Suchergebnisse für die Suche nach: täuschung



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optische Täuschung

(1) Als optische Täuschung im weiten Sinn gelten Halluzinationen, Luftspiegelungen, durch Drogeneinwirkung veränderte Wahrnehmungen oder auch ganz allgemein die kontextsensitive Beschaffenheit der Sinnesempfindung.(2) Optische Täuschungen im engen Sinne liegen vor, wenn eine Abweichung von der üblichen (physikalischen) Beschreibung des Wahrgenommenen sowie Diskrepanzen zwischen den unt ... [weiterlesen]
2.

Illusion

engl.: illusion of reality(1) cf. trompe l‘œilFalsche Deutung von tatsächlichen Sinneswahrnehmungen (im Unterschied zur Halluzination), Wahrnehmungstäuschung; nicht das wirklich Wahrgenommene bildet den Gegenstand der Aneignung, sondern das vermeintlich von ihm Reproduzierte.(2) Allgemeine Bezeichnung für Selbsttäuschung (illusionäres Selbstbild).(3) Praktische Illusio ... [weiterlesen]
3.

Hochstaplerfilm

engl.: con man film, long con film, abgeleitet von engl.: confidence trick; gemeint sind nicht kurzfristige Täuschungen, sondern längerfristige Betrügereien, Vortäuschungen falscher Identitäten und Tatsachen etc. Der Hochstaplerfilm ist ein eng mit der Pikareske verwandtes Filmgenre, das zahlreiche Schnittmengen mit dem long con film aufweist bzw. teils synonym mit diesem ist. ... [weiterlesen]
4.

Theater im Film

... nderen Filmen wird das Theater als Strategie angewandt, um die Realität positiv zu beeinflussen. Ernst Lubitschs To Be or Not To Be (USA 1942) etwa zeigt eine Theatertruppe, die ihre Profession zu massiven Täuschungsmanövern gegen Nazis nutzt.Hamlets „All the world is a stage“ und der barocke Gedanke vom Theatrum Mundi schwingen in allen diesen Filmen mit. Mit The Baby of Mâcon hat 1993 Peter Greenaway den Film zum barocken Welttheater geliefert. Endgültig geht die Trennschärfe zwischen Bühne und Leben, zwischen Ernst und Spiel in einem beispiellosen Theater der Grausamkeit verloren. Es ist vor allem die Schnittstelle von einerseits Theater im Sinne einer Absprache zwischen Bühne und Publikum, dass es sich beim Bühnengeschehen um eine absichtsvolle Täuschung handelt und einer vorsätzlichen schädigenden Täuschung, die sich unmittelbar auf die Realität auswirkt andererseits, die das Sujet des Theaters im Film so interessant macht.Literatur: Brewster, Ben / Jacobs, Lea: Theatre to cinema;: Stage pictorialism and the early feature film. New York: Oxford University Press 1997. – Curot, Frank: Théâtre, théatralité et style d'éspace filmique dans Le Carrosse d'Or de Jean Renoir. In: Ci ... [weiterlesen]
5.

Reliefwirkung

... ndruck räumlicher Tiefe, wie er sich z.B. in der Titelsequenz von Robert Altmans Vincent and Theo (USA 1990) einstellt und der eng mit haptischen Assoziationen verbunden ist, gehört zu den Wahrnehmungstäuschungen, wie sie gelegentlich im Kino auftreten; Reliefwirkungen sind dabei eine Inversion der Trompe-L‘Oeil-Täuschung, bei der architektonische Tiefe mit malerischen Mitteln vergrößert oder verlängert wird.   ... [weiterlesen]
6.

Trompe l'œil

frz.: ‚Augentäuschung‘; manchmal: Trompe-l‘Oeil-EffektIllusionistische Maltechniken lassen sich verstärkt im 4. vorchristlichen Jahrhundert und in der Renaissance feststellen, zeitgleich mit einer intensivierten Naturforschung und der Zuwendung zu den geometrischen Gesetzmäßigkeiten der perspektivischen Raumkonstruktion. Sie erhielten durch die Entwicklung der Ölmalerei ein verbessertes Ausdrucksmittel und ... [weiterlesen]
7.

