die Aufmerksamkeit so auf einen besonderen Bereich des Bildes konzentriert ist, wird sie von der Tatsache des Schnitts resp. von der Diskontinuität des Bildwechsels abgelenkt. Darum wird das match cutting ... [weiterlesen]
12.

Kontinuität und Montage

Auf allen Ebenen der filmischen Struktur können Kontinuitätseffekte auftreten, die sich nicht allein aus der Kontinuität der Handlung heraus ableiten lassen, sondern ihre Begründung in anderen Beziehungen zwischen den Bildern der Folge haben: graphische Verbindungen zwischen Einstellungen, rhythmische Beziehungen, räumliche und temporale Verhältnisse, Darstellung von Handlung ... [weiterlesen]
13.

Summary

... von „sequentieller Raffung“ beschleunigt und resümiert. Die häufig eingesetzte musikalische Untermalung dient dabei wohl immer als Indikator für Zusammengehörigkeit, so sogar von Kontinuität. Als ein eigener Typus zeitraffender Sequenzformen ist das Summary bislang nicht behandelt worden.Genette rechnet die summaries (bei ihm abgeleitet aus „summarische Erzählung“) zu den Formen der Zeitraffung. Sie formen einen normalen Übergang zwischen zwei Szenen und bilden eine Art von „Hintergrund“ der Erzählung. So treten zwei semantosyntaktische Funktionen nebeneinander: Zum einen gehören summaries zu den Verfahren der Kontinuisierung der Erzählung und der Überdeckung von Ellipsen des Erzählten; und zum zweiten werden sie dazu genutzt, das Erzählte zu foliieren, Übergangsphasen zwischen narrativ wichtigen Episoden nicht nur zu raffen, sondern auch zu essentialisieren.Literatur: Genette, Gérard: Die Erzählung. München: Fink 1994, 67ff. Zuerst frz. als: Discours du récit (1972) und: Nouveau discours du récit (1983). ... [weiterlesen]
14.

Williamson Kinematograph Company

... on (1900) einen großen Durchbruch zur Montage – der Film gilt als eines der allerersten Beispiele für eine Alternationsmontage, mittels der Williamson eine Verfolgung realisierte. Die Anschluss-Kontinuität blieb eines der Themen – sie war schon in Stop Thief! (1901) weiterentwickelt worden. Our New Errand Boy (1905) gilt als eine der schnellsten Burlesken des frühen Kinos und erzählt von den chaotischen Geschehnissen, die ein Junge auf den Straßen von Hove auslöst. Williamson gehört dank seiner Montage-Neuerungen – neben George Albert („G.A.“) Smith, dem Erfinder der Großaufnahme, und Charles Urban, der den Kinemacolor-Prozess erfand – zur sogenannten „Brighton School“. 1902 erfand Williamson das Format der picture stories - gemeint waren Docudramas nach Berichten von Soldaten, die in Südafrika im Einsatz gewesen waren. Im ... [weiterlesen]
15.

historische Referenzbilder

... Verdichtungen, die sich insbesondere dadurch auszeichnen, dass sie eine Kernmitteilung verkörpern. Der Begriff wurde von dem Kunsthistoriker Martin Hellmold 1999 eingeführt, um auf die 'ikonologischen Kontinuitätslinien' und entsprechende, bekannte Darstellungsmuster hinzuweisen. Hierbei geht es dann insbesondere um die, durch die Bildanalyse zu betrachtenden Kategorien wie Kinesik, kunstgeschichtliche Vorbilder/Entlehnungen, Pathosformeln, etc.Literatur: Grittmann, Elke / Ammann, Ilona: Ikonen der Kriegs- und Kriesenfotografie. In: Diess ./ Neverla, Irene (Hrsg.): Global, lokal, digital – Fotojournalismus heute. Köln: Herbert von Harlem 2008, S. 296-325. – Hellmold, Martin: Warum gerade diese Bilder? Überlegungen zur Ästhetik und Funktion der historischen Referenzbilder moderner Kriege. In: Thomas F. Schneider (Hrsg.): Kriegserlebnis und Legendenbildung. Das Bild des 'modernen' Krieges in Literatur, Theater, Photographie und Film [Bd. 1]. Osnabrück: Universitätsverlag Rasch 1999, S. 34-50. &ndas ... [weiterlesen]
16.

Montagetheorie

... rt werden.Eine andere Frage ist, ob das Material in einen kontinuierlichen Zusammenhang gebracht wird oder ob es die Brüche und Kontraste sind, die Bedeutungen hervorrufen: Pudowkins Auffassung war eher an Kontinuität orientiert, die einzelnen Einstellungen greifen ineinander wie die Glieder einer Kette. Die Montage ordnet sich dabei der Erzählung unter. Die Bilder der Folge sind wie Frage-Antwort-Ketten zu denken – das erste Bild wirft eine Frage auf, die vom zweiten beantwortet und in eine zweite Frage übergeleitet wird. Dagegen steht das Konzept der „Kollision“ der einzelnen Einstellungen bei Eisenstein, die er als „Zellen“ ansieht, die in der Montage zu höheren organischen Ganzheiten zusammengefügt werden: Hier hat man es mit einem dynamischen Neben- und Gegeneinander verschiedener Einstellungen zu tun, das die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf sich selbst lenkt und ihn dazu anregt, bewusste Schlussfolgerungen zu ziehen. Der Aufbau von Konflikten und Kontrasten wird in ein dialektisches Verhältnis der einzelnen Einstellungen umgesetzt.Montage ist gleich mehrfach mit der Erzählung verwoben: Sie folgt oft den Blicken von Filmfiguren und kann so zur Subjektivierung (und Psychologisierung) des Geschehens (und der Erzählung) beitragen. Sie dient dazu, das Geschehen zu dramatisieren und Spannung zu erzeugen. Sie hilft dabei, Details hervorzuheben und anderes zu unterdrücken. In allen diesen Formen manifestiert sich in der montierten Sequenz eine „textuelle Instanz“, ein „impliziter Erzähler“, der den Bilder- und Informationsfluss steuert und so mit dem Zuschauer interagiert. ... [weiterlesen]
17.

