Suchergebnisse für die Suche nach: sexualität



1.

Homosexualität / Homoerotik

Der Sexualitäts-Diskurs des Mainstream-Kinos ist durch die Relevanz semantischer Achsen geprägt: (1) ‚normal‘, ‚vertraut‘, ‚bekannt’ versus ‚abweichend‘, ‚fremd‘, ‚pervers’, (2) ‚öffentlich‘, ‚erlaubt‘, ‚legitim‘ versus ‚heimlich‘, ‚verboten‘, ‚tabuisiert‘, (3) ‚eigentlich‘, ‚ ... [weiterlesen]
2.

queer theory / queer studies

... struktion von sozialem und anatomischem Geschlecht (Esther Newton), um so für eine Denaturalisierung normativer Geschlechterbilder zu argumentieren wie auch die Entkoppelung der Konzepte von Geschlecht und Sexualität herbeizuführen und die Destabilisierung des Binarismus von Hetero- und Homosexualität und die Anerkennung eines sexuellen Pluralismus zu bewirken. Aufbauend auf den Einsichten von Sigmund Freud, Ferdinand de Saussure, Louis Althusser, Jacques Lacan, Roland Barthes und vor allem Michel Foucault findet Queer Theory neue Formen persönlicher Identifikation und Identität und erinnert stets an die Einsicht, dass das ‚Ich‘ niemals außerhalb ideologisch-machtstruktureller Darstellungsräume stehen kann und dass ‚Identität‘ Mythos, kulturelle Fantasie und politisch und psycho-sexuell notwendige Fiktion ist. Besonders zentral für die Entstehung der Queer Theory sind Foucaults Thesen. In seiner dreibändigen Geschichte der Sexualität legte er dar, dass Sexualität nicht ein natürlicher Zustand ist, sondern eine Kategorie, der man aus politischen und sozialen Gründen zugeordnet wird. Sexualität ist daher nicht nur Ziel des gesellschaftlichen Macht- und K ... [weiterlesen]
3.

Lesben (1)

Dass lesbische Figuren im Kino äußerst selten vorkommen, hat vor allem drei Gründe. Zum einen natürlich die jahrhundertealte Ablehnung der Homosexualität durch die westliche (heterosexuelle) Gesellschaft. Zum anderen meint die Alltagsvorstellung von Homosexualität bis heute vor allem die männliche Homosexualität und ble ... [weiterlesen]
4.

Schwule

... sexuelle und oft groteske Nebenfiguren für „Komik“ oder als pathologische Killer für Entsetzen zuständig sind, verkörpern Letztere eine aggressive, freilich „abnorme“ Sexualität. Beide gelten als Bedrohung einer unbescholtenen männlichen Heterosexualität und als Gefahr für die männliche Jugend. Derart explizite (und explizit gehässige) Kommentare zur männlichen Homosexualität werden ergänzt durch unterschwellige, indirekte Schilderungen gleichgeschlechtlichen Begehrens. Seit dem Beginn der Schwulen- und Lesbenbewegung (insbesondere seit den New Yorker Stonewall-Unruhen von 1969) werden die negativen Vorurteile insofern durch positive ersetzt, als die ... [weiterlesen]
5.

roughie

Das engl. Adjektiv rough, von dem sich das Substantiv roughie als Bezeichnung für einen gewissen Typus von Spielfilmen ableitet, charakterisiert umgangssprachlich physische Gewalt (rough stuff), ungehobelte, unangenehme, brutale und gefährliche Personen (roughnecks) und besitzt zudem häufig auch einen obszönen oder lasziven Unterton.Roughies im Allgemeinen sind Filme, die Sexualität in schäbigen oder schmutzigen Kontexte ... [weiterlesen]
6.

weiße Sklavin

... ina).Nicht nur, dass die „weiße Sklavin“ (oder die ihr nahestehende Figur der Odaliske, der Haremsdienerin) es gestattete, den Diskurs über weibliche Reinheit und „schmutzige“ Sexualität filmisch zu erzählen, über weibliche Passivität resp. Gefährdetheit und männliches Tugendwächtertum sowie die Rolle der Männer als  Garanten der gesellschaftlichen Ordnung erzählerisch zu entfalten, sie entfaltet zugleich eine scharfe Kritik an den Vergnügungswelten ebenso wie die Zurschaustellung derer Attraktionen; es sind zudem rassistische Motive im Spiel (die Mädchenhändler entstammen oft dem orientalischen Raum, sind jüdische Bewohner der Levante etc.); und die Kommerzialisierung der weiblichen Sexualität erscheint darüber hinaus als Produkt der Urbanisierung, als Ausfluss der Kapitalisierung der Welt.Filme wie L'esclave blanche (Frankreich 1939, Marc Sorkin, G.W. Pabst) oder  La tratta delle bianche (Italien 1952, Luigi Comencini) hatten den Kern des älteren Motivkreises und seine diskursive Einbindungen bereits ausgangs der 1930er weitestgehend verloren. Es war in die Genres des Kriminalfilms und vor allem des Sexploitations-Kinos aufgegangen ... [weiterlesen]
7.

Sleaze-Film

... edeutet seit den 1960er Jahren ‚Schmutz, Unmoral, Korruption; schäbiges, schlüpfriges, abstoßendes oder anstößiges Treiben‘ und wird auch auf einen spezifischen Umgang mit Sexualität übertragenDer Ausdruck sleaze-film dient als negative Bewertungskriterium für Filme mit entsprechenden Darstellungen von Sexualität, gilt in der Pornoindustrie allerdings auch als Eigenbezeichnung, um als unmoralisch geltende bewusste Zusammenstellungen von Sexualität und Schmutz genüsslich auszubeuten. Sleaze-Filme können ggf. auch anderen Genres zugewiesen werden, so z.B. dem Horrorfilm und allgemein dem im ... [weiterlesen]
8.

Coming-Out

Motiv im Spielfilm, das bisweilen die Dimension eines Erzählmusters annehmen und die dramaturgische Bewegung eines ganzen Films bestimmen kann. Im Zentrum steht der freiwillige (gegebenenfalls erzwungene) Schritt einer Lesbe oder eines Schwulen, zu ihrer resp. seiner Homosexualität zu stehen und die eigene Sexualität nicht länger nur im Versteckten zu leben. Meist sind die Figuren jung ... [weiterlesen]
9.

Sittenfilm

Ein Sittenfilm ist ein Film, der unter dem Mantel der Aufklärung tabuisierte Themen, meist aus dem Bereich der Sexualität, behandelt. Das im Nachkriegsdeutschland verbreitete Genre diente primär der erotischen Unterhaltung und erlebte in Deutschland seinen Höhepunkt ab etwa 1918, begünstigt durch die Tatsache, dass es zwischen November 1918 und Mai 1920 keine Filmzensur gab. Gegen Ende der 1920er erlebte das Genre eine kurze ... [weiterlesen]
10.

Mondo-Filme

... et war. Viele der Filme zielen – bei deutlich rassistischer Grundhaltung – auf angeblich wahre Sitten und Gebräuchen von Menschen aus aller Welt und auf scheinbar authentische Darstellungen von Sexualität und Gewalt ab. Häufig beuten sie Vorurteile über das Leben fremder Zivilisationen aus. Der umstrittenste Film Jacopettis ist Africo Addio (1963), der eine Kette von blutigen Greueltaten von Afrikanern an Tieren und Menschen auflistet, der Bilder des Apartheids-Südafrika entgegengestellt sind. Addio, Zio Tom! (1971) ist eine Pseudo-Dokumentation über Sklaverei insbesondere in den amerikanischen Südstaaten des 19. Jahrhunderts. Die Filme des Mondo-Kreises sind fast ausnahmslos in Italien ... [weiterlesen]
11.

Sexkomödie

Spielart der Komödie, deren Hauptinteresse in den sexuellen Verstrickungen ihrer (fast immer heterosexuellen) Hauptfiguren besteht. Im Unterschied zur Romantischen Komödie geht es hier expliziter, frivoler zu und her, und anders als bei der Screwball Comedy legt man keinen sonderlichen Wert auf Temporeichtum, intelligenten Wortwitz und Gleichberechtigung der Geschlechter. Doch bei aller Vordergründigkeit von Sexualität: Das Ziel d ... [weiterlesen]
12.

Hays-Code

... zu gehörte, dass (Gewalt-)verbrechen nicht explizit gezeigt werden durften, ebensowenig die Heroisierung von Kriminellen und erst recht keine sexuelle Perversion, was die damalige Umschreibung für Homosexualität war. Später wurden auch Angriffe auf die Institution der Ehe (vor- und außer-eheliche Verhältnisse) mitaufgenommen. Insgesamt finden sich teilweise absurde Einschränkungen der MPPDA-Zensoren. Als 1933 nach dem Präsidentenwechsel ein nationales Zensurgesetz drohte, veranlasste Hays die MPPDA, den Code noch strenger zu fassen. Ab 1934 war er verbindlich insofern, dass die Studios für Filme ohne MPPDA-Siegel im Vorspann $25.000 zahlen mussten und - was schlimmer war - diese Fime nicht in die MPPDA-Kinos kamen, wozu die wichtigsten Premierenkinos gehörten. Der "Hays-Code" war de facto Standard. Er galt bis zu Beginn der 60er Jahre. Bei ihrem Versuch, externer Zensur zuvorzukommen, versuchten die Studios auch zu vermeiden, dass Szenen gedreht werden, die dann sowieso weggeschnitten wurden. Dadurch zwangen sie aber auch die Künstler zu teilweise interessanten Umgehungsstrategien (explizite Gewalt fand im Off statt, Dialoge waren oft zweideutig: bekannt sind auch Hitchcocks symbolische Darstellungen von Sexualität: Der Zug am Ende von North by Northwest fährt den Beischlaf symbolisierend in einen Tunnel, nachdem das Paar sich gerade gemeinsam in ein Bett gelegt hat). ... [weiterlesen]
13.

Bordell und Kino

... pophilie verselbständigten sich, die synästhetische, alle fünf Sinne umfassende Rezeption löste sich auf. Die heute oft als natürlich angesehene psychische Organisation von Begehren und Sexualität schuldet sich dieser These folgend dem Kino bzw. dem Film, auch wenn Kino und Bordell Sexualität unterschiedlich organisierten und das Bordell paradoxerweise die Beschränkung des Sexuellen auf das Sichtbare aufhob.Literatur: Koch, Gertrud: Was ich erbeute, sind Bilder. Zum Diskurs der Geschlechter im Film. Basel/Frankfurt: Stroemfeld / Roter Stern 1989. – Moreck, Curt [d.i. Haemmerling, Konrad]: Sittengeschichte des Kinos. Dresden: Aretz 1926. - Schlüpmann, Heide: Das Bordell als arkadischer Ort? Tagebuch einer Verlorenen von G.W. Papst [sic!]. In: Frauen und Film, 43, 1987, S.76-91. ... [weiterlesen]
14.

Josei-eiga

... nd dazu schnulzenhaft von Herz, Schmerz und Tränen, Liebe und Leid handeln; und (3) Filme von Frauen (für Frauen), die sich ernsthaft und engagiert mit weiblichen Perspektiven auf Themen wie weibliche Sexualität, Gender, Wirklichkeiten junger Frauen in den modernen Lebens- und Arbeitswelten Asiens (Japan, Korea, China), Feminismus und Politik befassen.Spezielle „Frauenfilme“ männlicher japanischer Regisseure gibt es bereits seit den 1920er Jahren mit Heinosuke Goshos Shin Joseikan (1929) und Onna to umareta Karanya (When You‘re Born to Be a Woman, 1934). 1946 reagierte Kenji Mizoguchi mit Josei no Shôri („Der Sieg der Frauen“) auf die neue Situation, vor die sich die Japaner und Japanerinnen nach dem Krieg durch den westlichen Demokratiebegriff der Kriegssieger gestellt sehen.Literatur: Ishihara, Ikuko: Josei eiga kantoku no koi. Tôkyô: Haga Shoten 2001 [Analyse ... [weiterlesen]
15.

Girlkultur

... uetheater das wichtigste Medium, in dem sich der neue Frauentypus manifestierte.Die Frauen, die die Girlkultur zugerechnet wurden, galten als modern, freidenkerisch, selbstbestimmt; in Sonderheit der Umgang mit Sexualität galt als „sapphisch“, geöffnet zu Lesbianismus und Bisexualität. Marlene Dietrich, die von „Lola“ sang, galt als eine der Figuren, die die Unfeststellbarkeit dieser neuen Frauenrolle verkörperten, ebenso charmant und faszinierend wie alarmierend. Die amerikanische Schauspielerin Louise Brooks wurde die vielleicht prägnanteste Inkarnation des Girl-Typus, amoralisch, selbstsicher, außerhalb der Konventionen des bürgerlichen Lebens, die Herzen von Gräfinnen und Industriellen gleichermaßen brechend.So faszinieren ... [weiterlesen]
16.