Stroboskopische Erscheinungen

Die „optischen Täuschungs-Phänomene“, die durch ein Stroboskop hervorgebracht werden können; allen voran die (auf Vereinigung und Verschmelzung rasch aufeinanderfolgender phasenverschiedener statischer Teilbilder beruhende) Illusion eines „belebten Bildes, in welchem ganz dieselbe Bewegung oder Handlung, wie im wirklichen zu Grunde gelegten Objekte vorhanden seyn wird“ (Stampfer 1834), 1912 bei Wertheimer das Ph ... [weiterlesen]
8.

Gratifikation

... zu den Medien steht. Die Forschungsfrage ist darum auch ganz auf die erwarteten und erzielten Gratifikationen ausgerichtet, die ein Mediennutzer gewinnt (oder gegebenenfalls auch nicht – Gratifikationsenttäuschungen gehören wesenhaft zum Beschreibungshorizont des Modells; darum auch wird gelegentlich das Verhältnis zwischen gesichteten und erhaltenen Gratifikationen media satisfaction genannt). Die Aktivität des Publikums, die Zielgerichtetheit der Mediennutzung, die Abwägung unterschiedlicher Gratifikationsquellen und die Idee der Mediennutzung als Handeln, das sich an Bedürfnissen und Interessen orientiert, sind Grundannahmen, die in der zu erzielenden Gratifikation durch Mediennutzung gipfeln. Um den Nutzen der Rezeption zu optimieren, verhält sich der Nutzer aktiv, von der Selektion des Angebots über die Evaluation der eigentlichen Rezeption bis hin zur Modulation der Rezeptionseinstellungen. Eine ganze Reihe von Elementen der kinematographischen Kommunikation läßt sich leicht auf das unterstellt ... [weiterlesen]
9.

Illusionsbühne

auch: Imaginationsbühne; von griech. illusio = Verspottung, Ironie, TäuschungAus der Guckkastenbühne entwickelte sich die Illusionsbühne – sie versucht, die fiktionale Welt bei der Aufführung mit den Mitteln der Architektur, der Malerei, mit Hilfe der Requisiten, aber auch mittels diverser Tricks möglichst naturgetreu vorzutäuschen. Weil die Illusionierung eine so greifbare ästhetische Absicht der Inszeni ... [weiterlesen]
10.

Erwartungserwartung

... rden: Insbesondere Spannungsdramaturgien inszenieren Erwartungen des Zuschauers, die dieser wiederum erwarten kann. Erwartungserwartungen gehören so zur Genrekompetenz (und begründen auch Rezeptionsenttäuschungen – wenn die eigentlich erwarteten Erwartungen nicht induziert werden, ist die Meta-Erwartung nicht erfüllt worden).Literatur: Ohler, Peter: Zur kognitiven Modellierung von Aspekten des Spannungserlebens bei der Filmrezeption. In: Montage/AV 3,1, 1994, S. 133-141. – Wulff, Hans J.: Die Erzählung der Gewalt. Untersuchungen zu den Konventionen der Darstellung gewalttätiger Interaktion. Münster: MAkS Publikationen 1985. Repr. 1990. ... [weiterlesen]
11.

proairetische Codes

... Codes der Rätselsetzung und späteren -auflösung  organisieren das Spiel mit dem Wissen bzw. der Unwissenheit des Zuschauers (oder auch der Figuren oder des Erzählers), mit Lüge und Täuschung, Verschweigen und Enthüllen; (3) der symbolische Code konstituiert alle im Text vorliegenden Analogien, Parallelen, Antithesen und Gradationen, fußt also nicht auf dem kulturellen Repertoire der Symbole, sondern sucht besondere Leistungen der Symbolisierung im Text auf; (4) der semische Code umfasst alle indirekten Charakterisierungen der Orte und der Figuren und konstituiert ein Netz von Andeutungen und Indikationen, die der Leser oder Zuschauer zusammensetzen muss; (5) der referentielle (oder gnomische) Code schließlich verweist auf  den Satz kollektiver Wissens- und Glaubensbestände und auf kulturelle Wissensstandards.Literatur: Barthes, Roland: S/Z. Frankfurt: Suhrkamp 1976. Zuerst frz.: Paris: Seuil 1970. ... [weiterlesen]
12.

