Suchergebnisse für die Suche nach: reflexivität



1.

Reflexives Kino

engl.: reflexive cinemaReflexivität ist in der Grammatiktheorie als Qualität von Verben benannt, die identische Subjekte und Objekte haben können (wie in: „Ich liebkose mich“). Ein Film gilt entsprechend als reflexiv, wenn er den Film als Ausdruckssystem selbst behandelt. Eine ganze Reihe von Beispielen behandeln stofflich das Kino oder die Geschichte des Kinos; dazu rechnen Sunset Boulevard (1950, Billy Wilder), Nickelodeo ... [weiterlesen]
2.

Selbstreferenz

... einen wird der Zuschauer durch Darstellungen filmischer Prozesse im Bild oder Diskurs des Films auf die Apparathaftigkeit des Mediums und seiner Konfrontation mit diesem hingewiesen; zum anderen verbirgt Selbstreflexivität mit ihrem Hinweis auf den „FilmimFilm“ (Franz Loquai) die ontologische Beschaffenheit des Films, in welchem ein anderer Film referenziert wird („mediale Demedialisierung“, Jan Berg). Eine historische Marke für den Beginn der Selbstreferezierung des Films lässt sich dem zufolge nicht setzen, da Film in all seinen ästhetischen Beschaffenheiten (Kadrage, Montage, Einstellungsgrößen, Kamerabewegungen etc.) und durch die immer schon gegebene Präsenz des Apparates bei der Darstellung seiner Inhalte mit anwesend ist.Von dieser medien-ontologisch verstandenen Selbstreferenz ist jene Selbstreferenz im engeren Sinne zu unterscheiden, die sich als Sujet in Filmerzählungen findet. Hier werden vor allem Backstage-Dramen (z.B. George Cukors A Star is Born, USA 1954) oder die Versuche der Selbstaspektivierung im Autorenfilm der „neuen Wellen“ (Fellinis 8 ½, Italien 1963, Truffauts La Nuit américaine, Frankreich 1973, Godards Le Mépris, Frankreich 1963, Fassbinders Warnung vor einer heiligen Nutte, BRD 1971) bedeutsam als Selbstann&au ... [weiterlesen]
3.

Selbstreflexion

... elbstreflexion nur ein Nebenaspekt eines ansonsten anders gelagerten Films; mit ihr wird sporadisch gespielt, um eine modernistische Komplexität zu erlangen oder die Rezeption zu intellektualisieren. Selbstreflexivität begegnet auf jeder filmischen Niveauebene, vom konventionellen Hollywoodfilm bis zum Kunstkino, wird jedoch im Autorenfilm häufiger, intensiver und konstitutiver genutzt als im üblichen Unterhaltungskino. ... [weiterlesen]
4.

Psychotherapie und Psychoanalyse

... ondere Affinitäten: Sei es, dass (nicht nur im Umkreis des Feminismus) das Konzept des Voyeurismus auf das Kino an sich übertragen wird; sei es, dass psychoanalytische Lesarten in einer Form von Selbstreflexivität selber zum filmischen Gegenstand werden; sei es schließlich, dass ganze Motiv- oder Stoffreihen immer wiederkehren (der Traum als Offenbarung des Unterbewussten; der Ödipus-Mythos als Vorlage zahlloser Adaptionen und als strukturelles Interpretament zur Erfassung der Tiefenbedeutungen von Geschichten; Krankheiten und Perversionen, deren Ursache in traumatischen Kindheitserlebnissen gefunden wird; etc.).Beispiele: Spellbound ( USA 1945, Alfred Hitchcock); A Woman Under the Influence ( USA 1974, John Cassavetes); Zelig (USA 1983, Woody Allen); Un divan à New York (USA [...] 1996, Chantal Akerman);  La Stanza del Figlio (Italien/Frankreich 2001, Nanni Moretti).Bibliographie: Medienwissenschaft / Hamburg: Berichte und Papiere 1, 2003: Psychiatrie und psychische Krankheit als Themen des Films. URL: http://www1.uni-hamburg.de/Medien/berichte/arbeiten/0001_03.html. ... [weiterlesen]
5.