Juxtaposition

... Allgemeinere des Gedankens fortgeschritten wird. Oft werden die Leistungen, die die Juxtaposition eröffnet, als elementare Effekte der Montage angesehen. Im weiteren Sinne fußen nämlich auch die Kontinuitätseffekte auf der Nebeneinanderstellung des Materials.Juxtapositionen können mit verschiedenen Mitteln vorgenommen werden: (1) durch die Montage des visuellen Materials; wenn z.B. Aufnahmen von Streikenden mit Aufnahmen von Vieh in einem Schlachthof kontrastiert wird, entsteht das Bild einer bösen Analogie; (2) durch das Konfrontieren einzelner Aufnahmen oder Elemente von Bildern; so lassen sich Farbräume als soziale Räume – der Raum der Gangster, der Raum der Bürger – einander entgegenstellen; (3) durch die De-Koordination des Visuellen und des Auralen; dabei entstehen oft ironische Kontraste, etwa wenn zu Bildern von Polizeiaufmärschen „We Shall Overcome“ gesungen wird; (4) durch die Zeit- und Realitätsbehandlung; es können also verschiedene Zeit- und Realitätsebenen einander kontrastiert oder parallelisiert werden, ohne dass sie kausal etwas miteinander zu tun hätten; (5) simultane Darbietung der Elemente als split screen usw. ... [weiterlesen]
18.

Carry-On-Filme

... elt sich die Reihe immer mehr in Richtung frivoler Sexkomödien (Carry On Loving, 1970), zum Markenzeichen avancieren Zoten und Zweideutigkeiten aus der Feder des Drehbuchautors Talbot Rothwell. Personelle Kontinuität herrscht nicht nur hinter der Kamera (sämtliche 31 Filme inszeniert Gerald Thomas), sondern auch davor: Akteure wie Sidney James (als ,dirty old man‘), Hattie Jacques (als Matrone) oder Kenneth Williams (als verklemmte Autoritätsperson) verkörpern unveränderliche Figuren; viele Elemente der Typenkomik sind aus der englischen Music-Hall-Tradition entlehnt. Obwohl die Carry-On-Komödien mit ihrer ,Am-Schluss-wird-geheiratet‘-Moral der Sexfilmwelle der 1970er nicht mehr beikommen (Carry On Emmanuelle, 1978), sind sie mehr als ein Zeitdokument kleinbürgerlicher Prüderie; z.T. liefern die Filme gekonnte satirische Spitzen gegen Inselmentalität und Imperialismusgebaren (Carry On ¼ Up the Khyber, 1968). Literatur: Probert, Rebecca: Carry On Up the Aisle! In: Law and Humanities 6,1, 2012, S. 41-56. – Webber, Richard: 50 Years of Carry On. London: Arrow Books 2009.  ... [weiterlesen]
19.

Überblendungseinrichtung

... ml;tes Anlassen des Antriebsmotors des zweiten Projektors, durch Nichtbeachtung der Überblendungszeichen usw.); aber auch ungleiche Bildwandausleuchtungen der beiden Projektoren werden als Störung der Kontinuität der Projektion wahrgenommen.  ... [weiterlesen]
20.

Klammerfunktion

auch: Klammerfunktion der Musik Eher seltene Alltags-, Kritik- und Analysebezeichnung für die Verbindung seperater Szenen durch eine einzige, zusammenhängende Musik, die rein formal einen inhaltlichoft gar nicht vorhandenen Zusammenhang der Szenen behauptet. Das Verfahren dient oft der Erzeugung einer Pseudo-Kontinuität der Erzählung, kann aber auch auf (über das Narrative hinaus) tiefensemantische Beziehungen zwischen den S ... [weiterlesen]
21.

Nachrichtenwerttheorie

... le überschreiten; Eindeutigkeit; Bedeutsamkeit – die Bedeutung für den Leser und seine Nähe zum Thema; Konsonanz – Themen, die im eigenen Erwartungshorizont liegen; Überraschung; Kontinuität: hat ein Thema die Nachrichtenschwelle überschritten, wird darüber berichtet, auch wenn es im Vergleich zu anderen Themen eine eher geringe Bedeutung besitzt; Variation – die Mischung im jeweiligen Nachrichtenmedium muss stimmen, was auch Themen erforderlich macht, die für sich genommen keinen oder nur geringen Nachrichtenwert hätten; Bezug auf Elite-Personen und Nationen; Personalisierung; Negativismus. Heute sind über 20 einzelne Nachrichtenwert-Kategorien identifiziert worden.Im Rahmen der Nachrichtenwert-Untersuchungen wurde meist schnell klar, dass Medienberichterstattung Realität verzerrt und dass der Anspruch, ein Bericht habe „wahr“ oder „wahrhaftig“ zu sein, nicht aufrechtzuerhalten sei, sondern dass Medien dazu beitragen, Bilder der Realität hervorzubringen und zu stabilisieren, die mit der Realität selbst nur partielle Berührungspunkte haben.Literatur: Kepplinger, Hans Mathias: Theorien der Nachrichtenauswahl als Theorien der Realität. In: Aus Politik und Zeitgeschichte [Beilage zu "Das Parlament"] B 15/89, 7.4.1989, S. 3-16. – Staab, Joachim Friedrich: Nachrichtenwert-Theorie. Formale Struktur und empirischer Gehalt. Freiburg/München: Alber 1990. ... [weiterlesen]
22.

cinéma du comportement

... 1) gruppieren lässt und bestimmte gesellschaftlich relevante Verhaltensweisen der Figuren zur Darstellung bringt, die der Autor als ‚Krankheit der Gefühle‘ bezeichnete, geht anders als das Kontinuitätskino Hollywoods vor: Um die bedeutsamen Verhaltensmuster zeigen zu können, bedurfte es etwa einer Kameraführung, die nahe am Tatsachen-Bild blieb, dabei aber in den Arrangements Haltungsnuancen der Figuren stilisierte und diese damit hinlänglich analysierbar und zugleich erzählbar werden ließ. Dies wiederum setzte bei der mise en scène eine Einbindung der Figurenarrangements in das architektonische Umfeld voraus und legitimierte äußerlic ... [weiterlesen]
23.

