Suchergebnisse für die Suche nach: tücke



1.

Kinothek

... lichte er seine Kinobibliothek (später verkürzt auf: Kinothek) – ein vielbändiges Sammelwerk, das er als Baukasten zur Komposition von Stummfilmmusik verstand. Die Kinothek enthielt Versatzstücke für allerlei typische Stummfilmszenen. Der Pianist konnte nun je nach Film-Szene auf die programmatischen Titel der Kinothek zurückgreifen (wie: Popolo giocondo / Lustiges Volk, Fuga comica / Komische Fuge, Marcia solenne / Feierlicher Aufmarsch u.a.m.) und entsprechende Musik durch unmittelbares Nachspiel der Becceschen Stücke oder durch deren Variation auf den Film abstimmen. Becce machte als Hilfe für Filmleute, die keine Noten lesen konnten, sogar eine Schallplattenaufnahme seiner Kinothek-Stücke. Becces Kinothek wurde massiv kritisiert, weil sie durch die modulare Aufsplitterung der Szenenfolge die sinnhaften Zusammenhänge zwischen den Szenen zerstöre und zu einer Art industrieller Stereotypisierung und Standardisierung de ... [weiterlesen]
2.

Stück: Formalismus

Das Stück ist nach dem Verständnis der formalistischen Ästhetik ein Materialfragment und wird durch die Empfindung des Materials autonom. Die Stücke verfremden die Einheit des Werkes und stellen ihr eine Ästhetik der heterogenen Materialfragmente entgegen. Parallel zum Erneuerungspotenzial der niederen Gattungen (Zirkus, Varieté, Nummernrevue), die sich durch Präsentation unverbundener Sweiterlesen]
3.

score

... ne Partitur ausarbeitet (und der „Kopist“ stellt dann die einzelnen Auszüge für die einzelnen Instrumente her). Ob die Partitur vollständige Nummern umfasst oder auch fragmentarische Stücke, die z.B. zur Unterlegung unter Dialogstücke verwendet werden, ist von Fall zu Fall verschieden. Neuerdings werden die vollständigen Fassungen (oft mit dann auskomponierten Fragment-Stücken) auf CD zugänglich gemacht (als Unterscheidung zum Soundtrack im engeren Sinne).(2) von engl.: to score = instrumentierenMan spricht vom scoring, wenn reine Gebrauchsmusiken ohne Anspruch auf Selbstständigkeit oder musikalische Qualität zusammengestellt oder
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4.

Drehbuch: Frühgeschichte (USA)

In den ersten Jahren des neuen Mediums Film wurden mitunter Texte aus anderen Medien als „Drehbuch“ verwendet. So drehte man etwa Nachstellungen berühmter Boxkämpfe nach Zeitungsberichten. Für die Verfilmung von Theaterstücken, die zunächst nur aus einer oder mehreren kurzen Szenen bestand, nahm man die entsprechenden Theaterstücke selbst zu Hand. Schon in den ers ... [weiterlesen]
5.

compilation score

meist auch dt.; selten: Kompilation; von lat.: compilare = ausplündern, berauben, zusammenraffen, stehlen; heute auch im Sinne von: kompilieren = zusammenstellenZur Zeit des Stummfilms waren Kompilationen im Sinne einer dramaturgisch sinnvoll nach Cue Sheets zusammengestellten oder lediglich nach Zeitdauern zusammengestoppelten Abfolge von bereits vorliegenden Musikstücken für die Länge eines Films die Regel. Auch bei vielen Origi ... [weiterlesen]
6.

cue sheet

... nten Filmszenen geeignete Musikvorschläge, gemacht wurden. In vielen Fällen wurde nicht nur der allgemeine Charakter der Musik benannt, der zu einer Szene gespielt werden sollte, sondern auf konkrete Stücke Bezug genommen, die nach Möglichkeit gespielt werden sollten. Dabei wurden oft recht genau Aufführungsanweisungen gegeben. Man bezog sich auf das bekannte und leicht zugängliche Repertoire der populären Opern und Operetten des 19. Jahrhunderts, auf Tanz- und Volksmusik, aber auch Kirchen- und Militärmusik, zunehmend auch auf Schlager, die mit dem Grammophon immer größere Bedeutung bekamen.Das sogenannte thematic cue sheet enthielt zudem die Anfangstakte der ausgewählten Stücke. Zu den frühesten Beispielen zählen die seit 1909 von der Edison Company zu ihren Filmen herausgebrachten Cue Sheets (Suggestions for Music, veröffentlicht in The Edison Kinetogram). Die Zeit ... [weiterlesen]
7.

Dramaturg

Die Tätigkeitsbezeichnung des Dramaturgen bezieht sich auf das griechische dramaturgein, was „ein Drama verfassen“ heißt. Noch heute findet sich die Bezeichnung als allgemeine Bezeichnung für den Dramatiker (im Französischen ist der dramaturge z.B. der Stückeschreiber selbst). Im Deutschen bezeichnet Dramaturg seit dem 18. Jahrhundert einen künstlerischen Beraters des Dramatikers, dessen Aufgabe die Lekt&uum ... [weiterlesen]
8.

Operettenfilm

... e Mischung aus opulenter Ausstattung, Buntheit der Kostüme und Leichtsinnigkeit der Lebensführung in öffentlicher Wahrnehmung zurück, die reflexiven und manchmal satirischen Komponenten der Stücke passten nicht mehr zum Stil der Zeit; hinzu kam, dass die populäre Musik sich medialisierte, zunehmend von der Rezeption im Theater löste.Manche Stücke erlangten erst mit der Verfilmung das Ansehen, das sie oft bis heute behalten haben; Carl Millöckers Der Bettelstudent (UA 1884) etwa bekam mit Johannes Heesters in der Adaption von 1936 (Regie: Georg Jacoby) seine letzte Prägung, so, wie die Figur des Graf Danilo in Die Lustige Witwe in der Darstellung durch Maurice Chevalier (USA 1934, Ernst Lubitsch) auf den Punkt begracht worden zu sein scheint. Die bekanntesten Stücke des Repertoires wurden mehrfach adaptiert (wie etwa die Léhar-Operette Die lustige Witwe, UA 1905, fünf Verfilmungen [davon nur ... [weiterlesen]
9.