Intratextualität

... ter Absehung von Gattungsregeln, allgemeinem Welt- und vor allem Motivwissen gelegentlich „intratextuelle Analyse“ genannt. Neben der Beziehung von Texten zu ihren Paratexten wird insbesondere Selbstreflexivität als Erscheinungsform intratextueller Strukturierteit angesehen. Das Modell entstammt der strukturalen Literaturtheorie. Literatur: Burger, Harald: Mediensprache. Eine Einführung in Sprache und Kommunikationsformen der Massenmedien. 3., völlig neu bearb. Aufl. Berlin [...]: de Gruyter 2005, bes. S. 114-142. – Obermaier, Sabine: Das Fabelbuch als Rahmenerzählung. Intertextualität und Intratextualität als Wege zur Interpretation des "Buchs der Beispiele der alten Weisen" Antons von Pforr. He ... [weiterlesen]
6.

udigrudi

... s Films der Dritten Welt gegen denjenigen der Industrieländer. Tabubrüche, das Schockieren des bürgerlichen Publikums, eine exaltierte Zelebrierung schlechten Geschmacks verbunden mit hoher Selbstreflexivität kennzeichnen die Filme des udigrudi als spezifische Ausformung des exploitativen Kinos (und sie werden von vielen als besonders explizite Form der latsploitation angesehen).Literatur: Johnson, Randal / Stam, Robert: Brazilian cinema. Exp. Ed. New York: Columbia University Press 1995. – Stam, Robert: Tropical Detritus: Terra em transe, Tropicalia and the Aesthetics of Garbage. In: Studies in Latin American Popular Culture 19, 2000, S. 83-92. ... [weiterlesen]
7.

Affektmanagement im Horrorfilm

... an). Dissonanzelemente werden dabei selbst in Exemplaren des Genres wirksam, in denen sie nicht in einen Rahmen narrativer Wahrscheinlichkeit eingebettet sind, sondern zugleich als Teil einer Thematisierung von Reflexivität funktionieren (wie etwa Scream I, USA 1985, Wes Craven).Literatur: Carroll, Noël: The Philosophy of Horror, or Paradoxes of the Heart. New York/London: Routledge 1990. Dazu eine Erwiderung von Berys Gaut (British Journal of Aesthetics 35,3, 1995, S. 284-289) und eine Antwort von Carroll (British Journal of Aesthetics, 35,1, 1995, S. 67-72). – Tamborini, Ron / James B. Weaver III (eds.): Horror Films: Current Research on Audience Preferences and Reactions. Mahwah, New Jersey: Lawrence Erlbaum 1996. – Vonderau, Patrick: „In the hands of a maniac“. Der moderne Horrorfilm als kommunikatives Handlungsspiel. In: Montage / AV 11,2, 2002, S. 129-146. ... [weiterlesen]
8.

metadiegetische Musik

... insicht auf die zweite Definition bedingt der metadiegetische Status eines Elements eine reflexive Beziehung zum Grundtext. Musik – die ja keine Metasprachfähigkeit hat – kann diesen Status als Reflexivität schaffendes Instrument nur durch ironische Brechung erreichen. Wenn also drei Bauern eine Dorfschenke betreten und wenn dazu barocke Fürstenmusik erklingt, die den Eintritt der Herrschaften in ein Schloss untermalen könnte, inszeniert die Musik eine Unangemessenheit (resp. Unangepasstheit der Gebrauchsbedingungen derartiger Musik), die auf das Erzählen selbst abhebt – weil nämlich Figuren und Musiken in der heute geltenden Filmpoetik Milieu-kompatibel sein müssen.Literatur: Genette, Gérard: Die Erzählung. München: Fink 1994. Zuerst frz. als: Discours du récit (1972) und: Nouveau discours du récit (1983). ... [weiterlesen]
9.

Freeze Frame / Freeze

... e II – wenn das Jetzt der Erzählung aufgegeben wird, eine zweite, spätere Zeit hinzutritt und die Bilder zu Dokumenten einer Erinnerung an das bis dahin als gegenwärtig Gesehene werden; (5) Reflexivität: Das Medium macht auf sich selbst aufmerksam (wenn etwa Bilder eines Aufstandes schleichend in Pressephotos übergehen, so dass sich der Realitätsstatus der Erzählung verändert – wie etwa in La battaglia di Algeri, Italien/Algerien 1966, Gillo Pontecorvo, oder in Ningen no jôken / Barfuss durch die Hölle, Japan 1959-61, Masaki Kobayashi).Literatur: Bellour, Raymond. The film stilled. In: Camera Obscura, 24, Sept. 1990, S. 98‑123. – Gerling, Winfried: Die eingefrorene Zeit oder das bewegte, stillgestellte Filmbild. In: Stefanie Diekmann / Winfried Gerling (Hrsg.): Freeze Frames. Zum Verhältnis von Fotografie und Film. Bielefeld: Transcript 2010, S. 146-171. – Sutcliffe, Thomas: Watching. London: Faber & Faber 2000, S. 137-170. ... [weiterlesen]
10.