Automavision

... ifferenz zwischen zwei aufeinanderfolgenden Aufnahmepositionen unterliegt. Ein solches Vorgehen, durch Jump Cuts zusätzlich verstärkt, führt zu Verkantungen, unmotivierten Zooms, Unschärfen, Kontinuitätsbrüchen, mangelhaften Bildkompositionen und Farbveränderungen, die in der herkömmlichen Kameraarbeit als handwerkliche Fehler angesehen und nicht geduldet würden. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit gewinnt diese Technik für den Zuschauer dann doch eine eigene Qualität und bleibt nicht ohne Reiz.Automavision ist eine konsequente Weiterentwicklung des Konzepts von Dogma 95 und als ein weiterer Selbstversuch des Regisseurs von Trier zu werten, seinem ausgeprägten Hang zur gewohnheitsmäßigen und vollständigen Kontrolle über seine Einflusssphäre methodisch entgegenzuwirken. Gleichzeitig wird weitgehend verhindert, dass Schauspieler sich allzu vorteilhaft ins rechte Licht setzen können. Der in die Ästhetik des filmischen Werks eingreifende Zufall soll zudem dem Zuschauer neue Freiräume bei der Rezeption ermöglichen.Literatur: Thompson, Kristin / Bordwell, David: Observations on film art and 'Film Art'. URL: http://www.davidbordwell.net/blog/?p=202 [29.09.07]. ... [weiterlesen]
24.

Kreuzblende

auch: Tonblende; gelegentlich (und fälschlicherweise) auch als „Überblendung“ von Bildern oder Einstellungen; engl.: cross fade(1) Wenn im Radio (oder beim Live-Auflegen) der Pegel des einen Stücks heruntergezogen und der des folgenden geöffnet wird, spricht man von einer „Kreuz-“ oder „Tonblende“. Damit wird eine Kontinuität der Beschallung suggeriert, obwohl die eingesetzten Stücke u ... [weiterlesen]
25.

dream mode

Dream mode dient als Kennzeichnung für Filme, die der inneren Logik von Träumen zu folgen scheinen. Insbesondere die Abwesenheit einer (narrativ-zeitlichen) Kontinuität der Bild- und Ereignisfolge sowie die unlogische, unzusammenhängende Art, in der die Bilder miteinander verknüpft sind, sind als Hinweise darauf genommen worden, dass der Film der Logik der Träume verwandt sei. Als prägnante Beispiele werden oft Film ... [weiterlesen]
26.

cheat cut

dt. etwa: betrügerische / täuschende EinstellungIn einer streng auf Kontinuität und Sichtbarkeit angelegten Variante von Montage ist es unter Umständen nötig, mit Einstellungen zu arbeiten, die physikalisch eigentlich nicht möglich wären. Wenn also – wie in einem Beispiel aus Meet Me in St. Louis (USA 1944, Vincente Minelli) – ein Telefon an einer Wand befestigt ist, die Kamera bei einer der folgenden Au ... [weiterlesen]
27.

Baudelarian cinema

... unter ihnen Jonas Mekas, Ken Jacobs, Jack Smith und Carolee Schneemann – ging die Form nicht weit genug. Sie konzipierten Filme, die den narrativen Zusammenhang, eine in der Erzählung begründete Kontinuität, die vorgegebene Standardlänge ebenso vernachlässigten wie Prinzipien der Schärfe, der Belichtungszeiten und der Erkennbarkeit der Bildinhalte. Sie sahen die Art, wie sie Filme machten, als äquivalent zum action painting in der Art Jackson Pollocks. Sie umgingen nach Möglichkeit jede Form der (Selbst-)Zensur, wendeten sich tabuisierten Themen zu (vor allem Bi- und Homosexualität). Mekas gab der Bewegung die Bezeichnung Baudelarian cinema, an den Drogenpoeten Charles Baudelaire erinnernd, dessen Gedichtzyklus Les Fl ... [weiterlesen]
28.

Vertex

... präsentieren). Die Vertices enthalten neben einer Positionsangabe in Form eines 3D‑Vektors noch andere Angaben, die für die Oberflächenmodellierung (wie z.B. Licht-/Schattenbrüche, Farbkontinuität etc.) von Bedeutung sein können.  ... [weiterlesen]
29.

semi-sync

... er tatsächlich referentiell auf das Vorfilmische zu verweisen. Man verwendet derartige Geräusche (die zudem oft mit Musik verbunden sind), um die Diversität des Materials zu glätten und eine Kontinuität der verwendeten Aufnahmen vorzutäuschen, es zudem auf die Erfordernisse des Tonfilms anzupassen. Derartige Töne unterliegen oft sogar Folgen von historischen Photographien, was zum Eindruck einer Synthese von historisch-visuellem Material und akustischen Elementen führt, wobei letztere gegenüber den Bildern nicht dem Historischen, sondern dem aktuellen Film zugehören und eine der Manifestationen der Erzählinstanz des Films sind. ... [weiterlesen]
30.