Vaudeville

Der Begriff Vaudeville ist ursprünglich wohl aus „Val de Vire“ abgeleitet worden, dem Tal der Vire in der Normandie, wo der Volksdichter Olivier Basselin um 1400 die nach seiner Heimat benannten Gassenhauer und Volkslieder dichtete und bei Festen und Trinkgelagen zur Unterhaltung des Volkes vortrug. Vaudeville bezeichnete sodann populäre Lieder sowie Liedeinlagen in den Stegreifstücken der italienischen Komödianten in ... [weiterlesen]
10.

breakaway

als Bezeichnung für aus Balsa-Holz gefertigte Möbelstücke, die z.B. bei Wirtshausschlägereien zu Bruch gehen, auch: breakaway furnitureEher umgangssprachliche Bezeichnung für Objekte und Teile des Sets, die auf Berührung zerstört werden sollen. Insbesondere Flaschen und Gläser, Möbelstücke und Türen dienen dazu, die Kraft zerstörerischer Einwirku ... [weiterlesen]
11.

Episodenstück

Ältere Bezeichnung für eine Theater-, Film-, Hörfunk- oder Fernsehdarbietung, die aus in sich geschlossenen, nur über das Thema miteinander verbundenen Einzelstücken (Episoden) eines oder mehrerer Autoren besteht und von einem oder mehreren Regisseuren inszeniert wird. Ein historischer Flickenteppich, der das Klima einer ganzen Zeit in Einzelepisoden einzufangen sucht, wie Bobby (USA 2006, Emilio Estevez), rechnet zu den Epis ... [weiterlesen]
12.

Derivat

von lat.: derivatio = Ableitung; engl.: derivative, derivative work, derivative music (1)   Dass Filmmusiken nicht immer Originalkompositionen sind, sondern oft aus Variationen, Überarbeitungen, Modernisierungen, Neufassungen schon vorhandener Musiken bestehen, ist altbekannt. Man nennt derartige Stücke Derivate. Manchmal sind die Ableitungen höchst komplex und eröffnen eine zweite, nur Kennern der Musik zugängliche ... [weiterlesen]
13.

clean comedy

Gegensatz: adult comedy, dirty comedy; von engl. clean „sauber“, in übertragener Bedeutung „moralisch einwandfrei, ohne Anstößigkeiten oder Obszonitäten“. Seit den 1910er Jahren als stilindizierende Genrebezeichnung für amerikanische Theaterstücke gebräuchlich („a clean rural comedy, a clean comedy of adventure/mystery“).Der Ausdruck wird heute insbesondere in der amerikanischen ... [weiterlesen]
14.

Banned in Boston

... exikalischem Nachleben verholfen hat. Sein Verein von Sittenwächtern arbeitete mit den lokalen Behörden (so mit dem U.S. Post Office) zusammen, überwachte die Inhalte von Büchern und Theaterstücken und sorgte dafür, dass inkriminierte Bücher im Wortsinn aus dem Verkehr gezogen, d.h. postalisch nicht befördert wurden. Dabei war man mit dem Vorwurf der Unmoral, Unanständigkeit, Sittenlosigkeit, Obszönität, Pornografie oder Blasphemie schnell zur Hand, hatte bei der Vernichtung der indizierten Bücher jedoch offenbar immer auch handfeste ökonomische Absichten. Manche Werke bekannter Schriftsteller (Mark Twain mit seinem Huckleberry Finn, später z.B. Sherwood Anderson und Hemingway) fielen dem Verdikt der Gesellschaft zum Opfer und galten in den Staaten als „Banned in Boston“.Der Ausdruck wird in den englischsprachigen Printmedien auch heute noch gern als catchphrase verwendet, um auf Zensurbeschlüsse bzw. Indizierungsbestrebungen aufmerksam zu machen. Betroffen sein können nicht nur Bücher und Theaterstücke, sondern allgemein alle Produktionen der Populärkultur, wobei bemängelte popul& ... [weiterlesen]
15.

Filmsymphonie

... Deception (USA 1946, Irving Rapper), das in seiner erweiterten Fassung als „Cellokonzert op. 37“ dieses bedeutenden Komponisten von Filmmusik bekannt wurde. Ein besonderer Fall sind die „Vier Stücke für Filmmusik“ (1929/1930) – späterer Titel: Vier kleine Stücke für großes Orchester – von Franz Schreker (1878-1934). Diese spätromantischen Kompositionen wurden zwar nicht filmisch verwendet, aber ein Schüler Schrekers im Fach Komposition, der polnische Pianist Wladyslaw Szpilman, kam als Protagonist in Roman Polanskis The Pianist (2002) zu nachträglichem Filmruhm.  ... [weiterlesen]
16.

Einaktdrama

(1) Bezeichnung für Theaterstücke, die keine Akteinteilung kennen, sondern in eins durch gespielt werden. Ein berühmtes Beispiel ist Samuel Becketts Endspiel (von ihm selbst 1969 als TV-Film adaptiert). Auch andere Stücke der Theater-Gattung „Kurzdrama“ wie Jean-Paul-Sartres Les Jeux sont faits (verfilmt Frankreich 1947, Jean Delannoy) wurden erfolgreich für das Kino a ... [weiterlesen]
17.