mindfuck movies

Bei einigen US-Kritikern und bei Filmfans gebräuchlicher Begriff, der sowohl absichtlich zurückgehaltene Informationen, unklare bzw. versteckte Identitäten wie auch andere Täuschungen und Irreführungen des Publikums bezeichnet. Mindfucks gibt es zwar schon lange, im Hollywood-Kino der letzten Jahre ist jedoch der Erfolg von Filmen wie The Sixth Sense (USA 1999, M. Night Shyamalan), Fight Club (USA 1999, David Fincher), Mement ... [weiterlesen]
13.

Simulation

von lat.: simulatio = Vortäuschung; technisch: die modellhafte Darstellung oder Nachbildung bestimmter Aspekte eines vorhandenen oder in Entwicklung befindlichen kybernetischen Systems Zuallererst beschreibt der Begriff Simulation eine Praxis, bei der an einem Modell Verfahren erprobt werden, die dann auf die Vorlage des Modells anwendbar sein sollen, weil es in einemklar definierten  Ähnlichkeitsbezug zu seiner Vorlage stehen muss. Un ... [weiterlesen]
14.

Interpassivität

... rglaubens angehörende) Glaube an die Selbständigkeit des Fingierten ermöglicht den ästhetischen Genuss der Fiktion überhaupt erst. Gelacht wird also nicht über die eigene Ent‑Täuschung, sondern über die des naiven Beobachters.Literatur: Pfaller, Robert (Hrsg.): Interpassivität. Studien über delegiertes Genießen. Wien [...]: Springer 2000. – Pfaller, Robert: Die Illusionen der anderen. Über das Lustprinzip in der Kultur. Frankfurt: Suhrkamp 2002. – Pfaller, Robert: Ästhetik der Interpassivität. Hamburg: Philo Fine Arts 2008. ... [weiterlesen]
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Broadway III: Broadway als Stoff

Eine Ganze Reihe von Filmen spielt am Broadway – von Broadway Melody (1929, Sequels 1936, 1938, 1940) über A Chorus Line (1985) bis zu autobiografischen Erzählungen wie Bob Fosses All that Jazz (1979). Broadway-Geschichten sind stofflich meist Backstage-Geschichten – Geschichten um Neuaufführungen, Produktionsprobleme (wie in Golddiggers of 1933, 1933), persönliche Hoffnungen und Enttäuschungen von Sänger(inn ... [weiterlesen]
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gimmick III: Ton-Gimmick

engl. manchmal: sound gimmickDas Spiel mit Ton-Gimmicks (wörtlich: Tricks, Täuschungen) ist in Slapstickfilmen entwickelt und gepflegt worden. Man versteht darunter Geräusche ohne konkrete Quelle, die von den Filmemachern eingesetzt werden, um lächerlicher- oder putzigerweise bestimmte Vorgänge zu beschreiben, sie zu akzentuieren oder sie sie zu konterkarieren. Gimmick-Töne und -Musiken über- oder untertreiben, sie ... [weiterlesen]
17.

unzuverlässiger Erzähler

... äle verfügen kann. Oftmals berichtet die explizite Erzählfigur mithilfe eines Voice-Over. Die Darstellung der Ereignisse führt häufig zu einer – bewussten oder unbewussten – Täuschung der Rezipienten. Dies kann einhergehen mit einer Irreführung anderer diegetischer Figuren (wie etwa in The Usual Suspects, USA/Deutschland 1995, Bryan Singer).Literatur: Booth, Wayne C.: The Rhetoric of Fiction. 2nd ed. Chicago: University of Chicago Press 2008 [1961]. – Nünning, Ansgar (Hg.): Unreliable Narration. Studien zur Theorie und Praxis unglaubwürdigen Erzählens in der englischsprachigen Erzählliteratur. Trier: WVT 1998. – Laass, Eva: Broken Taboos, Subjective Truths. Forms and Functions of Unreliable Narration in Contemporary Amercian Cinema. A Contribution to Film Narratology. Trier: WVT 2008. – Vogt, Robert: „Kann ein zuverlässiger Erzähler unzuverlässig erzählen? Zum Begriff der ,Unzuverlässigkeit‘ in Literatur- und Filmwissenschaft.“ In: Erzählen im Film. Unzuverlässigkeit – Audiovisualität – Musik. Hrsg. von Susanne Kaul, Jean-Pierre Palmier u. Timo Skrandies. Bielefeld: Transcript 2009, S. 35-55. ... [weiterlesen]
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Kinder im Film

