Suchergebnisse für die Suche nach: naivität



1.

Naivität im Film

Naivitätals Einfältigkeit, als Dummheit, als Kindlichkeit, als Unverbildetheit, als Volkstümlichkeit, als schützende Maske: Der Begriff der Naivität ist von schillernder Vielfalt. Mal ist sie politische Tugend, mal poetologischer Trick, mal psychologischer Charakterzug, mal pathologische Einengung der Figur. Eine ganze Reihe von Traditionen nutzt das Naive als Schlüssel zum T ... [weiterlesen]
2.

naiver Film (3)

In der Kritik findet man gelegentlich die Rede von einem „naiven Film“ als (in der Regel pejorative) Bezeichnung für Filme, die ihren Gegenstand in einfältiger Manier ohne kritische Distanz, in manchmal märchenartiger Form exponieren. In der Terminologie der kritischen Theorie: Die Naivität dieser Filme bemisst sich am mangelnden Realismus der Darstellung von Themen, Milieus und Figuren sowie an der Bereitwilligkeit, s ... [weiterlesen]
3.

social guidance film

... tstanden auch Filme für Erwachsene (zu Themen wie Ehe, Kindeserziehung, Finanzplanung des Haushalts, Karriereplanung u.ä.). Schätzungen zufolge entstanden mehr als 3.000 derartige Filme. Ob ihrer Naivität wurden einige Filme als Satiren ihrer selbst bekannt; dazu zählt der 9minüter Duck and Cover (1951) über Schutzmaßnahmen im Falle eines Atombombenangriffs. Derartige Filme entstanden auch in anderen Ländern. Literatur: Low, Brian J.: „The new generation“. Mental hygiene and the portrayals of children by the National Film Board of Canada, 1946-1967. In: History of Education Quarterly 43,4, 2003, S. 540‑570. – Smith, Ken: Mental hygiene. Classroom Films 1945-1970. New York: Blast Books 1999. ... [weiterlesen]
4.

Blödelfilm

... Das Blödeln als komische Form gehört in die Traditionen der Kleinkunstbühnen; Künstler wie Karl Valentin markierten schon frühe Höhepunkte dieser oft subversiven, mit vorgeblicher Naivität und Kontrollverlust hantierenden Art des Lachenmachens. Manchmal wird das Blödeln als Akt der Regression angenommen, als Rückschritt auf eine die Semantik missachtende Form des Sprachgebrauchs (und damit auch als anarchischer Austritt aus dem Raum gesellschaftlicher Kontrolle). Literatur: Wellershoff, Dieter: Infantilismus  als  Revolte  oder Das  ausgeschlagene Erbe. Zur Theorie  des  Blödelns. In: Wolfgang Preisendanz / Rainer Warning (Hrsg.): Das Komische. München: Fink 1976, S. 335-357 (Poetik und Hermeneutik. 7). ... [weiterlesen]
5.

cinéma naïveté

Ähnlich wie Roger Odin (der von einem „privaten Modus der Repräsentation“ spricht) definiert der amerikanische Soziologe Richard Chalfen den Amateurfilm als einen eigenständigen Modus nicht nur des Filmemachens, sondern auch einer abweichenden Semiotisierung des Realen, die unbeabsichtigterweise eine Reihe von Berührungspunkten mit der Arbeit avantgardistischer Filmemacher hat. Die Naivität dieser Filme setzt eine ... [weiterlesen]
6.

Landleben

... ;t setzen. Die Position, von der aus die Darstellung erfolgt, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Es fällt auf, dass viele das Landleben nostalgisch als Ort der Kindheit, als Sphäre einer verlorenen Naivität oder schlicht als Umgebung eines unschuldigen Glücks ausmalen. Häufig wird eine autobiographische Perspektive gewählt. Darüber hinaus eröffnet sich ein übersichtliches politisches Spektrum. Die meisten der Filme feiern das Rustikale als das Traditionellere, Ursprünglichere, Natürlichere, beziehen gelegentlich sehr scharfe konservative und zivilisationskritische Positionen; dazu rechnen amerikanische Filme wie Come Next Spring (1956), All Creatures Great and Small (1974), Heartla ... [weiterlesen]
7.