Bühnenanweisung

... n. Sie sind allerdings auch ein Versuch des Autors, in die Form der späteren Inszenierung einzugreifen. Pfister diskutiert Bühnenanweisungen als „Nebentexte“, die insbesondere postmoderne Stücke, die gelegentlich keinen Dialog mehr haben, erschließen.Literatur: Pfister, Manfred: Das Drama: Theorie und Analyse. München: Fink 1977. Zahlr. Neuaufl. – Munkelt, Margarete: Bühnenanweisung und Dramaturgie. Hinweise zu Interpretation und Inszenierung in Shakespeares First Folio und der Quartoversionen. Amsterdam: Grüner 1981 (Bochumer anglistische Studien. 12.). – Rüegg, Regula: „Im Abgehen ein Schnippchen schlagend“. Zur Funktion von Kinegrammen in Volksstücken des 19. und 20. Jahrhunderts. Bern [u.a.]: Lang 1991.  ... [weiterlesen]
18.

Stasi im Film

... tasigefängnisse. Ein dissidenter DDR-Schriftsteller und ein Stasi-Mitarbeiter – zudem bester Freund des anderen – treffen in Feindberührung (2010, Heike Bachelier) aufeinander, lesen sich Stücke aus den 16.000 Seiten Stasi-Dokumenten vor, versuchen, darüber zu sprechen. Der Film La Décomposition de l'Âme (Belgien/BRD 2003, Massimo Iannetta, Nina Toussaint) erzählt die Geschichte der Stasi, konzentriert sich dabei auf die Aussagen zweier Opfer. Einen anderen Weg geht Der schwarze Kasten (1992, Johann Feindt, Tamara Trampe), wenn er einen Oberstleutnant porträtiert, der „Operative Psychologie“ an der Hochschule des Ministeriums für Staatssicherheit lehrte; der Film versucht, ein Psychogramm des Protagonisten zu erstellen, seine sozialen Interessen zu ergründen sowie seiner Denkweise auf die Spur zu kommen. Aus Liebe zum Volk (2004, Audrey Maurion, Eyal Sivan) basiert auf einem Monolog, den ein Stasi-Mitarbeiter an seinem letzten Diensttag rückblickend auf Tonband gesprochen hatte; der Text wird von Axel Prahl nachgesprochen; der Text ist unterlegt mit Fundstücken aus dem Filmarchiv der Gauck‑Behörde, mit Ausschnitten aus Stasi‑Schulungsfilmen, Mitschnitten von Verhören und Spitzel‑Anrufen und umfangreichem Material aus privaten und öffentlichen Archiven. Auch Das Ministerium Für Staatssicherheit – Alltag einer Behörde (2002, Christian Klemke, Jan N. Lorenzen), auf Interviews mit neun höheren Mitarbeitern der Stasi basierend, sucht bei aller Distanz zu verstehen, wie die Behörde fu ... [weiterlesen]
19.

bunraku

... ibt jede Illusion hinsichtlich der Bewegungssouveränität und Intentionalität der Puppen selbst. Erzähler und Musiker haben ihre eigenen Teil- bzw. Hilfsbühnen. In den aufgeführten Stücken wird häufig auf eine dem Publikum zugängliche Weise der Widerstreit zwischen giri, dem unbedingten Pflichtbewusstsein gegenüber der Gesellschaft, und ninjo, den persönlichen Gefühlen und Emotionen des Individuums behandelt. Eine eindrucksvolle direkte kinematographische Verschmelzung von Bunraku-Puppenthater mit den Darstellungen menschlicher Schauspieler via match cutting bietet Masahiro Shinodas Adaption von Chikamatsus Puppenspiel Shinjuten no Amijima (d.h. soviel wie „Freitode aus Liebe in Amijima“) in Shinjû: Ten no Amijima (1969). Aus der Hand Shinodas stammt auch die neuere filmische Adaption einer Samurai-Geschichte nach einem Bunraku Chikamatsus: Yari no Gonza (Gonza, der Lanzenkämpfer, aka: Die verbotene Liebe des Samurai, 1985/86). Zu nennen ist hier auch Midori Kurisakis Bunraku-Version von Chikamatsus Sonezaki Shinjû ... [weiterlesen]
20.

Woodfall Film Productions

Bereits 1956 begann eine Zusammenarbeit zwischen dem Regisseur Tony Richardson und dem Dramatiker John Osborne, die in die Gründung der Woodfall Film Productions, Inc. einmündete (1958), bei der der Produzent Harry Saltzman als Geldgeber beteiligt war. Die ersten Produktionen waren – in Verlängerung der erfolgreichen Bühnenkooperation – Adaptionen von Osbornes Stücken Look Back in Anger (1958) und The Entertainer ... [weiterlesen]
21.

Schnulze

... ne ästhetisch rabiate Abwertung durch den Begriff ausdrücken und dann ein Produkt der Kulturindustrie damit ansprechen. Gemeint sind in beiden Fällen kitschig-sentimentale Schlagerlieder, Theaterstücke, Fernsehspiele oder rührselige Kinofilme (wie etwa in der Bezeichnung Heimatschnulze). Beispiele aus dem Film entstammen fast immer der Gattung Rührstück, sind deutlich auf Rührung als primären Rezeptionsaffekt ausgerichtet. Ein Beispiel ist neben Love Story (1970) Chris Columbus‘ The Story of Us (1999); erwähnt seien aber auch die neueren Familienrührstücke aus der ZDF-Produktion nach Vorlagen Rosamunde Pilchers.Das Wort stammt aus den 1930er Jahren und ist wohl Berliner Ursprungs. Es gibt aber auch die Anekdote, dass es 1948 von Harry Hermann, dem Leiter der Musikabteilung und Chef des Unterhaltungsorchesters des NDR, auf einer Redaktionskonferenz des NDR erstmals geäußert wurde. Mutmaß ... [weiterlesen]
22.