... h ein oft unterschwelliges Thema des Kinderfilms, der eine ganz eigene Gattung ausmacht. Der vielleicht entschiedenste Film, der seine Episoden und Anekdoten wie eine Hommage an die Freuden, Sehnsüchte, Enttäuschungen und Wunder der Kindheit ausbreitet, ist Truffauts L‘Argent de Poche (1976). ... [weiterlesen]
19.

Fakelore

Kofferwort aus fake (=Fälschung, Täuschung) und folklore (= das Volkstümliche); dt. etwa: gefälschte VolksüberlieferungVorgeschlagen von dem nordamerikanischen Folkloristen Richard M. Dorson im Jahre 1950 (in seinem Artikel „Folklore and Fakelore“), bezeichnet Fakelore die für faktisch oder für tatsächlich ursprünglich-volkstümlich gehaltene Überlieferung von in Wahrheit erfundenen, m ... [weiterlesen]
20.

Bewegungsartefakt

auch: stroboskopische Täuschung, Alias-Effekt; engl.: motion artifact; auch: strobing, strobing artifactGelegentlich treten beim Abfilmen vorfilmischer Bewegungsvorgänge Artefakte auf: Das wohl berühmteste Beispiel sind Filmaufnahmen von Rädern, die sich bei der Filmwiedergabe nach hinten zu drehen scheinen, also in umgekehrter Richtung als der, in der sie sich tatsächlich bewegt haben. Die Falschdarstellung beruht auf einer ... [weiterlesen]
21.

McGurk-Effekt

Als McGurk-Effekt bezeichnet man die Beeinflussung der Wahrnehmung eines akustischen Sprachsignals durch die gleichzeitige Beobachtung einer Lippenbewegung. Diese audio-visuelle Täuschung gilt als Meilenstein in der Wahrnehmungspsychologie und als Beweis für die Integration von visuellen Eindrücken in die Sprachwahrnehmung. Der motorischen Theorie der Sprachwahrnehmung nach versucht unser Gehirn, alle Signale inklusive der optischen In ... [weiterlesen]
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Liebesgeschichten

... , endet das Melodram oft in der Unmöglichkeit des Liebesglücks. Beiden gemeinsam ist die Konzentration auf das private Glück und die Hindernisse, die ihm im Weg stehen: Missverständnisse und Täuschungen, Rivalitäten unter Freunden, aufreibende Drei- und Viereckskonstellationen sowie soziale UnterschiedeWie auch immer die Liebesgeschichte ausformuliert ist, stets ist sie sowohl Ausdruck als auch Motor sozialer Realität: Sie verhandelt die gesellschaftlich akzeptierten Normvorstellungen über das amouröse Wollen, Sollen und Dürfen und prägt diese immer wieder neu. Insofern birgt sie das Potenzial zu Liebesentwürfen jenseits kultureller Vorschrift (Niklas Luhmann). Längst nicht alle Filme nutzen es, sondern bekräftigen am Ende die gängigen romantischen Phantasien. Trotzdem (oder gerade deswegen) enthält die Liebesgeschichte eine der stärksten filmischen Wirkungskonserven, von der wir uns immer wieder von neuem berühren lassen. Literatur: Brunn ... [weiterlesen]
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Camouflage

frz., etwa: Tarnung (von militärischen Anlagen), Täuschung, Mimikry; Verkleidung mit der Absicht, etwas zu verbergen(1) In der Mode spricht man vom sogenannten Camouflage-Muster und meint damit ein Tarnmuster, wie es an Militäruniformen auftritt: ein Fleckenmuster in Laub- und Erdtönen.(2) In der Maske nennt man abdeckende Make-ups oft auch Camouflage. Dieses auf einer Wachs-Öl-Basis beruhende Kosmetikum zeichnet sich durch h ... [weiterlesen]
24.

pittoresker Film

... em – klaffen die malerische Darstellung und das Elend, die Not, die Ungerechtigkeit dessen, was gezeigt wird, schroff auseinander; das Pittoreske ist dann ein Mittel der ideologischen Verbrämung oder Täuschung; selbst Armut oder Folter können pittoresk arrangiert werden). ... [weiterlesen]
25.