Ethnopornographie

... chter sind. Es sind Qualitäten des Authentischen, einer spirituell-komplexen Einheit von Körper und sexuellem Verhalten, manchmal auch die Unterstellung einer ursprünglichen, vorzivilisatorischen Sexualität, die den kolonisierten Körpern zugeschrieben werden. Der „kolonialistische Blick“, sexuelles Interesse und lustvolle Unterdrückung des Anderen gehen eine Allianz ein und setzen die Beziehung von Kolonisatoren und Kolonisierten im Pornographischen fort, wie sie sich bereits in Berichten von Priestern, Kaufleuten und Besatzungssoldaten in der Zeit der Kolonisation herausgebildet hatte. Das Konzept, das den Neokolonialismus-Studien entstammt, hat sowohl eine historische Dimension und versucht, die „kolonialen Beziehungen“ auf ihre sexuellen Komponenten hin auszuloten, wie auch eine aktuelle, indem sie den neuen Manifestation einer sexuellen Faszination an der Sexualität nicht-westlicher Kulturen nachspürt.Literatur: Whitehead, Neal L. / Segal, Peter: Introduction. In: Ethnopornography. Ed. by Whitehead & Segal. Online: <http://www.academia.edu/169099/Ethnopornography>. – Boone, Joseph Allen: The homoerotics of Orientalism. New York: Columbia University Press [2014]. – Schick, Irvin Cemil: The erotic margin. Sexuality and spatiality in a ... [weiterlesen]
17.

social guidance film

... enden Themen der zivilen, nationalen und moralischen Loyalität traten bald andere Themen, die mit der sich herausbildenden Jugendkultur und der erstarkenden Bürgerrechtsbewegung entstanden: Umgang mit Sexualität (einschließlich der Diffamierung der Homosexualität), rassistische und soziale Vorurteile, jugendliche Straffälligkeit, Drogenkonsum und -abhängigkeit. Daneben entstanden auch Filme für Erwachsene (zu Themen wie Ehe, Kindeserziehung, Finanzplanung des Haushalts, Karriereplanung u.ä.). Schätzungen zufolge entstanden mehr als 3.000 derartige Filme. Ob ihrer Naivität wurden einige Filme als Satiren ihrer selbst bekannt; dazu zählt der 9minüter Duck and Cover (1951) über Schutzmaßnahmen im Falle eines Atombombenangriffs. Derartige Filme entstanden auch in anderen Ländern. Literatur: Low, Brian J.: „The new generation“. Mental hygiene and the portrayals of children by the National Film Board of Canada, 1946-1967. In: History of Education Quarterly 43,4, 2003, S. 540‑570. – Smith, Ken: Mental hygiene. Classroom Films 1945-1970. New York: Blast Books 1999. ... [weiterlesen]
18.

white male paranoia movies

... n Amoklauf eines auf den ersten Blick angepassten und erfolgreichen Protagonisten. Das Zerstörungspotential entspringt aus inneren Krisen der Figuren, in deren Mittelpunkt fast immer der Umgang mit eigener Sexualität, mit eigenem Begehren oder mit idealisierten Formen sozialer Bindung stehen, die zudem oft mit latenten Gewaltphantasien koordiniert sind. Neben Falling Down in diesem Zusammenhang genannte Beispiele sind American Psycho (USA 2000, Mary Harron) über die Maskierung erotomanischer Phantasien, Her (USA 2013, Spike Jonze) über eine Verschiebung des romantischen Liebesideals ins unerreichbare Imaginäre, Shame (Großbritannien 2011, Steve McQueen) über die Merkantilisierung eigener Sexualität oder Up in the Air (USA 2009, Jason Reitman) über eine tiefe Persönlichkeitsspaltung, in der Berufs- und Privat-Ich radikal auseinanderfallen. Literatur: Davies, Jude: Falling Down. Houndmills [...]: Palgrave Macmillan 2013. – Gates, David: White Male Paranoia. In Newsweek, 29.3.1993, URL: http://europe.newsweek.com/white‑male‑paranoia‑191128?rm=eu. ... [weiterlesen]
19.

kontroverse Filme

... ntflammten. Ein Film wie Tystnaden (Schweden 1963, Ingmar Bergmann rief zahllose Sittenwächter auf den Plan, die trotz der ästhetischen Qualitäten des Films aufgrund seines Umgangs mit weiblicher Sexualität nach einem Verbot verlangten. Noch heftiger wurde um Pier Pasoilinis Salò o le 120 giornate di Sodoma (Italien/Frankreich 1975) gestritten, dessen Verbindung von Faschismus- und Kapitalismuskritik mit sexuellen Unterdrückungspraktiken heftigen Einwand provozierte, so dass er tatsächlich lange nur in Schnittfassungen gezeigt werden konnte (und mancherorts gar ganz verboten wurde). Neben dem Dauerthema der Sexualität waren es immer wieder auch politische Themen, die zu Strittigkeiten führten (wie etwa anläßlich Louis Malles Lacombe Lucien, Frankreich 1974, über die franz&oum ... [weiterlesen]
20.

good value comedy

Ironisch verwendete Bezeichnung für Fernsehserien (vor allem Sitcoms), die Themen wie Gewalt,  Drogen, Sexualität unter Minderjährigen, vor allem aber auch Homosexualität oder Abtreibung rigoros verweigern, sich darüber hinaus jeder Kirchen-, Religions- und Politikkritik enthalten. Auch die Darstellung oder Dramatisierung von (rassischen, ethnischen, sozialen) Minderheitenpro ... [weiterlesen]
21.

Skandalfilm

... Filme den Protest von meist konservativen Interessengruppen stimuliert, die sich in öffentlichen Kampagnen, Verbotsanträgen und sogar Kinobesetzungen oder -zerstörungen Luft machten. Insbesondere Sexualität (manchmal auch exzessive Gewaltdarstellung) war immer wieder Anlass zur Skandalisierung von Filmen: Die Nacktauftritte etwa von Hedy Lamarr in Ekstase (Tschechoslowakei/Österreich 1933, Gustav Machatý) oder von Hildegard Knef in Die Sünderin (BRD 1951, Willi Forst) führten zu erbitterten öffentlichen Protesten. Richard Oswalds Die Prostitution (1919) – dem ersten Teil Das gelbe Haus folgte noch im gleichen Jahr ein zweiter Die sich verkaufen – deutet ebenso wie Ingm ... [weiterlesen]
22.

Homoerotik

Der Begriff blickt auf eine problematische Geschichte zurück und ist im Alltag bis heute eine Art terminologischer Verlegenheitslösung, die dann verwendet wird, wenn der vermeintlich anstößige Begriff der Homosexualität durch ein Wort ersetzt werden soll, das weniger nach explizitem Sex und mehr nach harmloser Schwärmerei klingt; gemeint ist freilich meist dasselbe. Hier gilt er für das unterschwellige, indirekte E ... [weiterlesen]
23.

Adoleszenz

... t wenn sich einige von ihnen bevorzugt anzubieten scheinen und erstaunlich regelmäßig anzutreffen sind: Dazu gehören Jugendkriminalität, Gewalt, Sucht und Drogen, City und Schule, aber auch Sexualität, Homosexualität und Inzest.Längst nicht bei allen Filmen, die die Adoleszenz thematisieren, handelt es sich gleichzeitig um Teenagerkino (das allein durch die Zielgruppe definiert ist). Ob dort auch tatsächlich Geschichten über die Adoleszenz erzählt werden, ist zweitrangig. Einige Beispiele aus dem unübersehbar großen Korpus von Filmen: Mädchen in Uniform (Deutschland 1931, Leontine Sagan), Pather Panchali (Indien 1955, Satyajit Ray), Der junge Törless (BRD 1966, Volker Schlöndorff). Literatur: Vergerio, Flavio (a cura di): Cinema e adolescenza. 400 filme. Bergamo: Moretti & Vitali 2000. – Bernstein, Jonathan: Pretty in pink. The golden age of teenage movies. New York: St. ... [weiterlesen]
24.

Gefängnisfilm: Charakteristiken

... n Gefängnisfilme oft über Individuen, die sich gegen Entwürdigung und Unterdrückung auflehnen, sei es durch Widerstandsakte oder durch Flucht. (7) Die Unterdrückung und Sublimierung von Sexualität bilden eines der verdeckten Dauerthemen der Gefängnisfilme: Und man könnte sogar so weit gehen, anzunehmen, dass die Untersagung der Sexualität und - im weiteren Sinne - die Verleugnung der Körperlichkeit des Gefangenen die eigentliche und rigideste Form der Strafe ist. (8) Schließlich ist das Programm der Gefängnisse ein Diskurs, der auch in den Gefängnisfilmen selbst geführt wird. Da steht das Modell der Rache gegen das der Verwahrung und gegen das der Resozialisierung. Sozialarbeiterische Konzepte stehen gegen Konzepte der Sicherstellung. Und es stehen „heiße“ Formen der Beziehung zwischen Helfern/Beamten und Delinquenten gegen entsprechend "kalte", empathische Formen der Teilnahme gegen bürokratische usw. (9) Schließlich stellt sich immer wieder die Frage nach der Verhältnismäßigkeit von Anlaß und Strafe, insbesondere natürlich in solchen Fällen, in denen jemand irrtümlicherweise zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wird. Literatur: Wulff, Hans J.: Drei Bemerkungen zur Motiv- und Genreanalyse am Beispiel des Gefängnisfilms. In: 6. Film- und Fernsehwissenschaftliches Kolloquium, Berlin '93. [Akten.] Berlin: Gesellschaft für Theorie & Geschichte audiovisueller Kommunikation 1994, S. 149-154. ... [weiterlesen]
25.

Zensur

... wird große Wirksamkeit bei geringer ästhetischer Qualität zugesprochen – umso dringender scheint es geraten, hier regulierend einzugreifen. Inhaltlich macht sich Zensur meist an den Themen Sexualität, Gewalt, Politik, Religion fest. Insbesondere am Themenfeld der Sexualität lässt sich zeigen, dass Zensur immer mit der Gefahr zu kämpfen hat, sich auf eine problematische Normalitätsvorstellung auszurichten, selbst repressiv und normativ zu sein und dabei doch nur den Normenkodex einer besonderen sozialen Gruppe als allgemeinverbindliche Lebens- und Anschauungsnorm anderen sozialen Gruppen aufzuzwingen.Literatur: Buchloh, Stephan: Eingriffe in die Freiheit des Journalismus und der Kunst. Eine Typologie von Zensurformen. In: Chancen und Gefahren der Mediendemokratie. Hrsg. v. Wolfgang Donsbach u. Olaf Jandura. Konstanz: UVK 2003, S. 82-94. ... [weiterlesen]
26.

Hörigkeit

engl.: (sexual) dependence; gelegentlich auch: bondageHörigkeit als eine besondere Form der sozialen Beziehung zwischen Liebespartner tritt in der amour fou ebenso auf wie neutraler in Beziehungs- oder Ehedramen und sogar allgemeiner überall da, wo es um das Zusammenleben zweier Figuren geht - als tiefe ein- oder gegenseitige Abhängigkeit zueinander. Fast immer steht Hörigkeit im Kontext von Sexualität (wie die Beispiele Osse ... [weiterlesen]
27.

Dispositiv

... ks [frz. 1975]. In: Riesinger, Robert (Hg.) Der kinematographische Apparat. Geschichte und Gegenwart einer Debatte. Münster: Nodus 2003, S. 41-62. – Foucault, Michel: Dispositive der Macht. Über Sexualität, Wissen und Wahrheit. Berlin: Merve 1978. Neuaufl. 2000. – Hickethier, Knut (1995) Dispositiv Fernsehen. Skizze eines Modells. In: Montage/AV 4,1, S. 63-83. – Kessler, Frank (2006) Notes on dispositif. URL: http://www.let.uu.nl/~Frank.Kessler/personal/notes%20on%20dispositif.PDF. – Paech, Joachim: Überlegungen zum Dispositiv als Theorie medialer Topik. In: Medienwissenschaft, 4, 1997, S. 400-420.  ... [weiterlesen]
28.