Requisiteur

... tolen, Bücher, Koch- und Essgeschirre, Taschen, Schlüssel, Blumenvasen, Stühle, Flaschen und anderes handelt. Zudem kümmert er sich (meist in enger Zusammenarbeit mit dem Script-Girl) um die Kontinuität der Requisite. Meist kümmert sich der Requisiteur auch um die Platzierung von Objekten, die qua Product Placement auf dem Set erscheinen sollen. Eine Reflektion über die zentrale Rolle des Requisiteurs in der Hervorbringung und Kontrolle der diegetischen Objektwelt ist Truffauts La nuit américaine (Frankreich 1973), in dem der Requisiteur sogar die abschließenden Worte des Films spricht. ... [weiterlesen]
31.

living dolls

... ige Bewegungen vor allem der Arme und des Kopfes überführen die Figur von einer Pose in die nächste. Aus fließender Bewegung wird eine Folge von Stillstellungen der Bewegung. Aus lebendiger Kontinuität wird so ein Artefakt aus Stillständen. Kurioserweise entstammt die Praxis der living dolls der Praxis der Inszenierung des Raums im Schaufenster und wird bis heute überaus erfolgreich in der Werbeindustrie eingesetzt (v.a. auf Messen und ähnlichen Events). Im Film finden sich Anverwandlungen dieses Schauspiel-Stils in mehreren Genres (in übertreibender und darum lächerlich wirkender Form z.B. im Slapstick; als Hinweis auf eine fast starre Körperkontrolle der Figur aber auch in Melodramen wie L'Année dernière à Marienbad, Frankreich 1961, Alain Resnais); gemein ist ihnen die Anmutung großer Artifizialität und einer bewusst hergestellten Differenz zwischen Schauspiel und alltäglichem Verhalten.Literatur: Schneider, Sara K.: Vital Mummies. Performance Design for the Show-Wind ... [weiterlesen]
32.

Transvergenz

Während die Unterstellung, verschiedene Elemente eines Textes seien konvergent oder divergent (also stimmig oder nicht), aus der Juxtaposition der Elemente gewonnen werden kann und auf Vorstellungen von Kontinuität und Konsistenz als idealer Qualitäten des semantischen Zusammenhangs von Texten aufruht, haben einige dem Postmodernismus zugewandte Forscher ein Konzept von Transvergenz eingefordert, das solche Beziehungen zwischen Element ... [weiterlesen]
33.

Narratographie

In Absetzung zu Modellen der narrativen Struktur, die sich ganz auf die Herstellung von Kohärenz und Kontinuität konzentrieren, wurde u.a. von Garrett Stewart die Narratographie als ein analytisches Verfahren vorgeschlagen, das nicht nur Elemente der story, sondern auch der diskursiven, medial spezifischen Inszenierungs- oder Darbietungsweise erfassen und als Teil der Bedeutungsproduktion ausweisen kann. Insbesondere sollen so Zeitbeziehung ... [weiterlesen]
34.

Exzess

... uml;hnliche Kameraoperationen, manieristische Dekors, extrem lange Einstellungen usf. Thompsons Interesse gilt der Idee des Hervortretens einer Materialität des Filmischen, die zeitweilig das Narrative als kontinuitätsstiftende Struktur eines Films aussetze und als „counternarrative“ bzw. „counterunity“ erfahrbar werde. Es sind Musikszenen, Filmträume, Rauschszenen, aber auch Transitionen, deskriptive Sequenzen und ähnliches, die mittels eines solchen exzessartigen Gebrauchs filmischer Mittel aus dem Kontext zumindest partiell herausttreten und eigene Aufmerksamkeit (und eine eigene Form des filmischen Genusses) auf sich ziehen.Wie im Fall der ostranenie obliege es dabei dem Zuschauer, den Exzess des Filmischen als solchen zu realisieren, den filmischen Text mental bis an die Grenze sines Zusammenhangs zu führen, in dem die textstrukturellen Bindungen der Narration oder der Argumentatio ... [weiterlesen]
35.

Schachtelmontage

engl.: involuted montage = verwickelte, verworrene Montage„Schachtelmontage“ wird im Deutschen als laxe, theoretisch kaum reflektierte Bezeichnung von Sequenzen verwendet, in denen der Fluss der Bilder nicht der Zeitordnung einer Handlung folgt, sondern zwischen verschiedenen Zeit- und Modusformen der verwendeten Einstellungen oder Einstellungsfolgen wechselt. Weder die Kontinuität der Zeit noch die des Raums werden dabei beachtet; v ... [weiterlesen]
36.

Script-Girl

... technischen wie inhaltlichen Notation der Dreharbeiten auf der Basis des Drehbuchs. Der ursprüngliche Sinn und Zweck des Berufs liegt im Wesentlichen darin, Anschlussfehler zu vermeiden, also die bruchlose Kontinuität des Films zu gewährleisten, sei es in Bezug auf die Kameraposition, die Bewegungen der Darsteller, die Requisite, die Maske, das Licht, die Musik etc. der jeweiligen Einstellungen, vor allem an deren Schluss. So werden bspw. auch  Blenden, Brennweiten oder Regieanweisungen zur Nachbearbeitung mit aufgezeichnet. Sehr wichtig  ist gleichfalls ein Vermerk darüber, welche Einstellungen einer Szene der Regisseur für die jeweils gelungenste hält und für die Endbearbeitung bevorzugt.Mit Entwicklung der immer aufwendigeren Produktionen und  des technischen Fortschritts wurde auch das Spektrum der Arbeiten des Script-Girls umfangreicher. Bei kleineren Produktionen werden seine Aufgaben vom Regieassistenten mit übernommen. Als Vorlage für die Notizen der continuity dienen entweder spezielle Formblätter oder das Drehbuch selbst; im englischsprachigen Betrieb existiert noch eine finale Abart, das so genannte shooti ... [weiterlesen]
37.

