Suchergebnisse für die Suche nach: rührstück



1.

moralisches Rührstück

... trativer Tugendhaftigkeit. Derartige Stücke zielen auf einen Schlußaffekt, der zwischen erleichterter Heiterkeit, Rührung und moralischer Befriedigung schwankt. Die wesentliche Voraussetzung des Rührstücks ist eine abziehbare, übergeordnete Moral. Die entsprechenden Erzählmuster sind denkbar deutlich: Das Gute siegt, das Böse wird bestraft, und selbst aus Katastrophen und Trauerfällen werden heilsame Lehren gezogen. In diesem Sinn ist die Handlung stets teleologisch ausgerichtet, der didaktische Sinn am Ende ist von vornherein versprochen.Anknüpfend an die breite Tradition rührstückartiger Geschichten und Dramaturgien im Theater entstand schon in den 1910er Jahren eine filmische Tradition rührseliger Dramatik: Filme wie Griffiths Broken Blossoms (1919) oder Chaplins The Kid (1921) setzen ein mit Rezeptionsgratifikationen spielendes Erzählverfahren in Gang, das die Moderation aller Gefühle ebenso verfolgt wie die Versicherung d ... [weiterlesen]
2.

Schnulze

... llen kitschig-sentimentale Schlagerlieder, Theaterstücke, Fernsehspiele oder rührselige Kinofilme (wie etwa in der Bezeichnung Heimatschnulze). Beispiele aus dem Film entstammen fast immer der Gattung Rührstück, sind deutlich auf Rührung als primären Rezeptionsaffekt ausgerichtet. Ein Beispiel ist neben Love Story (1970) Chris Columbus‘ The Story of Us (1999); erwähnt seien aber auch die neueren Familienrührstücke aus der ZDF-Produktion nach Vorlagen Rosamunde Pilchers.Das Wort stammt aus den 1930er Jahren und ist wohl Berliner Ursprungs. Es gibt aber auch die Anekdote, dass es 1948 von Harry Hermann, dem Leiter der Musikabteilung und Chef des Unterhaltungsorchesters des NDR, auf einer Redaktionskonferenz des NDR erstmals geäußert wurde. Mutmaßlich geht es auf das niederdeutsche snulten (= gefühlvoll reden) zurück. In seinen Assoziationshorizont fallen Begriffe wie Herz, Schmerz, Heimat, Liebe, Abschied, Wiedersehen, Tränen, Mutter, Vergebung, Reue, Sehnsucht, Heimweh.Literatur: Rabenalt, Arthur Maria: Die Schnulze. München: Reisselmeier ... [weiterlesen]
3.

Krankheit im Film

Motiv, das vor allem in ernsten Genres, häufig als Leidensgeschichte, Melodrama und/oder moralisches Rührstück, vorkommt. Dabei ist die Inszenierung der Krankheit immer davon abhängig, wie tabuisiert der Diskurs über Krankeit(en) – insbesondere deren visuelle Darstellung – zur Produktionszeit eines jeweiligen Films ist. Die historisch sich verändernden Auffassungen zur sozialen und individuellen Bedeutung von ... [weiterlesen]
4.

rührendes Lustspiel

auch: rührende Komödie; gelegentlich auch: weinerliches Lustspiel; manchmal nur: Rührstück; von G.E. Lessing aus dem Frz. übersetzt: comédie larmoyante Das rührende Lustspiel ist ein Theatergenre des 18. Jahrhunderts, das ähnlich wie das bürgerliche Trauerspiel die bis dahin geltende Ständeklausel (es dürfen nur Figuren adeligen Standes auftreten) kritisiert, aber anders als jenes ... [weiterlesen]
5.

marital drama

auch: maternal melodrama, marital melodrama; dt. etwa: „Mütterdrama“ Das marital drama ist eine dem Rührstück ähnliche Untergattung des (oft tränentreibenden) Melodramas, in dessen Zentrum Mutterfiguren stehen, die durch ebenso aufopferungsvolle wie selbstlose Mutterliebe versuchen, Härte des Zustoßenden oder Ungerechtigkeiten des Widerfahrenden zu meistern. Einige stereotype Geschichten sind immer wie ... [weiterlesen]
6.