Kostümberufe

... ostümbildnern,– Modisten,– Herren- und Damenschneidern,– Gewandmeistern,– Schuhmachern,– Rüstmeistern und– Färbernentstanden historische und aktuelle Kleidungsstücke, Schuhe, Hüte, Taschen, Handschuhe, Schals oder auch Waffen und Teile von Rüstungen.– Fundusverwalter(innen) sorgen auch heute für eine effiziente Ordnung und Verwaltung der oft Millionen Stücke. Sie pflegen Karteien und Datenbanken.– Bei großen Produktionen gibt es Spezialisten, die sich um die Kleidung der Statisterie (ironisch: dressing the masses) kümmert.Neben besonderer handwerklicher Geschicklichkeit bzw. künstlerischem Talent ist berufsübergreife ... [weiterlesen]
23.

Klick-Verfahren

... end der Aufnahme ganz exakt das Metronom zu halten: Die fertig komponierte Musik muß bildfeldgenau auf den Film abgestimmt werden. Die Filmkomponisten setzten entweder ein gleiches Metronom für alle Stücke des Films oder wechselten es, dem Charakter der jeweiligen Stücke folgend. Meist setzte der Rhythmus der Klicks schon vor der Stelle ein, an der die Musik einsetzen sollte, um die Musiker auf den folgenden Rhythmus einzustimmen (man spricht bei solchen nicht mit Musik verbundenen Klicks auch von free clicks). Kam es während der Aufnahmen zu Übersprechungen zwischen Kopfhörern und Mikrophonen, so dass das Klick-Gerä ... [weiterlesen]
24.

Nachsynchronisieren

... ommen worden sind (wie z.B. Actionszenen). Der Eingriff in die ursprünglichen Tonaufnahmen kann bis zur Ersetzung der ursprünglichen Sprecher durch Synchronstimmengehen. So wurden Klaus Kinskis Dialogstücke in den Werner-Herzog-Filmen Aguirre, der Zorn Gottes (BRD 1972) und Cobra Verde (1987) von Gerd Martienzen bzw. von Fred Maire nachsynchronisiert. Von den Aufnahmen zu Fellini-Filmen heißt es, dass er die Schauspieler bei den Aufnahmen nur sinnlose Silben sprechen ließ – die Texte wurden (zudem oft von ganz anderen Sprechern) erst in der Nachsynchronisation zugefügt.Daneben können Fehler der Aufnahme ausgebessert werden, und manchmal werden noch nach den Aufnahmen Dialogstücke ergänzt oder Töne – wie z.B. Radiostimmen – in die Atmo-Aufnahmen eingemischt. Als erster Film, in dem die Technik der Nachsynchronisation erprobt wurde, gilt King Vidors Musical Hallelujah (USA 1929), in dem eine Verfolgungsjagd erst im Tonstudio mit naturalistischen Geräuschen unterlegt wurde; auch di ... [weiterlesen]
25.

song scores

... pop song scores lassen immer wieder die Musiken in den Vordergrund der Aufmerksamkeit treten, die Handlung wird zeitweilig hintergründig. Seit den 1950ern ist das Verfahren der Kompilation bekannter Musikstücke Teil des Musik-Marketing. Sehr erfolgreiche frühe Beispiele waren The Graduate (USA 1967, Mike Nichols) oder Easy Rider (USA 1969, Dennis Hopper). Es blieb aber einer Fernsehproduktion wie Miami Vice (USA 1984-89) vorbehalten, den Musik-Track gezielt auf Stücke auszurichten, die zur Zeit der Erstausstrahlung in den Charts notiert waren. Heute stehen derartige Produktionen oft im Medienverbund – zum Film gehört ein zentrales Musikstück (oder eine Schallplatte), das seinerseits mit einem Musikvideo beworben wird, das Elemente des Films verwendet, usw.; alle bewerben sich gegenseitig (cross promotion). Ein Beispiel ist Jim Hensons Labyrinth (USA 1986), der zugleich mit David Bow ... [weiterlesen]
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Kreuzblende

auch: Tonblende; gelegentlich (und fälschlicherweise) auch als „Überblendung“ von Bildern oder Einstellungen; engl.: cross fade(1) Wenn im Radio (oder beim Live-Auflegen) der Pegel des einen Stücks heruntergezogen und der des folgenden geöffnet wird, spricht man von einer „Kreuz-“ oder „Tonblende“. Damit wird eine Kontinuität der Beschallung suggeriert, obwohl die eingesetzten Stücke u ... [weiterlesen]
27.

cut-up (2)

dt. manchmal: Schnitt-TechnikCut-up ist eine Technik der Zufallsmontage. Das Verfahren, das Collagetechniken der Bildenden Kunst adaptierte,  wurde in den späten 1950er Jahren in der Avantgarde- und Beat-Literatur durchgespielt. Der wohl bekannteste Literat, der sich des Verfahrens bediente, war  William S. Burroughs. Eine Form des cutting up besteht darin, einen vorliegenden Text zu zerschneiden und die dabei gewonnenen Stücke ... [weiterlesen]
28.

Broadway I: Broadway-Theater

Broadway = eine Straße in Manhatten (New York), im engeren Sinne: das Theaterviertel am Times Square zwischen der 41ten und 53ten Straße und zwischen der Sixth und Ninth AvenueBroadway ist eine allgemeine Bezeichnung für eine bestimmte Art der Bühneninszenierung von Shows, Revuen, Musicals und Theaterstücken – es gibt ca. 40 Theater sowie Kleinbühnen, jährlich werden ca. 1.500 Ur-Aufführungen durchgef&u ... [weiterlesen]
29.