Beat Generation

... ation schon 1948 geprägt hatte, erhielt sie erst in den späten 1950ern regen Zulauf. Zentrale Elemente des Beat waren Experimente mit Drogenkonsum und -erfahrung, sie Auslotung alternativer Formen der Sexualität, eine strikte Zurückweisung materialistischer Lebensideale, Interesse in östlichen Religionen (v.a. Buddhismus) sowie die Idealisierung exzessiver und unkontrollierter Formen künstlerischen Ausdrucks. Eine der wichtigsten Techniken der Beatliteratur wurde die Textcollage, das cutup. Seit den 1950ern gab es eine große Anzahl von Versuchen, auch Filme unter der Vorgabe der Poetik des Beat zu realisieren. Sie gehören ausnahmslos dem Underground-Cinema an. Zu den Regisseuren gehörten neben Jonas Mekas auch John Cassavetes (Shadows, 1959), Ron Rice (The Queen of Sheeba Meets the Atom Man, 1963, erst 1982 fertiggestellt), Jack Smith (Flaming Cr ... [weiterlesen]
29.

Naziploitation

... low, Daniel H. / Vander Lugt, Kristin T. / Bridges, Elizabeth: Nazisploitation! The Nazi Image in Low-Brow Cinema and Culture. New York: Continuum 2012. – Stiglegger, Marcus: Sadiconazista: Faschismus und Sexualität im Film. St. Augustin: Gardez!-Verlag 1999. – Stiglegger, Marcus: Nazi-Chic und Nazi-Trash: Faschistische Ästhetik in der populären Kultur. Berlin: Bertz + Fischer 2011. ... [weiterlesen]
30.

urban comedy

... rfolgs und der Suche nach der Erfahrung der eigenen Attraktivität zusammen mit tiefer liegenden Schichten von Wunschenergien, mit einer Einsamkeit, die nur rauschhaft überspielt werden kann, und einer Sexualität, in der das Narzisstische alle anderen Optionen aufzulösen droht.   ... [weiterlesen]
31.

Heartcore

auch: HeartCoreAls Homophon von Hardcore gebildete Marketing- und Gelegenheitsbezeichnung für pornographische Filme vor allem weiblicher Regisseure, die einerseits einen authentischen Ausdruck weiblicher Sexualitätserfahrung finden und ein Publikum vor allem heterosexueller Frauen ansprechen sollen. Die sich langsam entwickelnde, in sich stimmige und oft anspruchsvolle Handlung steht deutlich mehr im Vordergrund als im normalen Pornofilm; a ... [weiterlesen]
32.

Seduktion, filmische

... n gegen seine vermeintlich gefestigte Position vom vertrauen Weg abzubringen.Die filmischen Mittel und Ebenen der Seduktion im Film liegen auf der Ebene der Performanz: Bewegung, Körper, Sinnlichkeit, also Sexualität, Kampf, Choreographie. Sie sind auch im Bereich der Narration zu finden, als epische Erzählung oder verdeckte Mythologie. Und sie liegen auf der ethischen Ebene, etwa indem der Zuschauer einem Ambivalenz‑Erlebnis ausgesetzt wird. Mittel der Feinanalyse ist die dichte Beschreibung des filmischen Zeichensystems, die durch hermeneutische Neubetrachtung jeweils verfeinert wird. Ziel ist es, die seduktiven Strukturen, die in der Inszenierung angelegt und verdeckt wurden, offenzulegen.Literatur: Stiglegger, Marcus: Ritual & Verführung. Schaulust, Spektakel und Sinnlichkeit im Film. Berlin: Bertz + Fischer 2006. – Ders.: Die Seduktionstheorie des Films. Verführungsstrategien filmischer Inszenierung am Beispiel von Philippe Grandrieux’ Sombre (1999), in: Kleiner, Marcus S. / Rappe. Michael (Hrsg.): Methoden der Populärkulturforschung. interdisziplinäre Perspektiven auf Film, Fernsehen, Musik, Internet und Computerspiele. Berlin [...]: Lit 2012, S. 85‑114. – Kosta, Barbara: Willing Seduction. „The Blue Angel“, Marlene Dietrich, and Mass Culture. New York/Oxford: Berghahn Books 2009 (Film Europa: German Cinema in an International Context. 8.). ... [weiterlesen]
33.

Schaulust

... l;ndungen (wie Lustersatz, Schadenfreude, ästhetischer Genuss). In der Freudianischen Psychologie ist das Anschauen und das Angeschaut-Werden ein Doppel von auto- und objekterotischen Impulsen menschlicher Sexualität. Filme ziehen Gewinn aus solchen Antrieben, weil sich die Schaulust in der Dunkelheit des Kinos weitestgehend unkontrolliert entfalten kann. Die Lust des Betrachters am krankhaften Sehen (und Filmen) des Leidens Anderer als Inszenierungsform einer sexuellen Beziehung zwischen Täter und Opfer thematisiert etwa Peeping Tom (Großbritannien 1960, Michael Powell), der in seiner besonderen Durchdringung das Phänomen der Schaulust im Kino so selbstreflexiv wie paradigmatisch herausarbeitet. Das Äquivalent in der Malereigeschichte wäre Gustave Courbets L'Orgine du Monde (1866), lange vor dem Publikum geheim gehalten, heute eine Attraktion des Musée d'Orsa ... [weiterlesen]
34.

wiggle walk

... in Niagara (USA 1952, Henry Hathaway) einen der längsten Gänge der Filmgeschichte absolvierte. Dieser Modus des Gehens etablierte sich schnell als Indiz einer übertrieben ausgestellten weiblichen Sexualität (und wurde von der Monroe selbst vielfach wiederholt und variiert), wurde aber auch von manchen Schwulendarstellern für männliche Rollen adaptiert.  ... [weiterlesen]
35.

Baudelarian cinema

... Filme machten, als äquivalent zum action painting in der Art Jackson Pollocks. Sie umgingen nach Möglichkeit jede Form der (Selbst-)Zensur, wendeten sich tabuisierten Themen zu (vor allem Bi- und Homosexualität). Mekas gab der Bewegung die Bezeichnung Baudelarian cinema, an den Drogenpoeten Charles Baudelaire erinnernd, dessen Gedichtzyklus Les Fleurs du Mal als klassisches Beispiel einer dekadenten, den dunklen Seiten der Erfahrung aufgeschlossenen, symbolistischen Poetik galt. Schon die Filme Andy Warhols setzten sich kritisch mit den Filmen der kleinen Gruppe auseinander, bezogen einen statischen Standpunkt gegenüber der wilden und ungezügelten Kreativität ihrer Protagonisten (wie etwa in The Chelsea Girls, USA 1966, Paul Morrissey, Andy Warhol), kombinierten so die Bemühung um Entfesselung des Kinos mit der minimalistischen Kontrolliertheit des Dandys (der als Modellfigur ebenfalls in den Baudelaireschen Kosmos gehört).Literatur: Rowe, Carel: The Baudelarian cinema. A trend within the American avant‑garde. Ann Arbor, Mich.: UMI Research Press 1982. ... [weiterlesen]
36.

Krankheit im Film

... heiten (seit den 1980ern vor allem Aids) kommt insofern ein besonderer Stellenwert zu, als die Krankheit oft nur als Vorwand dient: sei es zu schlüpfrigen oder klischeebeladenen Thematisierungen von (Homo-)Sexualität, sei es zur Vermittlung bürgerlicher Sexualmoral und Hygienevorstellungen. Dies gilt selbst dann, wenn ein Film sich als Lehrfilm versteht. Im Experimentalfilm und experimentellen Spielfilm dagegen wird das Motiv (gerade in seiner Ausprägung Aids) sehr viel unverkrampfter und freier von Doppelmoral umgesetzt. Beispiele: Feind im Blut (Deutschland 1931, Walter Ruttmann); Interrupted Melody (USA 1955, Curtis Bernhardt); Philadelphia (USA 1993, Jonathan Demme). ... [weiterlesen]
37.

Rock‘n‘Roll-Film

... ie sich aus der formalen Organisiertheit der Gesellschaftstänze lösen und einem individuelleren, körpernahen, ja akrobatischen Ausdruckverhalten im Tanz Raum verschaffen. (Es mag verwundern, dass Sexualität, die allen hier berichteten Filmen eine Rolle spielt, demgegenüber höchst konventionell behandelt wird.) Viele Erzählungen des kleinen Genres thematisieren die Krisenhaftigkeit dieser Prozesse unmittelbar, belegen, dass die rock‘n‘roll-tanzenden Jugendlichen der gesellschaftlichen Verantwortung nicht entzogen sind. Deutlich ist aber fast immer der Konflikt mit der Elterngeneration, seien es die Eltern selbst, seien es Vertreter der kommunalen Kultur, die den Rock‘n‘Roll zu unterbinden suchen.Auffallend ist zudem, wie früh sich die Filme der ökonomischen und medialen Bedingungen der Rockkultur zuwenden. Da geht es um die Programme von Radio- und Fernsehsendern, um meist kleine und unabhängige Plattenlabels, um die Rolle von DJs (wie insbesondere Alan Freed in zahlreichen Filmen als Alan Freed agiert hat). Dass Rockmusik industriell für einen Massenmarkt ge ... [weiterlesen]
38.

Theatercoup

... . Zu ersterem Typus gehört der deus ex machina oder der überraschende Auftritt von verstorben Geglaubten, durch den sich der Konflikt erledigt; ein komplexeres Beispiel findet sich in dem englischen Bisexualitätsdrama Torch Song Trilogy (USA 1988, Paul Bogart), in dem der Liebhaber des Protagonisten von einer schwulenfeindlichen Bande zu Tode geprügelt wird, wodurch sich das so unauflöslich scheinende Dreiecksverhältnis auflöst; eine ganze Kette von Theatercoups führt in Ernst Lubitschs Komödie To Be or not to Be (USA 1942) zum Finale – in einer nicht enden wollenden Pendelbewegung zwischen der Realität des besetzten Warschaus und der Inszenierung einer falschen Realität. Beispiele für den zweiten Typus finden sich in der Filmgeschichte in großer Zahl. Insbesondere Slapstickiaden und musikalische E ... [weiterlesen]
39.

Cyborg: Dramaturgie

... ksam, dass mit dem Cyborg Teile der sonst dem Sakralen zugeordneten Macht, Leben und Lebensformen zu schaffen, auf den Menschen zurückfalle. Außerdem impliziere das Cyborg-Modell eine Entmachtung der Sexualität. Funktional sind Cyborgs als Projektionsfiguren für gegenwärtige Konzepte von Humanität und Identität zu verstehen. An einer Figur wie Data aus der Fernsehserie Star Trek können Fragen der Fähigkeit zur Verantwortung, zur Emotionalität, zum Umgang mit moralischen Dilemmata etc. durchgespielt werden, so dass identitätsphilosophische Größen wie die Leib-Geist-Koppelung oder Probleme einer künstlichen Intelligenz dramatisiert und diskursiviert werden können.Literatur: Donna Haraway: A Cyborg Manifesto: Science, Technology, and Socialist-Feminism in the Late Twentieth Century. In: Simians, cyborgs and women: The reinvention of nature. New York: Routledge 1991, S.149-181. ... [weiterlesen]
40.

Feminismus

... n Gesellschaften und Epochen, wie das Streben nach Überwindung bestehender Ausbeutungsverhältnisse und realer Benachteiligung von Frauen auf den Feldern Bildung/Beruf, Politik/Recht, Ökonomie und Sexualität. Der Feminismus westlicher Prägung strebt die Lockerung resp. Aufhebung der patriarchalen, geschlechterpolaren Aufgabenteilung in Ehe und Familie (strikte Trennung von Erwerbs- und unbezahlter Hausarbeit, Privatsphäre und öffentlicher Sphäre etc.) zugunsten partnerschaftlicher Beziehungen (mit gemeinsamer Verantwortung bei der Erziehung der Kinder) sowie allgemein eine verstärkte Repräsentation von Frauen in öffentlichen Ämtern (Parlament, Regierung), Kultur, Religion und Wirtschaft an. Beispiele: La souriante Madame Beudet (Frankreich 1923, Germaine Dulac); Naniwa Elegi (Japan 1936, Kenji Mizogushi); Dance, Girl, Dance (USA 1940, Dorothy Arzner).Literatur: Brauerhoch, Annette: Feminismus und Film. In: Sachlexikon des Films. Hrsg. v. Thomas Koebner. Stuttgart: Reclam 2002, S. 163-165. – Chaudhuri, Shohini: Feminist film theorists. Laura Mulvey, Kaja Silverman, Teresa de Lauretis, Barbara Creed. London [...]: Routledge 2006. – Riecke, Christiane: Feministische Filmtheorie in der Bundesr ... [weiterlesen]
41.

beach party movies

... Szenen aus; exponierte männliche Körper traten erst in Surfer-Szenen etwas später hinzu. Auseinandersetzungen mit den Eltern, vor allem das Erlernen eines selbstbestimmten Umgangs mit der eigenen Sexualität spielt in allen Filmen eine zentrale dramatische Rolle. Es handelte sich ausschließlich um minimal budgetierte Filme, die on location vor allem an den Stränden Kaliforniens aufgenommen wurden; später kamen auch Aufnahmen auf Hawaii und an anderen berühmten Surfer-Stränden zustande. Das Bauprinzip der Filme ist denkbar stereotyp: Die jugendlichen Protagonisten verbringen in den Filmgeschichten meist ihre Ferien am Strand. Ihre Vergnügungen sind neben dem Schwimmen und Surfen das Hören von Musik und vor allem das Zusammenkommen bei Strandparties (die dem ganzen Genre ihren Namen gegeben haben). In fast allen Fällen steht ein Liebespaar am Anfang, eine Beziehung, die durch Eifersucht gefährdet, am Ende aber immer rekonstituiert wird. Immer sind es Gruppen von Jugendlichen, die sich Freizeitvergnügu ... [weiterlesen]
42.