Backstage-Musical

... d Energieüberschuss auch außerhalb der Bühne zu singen und zu tanzen beginnen. Da in den Backstage-Musicals der kreative Prozess selbst zum Thema wird, weisen die Filme stets eine Form von Selbstreflexivität auf.Besonders erfolgreich waren in den frühen 1930er Jahren die Backstage-Musicals der Warner Brothers, deren Song-and-Dance-Szenen von Busby Berkeley choreografiert und gefilmt wurden. Die Truppe, die im Film am Gelingen einer Bühnenshow arbeitet, ist ein Spiegel der amerikanischen Gesellschaft zur Zeit der Depression. Die Ideologie der Zeit ist den Filmen deutlich abzulesen. Die Gemeinschaft der Agierenden, ihr Zusammenhalten in schweren Zeiten etc. werden explizit thematisiert. Filme: 42nd Street (1933), Gold Diggers of 1933 (1933), Footlight Parade (1933), Dames (1935). Die erste Welle der von Warner Brothers produzierten Backstage-Musicals endet 1934, mit dem Beginn des New Deal. Der Einfluss dieser Filme auf die weitere Entwicklung des Genres ist enorm – von den MGM Musicals, die Berkeley choreografierte, ergibt sich eine durchgehende Linie bis zu A Chorus Line (1985).Literatur: Altman, Rick: The American Film, Musical. Bloomington/Indianapolis: Indiana University Press 1987. – Feuer, Jane: The Hollywood Musical. Bloomington/Indianapolis: Indiana University Press 2nd ed. 1993. – Rubin, Martin: Busby Berkeley and the Backstage Musical. In: Hollywood Musicals: The Film Reader. Ed. by Steven Cohan. London/New York: Routledge 2002. ... [weiterlesen]
11.

Paragone

... ;nste. München: Text & Kritik 1989. – Hoormann, Anne: Lichtspiele. Zur Medienreflexion der Avantgarde in der Weimarer Republik. München: Fink 2003. – Sykora, Katharina: Paragone. Selbstreflexivität im vorfilmischen Bild. In: „Im Spiegelkabinett der Illusionen“. Filme über sich selbst. Hrsg. v. Ernst Karpf [...]. Marburg: Schüren 1996, S. 31-56. ... [weiterlesen]
12.

Blende II: Ab-, Auf- und Überblendung

... arkiert wurden und in dieser Funktion sehr häufig in Gebrauch. Außerdem diente sie dazu, Zeitsprünge anzuzeigen. Heute ist sie sehr viel unbedeutender geworden.Literatur: Hans J. Wulff: Visuelle Reflexivität, Transition, Punktuierung: Die Blenden und Überblendungen als Mittel der filmischen Rede. In: Nicht allein das Laufbild auf der Leinwand... Strukturen des Films als Erlebnispotentiale. Hrsg. v. Jörg Frieß, Britta Hartmann u. Eggo Müller. Berlin: Vistas 2001, S. 139-159 (Beiträge zur Film- und Fernsehwissenschaft. 42,60.). ... [weiterlesen]
13.

Stehkader

... gen, immer wieder unterbrochenen, hochartifiziellen Bewegung. Die kinematographische Zeit spaltet sich von der Realzeit ab, wird irreal oder transreal. Stehkader ist vor allem im Experimentalfilm als Mittel der Reflexivität eingesetzt worden. Das vielleicht reinste Beispiel ist Martin Arnolds 15minütiger Film Pièce touchée (1989), der eine winzige Szene aus einem Hollywoodfilm immer wieder in Stehkaderfolgen durchlaufen lässt und dabei Mikrorhythmen aufdeckt, die im ursprünglichen Material gar nicht sichtbar waren.   ... [weiterlesen]