onion skinning

... n ausgewählt werden können. Verwandt ist das aus der Praxis der Zeichentrick-Animation bekannte Verfahren, wenn Bewegungen einzelner animierter Akteure auf Papier oder Folie aufgetragen werden und die Kontinuität der Bewegung durch schnelles Hin- und Herblättern simuliert wird. Manchmal werden (z.B. in der Flow-Motion – erinnert sei an den Flug der Kugeln oder den Wechsel der Körperhaltungen in Matrix, USA 1999) im Film selbst derartige Phasenbilder eingesetzt: mit dem Effekt der Zeitdehnung, der Vorstellung einer nicht-sichtbaren Beschleunigung der Abläufe, als Heraustreten der Szene aus dem normalen Repräsentationsmodus des Films usw.  ... [weiterlesen]
38.

suspension of disbelief

auch: willing suspension of disbeliefWenn Rezipienten fiktionale Texte rezipieren, lassen sie sich weder von unrealistischen Szenen noch von kleineren logischen Brüchen in der Handlung oder von Kontinuitäts- und Anschlussfehlern in ihrem Rezeptionsgenuss stören. Vielmehr zeigen sie eine erhebliche Toleranz gegenüber Unrealistischem und Handlungsinkonsistenzen. Eine solche Toleranz einem fiktionalen Medieninhalt gegenüber ist ... [weiterlesen]
39.

Off / On

... sh; in der stillschweigenden Annahme, dass der Raum jenseits des Bildausschnitts persistent ist und auch dann weiterexistiert, wenn er nicht tatsächlich abgebildet wird (off-camera). Diese Persistenz- oder Kontinuitätsannahme gestattet es, Szenendarstellen aufzulösen, also immer nur partielle Ansichten der Szene im Bild darzubieten. Indem der Zuschauer „suturiert“ – Ergänzungen dessen, was er sieht, zur Einheit der Szene –, bleibt die Einheit der Szene erhalten, obwohl sie nur partiell repräsentiert ist. Allerdings ist der Off-Ton ein starker Hinweis auf die Weiterexistenz des nichtsichtbaren Szenenfeldes.(2) Manchmal wird die On/Off-Differenz auch zur Charakte ... [weiterlesen]
40.

Komödie

von griech.: komos = der Umzug beim Festgelage, ode = GesangSchon seit der Antike hat die Komödie eine ungleich größere Formenvielfalt ausgebildet als die Tragödie. In einem wesentlichen Punkt bewahrt sie aber thematische Kontinuität: Als wichtigste Keimzelle des Komischen gilt die Inkommensurabilität der „Natur“ des Menschen und der offiziellen moralischen oder sozialpolitischen Diskurse, die geschaffen wur ... [weiterlesen]
41.

Ealing Studios

... gh und den britischen Zweig von MGM gearbeitet. Eines seiner Talente war die Entdeckung und Förderung junger Talente (z.B. Hitchcock). Die von Balcon in Ealing entwickelten Strukturen brachten Konstanz und Kontinuität, sowohl bei Regisseuren als auch Drehbuchautoren. (Charles Barr prägte in seinem Klassiker zu Ealing den Begriff der „Familie“.) Für Balcon war eine der Voraussetzungen für den Erfolg britischer Produktionen, dass sie „fest in der Erde dieses Landes verwurzelt sind“. In der ersten Phase seines Wirkens in Ealing produzierte Balcon verschiedene Kriegsfilme. Mit Cavalcanti und Watt verpflichtete er Regisseure, die vom Stil des britischen Dokumentarfilms geprägt waren. Der größte Erfolg kam mit den Komödien, kurz nach dem Ende des 2. Weltkriegs.Literatur: Armes, Roy: A Critical History of British Cinema. Oxford: Oxford University Press 1978. – Barr, Charles: Ealing Studios. London: Cameron and Tayleur / David&Charles 1977. ... [weiterlesen]
42.

bridge

... die Bilder der vorausgehenden Szene gelegt; derartiger vorgreifender Ton (advance sound) ist vor allem im neueren Kino verbreitet. Das Überbrücken ist eine der elementaren Techniken, den Eindruck von Kontinuität zu intensivieren. ... [weiterlesen]
43.

production breakdown

... das nötige Equipment, Neben- und Statistenrollen, Kamera- und Akteurspositionen, Einrichtung des Sounds etc. –, nennt man production breakdown. Man führt es, weil es nicht nur die Kontrolle der Kontinuität erleichtert, sondern vor allem eine Optimierung der Arbeitszeiten von Akteuren und technischem Personal ermöglicht. ... [weiterlesen]
44.

Szene

... buch vorgenommen wird. Gegenüber der Sequenz, deren formale Eigenständigkeit sich oft aus Montageformen ergibt (wie bei der Komparations- und Parallelmontage), bezeichnet man mit dem Begriff Szene die Kontinuität der beobachteten Handlung, eine oft an die Situation des Alltagslebens oder die Szene des Theaters gemahnende Einheit der Interaktion, der Kommunikation oder des Handelns. Nach den traditionellen Regeln der Dramaturgie beginnt eine Szene, wenn sich die Personenkonstellation auf der Bühne verändert (entrer en scène – eine Person kommt hinzu; sortir de scène – eine Person geht ab). Es ist der Zusammenhang von Zeit, Ort und Figuren, die so etwas wie die szenische Einheit entstehen lassen, eine Ganzheit des Handelns der Akteure, die gegenüber der Umgebung relative Autonomie genießt. Schauplatzwechsel ist der deutlichste Indikator von Szenengrenzen. In einer Handlungs-Szene kommen dargestellte Zeit und Darstellungszeit idealerweise zur Deckung; zwischen Szenen liegt dagegen fast immer ein Zeitsprung vor, der durch eine Veränderung der Handlung zusätzlich akzentuiert wird. Eine Sonderrolle spielen modal eigenständige Szenen (wie Träume, Phantasien, manche Erinnerungen etc.).Literatur: Levine, Sanford: The 247 best movie scenes in film history. A filmgoer's guide to cigar scenes, car chase scenes, haircut scenes, whistling scenes, dentist scenes, fluttering drapes, funny walks, mirrors, name mi ... [weiterlesen]
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Verleih