Dirnenfilm

... ;igen vorgeworfen wurde. Mentalitätenhistorisch bezeugen die Filme aber eine gesellschaftliche Doppelmoral, in denen politische und ökonomische Macht (von Männern) mit der Ökonomisierung der Sexualität in Konflikt gerät. Die Figur der Dirne wird zum dramatischen Zentrum, an dem unvereinbare Wertorientierungen in Konflikt geraten. Filme wie Le Garçon sauvage (Frankreich 1951, Jean Delannoy) oder Le Notti di Cabiria (Italien 1957, Federico Fellini) erzählen von den unauflösbaren, zuweilen tragischen Widersprüchen zwischen Armut, Selbstwahrnehmung, Verzweiflung, Milieuabhängigkeit der oft dem Milieu der „kleinen Leute“ entstammenden Frauen.Dass diese Geschichten mit sozialer Realität zusammenhängen und die Verlogenheit einer öffentlich geäußerten Moralität im Kontrast zur sozialen Praxis bloßlegten, wurde spätestens mit dem Frankfurter Nitribitt-Skandal (1957) deutlich, der bereits 1958 filmisch aufgearbeitet wurde (Das Mädchen Rosemarie, Rolf Thiele; Remake: BRD 1996, Bernd Eichinger). Jean-Paul Sartres Stück Die ehrbare Dirne (1946, verfilmt als La p... respectueuse, Frankreich 1952, Charles Brabant, Marcello Pagliero) hatte schon früher eine scharfe Kapitalismus- und Rassismuskritik in den Motiven der Dirnenliteratur formuliert. Mogens Vemmers fast dokumentarisch anmutender Film Gade uden ende (Straße ohne Ende, Dänemark 1963) markiert das Ende des Dirnenfil ... [weiterlesen]
43.

Neonoir

... riationen oder aus Neuansätzen mit stilistischen Assoziationen auf den klassischen Film Noir besteht. Typischerweise in Farbe gedreht, wagt sich der modernistische Neonoir in zuvor tabuisierte Bereiche von Sexualität und Gewalt vor. Seit den 1980er Jahren spricht man von der postmodernistischen Phase des Neonoir. Der Postmoderne entsprechend, gilt diesen Filmen der Film Noir als Spielmaterial, aus dem Imitationen, Hommagen, Zitate und Hybridformen gewonnen werden. Für beide Phasen des Neonoir gilt, dass sie sich in erster Linie an ein intellektuelles, cinephiles Publikum wenden, das die zahlreichen intertextuellen Bezugnahmen auf den Film Noir aufzuschlüsseln vermag.Es sind einige Codes des film noir, die ihn fast wie ein Genre auszuzeichnen sc ... [weiterlesen]
44.

Altersfreigabe

... usiv. Welche Inhalte zu einer Heraufstufung der Freigaben Anlass geben, ist durch nationale, soziale, religiöse und politische Standard- und Normalitätsvorstellungen definiert. Insbesondere Gewalt und Sexualität sind indizierbare Inhalte, aber auch Blasphemie und manche politischen Geschichten. Freigaben unterliegen historischem und geschmacklichem Wandel. Darum müssen sie auch periodisch kontrolliert werden.In der Praxis der Filmverwertung kann eine Veränderung von Freigaben zum Verlust großer Publikumsanteile führen; darum stimmen die meisten Produzenten ihre Filme schon im Vorfeld auf die gewohnten Kriterien der Freigabeinstitutionen ab. Auch werden häufig Schnittauflagen ausgesprochen, um die Filme in eine besondere Freigabekategorie hineinzubekommen.  ... [weiterlesen]
45.

Hardcore

Als Hardcore wird seit den 1960er Jahren üblicherweise die expliziteste Form der visuellen Darstellung menschlicher Sexualität bezeichnet. Auf Film bezogen werden dabei die zensurbestimmten und somit wandelbaren Grenzen, in denen sich Sexfilm und ‚erotische‘ Pornographie bewegen, insoweit überschritten, als erigierte Geschlechtsteile präsentiert und der Vollzug des Sexualakts nicht nur angedeutet, sondern tatsächl ... [weiterlesen]
46.

comedy of remarriage

auch: remarriage comedy; dt. etwa: WiederverheiratungskomödieDie comedy of remarriage ist ein Subgenre der amerikanischen Screwball-Komödie der 1930er und 1940er Jahre. Zwar untersagte der Hays Code jede Art expliziter Darstellung außerehelicher Sexualität, doch konnten die Partner bei Wiederverheiratung Beziehungen zu neuen Sexualpartnern aufnehmen und waren durch die Rückkehr zur Neuverheiratung entlastet. Stanley Cavell ... [weiterlesen]
47.

New Black Cinema

... m kommerziellen Hollywood-Kino auftraten. Neben den ghettoartigen Lebensbedingungen der Schwarzen in den Großstädten gaben die aufkommende HipHop-Kultur, die Figur des Gangsta-Rappers, der Umgang mit Sexualität gaben Themen der Welle ab, die manchmal sozialkritisch, manchmal im Gewand des Action-Kinos abgehandelt wurden.Literatur: Dührkoop, Dennis: New Black Cinema der 90er Jahre. Alfeld/Leine: Coppi 1997. – Hoffstadt, Stephan: Black cinema. afroamerikanische Filmemacher der Gegenwart. Marburg: Hitzeroth 1995. – Reid, Mark A.: Redefining black film. Berkeley, Calif. [...]: University of California Press 1993. ... [weiterlesen]
48.

Seefilm / Seeleute im Film

... haben und an Bord ein entbehrungsreiches Leben führen. Die Abwesenheit von Frauen an Bord bietet nicht selten eine ‚natürlich‘ Gelegenheit zu meist klischeebeladenen Inszenierungen von Homosexualität (gleichzeitig sind Matrosen fester Bestandteil schwuler Ikonografie). Dagegen haben Seeleute auf Landurlaub der Redewendung gemäß in jedem Hafen ein Mädchen, so dass Hafenviertel, Spelunken und Bordelle geschildert werden können als Bereiche eines Lebens, das jenseits bürgerlicher Moralvorstellungen steht. Zur Variante meist farbenprächtiger Korsaren- und Piratenabenteuer vgl. den Piratenfilm.Beispiele: Mutiny on the Bounty (Frank Lloyd, USA 1935); On the Town (Gene Kelly, Stanley Donen ... [weiterlesen]
49.

trigger

... , die im Kontext von Schule und Jugendbildung eingesetzt wurden und die versuchten, subjektive Themen der Bereiche Moral, Ethik, Anstand usw., aber auch der Sicherheit (etwa im Straßenverkehr), Umgang mit Sexualität (etwa zur jugendlichen Schwangerschaft), Gesundheit (etwa zum Rauchen) u.ä. anzusprechen. Diese Filme hatten meist keine oder eine nur lose zusammenhängende zusammenhängende Geschichte; vor allem enthielten sie keine conclusio oder Moral von der Geschichte – diese blieb dem Unterrichtsgespräch vorbehalten. Sie werden heute insbesondere in TV-Diskussionsrunden eingesetzt, um dem Publikum wie den Diskutierenden einen Ausgangspunkt für das Thema zu geben und zugleich das anstehende Problem aufzureißen. ... [weiterlesen]
50.

Hippie-Film

... erzweifelten Protest Jugendlicher der 1960er in Bilder Jugendlicher der 1930er vor. Viele der Filme beuteten das Hippie-Image in diversen Exploitation-Filmen aus, wenn sie Haschisch- und LSD-Drogenkonsum, freie Sexualität und wilde Drogenparties zum Zentrum der Handlung machten. Zu den Beispielen zählen The Love‑Ins (1967, Arthur Dreifuss), The Trip (1967, Roger Corman) oder Wild in the Streets (1968, Barry Shear). Eine ganze Reihe von Filmen suchte aber das Hippie-Phänomen in die politischen Kontexte der Zeit einzugliedern. Das Road-Movie Easy Rider (1969, Dennis Hopper) mit der Musik von Steppenwolf wurde zur Hymne des Hippietums; der Film positionierte das Freiheitsbestreben der Hippie-Helden in der Tiefenideologie der américanité und kontrastierte sie scharf gegen das reaktionäre bürgerliche Amerika. Auch Medium Cool (1969, Haskell Wexler), der Spiel- und Dokumentaraufnahmen kombiniert und anhand der 19 ... [weiterlesen]
51.

girlfag

... tur identifizieren – in einer Geschlechteridentität, die als höchst ambivalent gilt: Das Begehren kann symbolisch als Wunsch nach Gleichberechtigung in einer Beziehung zu einem Mann (wodurch die Sexualität der girlfag heterosexualisiert würde); oder es ist eine Maskierung lesbischer Orientierung, die das eigene Geschlecht aber marginalisiert. Der Typus der „schwulen Frau“ ist in der Sexologie bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschrieben worden (z.B. in den Schriften Magnus Hirschfelds), wurde in den westlichen Kulturen aber wohl erst seit den 1980ern eingehender dramatisiert; er wurde in den letzten Dekaden in einer ganzen Reihe von popkulturellen Hollywood-Charakteren exemplifiziert. Zu ihnen wird die Titelfigur aus Yentl (USA 1983, Barbra Streisand) oder die Doppelidentität der Victor Victoria (1982, Blake Edward ... [weiterlesen]
52.

Schulmädchen‑Report

Basierend auf einem Buch von Günther Hunold (1970), das Interviews mit zwölf Mädchen und jungen Frauen im Alter von 14 bis 20 über ihre Sexualität enthielt, entstand noch im gleichen Jahr eine Film-Adaption des Themas, das bis 1980 auf dreizehn Folgen anwachsen sollte. Die Verfilmungen – alle durch den Produzenten Wolf C. Hartwig betreut – wurden in 38 Sprachen übersetzt und sind mit über 100 Millionen Z ... [weiterlesen]
53.

Jugendfilm

... net Jugendfilm eine Gruppe von Teenie-Komödien, Musikfilmen, Horrorfilmen, die Pubertätsprobleme behandeln. Meist in Colleges oder in Urlaubsorten spielend, thematisieren diese Filme Problemkreise der Sexualität, der Geschlechterrollen, der Affektkontrolle, der Delinquenz, der Auflehnung und der Ausgrenzung, des Konsums und der Nostalgie. Diese Art von Jugendfilm bedient das pubertierende Publikum der Mainstream-Kinos, gehörte zuvor zum Repertoire der Drive-In-Kinos. Teenpics sind Teil der Populärkultur.   ... [weiterlesen]
54.

confession film

... r Protagonistinnen und der Sympathie, die sie als Schauspielerinnen genießen. Der Begriff – der implizit auf die älteren Konzeptionen einer selbstbestimmten und die Moralforderungen brechenden Sexualität in diversen Romanen des 19.Jahrhunderts zurückweist – wird  heute gelegentlich im Diskurs über die narrative Geschlechterrollenpolitik des Hollywood-Kinos verwendet, wird aber für zeitgenössische Filme nicht mehr angewendet. Literatur: Campbell, Marilyn: RKO's Fallen Women, 1930‑1933. In: The Velvet Light Trap 10, 1973, S. 13-16. ... [weiterlesen]
55.

matinée idol

Es waren fast ausschließlich männliche Stars, die als matinée idols gelten. Sie spielten meist romantische  und dramatische Haupt- oder Nebenrollen, galten als attraktiv und gutaussehend, repräsentierten eine jeweils besondere Ausprägung männlicher Sexualität. Die Bezeichnung hat durchaus spöttischen oder sogar pejorativen Beigeschmack, signalisiert sie doch, dass die Popularität der Stars eher aus ... [weiterlesen]
56.