Broadway II: Broadway-Hollywood

... o auf – und gab das Programm 1913, nach dem Erfolg des italienischen Films Quo vadis?, bereits wieder auf. Gleichwohl blieb der Broadway einer der größten Anreger des amerikanischen Kinos. Die Stücke etwa von Eugene O‘Neill oder Tennessee Williams waren äußerst erfolgreiche Filmstoffe, die Dramaturgie zahlreicher Musicals wurde dort erprobt und ausgearbeitet, und die Anzahl von Stoffen, die auf Aufführungen auf den Broadway und Off-Broadway-Bühnen zurückgehen, sind Legende.Auch eine ganze Reihe von Broadway-Schauspielern trat in der Filmproduktion auf. Manchmal trauten die Produzenten der Popularität der Bühnenschauspieler nicht; so wurde etwa nicht Julie Andrews, die di ... [weiterlesen]
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große Szene

Die „große Szene“ war im Theater des 19. Jahrhunderts das Kernstück unzähliger Theaterstücke und ein Publikumsmagnet ersten Ranges. Oft ein Höhepunkt der emotionalen Erregung des Dramas, wurde von den (weiblichen) Darstellern erwartet, dass sie in unmäßigem Zorn außer sich gerieten. Die Darstellung weiblichen Furors gerät seit der französischen Revolution ins Zentrum eines melodramatisc ... [weiterlesen]
31.

Klebepresse

auch: Schneidepresse, Klebelade, Klebelehre, umgangssprachlich auch: WummeUm die Enden zweier Filmstücke zu verbinden, verwendet man in allen Filmformaten die Klebepresse. Man unterscheidet die Nassklebepresse, bei der man die beiden Filmenden mit Filmkitt – d.i. ein Lösemittelgemisch – verschweißt, und der Trockenklebelehre), bei der man Selbstklebeband verwendet. Im Grundprinzip basiert die Klebepresse in beiden Formen a ... [weiterlesen]
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ausklingender / einstimmender Akkord

... eht er sich auf den Prozess der Informationsvergabe; am Anfang wird etwa die Vorgeschichte erzählt, die dem eigentlichen Drama vorausgeht; möglicherweise ist aber auch der Prolog der erste Akkord des Stückes. Zum zweiten bezieht er sich auf den Bau des Stückes – danach geht der einstimmende Akkord dem folgenden „erregenden Moment“ voraus, mit dem die eigentliche Geschichte einsetzt und die Zuschauer endgültig auf die sich entwickelnde Geschichte ausgerichtet werden (etwa im Affekt der Spannung). Offenbar schwebt Freytag noch ein drittes vor: eine Art atmosphärischer Einschwingung (und am Ende entsprechend einem Ausklingen der Gespanntheit der Geschichte und der Rezeption).Will man Freytags Dramenmodell für die Beschreibung filmischer Strukturen nutzbar machen, ist gerade letzterer Aspekt fruchtbar: Dass Freytag ein ... [weiterlesen]
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guilty pleasure

dt. etwa: „Vergnügen, bei dem man sich schuldig fühlt“; volkstümliche Bezeichnung der „kognitiven Dissonanz“; im Dt. manchmal äquivalent zu Laster, heimliches Vergnügen etc.   Es können Filme, Fernsehprogramme, Musikstücke ebenso sein wie Kleidungsstücke, Speisen, Fetischobjekte und ähnliches mehr, denen sich Individuen mit Vergn& ... [weiterlesen]
34.

additional music

dt. manchmal: Zusatzmusik, zusätzliche MusikGelegenheitsbezeichnung für Musikstücke, die zusätzlich zum von einem Komponisten ausgearbeiteten Score eines Films eingesetzt wurden (Songs, Stücke der Volksmusik u. ä.); manchmal auch für Musiken, die erst gegen Ende des finalen Schnitts oder der finalen Mischung hinzugefügt wurden – oft von ungenannten Komponisten ... [weiterlesen]
35.

Tücke des Objekts

... Aktionen gegen widerständige Dinge in den Kungfu-Komödien Jackie Chans. In dieser Auseinandersetzung von Akteur und Umwelt scheint das Objekt intentionale Selbständigkeit zu gewinnen.Wer auf die Tücke des Objekts trifft, gerät in eine oft fatale Kette von Geschehnissen hinein, in denen sich das Objekt als problematisch entpuppt und sich jedenfalls gegen den Helden wendet. Das Objekt ist zunächst noch nicht der Antagonist. Doch ist die Grenze fließend. Wenn man von der Tücke des Objekts spricht, spricht man ja auch davon, dass es sich verhält wie ein eigener Akteur, der es auf den Protagonisten abgesehen hat. Tatsächlich scheinen manche Objekte sich geradezu boshaft gegen den Akteur zu verhalten, also tatsächlich aktiv in die Handlung einzugreifen. Diese Mög ... [weiterlesen]
36.

Repertoire-Kino

meist: Programmkino; engl.: repertory cinema; von lat.: repertorium = Register, Verzeichnis; im Theater: (1) die Gesamtheit der Stücke im Spielplan eines Theaters; (2) für den einzelnen Künstler: alle von ihm beherrschten, einstudierten Rollen; (3) alle Stücke, die von verschiedenen Theatern immer wieder gespielt werden, die also zum festen virtuellen Spielbestand der Theater gehö ... [weiterlesen]
37.

comedy of menace

engl., dt.: Bedrohung; Wortspiel über dem Genrebegriff comedy of manners (= Sitten- und Gesellschaftskomödie); dt. etwa: „Komödie des Chaos“ In der Kritik entstandene Bezeichnung der Stücke von Harold Pinter (etwa: The Caretaker, 1959/60, verfilmt 1963, Großbritannien 1963, Clive Donner; mehrere weitere Verfilmungen). Komödien dieses Typs spielen mit der latenten Präsenz einer Bedrohung, so dass der Zu ... [weiterlesen]
38.

Paradox der Fiktion

... uben wir aber nicht, dass es sie gibt. Insofern fußt Rezeption auf einer scheinbar irrationalen Grundeinstellung des Rezipierenden zum Rezipierten. Auch wenn man annimmt, dass Rezipienten sich aus freien Stücken fiktionalen Werken zuzuwenden, in dessen Verlauf sie sich emotional engagieren, um imaginierend bestimmte Wünsche und Bedürfnisse zu befriedigen (dass die Aneignung von Rezeptionen selbst also rational begründet und das Paradox somit funktional „eingerahmt“ wäre), bleibt die Frage unbeantwortet, ob sich ein Rezipient, der sich den Satz „Ich richte eine Emotion auf einen Gegenstand und dieser Gegenstand existiert nicht“ zuschreibt, rational verhält. Das Paradox ist nicht aufgelöst. Manche argumentieren, dass auch die Emotionen, die durch fiktionale Charaktere angeregt werden, nur von „fingierter Natur“ seien; andere behaupten, dass die Existenzannahme für emotionale Reaktionen nicht wesentlich sei; und wiederum andere behaupten, das Pa ... [weiterlesen]
39.