... und MGM seit Beginn der 1980er Jahre eine gemeinsame internationale Verleihorganisation mit dem Namen UIP mit Hauptsitz in London. Die Verleihorganisationen bilden auch das zentrale Element der institutionellen Kontinuität der großen Studios. Ende der 1910er bis Mitte der 1920er Jahre gegründet, agierten die Majors bis Ende der 1940er Jahre als vertikal integrierte Konzerne. In den 1950er und 1960er Jahren beschränkten sie sich oft auf die Rolle als bloße Finanzierungs- und Verleihpartner unabhängiger Produzenten, während sie heute wieder in allen drei Geschäftsbereichen tätig sind.Literatur: Acland, Charles R.: Screen traffic. Mmovies, multiplexes, and global culture. Durham [...]: Duke University Press 2003. – Cones, John W.: The feature film distribution deal. A critical analysis of the single most important film industry agreement. Carbondale [...]: Southern Illinois University Press 1997. – Hahn, Anke / Schierse, Anna: Filmverleih. Zwischen Filmproduktion und K ... [weiterlesen]
46.

Zwischenbild

Zwischenbilder (manchmal auch Mischbilder oder Zwischenschnitt) werden bis heute in der Montage verwendet, um die Zeit zu raffen und den Eindruck von Kontinuität zu vertiefen: Man schneidet z.B. vom Hauptgeschehen auf solche Personen, die es beobachten. Außerdem werden sie verwendet, um defektes Material zu „reparieren“ – ist die Haupthandlung mit einer Unterbrechung aufgezeichnet worden, so dass ein Jump-Cut entstün ... [weiterlesen]
47.

Passage

... m Ort zum anderen zu repräsentieren. Fehlt die Passage, kann in fast grotesker Weise der Eindruck von „rasender Geschwindigkeit“ entstehen. Passagen sind wichtig zur Erzeugung des Eindrucks von Kontinuität und Rhythmus. Zugleich ist der körperliche Tonus der Bewegung eine Ausdrucksbewegung und zeigt den psychischen Zustand des Helden an und hat so eine wichtige Funktion für die Vorbereitung der kommenden Szene. ... [weiterlesen]
48.

Continuity System

Insbesondere zur Regulierung der Raumabbildung haben sich im continuity system Hollywoodscher Prägung einige Regeln herausgebildet, die bis heute beachtet werden und eng mit dem Kontinuitätseindruck zusammenhängen. Die Zielvorstellung des continuity editing war dabei der „unsichtbare Schnitt“ und der „weiche Übergang“ von einem Bild zum nächsten. Im Französischen spricht man von découpage c ... [weiterlesen]
49.

Phi-Effekt

... iden isolierten Lichtreize zu einer Bewegung integriert werden können. Die so wahrgenommene Bewegung wird als stroboskopische Scheinbewegung bezeichnet. Der Phi-Effekt, also das Verlangen des Menschen nach Kontinuität und kausalen Zusammenhängen, ist der Grund dafür, dass Menschen die auf dem Film in einzelne Phasen aufgelösten Bewegung im Gehirn zu einer Gesamtbewegung zusammensetzen.Drei wesentlich verschiedene Arten lassen sich unterscheiden: (a) Beta-Bewegung: A bewegt sich über einen leeren Raum zu B; (b) Partial-Bewegung: Beide scheinen sich aufeinander zuzubewegen; (c) Phi-Bewegung: Die Bewegung wird als solche wahrgenommen und ist nicht mehr als an ein erkennbares Objekt gebunden; darum spricht man hier auch von „reiner Bewegung“. (HJW/SL)Literatur: Anderson, Barbara / Anderson, Joseph: Th ... [weiterlesen]
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Schuss-Gegenschuss(-Montage)

engl.: shot/reverse shot pattern; auch: cut/reverse-cut; angle/reverse-angleDas Schuss-Gegenschuss-Prinzip wird typischerweise in Dialogen angewendet: Es wird zwischen zwei Kameras hin- und hergeschnitten, die jeweils einen der Akteure zeigen. Dabei ist es üblich und gebräuchlich, die Schulter desjenigen, den man nicht fokussiert, im Anschnitt zu zeigen (over-shoulder shot). Um den Eindruck der Kontinuität nicht zu verletzen, muss die ... [weiterlesen]
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Syntagmatik (des Films)

... nheit einer komplexen Handlung, überspringt aber alle für deren Fortgang irrelevanten Phasen und ist darum diskontinuierlich.(8) Die Episodensequenz teilt diese Charakteristik, organisiert aber die Diskontinuität. Ein Beispiel für diese nicht sehr transparente Definition ist die berühmte „Frühstücksszene“ aus Citizen Kane (1941) von Orson Welles – sie zeigt in einer kontinuierlich wirkenden Bildfolge die beiden Ehepartner in Frühstücksszenen aus zwölf Jahren Ehe – wobei das Gespräch kontinuierlich fortzuschreiten scheint, allerdings von schnellen Rundschwenks unterbrochen ist.Literatur: Colin, Michael: La grande syntagmatique revisitée. Trames: Nouveaux Actes Sémiotiques, Université de Limoges 1989. – Metz, Christian: Semiologie des Films. München: Fink 1972. – Möller, Karl-Dietmar: Filmsprache. Eine kritische Theoriegeschichte. Münster: MAkS Publikationen 1986. ... [weiterlesen]
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form cut

Der form cut ist ein Sonderfall des match cut: Man versteht darunter eine Folge zweier Einstellungen, die so gestaltet sind, dass an Stelle eines Objekts oder Akteurs in der einen ein anderes Objekt oder ein anderer Akteur in der anderen auftritt. Die graphische Ähnlichkeit überlagert sich mit der gegenständlichen Diskontinuität. Ein berühmtes Beispiel für eine ganze Sequenz aus form cuts ist eine Szene aus Vsvolod Pudov ... [weiterlesen]
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Rollenbiografie