Harems im Film (1)

... aky); des öfteren erfolgt die Entführung vor dem Hintergrund politischer Konflikte (wie in Harem - The Loss of Innocence, USA 1985, Billy Hale). Der Harem kennt mehrere Auslegungen – als Ort der Sexualität in Filmen wie in dem Softsex-Film Emmanuelle 5 (Frankreich 1986, Walerian Borowczyk), als Pornofilm (wie Der lüsterne Türke, BRD 1970, Renato Frustratus) oder in dem sadistischen Sexploitation-Film Ilsa, Harem Keeper of the Oil Sheiks (Kanada 1975, Don Edmonds), als Bild unerreichbarer und romantisierter Weiblichkeit wie in Les Belles de nuit (Frankreich 1952, René Clair), in dem eine Kassiererin im Traum in eine verführerische Haremsdame verwandelt wird, aber auch als Bild für die Widerstände, die der wahren Liebe entgegenstehen (wie in Sumurun, Deutschland 1920, Ernst Lubitsch). Daneben finden sich eine ganze Reihe von Klamotten, in denen männliche Akteure in harems eindringen müssen (wie in You Know What Sailors Are, Großbritannien 1954, Ken Annakin, ein Marineoffizier auf der Suche nach einem geheimen Radar-Gerät in einen Harem eindringen muss). Das Vorstellungsbild des Harems weist bis in den Orientalismus des 18. Jahrhunderts zurück (erinnert sei an Mozarts Oper Die Entführung aus dem Serail, [1782]). Filme, die die stereotype Vorstellung,  ein Harem sei eine Art Bordell mit Liebessklavinnen gewesen, und die vielmehr seine eigentliche Realität als Ort als Werkstatt, Kinderhort und Schule zeigen, sind selten; ein Beispiel ist der Dokumentarfilm Schule der Frauen ‑ Ge ... [weiterlesen]
57.

Videophilie

Kofferwort von lat.: video (= ich sehe) + griech.: philos (= der Freund) (1) Videophilie („Liebe zum Sehen“) ist eine Alternativbezeichnung für Voyeurismus – mit allerdings abgemilderten sexuellen Untertönen. Literatur: Keßler, B.: Voyeurismus. In: Heterosexualität. Ein Leitfaden für Therapeuten. [...] Hrsg. v. Fred Christmann.  Berlin [...]: Springer 1988, S. 182-201. (2) Heute vergang ... [weiterlesen]
58.

mammy

... uuml;beraktiv ist – und der Sapphire – die ebenso böse, empört, aggressiv und maliziös ist – gebracht. Dieses Trio schwarzer Weiblichkeit bildet eine eigene Mythologie schwarzer Sexualität aus, die das Ensemble der Frauenrollen zwischen unterwürfiger Mütterlichkeit und sexueller Initiativität aufspannt und es so in klarer Differenz zu den Phantasmagorien weißen weiblichen Verhaltens ebenso wie zur (auch sexuellen) Machtposition männlicher Weißer positioniert. Dieses imaginäre Rollensystem ist orientiert am Sklavensystem und der  Idee eines schwarzen Mütterlichkeitssurrogats (manifestiert in der Mammy-Funktion als Mutterstelle ... [weiterlesen]
59.

Serienmörder

... opulär: in Kriminal- und Schauergeschichten, als Motiv in der Malerei und als Figur von über 800 Spielfilmen. Seine Attraktivität basiert auf der Kombination der Themenbereiche Gender, Gewalt und Sexualität, die in den Serienmörderfällen oft drastische Formen annimmt. Serienmörder bevölkern vor allem Horror- und Slasherfilme sowie Psychothriller. Sie gehören inzwischen zu Standardfiguren des Films und kommen neuerdings auch als Persiflage der ursprünglichen Figuren vor.Serienmörderfiguren finden sich im Film von Beginn an (erinnert sei an Fritz Langs M – Eine Stadt sucht einen Mörder, 1931). Geradezu epidemisch wurden in den 1980er und 1990er Jahren Serienmörderfilme in den Markt gebracht (weshalb man sogar vom serial killer film als einem Kleingenre spricht); worin sich die massive Akzeptanz der Figur gerade in diesen beiden Dekad ... [weiterlesen]
60.

Post-Romance

Der der Filmkritik der späten 1990er entstammende Begriff der post-romance bezeichnet Dekonstruktionen von Liebesgeschichten (mit den Ingredienzien Kennenlernen, romantische Liebe, Sexualität etc.), die in urbanen Kontexten angesiedelt sind, die Individualisierung und Isolation der Beteiligten bedenken, den Zusammenbruch oder die Abwesenheit von familiären Netzen ebenso wie die Fragilität von Liebesbeziehungen (und immer wieder de ... [weiterlesen]
61.

femme castratrice

... nte oder offene) Gewalttätigkeit. Die Bezeichnung deutet rezeptionsästhetisch gewendet darauf hin, dass die femme castratrice durchaus horrorfilmtypisch mit männlichen Ängsten vor weiblicher Sexualität, vor allem masochistischen Kastrationsängsten spekuliert; in einer psychoanalytischen Sicht ist das Publikum in einem Film wie Basic Instinct (USA 1992, Paul Verhoeven) aber paradoxerweise dazu eingeladen, sich mit der sich rächenden Heldin zu identifizieren, so einen Widerspruch zwischen Kastrationsangst und Machtphantasie zu illuminieren. Die kastrierende Frau ist eng mit Destruktion und Tod assoziiert. Vor allem die Heldinnen des Slasher- und des Rape-Revenge-Films gehören in einem engeren Sinne dem Typus zu, den Barbara Creed als das „Monströs-Feminine“ (monstrous feminine) bezeichnete.Literatur: Creed, Barbara: The monstrous‑feminine: Film, feminism and psychoanalysis. London: Routledge 1993. – Starrs, D. Bruno: The maternal monster in Suburban Mayhem [2006]. In: Metro Magazine, 151, 2006, S. 22‑24. – Efthimiou, Olivia: Becoming the Monstrous-Feminine: Sex, Death and Transcendence in Darren Aronofsky’s Black Swan. In: IM Interactive Media, 8, 2012, URL: http://nass.murdoch.edu.au/issue8/pdf/IM8‑masculine‑feminine‑article‑03‑efthimiou.pdf. ... [weiterlesen]
62.

Art house

... nd-Film. Zwischen Anfang der 1930er und Anfang der 1960er Jahre galt art film bisweilen auch als Codewort für Pornografie, was unter anderem daher rührte, dass die importierten europäischen Filme Sexualität und Erotik freizügiger darstellten als amerikanische, die dem Production Code unterlagen. Heute hat sich die Redeweise vom art house als Bezeichnung für Nicht-Mainstream-Kino verselbständigt. Noch die Video-Labelbezeichnung Arthaus, die der Kinowelt-Filmverleih zunächst (1994) für seine Videos verwendete, 1998 dann auch als Namen für einen eigenen Filmverleih benutzte, deutet auf die ältere Kino-Gattung und ihre Programmatiken hin. In Deutschland beträgt der Anteil der Arthouse- oder Studiokinos am gesamten Kinomarkt weniger als 10%, in manchen europäischen Ländern wie Frankreich oder Schweiz beläuft er sich auf rund 30%. Literatur: Waller, Gregory A. (ed.): Moviegoing in America. A sourcebook in the history of film exhibition. Malden, Mass.: Blackwell 2002, S. 233ff. – Wilinsky, Barbara: Sure seaters. The emergence of art house cinema. Minneapolis: University of Minnesota Press 2001. ... [weiterlesen]
63.

Chernucha

... ven. Zu diesem Zweck zeigen sie Tabubereiche des sowjetischen Lebens, die zuvor kaum in der Öffentlichkeit thematisiert worden waren: Prostitution, Korruption, Drogenkonsum, Alkoholismus, Gewalt, aber auch Sexualität, die ihrerseits oft an Gewalt gekoppelt wird. Bei den Figuren handelt es sich nicht länger um Helden und Heldinnen der sozialistischen Arbeit, sondern um gescheiterte, oft heruntergekommene Einzelne. Deutlich wird, dass die sowjetische Gesellschaft jenen sozialen Aufstieg der Arbeiter/innen gerade nicht gewährleisten konnte, der in den früheren sozialistischen Filmen proklamiert worden war. Das Kollektiv – ein zentraler sozialistischer Mythos – entpuppt sich nun als gewalttätig und unsolidarisch. Die Schauplätze präsentieren wichtige sozialistische Institutionen, die ihrerseits Orte der Gewalt sind: Familie, Schule, Miliz, Armee und verschiedene Staatsbehörden. Sie erscheinen durchgehend in desaströsem Zustand – was durch den Einsatz von Filtern und Unschärfe ästhetisch unterstrichen wird – und signalisieren Ausweglosigkeit. Die Handlung besteht aus einer Aneinanderreihung unglücklicher und gewaltsamer Sachverhalte, die unweigerlich zum Scheitern der Figuren führen: Sie sterben oder verursachen den Tod anderer Personen, gehen ins Gefängnis oder verlieren ihr Gesicht.Filmbeispiele ... [weiterlesen]
64.

durchstechen

... e liegt natürlich die Annahme, dass das Durchstechen Teil eines politischen Kalküls ist (wie in dem Film The Best Man, USA 1963, Franklin J. Schaffner, in dem einem Präsidentschaftskandidaten Homosexualität angedichtet wird). Die Rolle des whistle blower ist im Journalistenfilm als eigener Figurentypus ausentwickelt worden – der Informant „Deep Throat“ aus dem Watergate-Szenario ist ein prägnantes Beispiel (etwa in dem Film All the President's Men, USA 1976, Alan J. Pakula). ... [weiterlesen]
65.

Ideologiekritik

... der Produktion von Unterdrückung herauszuarbeiten suchen, oder aber in den ‚Queer Studies‘, die sich gegen die Ignoranz traditioneller Gesellschaftstheorien gegenüber den Kategorien ‚Sexualität‘ und ‚Geschlecht‘ zu stellen versuchen. Auch die Kritik, die zu den Arbeiten zu einer historischen Poetik des Hollywood-Kinos, wie sie aus dem Kreis um David Bordwell entstanden sind, geäußert wurde, klagt das Absehen der Analyse von den historischen, sozialen und ideologischen Kontexten der Filme als fundamentalen Mangel des Neo-Formalismus ein.Literatur: Eagleton, Terry: Ideologie. Eine Einführung. Stuttgart [...]: Metzler 1993. – Hauck, Gerhard: Einführung in die Ideologiekritik. Bürgerliches Bewußtsein in Klassik, Moderne und Postmoderne. Hamburg: Argument-Vlg. 1992 (Argument-Sonderband. 209.). – Zima, Peter V. (Hrsg.): Textsemiotik als Ideologiekritik. Frankfurt: Suhrkamp 1977 (Edition Suhrkamp. 796.). – Kellner, Douglas: Media culture, politics and ideology. From Reagan to Rambo. In seinem: Media Culture. London/New York: Routledge 1995, S. 55-92. – Nichols, Bill: Form Wars. The Political Unconscious of Formalist Theory. In: South Atlantic Quarterly 88,2, 1989, S. 487-515. ... [weiterlesen]
66.

Shockumentary

Sammelbezeichnung für Filme, die aus dokumentarischen Aufnahmen von Unfällen und Gewalt gegen Tiere und Menschen bestehen oder solche enthalten. Zu den shockumentaries gehören die snuff videos, die zeigen, wie menschliche Opfer getötet und oft auch zerlegt werden, sowie die älteren Mondo-Filme, die im Gewand der Reportage fremdländische Umgangsformen mit Sexualität und Gewalt vorführen. Die beiden Wurzeln des K ... [weiterlesen]
67.