Wenyi-Genre

... n und ihrem Liebhaber. Das Genre entwickelte sich in den 1930ern im Studiosystem Shanghais, wurde in den 1940ern auch in Hongkong aufgegriffen. Die meisten Wenyi-Dramen adaptieren moderne Romane und Bühnenstücke. Zu den bekanntesten Beispielen gehören Xiao Cheng Zhi Chun (Spring in a Small City, China, 1948, Fei Mu) oder Dong nuan (The Winter, Taiwan 1969, Han Hsiang Li). Der Einfluß der Wenyi-Filme ist bis heute z.B. in den Film Wong Kar-Wais spürbar (etwa in Fa yeung nin wa / In the Mood for Love (Hongkong/Frankreich 2000). ... [weiterlesen]
40.

Particell

... ignifikante Orchesterstimmen in einem oder mehreren Extra-Systemen notiert sind, wird Particell genannt. Oft dienen die einzelnen Schichten („Systeme“) eines Particell dazu, verschiedene Ebenen der Stücke nebeneinander zu notieren (etwa: Melodieführung und Bewegtheit, harmonische Teile und Übergänge, Basslinien).Im Film ist die Arbeit mit Particelli weit verbreitet – der Filmkomponist erstellt ein Particell mit den Melodien und mehr oder minder detaillierten Anweisungen zur Instrumentierung, die wiederum von Arrangeuren resp. Orchestratoren zu einer Partitur ausgearbeitet werden (wenngleich manche Komponisten wie Ennio Morricone und James Horner die Orchestrierung selbst vornehmen). Manchmal wird auch mit dem Particell als „reduzierter Partitur“ gearbeitet (wie etwa Peter Thomas, der bei kleinen Ensembles auf die Orchestrierung verzichtete). ... [weiterlesen]
41.

Original-Soundtrack

auch: original soundtrack recording; manchmal als Abkürzung: OSTSchallplatten- oder CD-Ausgabe der originalen Filmmusik, üblicherweise ohne Geräusche und Dialoge. Der Plattenedition liegen meist die umfassenderen musikalischen Tonaufnahmen zugrunde, die für die Mischung eingespielt wurden, so dass die einzelnen Stücke umfangreicher sein können als sie tatsächlich im Film verwendet wurden. ... [weiterlesen]
42.

Knüller

... ute allgemein als Bezeichnung von Verkaufserfolgen verwendet, etwa in solchen Wortbildungen wie „Knüllerpreis“). Der Begriff wurde auch als Bezeichnung für ausgesprochen spannende Kriminalstücke oder  -filme eingesetzt.  ... [weiterlesen]
43.

Sainete

... stav Siebenmann u. Tilbert Stegmann. Tübingen/Basel: Francke 2003, S. 298-299. – Wilke, Nicola: Das ‚sainete madrileño‘ der 80er Jahre. Aktualisierungen des traditionsreichen Volksstückes im spanischen Gegenwartstheater. Phil. Diss., Tübingen 1999. ... [weiterlesen]
44.

scene chewing

gelegentlich auch: chewing the scenery; wörtlich etwa: „die Szene bekauen“, von engl. chew = kauenDie eher spöttische Bezeichnung scene chewing bezieht sich auf einen überexzessiven Schauspielstil, der die Szene vollständig beherrscht. Die Metapher suggeriert, dass die Möbelstücke und Einrichtungsgegenstände einer Szene nach einer Etüde in diesem Stil von Bissmarken der Schauspieler beschädigt ... [weiterlesen]
45.

Endband

engl.: trailer (= Nachzügler)Ähnlich, wie der Filmrolle ein Startband vorgeklebt wird, um die Rolle vor Beschädigungen beim Transport und bei der Vorführung zu schützen, folgt dem Filmstreifen am Ende ein Stückchen Schwarz- bzw. Blankfilm; zudem ermöglichen diese Filmstücke eine aktweise Vorführung sowie eine Identifizierung der Rolle in der Folge der Akte des Films. Auch dann, wenn die Rollen gekoppelt we ... [weiterlesen]
46.

tanpatsu (dorama)

von japan.: tanpatsu = einfach, an einem Stück, nur eine Folge umfassend, nicht-seriell + dorama = (TV-)Drama (Lehnwort aus dem Englischen)Mit ‚tanpatsu‘ bezeichnen Japanerdie wöchentlichen, oft zweistündigen TV-Movies, die als Ganzes konzipiert und abgedreht werden, durchaus aber in Teile gestückelt nach den Bedingungen der Programmierung ausgestrahlt werden können. Sie können in Bezug auf Genre, Sendeplatz ... [weiterlesen]
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Ungarnbild (im deutschen Film)

Die Puszta als wesentliche imaginär-prototypische Land­schaft Ungarns, der Csárdas als Tanz, Husaren im Sattel, Gulasch und Tokajer, dazu Zigeunermusik – Versatzstücke einer Nationalstereotypie, die in einer ganzen Gruppe von Filmen meist deutschen oder österreichischen Ursprungs nicht von einem ethnografischen, sondern von einem dominant mythologischen Interesse gezeichnet worden ist („Von der Puszta will ich tr ... [weiterlesen]
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Filmkomponist