Die Folge der Rollen, die ein Akteur gespielt hat. Es ist evident, dass manche Schauspieler hier große Kontinuität aufweisen und immer wieder ähnliche Rollen gespielt haben, somit in ein gewisses „Rollen-Fach“ hineingehören (wie Hans Albers oder Jean-Paul Belmondo). Andere haben dagegen eine große Vielfalt von Rollen gespielt, die oft auch ganz verschiedenen Rollenfächern zugehören (wie Nick Nolte, Dus ... [weiterlesen]
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eyeline match

(1) Eyeline Match bezeichnet den Effekt von Kontinuität über den Wechsel zwischen zwei Einstellungen hinweg, wobei die erste eine Figur zeigt, die aus dem Bild schaut, und die zweite das, was diese Figur sieht. Dabei muss ein ungefähres Gefühl für Größe und Distanz der beiden Bilder eingehalten werden, nicht unbedingt auch der Perspektive. Eyeline Matching basiert auf der Erwartung, dass der B ... [weiterlesen]
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Animatic

manchmal auch: story reelEine Animatic ist eine Vorstufe des realisierten Films. Sie basiert auf den Einzelbildern des Storyboards, die in der Reihenfolge aneinandergefügt werden, in der sie später im Film verwendet werden sollen. Unter Umständen werden rudimentäre Dialoge und Entwurfsfassungen von Musik und Sound hinzugefügt, um die Plausibilität der Abfolge, die Kontinuität der Bewegung, die Bild-Ton-Koordination ... [weiterlesen]
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Continuity Girl / Continuity Man

im Dt. meist: Skript-GirlDiejenige Person, die dafür Sorge trägt, dass in den einander folgenden Aufnahmen eines Films alle Details – Szenenbild, Kostüm, Haltung, Licht usw. – gleichbleiben. Die Aufnahmen werden in der Regel nicht in der gleichen Reihenfolge, in der sie aufgenommen werden, auch montiert. Umso wichtiger ist es, die Details der Aufnahme sehr genau zu protokollieren, um den Eindruck der Kontinuität aufrec ... [weiterlesen]
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unsichtbarer Schnitt

... s solche den filmischen Fluss der Betrachtung unterbrechend wahrgenommen werden. Wahrnehmungspsychologisch wird die Wirkung des unsichtbaren Schnitts durch die kinematographische Continuity verstärkt. Das Kontinuitätsprinzip bewirkt, dass die Schnitte weich erscheinen, da sie durch den über die Schnittstellen kontinuierlichen Fluss von Bewegungen oder Blickachsen etc. gleichsam den Blick der Zuschauer „weich“ über die Schnittstelle führen. Daher ist der „unsichtbare“ Schnitt dem Illusionskino Hollywoodscher Eigenart innewohnend, dem revolutionären Kino der Sowjet-Avantgarde der 1920er Jahre dagegen obsolet, wie man an deren Vorlieben für harte Kontrastmontagen, die im Gegensatz zum Kino der Illusionen nicht zum ungestörten Verschmelzen mit der Handlung der Helden einladen, ablesen kann.  ... [weiterlesen]
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découpage

... : Hollywood-Montage, Montage im Hollywood-Stil), den kontinuierlichen Fluss der Handlung oder der Argumentation herauszuarbeiten – so dass die tatsächlichen Schnittstellen im Wahrnehmungserlebnis der Kontinuität unter die Wahrnehmungsschwelle rutschen. Dagegen ist die Schnittstelle in der Montage-Form wahrnehmungsauffällig. Literatur: Bazin, André: L‘évolution du langage cinématographique. In seinem: Qu‘est-ce que le cinéma? 1. Ontologie et langage. Paris: Ed. Cerf 1958, S. 131-148. Zahlr. Übers. u. Neudr. ... [weiterlesen]
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Prix Italia

... ml;r Fernsehprogramme und eines für Internet-Angebote), zu denen Regisseure, Produzenten, Wissenschaftler und Kritiker gehören. Es gilt ein Rotationsprinzip, um zu verhindern, dass sich zu große Kontinuität einstellt. Es werden vier „Große Preise“ verliehen (für Radio, Fernsehen und Internet sowie ein Spezialpreis).Informationen: http://www.prixitalia.rai.it/. ... [weiterlesen]
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point-of-view-Shot

... es Kaders richtet. In der nächsten Einstellung befindet sich die Kamera an der Stelle dieser Figur und zeigt, worauf der Blick gerichtet war. Zwischen beiden Einstellungen muss zeitliche und räumliche Kontinuität bestehen, und die Figur muss als „bei Bewusstsein“ verstanden werden, damit der Eindruck einer subjektiven Sichtweise gewährleistet ist. (Die dritte Einstellung einer klassischen Blickmontage, der Rückschnitt auf die sehende Figur – reaction shot – ist bei Branigan für die Bestimmung des POV-Shots nichts wichtig.)Tatsächlich zeigt die filmische Praxis, dass die Verwendungsmöglichkeiten des Point-of-View-Shots erheblich freier sind: Die Reihenfolge der beiden Einstellung ... [weiterlesen]
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Anschluss: Auftritt / Abtritt

Wenn ein Akteur in zwei aufeinander folgenden Einstellungen auftritt, gilt im Continuity System die Regel: – verlässt er das Bild in der ersten Einstellung, kann er im zweiten schon zu Beginn auftreten; – ist er im ersten Bild noch im Bild, muss er das zweite Bild betreten. Soll ein sich bewegendes Objekt oder ein Akteur über mehrere Bilder hinweg in kontinuierlicher Bewegung gezeigt werden, ist zudem strikt auf die Kontinuität ... [weiterlesen]
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psychedelischer Film: Grundlagen