Phallometrie

... gehend von der Annahme, dass die erektile Reaktion nicht kontrolliert werden kann und ein verläßlicher Hinweis nicht nur auf sexuelle Erregbarkeit im allgemeinen ist, sondern auch auf die Paarung von Sexualität mit Aggressivität (resp. Gewalttätigkeit).Literatur: Kolárský, Aleš / Madlafousek, J.: Variability of stimulus effect in the course of phallometric testing. In: Archives of Sexual Behavior 6,2, 1977, S. 135‑141. – Marshall, W.L.: Revisiting the use of pornography by sexual offenders: Implications for theory and practice. In: Journal of Sexual Aggression 6,1‑2, 2000 , S. 67-77. – Seto, Michael C. / Maric, Alexandra / Barbaree, Howard E.: The role of pornography in the etiology of sexual aggression. In: Aggression and Violent Behavior 6,1, 2001, S. 35-53. ... [weiterlesen]
68.

girl gang film

... uen und führt die Thematik zusammen mit fetischartigem Umgang mit Porsche-Sportwagen, der Kultivierung engst anliegender Kleidung und gelegentlich spürbaren offen-sadistischen Handlungsorientierungen; Sexualität, Dominanz, Gewalt, Besitzgier gehen ein in sich oft widersprüchliches, aber unauflösbares Bündnis ein. Andere Filme des Motivkomplexes nehmen Elemente des Biker-Films auf (wie She-Devils on Wheels, USA 1968, Herschell Gordon Lewis), erzählen sexistisch untersetzte Rachegeschichten (wie Truck Stop Women, USA 1974, Mark L. Lester) oder schmiegen sich an den Gefängnis- und Camp-Film an ( wie Reform School Girls, USA 1986, Tom DeSimone). Von Beginn an gehören die meisten Girl-Gang-Filme dem Exploitations-Kino zu, die Drastik und Direktheit, mit der weibliche Selbstvertretung mit Kategorien männlicher Verhaltensweisen vermischt wird, hat die Filme aus dem Mainstream-Kino herausgehalten.Literatur: Zalcock, Bev: Renegade sisters. Girl gangs on film. London [...]: Creation Books 1998. Neuaufl. 2001. ... [weiterlesen]
69.

Dichterfilm

... . genialen Schreibers ab. Die Dichterfiguren werden dabei häufig mittels biografischer Klischees und Attribute der sozialen, psychischen, sexuellen Devianz (z.B. ‚Wahnsinn‘, Suchtkrankheit, Homosexualität etc.) charakterisiert. Konstitutiv für das Genre sind das Aufrufen des historischen Namens, die Schreib- und die Rezitationsszene. In vielen Fällen vermengt sich der Dichterfilm mit der Literaturverfilmung, nicht zuletzt durch die ‚Rückübertragung‘ der Werke in die Biografie des Autors (besonders deutlich etwa bei ‚Der Prozess‘ in Kafka von Soderbergh, 1992). Dichterfilme (re-)etablieren den literarischen Kanon im Kulturbetrieb und schreiben auf ihre Weise an einer breitenwirksamen, filmischen Literaturgeschichte mit. Seit der ... [weiterlesen]
70.

paralleles Kino

... n und somit anders als die Regisseure des offiziellen Kinos waren. Bezeichnend für diese Künstlergruppe war das gemeinsame Thematisieren von gesellschaftlichen Tabus (Ideologiekritik, Gewalt, Tod, Homosexualität) sowie das Bestreben, ein individuelles ästhetisches Programm zu verwirklichen, das keine Rücksicht auf den Zuschauer und filmische Traditionen nahm. In Russland verbindet man mit dem Parallelen Kino vor allem fünf Namen: Igor‘ und Gleb Alejnikov, Evgenij Jüfit, Evgenij Kondrat‘ev und Boris Juchanov. Innerhalb dieser Bewegung bildeten sich neue Tendenzen wie Nekrorealismus und kleinere Künstlergruppen wie M alalafilm, Severnyj poljus und Če-paev heraus.Als offizielles Geburtsdatum des Parallelen Kinos gilt das Jahr 1985, als durch Mittel der Autoren die Zeitschrift Cine Fantom ihre Erstauflage erlebte. Der Höhepunkt dieser künstlerischen Periode war das ers ... [weiterlesen]
71.

hygienische Filme

... gienische Filme und Propaganda in der Weimarer Republik. In: Public Health & Public Opinion. Hrsg. v. Dietmar Jazbinsek Wiesbaden: Westdeutscher Vlg. 2000, S. 53-82. Überarb. in: Geschlecht in Fesseln. Sexualität zwischen Aufklärung und Ausbeutung im Weimarer Kino 1918-1933. Red.: Malte Hagener. München: Text & Kritik 2000, S. 23-46. – Schweisheimer, Waldemar: Die Bedeutung des Films für soziale Hygiene und Medizin. München: Müller 1920. – Vogel, Martin: Hygienische Filme. [Filmographie.] Berlin 1926. – Weiser, Martin: Medizinische Kinematographie. Dresden: Steinkopff 1919. ... [weiterlesen]
72.

cross dressing

Cross-Dressing - das Tragen von Kleidung des anderen Geschlechts aus rituellen, fetischistischen oder sexuellen Gründen oder aus Lust am Verkleiden. In allen Fällen wohnt dem cross dressing ein transgressives Moment inne, da es auf die herrschende Geschlechterordnung einer Gesellschaft und deren Übertretung durch den Kleidertausch aufmerksam macht. Es ist weder mit Travestie noch mit Formen von Transsexualität (Transgender) gleich ... [weiterlesen]
73.

Gangsterfilm

... , Francis Ford Coppola) rückte die Gangsterfigur wieder in den Vordergrund des Interesses. Nicht nur ihre Tugenden – das radikale Verlangen nach Reichtum und Macht, die freie Verfügung über Sexualität, ein ungebrochen lustvolles Verhältnis zur Gewalt –, sondern auch der Grundkonflikt, den sie mit den gesellschaftlichen Ordnungsstrukturen austragen muss, qualifizieren sie von Beginn an als tragische Figur.Ihre heute wohl populärste Darstellung fand das Genre nicht im Kino, sondern im Fernsehen. Die Serie The Sopranos (1999-2006) hat es auf bislang sechs Staffeln gebracht.In Frankreich, Japan und Großbritannien entstehen jeweils eigene Traditionen des Genres, in denen Melancholie vorherrschender Tonfall der Gangstergeschichten war und es oft um Vergeblichkeit als dramatisches Zentrum ging.Literatur: Cocchiarelli, Joseph J.: Screen sleuths. A filmography. New York: Garland 1992 (Garland Filmographies. 3./Garland Reference Library of the Humanities. 1322.). – Karpf, Stephen Louis: The gangster film. Emergence, variation, and decay of a genre, 1930-1940. New York: Arno Press 1973. – Mason, Fran: American gangster cinema. From ‚Little Caesar‘ to ‚Pulp fiction‘. New York: Palgrave Macmillan 2002. – McCarty, John: Bullets over Hollywood. The American gangster picture from the silents to ‚The Sopranos‘. Cambridge, MA: Da Capo Press 2004. – Shadoian, Jack: Dreams & dead ends. The American gangster film. 2nd ed. Oxford/New York: Oxford University Press 2003; zuerst 1977. ... [weiterlesen]
74.

Lager

... uo;). Oft geht es um die Darstellung der inneren Gewalt der Lagerwelt und ihrer Machtstrukturen – Insassen gegen Insassen, Wärter gegen Insassen, Umgang mit sozialer Abweichung im Lager, Probleme der Sexualität etc.Im Zusammenhang mit dem Holocaust stehen filmische Lager-Schilderungen vor denselben Problemen wie literarische: Es geht immer auch um die Frage, ob nach „Auschwitz noch Gedichte möglich sind“, ob die künstlerische Auseinandersetzung mit dieser Thematik überhaupt denkbar oder erlaubt ist – nicht nur angesichts von Unbeschreibbarkeit und Sprachlosigkeit gegenüber den eigentlichen Schauplätzen, sondern auch angesichts der Schwierigkeiten mit der in künstlerischen Auseinandersetzungen unhintergehbaren Ästhetisierung an sich. ... [weiterlesen]
75.

Teufelsaustreibung

... also ausgetrieben werden müsse – mit Besprechen, mit eigenen Ritualen oder mit manchmal archaisch anmutenden Mitteln, die oft genauso entsetzlich sind. Ähnlich wie bei der Figur der Hexe ist die Sexualität der Besessenen fast immer ein Subthema der Geschichten, der Akt des Exorzismus erweist sich dann als Akt der „Heilung“ und Normalisierung.Beispiele: The Devils (1970, Ken Russell); The Exorcist (1973, William Friedkin); The Witches of Eastwick (1987, George Miller). ... [weiterlesen]
76.

Production Code

Instrument der freiwilligen Selbstkontrolle, Regelwerk, das die Darstellung von Sexualität, Gewalt und Rauschmittelkonsum in Filmen reguliert und Instrument der Marktkontrolle in den Händen der großen Studios. Im Jahr 1930 formuliert von Martin Quigley, dem Herausgeber der Branchenzeitung Motion Picture Herald und Daniel Lord, einem Jesuitenpater aus Chicago, wurde der Code auf Druck der katholischen Laienorganisation 1934 wirksam in ... [weiterlesen]
77.

Arthouse

... Film. Zwischen Anfang der 1930er und Anfang der 1960er Jahre galt art film` bisweilen auch als Codewort für Pornographie, was unter anderem daher rührte, dass die importierten europäischen Filme Sexualität und Erotik freizügiger darstellten als amerikanische, die dem Production Code unterlagen. In Deutschland beträgt der Anteil der Arthouse- oder Studiokinos am gesamten Kinomarkt weniger als 10%, in manchen europäischen Ländern wie Frankreich oder Schweiz beläuft er sich auf rund 30%.  ... [weiterlesen]
78.

Zensurfall

... n, die Louis Malles Lacombe Lucien, 1974, in Frankreich hatte), oder um moralische Gründe, die die sittlichen und religiösen Normen einer Gesellschaft gewährleisten sollen (wie das Verbot der Homosexualität in Anders als die anderen, 1919, Richard Oswald). Neben der staatlichen existiert auch die Selbstzensur, die oft nur scheinbar freiwillig ist und häufig ein Resultat großer politischer und moralischer Repression (man denke an die Weigerung des Disney-Konzern, Michael Moores präsidentenkritischen Film Fahrenheit 9/11, 2004, in den Verleih zu nehmen). Der Unterschied zur staatlichen Zensur liegt im Umstand, dass hier bestimmte Sachverhalte von Anfang an gar nicht zur Sprache kommen – um eben das Risiko eines Eingriffs durch die staatliche Zensur zu umgehen. ... [weiterlesen]
79.

Subtext: Texttheorie

... n-Motiv auf ein Werwolf-Horrormärchen ab, bei genauerer Besichtigung entdeckt man den Subtext, der eine subtile Initiationsgeschichte über die Probleme der weiblichen Adoleszenz und die Entdeckung von Sexualität durch Heranwachsende im Kraftfeld zwischen traditioneller Verpflichtung und individueller Neugier erzählt. Literatur: Horwood, Joanne E.: The semiotics of subtext in modern drama. New York: Peter Lang 1996 (Berkeley Insights in Linguistics and Semiotics. 18.). – Rayan, Krishna: Text and sub-text: suggestion in literature. London [etc.]: Arnold 1987. – Uecker, Matthias: A fatal German marriage: the national subtext of Fassbinder's Die Ehe der Maria Braun. In: German Life and Letters (Oxford) 54,1, 2001, S. 45-59.  ... [weiterlesen]
80.

bandido

... skrupelloser Räuber und Revolverheld, wird zumeist als ungepflegt, angetrunken und unbeherrscht, mit Schnauzbart, Sombrero-Hut und überkreuzten Patronengurten inszeniert. Da er häufig animalische Sexualität ausstrahlt, geht ein Teil davon in die Typisierung des sogenannten Latin Lovers über.Literatur: Ramírez Berg, Charles: Latino images in film: stereotypes, subversion, and resistance. Austin: University of Texas Press 2002. ... [weiterlesen]
81.

Melodram

von griech. melos = Lied, drama = Handlung; auch: MelodramaIm Zentrum melodramatischer Erzählungen stehen emotionale und innerseelische Konflikten der meist weiblichen Protagonisten, insbesondere die Widersprüche, Paradoxien und unaufhebbare Endlichkeit der sozialen Beziehungen. Familie, Liebe, Unterdrückung der Sexualität, Konflikte mit der repressiven Norm bürgerlicher und feudaler Gesellschaften stehen als problemhaft empf ... [weiterlesen]
82.

Hays-Code: Praxis und Ende

... angen sie aber auch die Künstler zu teilweise interessanten Umgehungsstrategien (explizite Gewalt fand im Off statt, Dialoge waren oft zweideutig: bekannt sind auch Hitchcocks symbolische Darstellungen von Sexualität: Der Zug am Ende von North by Northwest fährt den Beischlaf symbolisierend in einen Tunnel, nachdem das Paar sich gerade gemeinsam in ein Bett gelegt hat). Literatur: Leonard J. Leff / Jerold L. Simmons: The dame in the kimono: Hollywood, censorship and the Production Code from the 1920's to the 1960's. London: Weidenfeld & Nicolson 1990. ... [weiterlesen]
83.

Hays-Code: Gründung

... nahmen. Dazu gehörte, dass (Gewalt-)Verbrechen nicht explizit gezeigt werden durften, keine Heroisierung von Kriminellen und erst recht keine sexuelle Perversion, was die damalige Umschreibung für Homosexualität war. Später wurden auch Angriffe auf die Institution der Ehe (vor- und außer-eheliche Verhältnisse) mitaufgenommen. ... [weiterlesen]
84.