Spiegelstadium

... l;llt dieses ihm als vollkommen erscheinende Bild im Spiegel und er verteidigt es entschieden gegen alle Anzweiflungen hinsichtlich seiner Selbstgewissheit. Letztlich handelt es sich um eine narzisstische Selbsttäuschung, die jedoch überlebensnotwendig ist.Die frühe Rolle in der Entwicklung der menschlichen Wahrnehmung und der Aneignung von Körperlichkeit, die Lacan der Visualität und dem Sehen als einem Begehren zubilligt, hat dazu geführt, dass der Terminus „Spiegelstadium“ durch die französischen Theoretiker Jean-Louis Baudry und Christian Metz in einer psychoanalytisch ausgerichteten Filmtheorie etabliert wurde. Dabei wird die Leinwand in der Funktion eines Spiegels gesehen, allerdings mit dem gewichtigen Unterschied, dass der Leinwand-Spiegel in Bezug auf den Betrachter einen blinden Fleck aufweist.Neben Erörterungen der Filmtheorie über Ort und Funktion des Betrachters in Bezug auf den kinematographischen Apparat haben sich Filmemacher des Konzepts vom Spiegelstadium bedient, um Prozesse der Ichfindung ebenso zu beschreiben wie Gefährdungen dieses Ichs zu symbolisieren. Robert Altman hat in Images / dt.: Spiegelbilder (1971) versucht, Spiegelstadien zu visualisieren, um damit das Fortschreiten der psychischen Erkrankung seiner Protagonistin zu zeigen. Die postmoderne Welt der Matrix-Filme (USA 1999-2003, Andy & Larry Wachowski) – bereits Lacan spricht im Zusammenhang mit dem Spiegelstadium von einer „symbolischen Matrix ... [weiterlesen]
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Komposit-Fotographie: Unsichtbarkeit

... er durch die Synthese hervorgerufen wird, als desto gelungener gilt das Bild. Nicht aus Zufall spricht man vom Filmtrick – die Realitätsillusion des synthetischen Bildes basiert auf einer Wahrnehmungstäuschung.  ... [weiterlesen]
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Pseudo-Dokumentarfilm

... tensität der Wahrnehmung eines als „real“ angenommenen Geschehens auszunützen (wie in Peter Watkins‘ Pseudo-Reportage Punishment Park, 1971), sei es, um eine filmische Lüge oder Täuschung zu vollziehen (wie in Blair Witch Project, 1999, und seinen Verwandten) – im frühen Film z.B. intendierte die gestellte Szene, für etwas gehalten zu werden, was sie gar nicht war.Oft sind diese Filme erst spät oder sogar gar nicht als Fiktionen zu erkennen. Gelegentlich machen sie aber den changierenden eigenen Status zum Thema, nehmen eine reflexive Haltung zum eigenen Verfahren ein (wie in David Holzman‘s Diary, 1967, Jim McBride, oder in Peter Jacksons Mocumentary Forgotten Silver, 1995, über einen erfundenen neuseeländischen Filmpionier). Das mag gelegentlich eine Strategie der Ironie und des Augenzwinkerns sein. Interessanter aber ist die Situat ... [weiterlesen]
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Konstanzphänomene

... nkel einschließen. Das bedeutet umgekehrt, dass Situationen mit mangelnden oder irreführenden Tiefeinformationen zu erheblichen Fehleinschätzungen der Größe führen. Die optischen Täuschungen bieten hierfür ein vielzitiertes Beispiel. Gelegentlich ist sie die Grundlage visueller Gags wie in Top Secret (1984), bei dem man in ein Zimmer sieht, im Vordergrund – Groß – ein Telefon; einer der Militärs im Hintergrund löst sich aus seiner Gruppe, kommt zum Telefon – das sich als tatsächlich riesengroß erweist; die Größenannahme ist falsch gewesen. Literatur: Campenhausen, Christoph von: Die Sinne des Menschen. Einführung in die Psychophysik der Wahrnehmung. 2. Aufl. Stuttgart/New York: Georg Thieme Verlag 1993. – Goldstein, E. Bruce: Wahrnehmungspsychologie. Eine Einführung. Heidelberg [...]: Spektrum 1997, bes. 237ff. ... [weiterlesen]
29.