... usic departments Anfang der 1960er und der Privatisierung der russischen Filmindustrie in den 1990ern tätig.Die von den Kinokapellmeistern der Stummfilmzeit speziell komponierten oder aus vorhandenen Musikstücken kompilierten Begleitmusiken legten die stilistischen, strukturellen und funktionalen Grundlagen für eine dramaturgisch funktionierende Filmmusik, allerdings ohne die essentielle Notwendigkeit der nachfolgenden Tonfilmmusik, konzeptionell in Korrespondenz zu den anderen auditiven Elementen wie Sprache und Geräusch treten zu müssen.Die auf den Tonfilm spezialisierten Komponisten entwickelten seit den 1930ern in ständiger Auseinandersetzung mit den dramaturgischen Vorgaben der Regie und mit zunehmender kreativer Nutzung der sich bis zur gegenwärtigen Digitalisierung rasant entwickelnden elektroakustischen Aufnahmetechnik wirkungsvolle audio-visuelle Synthesen und raffinierte Formen einer filmspezifischen Musik. Nach 1960 ergaben sich neue Ansprüche an den Filmkomponisten; zum einen die kompositionstechnische Fähigkeit, je nach Thema, Eigenart und Zielsetzung des konkreten Films souverän über die verschiedensten musikalischen Sparten und Stile verfügen zu können, und zum anderen seit Beginn des 21. Jahrhunderts die Prämisse eines eigenen technisch aktuell ausgestatteten Tonstudios, um als Komponist und ... [weiterlesen]
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tit for tat

... g ist auch für eine Routine in manchen Slapstickiaden üblich geworden, wenn die Akteure in einem begrenzten Szenario sich so lange demütigen, Gegenstände des anderen – Autos, Kleidungsstücke, Häuser u.a.m. – zerstören, bis die sächliche Ausstattung vollständig ruiniert ist. Besonders einprägsame Beispiele stammen aus den Filmen von Stan Laurel und Oliver Hardy, die mit dem Film Tit for Tat (1934 ) den Titel zum Programm machten und in Filmen wie Two Tars (1928) – eine planmäßig durchgeführte Demolierung einer ganzen Reihe von Autos – oder Big Business (1929) – die Destruktion eines kleinbürgerlichen Eigenheims – b ... [weiterlesen]
50.

Puschel

wohl als Regionalbezeichnung für Pompons, womit kleine Bälle aus Wolle bezeichnet wurden, die als Zierde an Kleidungsstücken befestigt waren, entstanden; oft auch: Windjammer, Fell, Hund, Pudel, Katze, Deadcat Die Bezeichnung Puschel wurde eingebürgert als Bezeichnung für den Windschutz, den man über Mikrophone stülpt, um den störenden Einfluß von Wind bei Außenaufnahmen zu eliminieren. Er be ... [weiterlesen]
51.

Illustrationsmusik

von lat.: illustrare = erleuchten, erklären, preisen; meist im Sinne einer formalen, graphischen oder kasuistischen Veranschaulichung eines Sachverhalts Als Bildbeigabe oder Abbildung ein gängiger Begriff im Printbereich bedeutet im filmischen Kontext die musikalische (Film-) Illustration die Zusammenstellung (compilation score) einer  Begleitung für einen konkreten Film aus bereits existenten Musikstücken. Dies ... [weiterlesen]
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Klammerteile: Funktionen

engl.: footage, excerptsManchmal werden aus vorhandenen Filmen kurze Stücke herausgelöst und für andere Zwecke verwendet; man spricht dann von „abgeklammerten“ Teilen.(1) Manchmal werden diese Teile als Publicity-Material in Berichten über den Film, die Dreharbeiten, die Stars usw. verwendet.(2) Gelegentlich werden alte Filme in neuen zitiert (manchmal als deutlich gekennzeichnete Kino- oder Fernsehaufführungen, m ... [weiterlesen]
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Reality-TV

dt. manchmal: RealitätsfernsehenDas, was heute verkürzt Reality TV heißt und eine Sammelbezeichnung für eine Klasse sehr heterogener Genres der Fernsehberichterstattung und -unterhaltung ist, hieß im amerikanischen Sprachgebrauch ursprünglich Reality Based Stories. Hier sind zwei Bestimmungsstücke deutlicher ausgestellt, die für eine Analyse von Reality-TV grundlegend sind: Man hat es mit Geschichten zu tun, ... [weiterlesen]
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Dramality

... eichnung wurde wahrscheinlich von Mark Burnett erfunden, dem Produzenten der US-Serie Survivor (2000ff), in der eine Gruppe von zehn Mitspielern auf einer Insel anlandeten mit nichts bei sich, als den Kleidungsstücken, die sie auf dem Leibe trugen; ihre Aufgabe bestand darin, ein Überleben auf der Insel zu organisieren. Der These Burnetts folgend, wohnt das Dramatische der Realität selbst inne, man bedarf nur geeigneter Spielformen, um es zu Tage zu fördern. Literatur: Deery, June: TV.com. Participatory Viewing on the Web. In: The Journal of Popular Culture 37,2, 2003, S. 161-183. – Murray, Keat: Surviving Survivor. Reading Mark Burnett's Field Guide and De-naturalizing Social Darwinism as Entertainment. In: The Journal of American Culture 24,3-4, 2001, S. 43-54. ... [weiterlesen]
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Pause

... uchen sowie Getränke und Naschereien kaufen konnten. Der zweite Teil der Vorführung wurde oft mit einem musikalischen Zwischenspiel eingeleitet, andere Filme überbrückten die Pause mit Musikstücken aus dem Film. Diese Pause war dramaturgisch wie ein Cliffhanger eingeplant. So werden in der Westernkomödie The Hallelujah Trail (1965, 165min) vor der Pause alle beteiligten Figurengruppen miteinander konfrontiert, bevor dann die Situation einzufrieren scheint. Manche Filme (wie Kubricks Barry Lyndon, 1975, 184min) nutzten die Pause, um im zweiten Teil einen veränderten Darstellungs- und Inszenierungsstil aufzunehmen. Indische Filme führen die Handlung meist bis zum Wendepunkt, der Showdown und die Abarbeitung der Konflikte findet nach der Pause statt.Die Praxis der unterbrochenen Vorf&uum ... [weiterlesen]
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Theatermilieu