Peeping Tom

... erbat, wenn sie dafür nackt – d.h. eigentlich in ihr langes Haar gehüllt und nur die nackten Beine zeigend – auf einem Pferd über den Marktplatz ritte, ist für die Geschichte der Sexualität und deren Verhältnis zu Voyeurismus und Moral von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Seit dem 15. Jahrhundert hat man sich von der Lady erzählt, sie habe darauf bestanden, dass bei ihrem Ritt jedermann sich abzuwenden oder hinter verhüllten Fenstern aufzuhalten habe und dass sie mit dieser Beschränkung die offenbar vorhandenen erotischen Phantasien ihres Gatten habe düpieren wollen. Ab 1659 tritt die Figur des Peeping Tom hinzu, eines Schneiders, der sich nicht an das Verbot hielt und abwendete, weil er die Lady Godiva unbedingt nackt sehen wollte. Doch bei ihrem Anblick wurde er zur Strafe mit Blindheit geschlagen.Peeping Tom i ... [weiterlesen]
85.

high school comedy

... sich gegen Erniedrigungen und Druck durch Klassengemeinschaften, verfeindete Cliquen und übel gesinnte Lehrer zur Wehr setzen müssen. Insbesondere der Umgang mit dem anderen Geschlecht und der eigenen Sexualität ist dabei ein steter Quell für als komisch konzipierte Situationen.Eine kleine Auswahl aus Produktionen der letzten Jahre: Can‘t Hardly Wait (Ich kann‘s kaum erwarten, 1998, Harry Elfont & Deborah Kaplan), American Pie (Wie ein heisser Apfelkuchen, 1999, Paul Weitz & Chris Weitz), She‘s All That (Eine wie keine, 1999, Robert Iscove), Bring It On (Girls United, 2000, Peyton Reed), Not Another Teen Movie (Nicht noch ein Teeniefilm, 2001, Joel Gallen).Die Thematiken der High School comedies setzen sich altersmäßig erweitert in den Studentenulks der campus comedies, college comedies oder slacker comedies fort. Literatur: Doherty, Thomas Patrick: Teenagers and teenpics: the juvenilization of American movies in the 1950s. Boston: Unwin Hyman 1988 (Media and Popular Culture. 3.); rev. and exp. ed. Philadelphia: Temp ... [weiterlesen]
86.

Schurke

... elt der Schurke dem Gangster, der – außerhalb aller gesellschaftlichen Normen – durch das Verbrechen zur (meist vorübergehenden) Erfüllung der Wünsche nach materiellem Reichtum, Sexualität und individueller Freizügigkeit gelangt.Literatur: Dimmler, Klaus (Hrsg.): Die größten Schurken der Filmgeschichte. Von Dr. Mabuse bis Hannibal Lecter. Leipzig: Reclam, 2000. – Gillis, Stacy: The devil himself. Villainy in detective fiction and film. Westport, Conn.: Greenwood Press 2002 (Contributions to the study of popular culture. 73.). – John, Juliet: Dickens’s villains: melodrama, character, popular culture. Oxford [...]: Oxford University Press 2003. ... [weiterlesen]
87.

Allegorie

... s (Zeit der Wölfe, GB 1984, Neil Jordan), an der Oberfläche eine Filmversion des Märchens vom Rotkäppchen, als bis in den Einzelbildaufbau durchgängige Allegorisierung des Erwachens der Sexualität bei einer Heranwachsenden; Eyes Wide Shut (USA/Großbritannien 1999, Stanley Kubrick) als freudianische Allegorie.Literatur: Bhaskar, I.: Allegory, nationalism and cultural change in Indian cinema: Sant Tukaram. In: Literature and Theology 12,1, 1998, S. 50-69. [Sant Tukaram, Indien 1936, V. G. Damle & S. Fattelal]. – Helman, Alicja, et al.: Some remarks on the application of Ingarden's theory to film studies. In: Tymieniecka, Anna-Teresa (ed.): Allegory revisited: ideals of mankind. Dordrecht/Boston: Kluwer Academic Publishers 1994, S. 377-398. – Knaller, Susanne (ed.): Reformulating allegory: literature, theory, film. In: The Germanic Review 77,2, 2002, S. 83-163. – Lim, Bliss Cua: Dolls in fragments: Daisies as feminist allegory. In: Camera Obscura 16,47, 2001, S. 37-77 [Sedmikrasky, Tschechoslowakei 1966, V. Chytilová].  ... [weiterlesen]
88.

preteen film

auch: preteen movieGelegentlich verwendeter Ausdruck für ein Subgenre des Kinderfilms bzw. Teeniefilms, das sich hinsichtlich der erzählten Welt insbesondere an die Altersgruppe der 8-12jährigen richtet und besonders sorgsam darauf achtet, Aspekte wie Gewalt oder Sexualität in einer altersgerechten Form dramaturgisch aufzubereiten. Häufig werden Kinder als Darsteller und Protagonisten gewählt.Zu den preteen movies geh&ou ... [weiterlesen]
89.

Teenagerkino

... werden hoch emotionale Liebes- und Leidensgeschichten, in denen es um die Qualen von Adoleszenz und Pubertät geht, um mehr oder weniger Schönfärberisches über das Erleben der eigenen (Homo-)Sexualität, aber auch illusionslose Geschichten über belastete Generationenbeziehungen (Rebel Without a Cause, 1955, Nicholas Ray) und Perspektivenlosigkeit in Trabantenstädten (alaska.de, 2000, Esther Gronenborn), über Initiationen, Jugendkriminalität (Supermarkt, 1974, Roland Klick) und natürlich immer wieder die Institution der Schule. Meist sind Jugendliche die Haupt- und Identifikationsfiguren; allerdings ist nicht jeder Film mit jugendlichen Hauptfiguren als Teenagerkino einzustufen. ... [weiterlesen]
90.

Jeunesse dorée

... er Darstellung der Sinnlosigkeit eines Lebens im Nichtstun verknüpft. Les Tricheurs (Frankreich 1958, Marcel Carné) erzählt z.B. von einer Clique junger Leute, die zwischen Nichtstun, promisker Sexualität und Kriminalität hin- und herpendeln, bis sich einer aus der Runde mit einem Sportwagen umbringt. Meist wird auch Federico Fellinis La dolce Vita (1959) der Kulturkritik des sinnentleerten, nur noch auf Vergnügen ausgerichteten Lebens der jeunesse dorée zugerechnet, hier am Beispiel der jungen römischen High-Society der späten 1950er Jahre.  ... [weiterlesen]
91.

Problemfilm

... org Tressler (Die Halbstarken, 1956) und Frank Wysbar (Nasser Asphalt, 1958). Der „Junge deutsche Film“ umfasste auch eine Zuwendung zu den Stoffen des Problemfilms (Abtreibung, Landstreicherei, Homosexualität, ethnische Abweichung, Arbeitslosigkeit etc.), die zu nennenswerten Teilen inzwischen aber zu einem der größten Themenfelder des Fernsehfilms geworden sind. Die Stoff- und Motivgruppe findet sich nicht allen in der deutschen Filmgeschichte, sondern in allen nationalen Kinematographien der Welt.Beispiele: Frauennot – Frauenglück (Schweiz 1929/30, Eduard Tissé); Intruder in the Dust (USA 1949, Clarence Brown); On the Waterfront (USA 1954, Elia Kazan); L'Argent (Frankreich 1983, Robert Bresson).Literatur: Koebner, Thomas: Problemfilm. In: Sachlexikon des Films. Hrsg. v. Tho­mas Koebner. Stutt­gart: Reclam 2002, S. 465-468. ... [weiterlesen]
92.

Höhepunkt I: Erlebensform

Höhepunkt meint den Punkt der höchsten Intensität, den Kulminationspunkt. Ganz im Sinne der allgemeinen Bedeutung von Höhepunkt wird das Filmerleben durch ein intensivstes Höhepunkt-Ereignis abgeschlossen. Es ist sicher kein Zufall, dass auch der Orgasmus als Höhepunkt bezeichnet wird. Die Rede vom Höhepunkt könnte man als eine Metapher ansehen, die die Erlebensform der Sexualität auf die des Kinos üb ... [weiterlesen]
93.

Miller-Urteil

engl.: Miller decisionIm gleichen Jahr, als sexuell explizite Darstellungen in Europa als „schick“ galten und die „sexuelle Revolution“ einen pseudopolitischen Rahmen für die Liberalisierung des öffentlichen Umgangs mit Sexualität darstellte, erweiterte auch der Oberste Gerichtshof der USA im Verfahren „Miller vs. California“ den Bereich des Pornografischen, der in der Öffentlichkeit verbreitet ... [weiterlesen]
94.

Mentalitätengeschichte

... ;conomique et sociale. Bevorzugte Themenfelder der französischen Mentalitätsgeschichte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren elementare Lebensfelder wie Religiosität, Tod, Geburt, Sexualität, Familie oder auch Kindheit. Ethnologische Konzepte und die Soziologie Bourdieus verbreiterten seit den 1970ern das Arbeitsfeld. Heute ist allgemein akzeptiert, dass Weltbilder und mentale Orientierungsmuster, wie immer sie sich manifestieren, für die Reproduktion sozialer Strukturen grundlegend sind. Der Habitusbegriff Pierre Bourdieus oder das Konzept des Alltagswissens von Peter L. Berger und Thomas Luckmann verbinden das Soziale mit dem Individuellen, das Handeln mit dem Denken, das Institutionelle mit dem Exzentrischen und Besonderen. Gerade für eine Filmgeschichte, die im Geiste der Kracauerschen Überlegungen nach kollektiven Sehnsüchten und Erwartungen und ihrer Spiegelung und Reflexion im Film sowie nach der ideologischen Ausdrucksfunktion des Films fragt, die etwa nach dem Hintergrund kollektiven Bewußtseins für eine Geschichte des Films der 1950er Jahre in der BRD forscht, ist das Modell der Mentalitätengeschichte produktiv.Literatur: Raulff, Ulrich (Hrsg.): Mentalitäten-Geschichte. Zur historischen Rekonstruktion geistiger Prozesse. Berlin: Wagenbach 1987. Mehrere Neuausg. ... [weiterlesen]
95.

Sadomasochismus

... 1994, S. 3-18. – Gabbard, Krin: The circulation of sadomasochistic desire in the Lolita texts. In: Journal of Film and Video 46,2, 1994, S. 19-30. – Stiglegger, Marcus: Sadiconazista. Faschismus und Sexualität im Film. St. Augustin: Gardez!-Vlg. 1999. ... [weiterlesen]
96.

Gothic horror II: Motive

... ch als scream queen), die verängstigt und gehetzt wird; Leidenschaften, Drogen, Wahnsinn; verbotener Sex: Geschwisterliebe, Inzest, Vergewaltigung; vertuschter Kindstod; Folter, fetischistischer Zugang zur Sexualität. Die Verwandtschaft mit Camp-Phänomenen der Teenie-Horrorkomödie (Mutprobe) und dem Zehn-kleine-Negerlein-Prinzip des Teenie-Slasherfilms sind unverkennbar. Angst wird zum selbstreferentiellen Thema, wenn Psychologen sie im Gruselhaus wissenschaftlich testen wollen. Visionen von Schuld und Sühne als Folgen extremer Isolierung und Einsamkeit lassen psychische Schwächen und Defekte aufbrechen und verlegen die Dramatik ins Psychedelische, Drogeninduzierte (so in Gothic, UK 1986/87, Ken Russell).Literatur: Grunenberg, Christoph (ed.): Gothic: transmutations of horror in late Twentieth Century art. Boston: Institute of Contemporary Art / Cambridge, Mass.: MIT Press 1997. – Halberstam, Judith: Skin shows: gothic horror and the technology of monsters. Durham: Duke University Press 1995. – Wright, Bruce Lanier: Nightwalkers: gothic horror movies: the modern era. Dallas, TX: Taylor Pub. 1995. ... [weiterlesen]
97.