snuff

... r Joel Schumachers 8mm (USA 1999).Der Reiz des Verbotenen, Strafbaren, Authentischen und Elitären vermischt sich in der mythischen Filmform des Snuff. Im Nachhinein wurden vorgebliche Snuff-Filme meist als Täuschungen entlarvt, die ein offenkundig vorhandenes Publikumsinteresse bedienten – ob Interesse an derartigem Material oder an Tabuverletzung, ist kaum zu entscheiden. Unentscheidbar ist auch, ob es abseits des normalen Filmmarktes nicht dennoch solche Gewaltexzesse für die und vor der Kamera gibt. Literatur: Benecke, Mark: Snuff. Filmhistorische Anmerkungen zu einem aktuellen Thema. In: Archiv für Kriminologie 209, 2002, S. 45-50. – Johnson, Eithne / Schaefer, Eric: Soft Core/Hard Gore: Snuff as a Crisis In Meaning. In: The Journal Of Film And Video 45,2-3, 1993, S. 40-59. – Svoray, Y.: The Gods of Death. One man hunts the truth about Snuff-films. New York: Simon & Schuster 1997.  ... [weiterlesen]
30.

Kascheur

von franz. cacher = verbergenEin Kascheur ist ein Bühnenhandwerker, der plastische Ausstattungsteile wie Felsen, Säulen, Blumen oder Bäume aus Kaschiermasse – traditionellerweise ein Gemisch aus Leim, Sägespänen, Korkmehl und anderem, oft wird außerdem Gips verwendet – modelliert. Bemalung und Beleuchtung lassen das billige Material als solide Masse erscheinen. Darum meint das Kaschieren vor allem einen Akt der T&a ... [weiterlesen]
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Pulfrich-Effekt

auch: Pulfrichsches PhänomenDer Pulfrich-Effekt ist eine optische Täuschung, die einen Tiefeneindruck suggeriert, der durch die relative Helligkeit von Gegenständen verursacht wird. Er wurde 1922 von dem deutschen Physiker Carl Pulfrich (1858-1927) beschrieben, der Mitarbeiter der optischen Werkstätte Carl Zeiss in Jena war; er begründete die Stereophotogrammetrie und entwickelte zahlreiche Messinstrumente. Eine Marke, die in ... [weiterlesen]
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psychedelischer Film: Grundlagen

auch: psychodelischer Film; von altgriech. psyché ‚Seele, Verstand, Bewußtsein‘ + delos ‚deutlich, klar‘: Zustände erhöhter Sensibilität für sensorische Reize, oft begleitet von besonderer Euphorie und dem subjektiven Gefühl, sein Bewusstseins erweitert zu haben (‚expanded consciousness‘, ‚altered states‘), sowie Halluzinationen oder Sinnestäuschungen, aber auc ... [weiterlesen]
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Fluchtpunkt

Die Wahrnehmung der räumlichen Tiefe aus der zweidimensionalen Projektionsfläche des Films unterliegt einer visuellen Täuschung. Dabei wird die perspektivische Wahrnehmung eines realen Gegenstandes vom Rezipienten auf die Betrachtung von Bildern und Fotografien übertragen. Er nimmt den Fluchtpunkt als den Punkt auf der Horizontlinie, in dem parallel in die Bildtiefe führenden Linien scheinbar zusammenlaufen. Die Fluchtpunkt-P ... [weiterlesen]
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Wahrnehmung