... die Filme immer wieder auf Ikonografien des Horrors zurück – Figuren verlieren ihre Objektkonstanz, schwellen an, verändern die Form, transformieren zu anderen Figuren; Räume verlieren die Kontinuität, werden liquide oder nehmen andere Formen an; Figur-Grund-Beziehungen beginnen zu oszillieren und ähnliches mehr. Vor allem aber gehen sie auf die Formen- und Farbwelten des chinesischen Ying und Yang sowie auf die Kreisformen der indischen Mandalas zurück. Gerade die Farbsymboliken erwiesen sich als Symbolsprachen, die meist nur dem Filmemacher selbst verständlich sind. Das Realbild tritt gegenüber den fließenden, sich rasch verändernden Farbornamenten der psychedelischen Filme zurück. Die Bildwelten des Psychedelischen erwiesen sich als abstrakte Formenwelten, eine Kritik der kapitalistischen Produktions- und Lebensweisen war in ihnen nicht möglich – darum auch erhob sich früh eine politisch-ideologische Kritik dieser Art von Film.Die grundlegenden transformationalen Beziehungen und metamorphotischen Prozesse in der psychedelischen Bildmotivik leben in der visuellen Kunst der Technokultur weiter.Literatur: Masters, Robert E. L. / Houston, Jean: Psychedelic art. New York: Grove Press 1968. Dt.: Psychedelische Kunst. München: Droemer 1969. – Wees, William C.: Light Moving in Time. Studies in the Visual Aesthetics of Avant-Garde Film. Berkeley/Los Angeles/Oxford: University of California Press 1992, S. 123-152. ... [weiterlesen]
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Gestalt: Gestaltgesetze

... nd auch gegenüber Deformationen, partiellen Zerstörungen etc. ausgesprochen resistent; außerdem tendiert der Wahrnehmende zur Konstanzannahme, die wiederum für das Zustandekommen filmischer Kontinuität ausgesprochen wichtig ist. (9) Gesetz der gemeinsamen Bewegung – Elemente, die sich gleichmäßig bewegen bzw. verändern, werden als eine Einheit erlebt. Literatur: Helson, Harry: The fundamental propositions of Gestalt Psychology. In: Psychological Review 40, 1933, S. 13-32. – Katz, David: Gestaltpsychologie. 4. Aufl. Basel/Stuttgart: Schwabe 1969. ... [weiterlesen]
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Ellipse

... ts, indem Teile des Plotverlaufs weggelassen werden. Derartige Auslassungen betreffen die logische, kausale und temporale Folge der Geschehnisse. Seymour Chatman bezieht den Begriff der Ellipse auf narrative Diskontinuitäten zwischen Story und Discourse – bei der Diskursivierung der Story-Strukturen dienen Auslassungen der Raffung der Geschehensdarstellung, aber auch der Spannungserzeugung.Gelegentlich, allerdings ungenau, wird die Ellipse mit dem filmtechnischen Terminus Cut gleichgesetzt.Literatur: Brinckmann, Christine N.: Fünf Kategorien visueller Paradoxie: Ein Beitrag zur filmischen Zeitraffung. In: Furtwängler, Frank, et al. (Hrsg.): Zwischen-Bilanz. Eine Festschrift zum 60. Geburtstag von Joachim Paech. [Konstanz: Univ. 2002] – Chatman, Seymour: Genette’s analysis of narrative time relations. In: L’Esprit créateur 14, 1974, S. 353-368. - Möller, Karl-Dietmar: Filmsprache. Eine kritische Theoriegeschichte. Münster: MakS Publikationen 1985, S. 273-287. ... [weiterlesen]
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Autorentheorie

... em anzusehen, wurde Regisseuren wie Alfred Hitchcock, Otto Preminger, Howard Hawks oder Sam Peckingpah eine künstlerische Identität zugesprochen, da ihre Werke eine sowohl formale als auch thematische Kontinuität erkennen ließen. Die politique des auteurs ist keine ausgearbeitete Theorie. Die aus dem Umfeld der französischen Nouvelle Vague stammenden Kritiker wollten vielmehr einen methodischen Brückenschlag zu ihren Lieblingsregisseuren im amerikanischen Studiosystem schlagen.Zur Autorentheorie im engeren Sinne entwickelte sich der Ansatz erst, als Filmtheoretiker wie Andrew Sarris in den frühen 1960er Jahren begannen, die Grenze zwischen Künstler und Werk radikal in Frage zu stellen. Sarris ließ den Auto ... [weiterlesen]
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Anschluss

... n. Auf beiden Ebenen muss der Anschluss – vor allem innerhalb jeder in mehrere Einstellungen aufgelösten Einzelszene – bestimmten Regeln folgen, wenn der Eindruck räumlicher und zeitlicher Kontinuität gewahrt bleiben soll. Diese Regeln haben sich v.a. in Hollywood herausgebildet (continuity system) und besitzen bis heute weitgehend Gültigkeit. Wo sie (unwillentlich) verletzt werden, liegt ein Anschlussfehler vor. Die wechselnde Kameraposition zwischen zwei Einstellungen führt notwendig zu einem perspektivischen Sprung. Damit dieser für den Zuschauer möglichst unbemerkt bleibt, schreibt das „continuity system“ eine Vielzahl von Regeln vor. Bekannteste Beispiele s ... [weiterlesen]
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Hintergrundgeräusch

engl.: background noise, ambient noise(1) Als Hintergrundgeräusch werden Töne bezeichnet, die dem Soundtrack zugemischt werden, um besondere Orte oder Atmosphären zu kennzeichnen. Die Kontinuität des Hintergrundgeräusches kann z.B. dazu beitragen, verschiedene Bilder dem gleichen Handlungsraum zuzuordnen. Hintergrundgeräusche entstammen oft ganz entfernten Quellen. So wurde das Publikumsgeräusch in den Amphitheater- ... [weiterlesen]