Gewaltdarstellung

... hlägereien im Western, Action- und Abenteuerfilm (wobei manche Martial-Arts-Genres den Kampf in die Nähe sportlich-gymnastischer Aktion setzen); bisweilen fragwürdige Kombinationen von Gewalt und Sexualität in Sex-and-Crime-Geschichten; Darstellungen psychischer Gewalt im Psychothriller; Eskalationen sehr expliziter physischer Gewalt im Splatterfilm und in den Spielarten des torture porn; schmerzhafte Auseinandersetzungen aus der Sicht von Gewaltopfern; die erschreckende Verbindung von Gewalt und Staat; hochästhetisierte und bis zur Groteske gesteigerte Gewalträusche in den Filmen der Postmoderne; etc. Gewalt ist eine der fundamentalen Formen der Beziehungskommunikation; sie dient sowohl in den körperlichen wie den strukturellen Formen der Machtausübung und der Stabilisierung von Machtverhältnissen auf al ... [weiterlesen]
98.

humanitärer Dokumentarfilm

... tergruppen und auf damit verwobenen Motiven. Entsprechend positiv werden Minderheiten und Subkulturen porträtiert und Fragen über Minoritätsprobleme, Kulturkontraste und Emigration, aber auch Homosexualität, Generationenbeziehungen, Behinderung, bäuerliches Leben etc. einfühlsam geschildert. Außerdem werden soziale und politische Missstände angeklagt, die das Potenzial des Menschen schmälern: das Leben in Trabantenstädten, Arbeitslosigkeit, Krieg, Prostitution, Apartheid, Jugendkriminalität etc. Die Wirkungsabsicht der Filme besteht darin, ethnozentrische, schichtspezifische u. a. Vorurteile und Chauvinismen abzubauen und zur Gründung einer family of man (nach dem Titel der berühmten Foto- ... [weiterlesen]
99.

brat pack / brat pack movies

... , Ally Sheedy und Mare Winningham. Die Filme des brat pack handelten meist von jugendlicher Angst, von Übergangsproblemen von Kindheit zum Teenagertum oder zum Erwachsenensein und von Problemen erwachender Sexualität. Als wichtigster Regisseur der brat pack movies gilt John Hughes. Der Erfolg des Themenzyklus währte nur bis Anfang der 1990er Jahre, als die typischerweise adretten Teenagerfilme aus der Mode kamen und der Starruhm ihrer Darsteller verblasste. Weitere Filme, in denen dem brat pack angehörige Darsteller auftreten: The Outsiders (1983, Francis Ford Coppola), Pretty in Pink (1986, Harold Deutsch) und Sixteen Candles (1984, John Hughes). ... [weiterlesen]
100.

Identitätsproblem

... soziale, sexuelle, politische, psychische – Identität, die verschieden ausformuliert werden kann: Idealtypisch, da sozusagen „natürlich“ sich ergebend, wenn mit Adoleszenz und (Homo-)Sexualität verbunden; zugespitzt, wenn mit Krankheit (etwa Amnesie oder Schizophrenie) und Psychiatrie verknüpft; metaphorisch, wenn als Parabel konzipiert und mit Reisen oder Irrfahrten verwoben. Zwillinge und Doppelgänger können insofern eine Steigerung der Identitätsproblems darstellen, als sie möglicherweise die tief verankerte Angst vor der Einzigartigkeit und Unversehrtheit der eigenen Identität verkörpern.Beispiele: Popiól i Diament (Polen 1958, Andrzej Wajda); Cléo de 5 à 7 (Frankreic ... [weiterlesen]
101.

Adult / adult films

wörtlich: Erwachsenenfilm; oft auch: adult cinema; gelegentlich adults only (cinema)Ursprünglich als Kategorie der Alterfreigabe eingeführt, hat sich ‚adult‘ als allgemeine Charakterisierung für Filme etabliert, in denen Themen in einer Art und Weise behandelt werden, die für kindliche und jugendliche Publika unzugänglich sein sollten. Themen des ‚adult cinema‘ sind meistens aus dem Bereich Sexualitä ... [weiterlesen]
102.

Problemwestern

... de Flecken aufgelöst, lustbetonte Action durch die realistische Schilderung ihrer Folgen entzaubert. Allerdings, zu Aufklärung und historischer Richtigstellung treten oft neue Unterhaltungsmomente wie Sexualität und sadistische Gewalt hinzu – daher die im Amerikanischen verbreitete Rede vom adult western – nur für Erwachsene geeignet. ... [weiterlesen]
103.

Deutungshoheit

... inungsformen der hoheitlich-repressiven Implikationen von Deutungshoheit).Gegenstände eines von Beginn der Filmgeschichte anschwelenden Deutungskonflikts sind die Darstellung von Gewalt- und Ekelszenarien, Sexualitätsdarstellungen und ähnliches mehr. Immer wieder sind die Filmskandale (um Filme wie Ingmar Bergmans Tystnaden, 1963, etwa oder die Gattung der Snuff-Filme) Kristallisationspunkte gewesen, an denen tiefere Machtlinien manifest wurden, denen Kämpfe um Deutungsmacht oft folgen. Literatur: Bocock, Robert: Hegemony. Chichester: Horwood [...] 1986. – Ives, Peter: Language and hegemony in Gramsci. London [...]: Pluto Press 2004.  ... [weiterlesen]
104.

Urbane Legenden

... ld Brunvand geprägt, das Phänomen ist aber ungleich älter. Das Themenspektrum der modernen Sagen bezieht sich oft auf den gewöhnlichen Alltag – Auto, Reise, Verkehr, Essen und Trinken, Sexualität, Diebstahl, Begegnung mit Fremden, merkwürdige Zufälle, Unfälle, unerwartete Todesfälle und ähnliches mehr –, manchmal aber auch auf Prominente. Die Authentifizierung der meist von Mund zu Mund verbreiteten modernen Märchen erfolgt durch Bezugnahme auf Bekannte (oder Bekannte von Bekannten, weshalb man im Amerikanischen auch von FOAF-Stories – Friend of a Friend – spricht) und damit verbundene präzise Orts- und Zeitangaben. Zur Verbreitung tragen inzwischen Telefon und Internet maßgeblich bei. Gelegentlich wird mit modernen Sagen Rufschädigung oder sogar Rufmord begangen (wenn etwa der Fast-Food-Kette Kentucky Fried Chicken unterstellt wird, das verarbeitete Fleisch stamme aus genmanipulierter Produktion).Literatur: Brednich, Rolf Wilhelm: Die Spinne in der Yucca-Palme. Sagenhafte Geschichten von heute. München: Beck 1990. Zahlr. Neuausg. – Brunvand, Jan Harold: The Vanishing Hitchhiker. American Urban Legends and Their Meanings. New York/London: Norton 1981. – Fine, Gary Alan: The Kentucky Fried Rat: Legends and Modern Society. In: Journal of the Folklore Institute 17, 1980, S. 222-243. – Meurger, Michel: Zur Diskussion des Begriffs ,modern legend` am Beispi ... [weiterlesen]
105.

Underground-Film

... isch-aktionistischer Provokationen (wie InterAction, 1968, Karl-Dietmar Möller), ästhetischer Erprobungen ungewohnter Formen des Filmens (wie in den Filmen Lutz Mommartz‘), Verbündungen von Sexualität und Politik (theoria, 1971, Marc Adrian). Die ersten Filmkunstkinos und Festivals entstanden – wie X-Screen in Köln, geleitet von dem Experimentalfilmerpaar Wilhelm und Birgit Hein, die mit ihren radikalen Positionen Grenzen des strukturellen Films ausloteten (wie in Rohfilm, 1968). Die Hamburger Film Kooperative, zu der Filmemacher und -macherinnen wie Werner Nekes und Dore O (Jüm Jüm, 1967), Helmuth Costard, Helmut Herbst und Klaus Wyborny (Die Geburt der Nation, 1972/73) gehörten, war ein zweites regionales Zentrum des deutschen Underground-Films.Nicht nur die Produktion der Filme, sondern auch ihre Vorführung fand meist im (halblegalen) großstädtischen „Untergrund“ statt – oft genug war sie überhaupt nur dort denkbar, da die Filme andernfalls zu Zensurfällen würden. Fällt diese besondere Rahmung der Rezeption zusammen, verliert der Underground-Film eines seiner essentiellen Bestimmungsstücke. Damit ist aber auch deutlich, dass repressive gesellschaftliche Verhältnisse die Entstehung von Untergrund-Film-Szenen fördern.Literatur: Scheugl, Hans / Schmidt, Ernst: Eine Subgeschich ... [weiterlesen]
106.

Sexualdelikt

Motiv in unterschiedlichen Genres. Die Bandbreite reicht von sensationslüsternen Geschichten (etwa im Exploitation-Kino), in denen das Sexualdelikt ein bloßer Vorwand zur Darstellung von Sexualität ist, über Kriminalfilme und Thriller, in denen das Verbrechen ein Spannungselement ist, bis hin zu anspruchsvollen komplexen Charakterstudien und Gesellschaftskritiken, die die Perspektive des Opfers einnehmen und die Traumatisierungen ... [weiterlesen]
107.

Prostitution im Film

... örper. Prostitution im Film. In: Kino der Extreme. Kulturanalytische Studien. Hrsg. v. Marcus Stiglegger. St. Augustin: Gardez!-Vlg. 2002, S. 131-149. – Hagener, Malte (Hrsg.): Geschlecht in Fesseln. Sexualität zwischen Aufklärung und Ausbeutung im Weimarer Kino 1918 – 1933. München: Edition Text + Kritik 2000. – Simmons, Jerold L.: The Production Code & precedent. How Hollywood’s censors sought to eliminate brothels & prostitution in From Here to Eternity and East of Eden. In: Journal of Popular Film and Television 20,3, 1992, S. 69-80. – Wagner, Hedwig: Die Prostituierte im Film. Zum Verhältnis von Gender und Medium. Bielefeld: transcript 2006.  ... [weiterlesen]
108.

Klone / Klonieren

... ten von Golem und Frankenstein an: Die Erschaffung künstlicher Menschen geht Wege der Reproduktion, die außerhalb der natürlichen Ordnung der Vermehrung liegen und die die verbindliche Rolle der Sexualität als Bedingung der Fortpflanzung aufheben. Der Reprodukteur nimmt Gottes Stelle ein – und er ist Magier (wie beim Golem) oder – oft verrückter – Wissenschaftler (wie in der Frankenstein- oder in der Jekyll/Hyde-Geschichte) oder eine Mischung von beidem. Kontexte des Klonierens und der genetischen Kontrolle sind Visionen des totalitären Staates (wie in Gattaca, 1997), faschistische Visionen, in denen das Rassenbild der Nazis wiedererscheint (The Lucifer Complex, 1987) oder die Hitlerfigur wiederkehrt (wie in The Boys from Brazil, 1978) ... [weiterlesen]
109.

Exploitation: Verfahren

... sgewiesen, das zahllose Augenblicksbildungen zulässt: man kennt die exploitierende Darstellung von Schwarzen (blaxploitation), von Nazis (Naziploitation), von Nonnen und Klöstern (nunsploitation), von Sexualität (sexploitation), des Todes und des Sterbens (deathploitation) oder auch vonTürken (turkploitation oder gar Türkploitation) oder Mexikanern (mexploitation). Das Prinzip der Exploitation ist nicht vom Stoff abhängig, sondern bezeichnet eine besondere Form des Umgangs mit Publikumserwartungen, Regeln des Geschmacks und den Konventionen des Erzählens.Literatur: Brottman, Mikita: Offensive films. Toward an anthropology of cinéma vomitif. Westport, Conn. [...]: Greenwood Press 1997.  ... [weiterlesen]
110.

Teenie-Film

... („rites de passage“), Identitätsfindung, Lösung vom Elternhaus, Orientierung an Peergroups, Cliquenbildung, Freundschaft und Feindschaft, Anbahnung von Liebesbeziehungen, Probleme mit der Sexualität, Übernahme von Verantwortung, Suche nach metaphysischen Werten und Fragen nach dem Sinn von Zukunftsgestaltung durchziehen die Teeniefilme. In den High School films spielt die (höhere) Schule als Ort der Zusammenführung von Teilhandlungen eine zentrale Rolle, während die sogenannten Collegefilme an Universitäten oder Hochschulen spielen. Neben Treffpunkten von Cliquen (beach movies, surf movies, summer camp movies, party movies) können Teeniefilme als Komödien, Null-Bock-, Nichtengagement- und Abhängerfilme (= slacker movie ... [weiterlesen]
111.

small town movie

... nicht. Die small town ist vor allem in den USA möglicherweise das Symbol einer nationalen Ideologie und kann in Verbindung mit den Wertvorstellungen gesehen werde, die mit Heirat, Familie und Freundschaft, Sexualität und Status, Arbeit und öffentlichem Leben sowie kommunaler Politik verbunden sind.Beispiele finden sich in allen Phasen der Filmgeschichte.Literatur: Kenneth MacKinnon: Hollywood's Small Towns: An Introduction to the American Small-Town Movie. Metuchen, N.J.: Scarecrow Press 1984. – Emanuel Levy: Small-Town American in Film. The Decline and Fall of Community. New York: Continuum 1991.  ... [weiterlesen]