... ntral die Fragestellung, ob die jeweilige Filmwahrnehmung eher als ein ‚reines’, durch die Trägheit des Auges bedingtes Wahrnehmungsphänomen (gewissermaßen als elementare Wahrnehmungstäuschung) oder als komplexes kognitives Phänomen zu gelten hat. Spätestens in den 1930ern kamen dann die komplexeren Aspekte des Films hinzu, die Übergänge von Einstellung zu Einstellung, die prominent etwa anhand der semantischen Effekte der Montagetechniken untersucht wurden (wie der Kuleshov-Effekt). Seit den 1970ern hat sich die Filmpsychologie (z. B. durch die Arbeiten von John R. Gregory) zunehmend dem kognitiven Paradigma angenähert und in der Auseinandersetzung zwischen schematheoretischen und rezeptionsästhetischen bzw. ökologischen Ansätzen weiterentwickelt (Peter Ohler, Joseph D. Anderson). Entsprechend unterscheidet etwa schon Peter Wuss perzeptionsgeleitete, konzeptgeleitete und stereotypgeleitete filmische Strukturen. Arnheim hatte die Filmwahrnehmung noch als partielle Realitätsillusion angesehen, die zwar Überscheidungen mit der nicht-medial vermittelten Wahrnehmung aufweist, aber zugleich immer das Bewusstsein medialer Vermittlung enthält. Der auf Gibson zurückgehende ökologische Ansatz betont die perzeptuellen Aspekte und verneint auf G ... [weiterlesen]
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Flimmereffekt

... gesehen davon, dass der Experimentalfilm mit dem „Flickerfilm“ ein eigenes Genre entwickelt hat, in dem mittels des Bildflimmerns die Materialität des Films spürbar und diverse Wahrnehmungstäuschungen vorgeführt werden können (wechselnde Verhältnisse von „vorn und hinten“, Tiefe des Raumes etc.; vgl. Rectangle & rectangles, 1986, Pierre Hébert), gibt es auch eine Reihe von Experimenten in der Op-Art (wie z.B. in den kinetischen Experimenten Victor Vasarelys).Literatur: Lederman, Susan J. / Nichols, Bill: Flicker and motion in film. In: The cinematic apparatus. Ed. by Teresa De Lauretis & Stephen Heath. New York: St. Martin's Press 1980. Repr. in: Nichols, Bill: Ideology and the image. Social ... [weiterlesen]
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amerikanische Nacht

... ). In François Truffauts Film La Nuit américaine (1972) verweist der Titel darauf, dass der Film eine Illusionskunst ist und dass der Realitätseindruck, den er hervorzurufen vermag, auf einer Täuschung beruht.   ... [weiterlesen]
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Veteranen

... g des Lebens bedeutet (wie in dem russischen Film Belorussky Vokzal, 1971, Andrei Smirnov). Manche haben sich einmal freiwillig zum Fronteinsatz gemeldet – umso größer ist nach dem Krieg die Enttäuschung über Staat und Obrigkeit, aber auch der Zweifel an einer Gerechtigkeit des Schicksals. Viele der Veteranenfilme sind bittere Antikriegsfilme, die durch die Figur des vom Krieg Geschädigten oder gar Zuschande-Gewordenen eine klare pazifistische Haltung einklagen (am extremsten wohl in Dalton Trumbos Johnny Got His Gun, 1971).(2) Im Sinne von „altgedient“: von lat. veteranus = ausgedienter Soldat, franz.: vétéran = ausgedienter Soldat oder Beamter. Filme über Soldaten, die sich – oft zusammen mit anderen Veteranen – an den einstigen Krieg als ebenso einschneidendes wie prägendes Stück des eigenen Lebens erinnern. Die Orientierung auf den Krieg ist verbindliche Lebensorientierung, gleichgültig, ob die Haltung zum Krieg kritisch, nostalgisch oder glorifizierend ist. Gelegentlich müssen Veteranen reaktiviert werden und können ihre Erfahrungen in neue Konflikt- oder Problemsituationen einbringen (wie in Space Cowboys, 2000, eine Veteranen-Crew ehemaliger Astronauten erneut ins Weltall geschossen wird). In diesem Sinne spricht man auch von „Hollywood-Veteranen“, „Veteranen des Animationsfilms“ o.ä. und meint damit Altgediente ihres Gewerbes.  ... [weiterlesen]
38.