Vierer-Konstellation

... -)Komödien, in denen moralische Entscheidungen und Verstrickungen keine große Rolle spielen (Quadrille, Frankreich 1937, Sacha Guitry). Natürlich gibt es das Beziehungsdrama, das als moralisches Rührstück daherkommt (wie One Night Stand, USA 1997, Mike Figgis), um mahnend den Zeigefinger zu erheben, aber auch die romantische Komödie, bei der kreuzende Beziehungen zu eher rührenden Effekten führen (Addicted to Love, USA 1997, Griffin Dunn) und oft genug mit einer Restauration der ursprünglichen Beziehungskonstellation enden (One from the Heart, USA 1991, Francis Ford Coppola). Denkbar sind aber auch dunkle Kriminalfilme oder Thriller, in denen das Motiv für Spannung und Nervenkitzel sorgen soll. Schli ... [weiterlesen]
7.

sentimental comedy

auch: comedy of sentiment, drama of sensibility; dt.: weinerliches Rührstück; franz.: comédie larmoyanteLiteratur- und theatergeschichtlicher Terminus, mit dem ein Komödientyp des 18. Jahrhunderts bezeichnet wird, der sich als Reaktion auf die als solche empfundenen sittlichen Freiheiten und moralischen Zügellosigkeiten der sogenannten Restaurationskomödie etablierte. Als eine Art Subgenre der comedy of manners stellen ... [weiterlesen]
8.

Tragikomödie

... von Übergängen, Mischungen und Brechungen, das eher eine Skala von Realisierungsmöglichkeiten denn feste Genrezuordnungen ergibt. Abgrenzungsschwierigkeiten bestehen zu Schwank, Posse, Groteske, Rührstück, weinerlich-rührendem Lustspiel, bürgerlichem Trauerspiel, Farce, Travestie, Satire wie auch zu Darstellungen des Absurden (wie etwa Terry Gilliams Film Brazil, 1985).Die Tragikömie als Überblendung von tragischen, dem Zuschauer Distanz nehmenden, und komischen, Distanz gerade herstellenden Elementen findet - in der Regel und nicht unproblematisiert – ein nicht-tragisches Ende. Sie bedient sich stilistisch-kommunikativer Mittel des „Kipp-Phänomens“ (Iser) Komödie, insbesondere situativ-episodal angelegter Komik auf Grundlage eines gern auch physisch ausagierten Spieltriebs, nutzt Übertreibung, Widersinn, Überraschung, Wiederholung und Reprise, Sprachwitz und Sarkasmus. Doch sie kreist nicht um das e ... [weiterlesen]
9.

Kitsch / Kitschfilm I: Phänomenologie

auch: Kino-Kitsch, Kolportagefilm, Rührstück, Schmalzfilm, Schmonzette, Schnulze, kitsch comedy, kitsch-and-camp comedy, WeepieDer über das Deutsche weitgehend zum internationalen Terminus gewordene Ausdruck Kitsch verweigert sich seit seiner Einführung für seriell hergestellte Kunstgewerbeartikel im deutschen Kunsthandel des späten 19. Jahrhunderts beharrlich einer stringenten Definition. So lassen sich nur wenige Merkm ... [weiterlesen]
10.

Politikerfilm

... oder anders aus den Medien kennt. Politikerfilme können unterschiedlich angelegt sein: als psychologische differenzierte, die Mechanismen von Macht auslotende Charakterstudie, als konservatives moralisches Rührstück, als ideologisch aufbereiteter Thesenfilm, als manifeste Propaganda oder als bittere Dystopie mit Anspruch auf Systemkritik. Filme, in deren Zentrum eine Politikerin steht, sind die große Ausnahme (allerdings nur im Fall von historisch belegbaren Personen).Beispiele: Young Mr. Lincoln (USA 1939, John Ford); L‘Aveau (Frankreich/Italien 1969, Constantin Costa-Gavras); Dimenticare Palermo (Italien 1989, Francesco Rosi). ... [weiterlesen]