Ingénue

... r derartige Rollen spielen kann. (1) Eine ganze Reihe von Ingénue-Rollen weist im Theater und im Film das Weibliche in einer besonderen Abschattung gegen alle anderen Rollen aus, die gegenüber ihrer Naivität als intrigant und berechnend ausgewiesen sind. Männliche ingénues sind selten. Die Rolle der Maria in West Side Story oder der Magnolia in Show Boat sind klassische Beispiele der ingénue. Ingénues sind romantische Figuren, auch wenn sie im Thriller oft als Opfer auftreten. (2) Oft werden die Schauspieler in zwei große Gruppen physischer Erscheinung eingeteilt – den ingénue-Typus und den Charakterdarsteller. Der Ingénue-Typus zeichnet sich durch die Jugendlic ... [weiterlesen]
8.

Kindfrau

... , der ein zwischen 9 und 14 Jahre altes Mädchen bezeichnet, das körperlich weit entwickelt ist und auf vorwiegend ältere Männer eine zwischen Kindlichkeit und raffiniert-verführerischer Naivität changierende Attraktivität ausübt. Die Nymphette verliert mit dem Älterwerden ihre Aura der Unschuld und auch zu einem großen Teil ihre Attraktivität.Die Kindfrau im eigentlichen Sinne ist dagegen eigentlich alterslos, kann also jung wie Lolita sein, sich aber durchaus im fortgeschrittenen Erwachsenenalter befinden. Sie wird meist als zierliche Naive mit liebenswertem, mädchenhaften Charme und Herz geschildert, die ihre Umwelt verzaubert. Unselbständigkeit im Denken ist dabei allerdings – ganz im Gegensatz zu Wör ... [weiterlesen]
9.

Hyperbel

... n nicht nur als Mittel des Klamauks zu verstehen, sondern auch als ironische Überhöhung, als Mittel der ästhetischen Distanzierung oder als Strategie der Verdeutlichung. Auch die gekünstelte Naivität des Spiels in manchen volkstümlichen Stücken ist als ästhetischer Hyperbolismus lesbar, der die Schemahaftigkeit der Handlung und die Durchsichtigkeit der Figuren unterstreicht. Nicht nur übertreibendes Spiel, sondern auch underacting kann große Wirkung erzielen, etwa die Stoik von Buster Keaton oder das beiläufige Auslösen letztlich erfolgreich-positiver Katastrophen bei Leslie Nielsen.Das Hyperbolische im Film ist so weniger eine rhetorische Figur als vielmehr eine rhetorische Strategie, die in Suprasegmentalia wie dem Schauspiel, der Kostümierung, im Einsatz von Zeitraffer und Zeitlupe und ähnlichem realisiert ist. Genres und Darstellungsformen wie Komödie, Satire, Parodie und Karikatur arbeiten natürlich gern mit hyperbolischen Strukturen. Darum auch sind die Fi ... [weiterlesen]
10.

Provinz

... -haltungen eine latente Gewaltbereitschaft, die den einzelnen u.U. rigoros ausgrenzt. Provinzialismus äußert sich gelegentlich als äußerst moderierte Alltagsform, die an Weltfremdheit und Naivität grenzt (wie in Mr. Smith Goes to Washington, 1939, Frank Capra), die Extreme meidet und die gerade darum militante Abwehrreaktionen bereithält, in der es aber auch immer wieder Ausbruchs- und Widerstandspotentiale gibt (wie jüngst in Schultze Gets the Blues, 2003, Michael Schorr).Beispiele: The Stranger (USA 1946, Orson Welles); Cristo si è fermato a Eboli (Italien 1982, Francesco Rosi); Madame Bovary (Frankreich 1991, Claude Chabrol); The Shoe (Lettland 1997, Laila Pakalnina). ... [weiterlesen]