bittersweet comedy

... bdquo;gemischte Gefühl“ aus Rezeptionsvergnügen und Traurigkeit, Mitleid oder auch Schmerz über eben dieses Ende. Stimmungslagen dieser Art sind Resultanten aus miterlebten Verletzungen, Enttäuschungen, seelischen Narben, Abgesängen auf hochfahrende Pläne oder auch defekte oder durch Tod des Partners beendete Beziehungen der Protagonisten. Bittersweet comedies haben nur selten ein happy ending, sondern erzählen mehrheitlich ihr Gegenteil, sad endings – und zudem sind sie am Ende häufig mit dem Akzeptieren einer schweren Entscheidung oder eines Verlustes verbunden.Klassiker des Subgenres sind etwa die Politsatire A King in New York (1957, Charles Chaplin); The Apartment (1960, Billy Wilder), eine Satire auf Geschäftsmoral und Aufstiegswillen; Les Parapluies de S ... [weiterlesen]
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Erlebnisgesellschaft

... tischen Wohlstandsgesellschaft.Die in der Erlebnisgesellschaft gewollte radikale Individualisierung der Lebensgestaltung bedarf der Einbettung in soziale Großgruppen, um Entscheidungsunsicherheiten und Enttäuschungsrisiken zu reduzieren. Die älteren sozialen Milieus (wie Bildungsbürgertum, untere und mittlere Beamte und Angestellte, Arbeiterschaft) wandeln sich zu sozialen Erlebnismilieus, die eine neue, grundlegende Differenzierung der Medienpublika implizieren: (1) Das Niveaumilieu korrespondiert bildungsbürgerlichen Vorstellungen, wonach es eine strikte Trennung zwischen Hochkultur (E-Kultur) und Unterhaltung (U-Kultur) geben sollte. (2) Das Harmoniemilieu tradiert Vorstellungen vom Unterhaltungsbedürfnis der Arbeiterschicht, das z.B. in Heimatfilmen und Volksmusik befriedigt wurde und wird. (3) Dem Selbstverwirklichungsmilieu liegen Hedonismus und Narzissmus zu Grunde. Selbstverwirklichung und Unterhaltung sind dabei Lebensorientierungen, die der manchmal sogenannten „Spaßgesellschaft“ unterliegen. (4) Das Unterhaltungsmilieu ist an Spannung und Action interessiert und bildet den sozial-intentionalen Rahmen der Nutzer z.B. von ... [weiterlesen]
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Kinetik / kinetische Kunst

... inetischer Filme: (1) Abstrakte und geometrische Op-Art-Filme, meist Animationsfilme (in der Art der Filme Hans Richters oder Viking Eggelings); (2) Filme, in denen etwas Gefilmtes eine Scheinbewegung oder Augentäuschung hervorruft (wie in Filmen Duchamps‘ oder Michael Snows); (3) Flickerfilme sowie Filme, in denen durch Kurzmontage die Elementaria der Bewegtbildwahrnehmung im Kino thematisiert werden (wie in den Beiträgen von Peter Kubelka, Kurt Kren oder des Ehepaars Hein). Literatur: Scheugl, Hans / Schmidt, Ernst, jr.: Kinetik / Kinetische Schaukunst. In ihrem: Eine Subgeschichte des Films. Lexikon des Avantgarde-, Experimental- und Undergroundfilms. 1. Frankfurt: Suhrkamp 1974, S. 403-488. – Buderer, Hans-Jürgen: Kinetische Kunst. Konzeptionen von Bewegung und Raum. Worms: Werner 1992. – Popper, Frank: Die kinetische Kunst. Licht und Bewegung, Umweltkunst und Aktion. Köln: DuMont Schauberg 1975. ... [weiterlesen]
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Scheinbewegung

auch: Bewegungstäuschung; engl.: apparant movement, apparent motionAllgemeine Bezeichnung für Bewegungswahrnehmungen, denen keine physikalisch bedingten Reize zugrunde liegen. Sie basieren auf der fundamentalen Fähigkeit des Sehsystems, eine Abfolge von einzelnen Bildern, die eine Bewegung darstellen, zu einem kontinuierlichen Ablauf zusammenzufügen. Die verschiedenen Arten von Scheinbewegungen werden mit den Buchstaben des griec ... [weiterlesen]