... Phantom of the Opera, USA 1943, Arthur Lubin, mehrere Neuadaptionen; Le dernier Métro, Frankreich 1980, François Truffaut). Schließlich können die auf der Bühne aufgeführten Stücke in sinnträchtige Beziehung zur eigentlichen Filmhandlung gesetzt werden, wobei nicht selten eine Selbstreflexion entsteht. ... [weiterlesen]
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Kalter Krieg

... CSSR 1968 oder die brutale Niederschlagung des Budapester Aufstands 1956 sind vielfach dramatisiert worden. Nicht immer ist das Motiv offen genannt: Extreme Feindbilder, schwelende Angst und stereotype Versatzstücke der Polarisierung sind Kennzeichen einer symbolischen Verweisart auf den Kalten Krieg, so dass insbesondere eine ganze Reihe von Science-Fiction-Filmen als Simulationsspiele der möglichen Gefahren einer kommunistischen Unterwanderung angesehen werden können.Eine Ausprägung des Kalten Krieges war auch die Selbstkontrolle, der sich Hollywood und die US-Kulturszene mittels des House Un-American Activities Committee (HUAC) unterzog.Literatur: Perrine, Toni A.: Film and the Nuclear Age. Representing Cultural Anxiety. New York: Garland 1998. – Sayre, Nora: Running Time. Films of the Cold War. New York: Dial Press 1980. – Slotkin, Richard: Democracy and Force: The Western and the Cold War, 1946-1960. In seinem: Gunfighter Nation. The Myth of the Frontier in Twentieth-Century America. New York: Harper Perennial 1993, S. 347-486. ... [weiterlesen]
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Snippet

ursprünglich engl. Allgemeinbezeichnung für: = Schnipsel Handwerkliche Alltags- und Slangbezeichnung für Zusammenschnitte von prägnanten und memorierbaren Ausschnitten aus Musikstücken neuer Alben vor allem im Hip-Hop (akustisch, gelegentlich aber auch in der Art von Promo-Videoclips); oft auch als Kompilation von Highlights eines Albums. Vor allem in den Videoformaten mit kürzeren oder längeren Kommentaren vom K&u ... [weiterlesen]
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Deutsches Filminstitut e.V. (DIF)

... sten Materialsammlungen zu allen Aspekten von Filmkunst und Kino. Im März 2006 fusionierte es mit dem Deutschen Filmmuseum. Zu den Sammlungen gehört auch ein Gerätearchiv mit mehr als 2800 Einzelstücken wie Kameras, Schneidetischen und Zubehör. Zu den laufenden Projekten gehört neben dem Aufbau eines Verzeichnisses aller deutschen Filme (filmportal.de) eine ganze Reihe von archivalischen Unternehmungen (wie die eines Portals zu den digitalen Sammlungen europäischer Filmarchive [filmarchives-online.eu]). Darüber hinaus ist das DIF auch an Veranstaltungen wie dem Kinderfilmfestival „Lucas“ oder dem osteuropäischem Kino gewidmeten „GoEast“ beteiligt. Am 1.1.1959 schied Hanns Wilhelm Lavies (dieser hatte sein „Archiv für Filmwissenschaft“ in Marburg 1947 gegründet) aus dem Institut aus, sein Nachfolger wurde Max Lippmann. Zwischen 1966 und 1981 stand Theo Fürst ... [weiterlesen]
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purple prose

... ksamkeit des Zuschauers auf sich selbst, nicht aber auf die Narration umlenken. Darin sind Sequenzen der purple prose als ein Überhandnehmen des Attraktionellen verstehbar. Oft sind es segmental markierte Stücke (wie Träume), gelegentlich auch Momente hohen Glücks, die derartig gegen den umgebenden Film gestellt sind. Ein Beispiel mögen die Traumsequenzen in The Big Lebowski (USA 1998, Joel Coen) sein.Literatur: Smith, Murray: Engaging characters. Fiction, emotion, and the cinema. Oxford: Clarendon Press 1995, S. 165ff. ... [weiterlesen]
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Auftragskomposition

... senderen Fassung verwendet werden, die dann anderweitig verwertet werden kann. Ein Beispiel ist das Cellokonzert (op. 37) von Erich Wolfgang Korngold, das die erweiterte Konzertfassung eines kurzen Solo-Konzertstückes, das in einer Schlüsselszene des Hollywood-Films Deception (1946, Irving Rapper) verwendet wurde. ... [weiterlesen]
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Kuratorium junger deutscher Film

... schen Entwicklung des deutschen Films beizutragen und diese anzuregen“. Nach einer anderthalbjährigen Umstrukturierungsphase sind die Förderung des Kinderfilms und des Talentfilms seit 1998 Kernstücke der Arbeit des Kuratoriums – zwischen den Förderschwerpunkten der Länderfilmbüros. Seit 2005 arbeitet das Kuratorium im Bereich des Kinderfilms intensiv mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) zusammen – die Drehbuch- und Projektentwicklung obliegt dem Kuratorium, die Produktionsförderung dem BKM. Weitere Informationen: http://www.kuratorium-junger-film.de/. ... [weiterlesen]
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Kostümleitung

... fe zur konkreten Umsetzung. Dabei unterstützen sie Abbildungen und Schnittbücher mit ausführlichen Angaben zur historischen Verarbeitung. Im besten Fall kann die Vorstellung anhand eines Originalstückes anschaulich gemacht werden.Bei den Anproben mit den Schauspieler(innen) fertigt die Kostümleiterin kleine Zeichnungen an, aus denen die notwendigen Korrekturen ersichtlich werden. Ganz wesentlich ist es, den Schauspielern eine angenehme Atmosphäre und ein sicheres Gefühl zu bieten. ... [weiterlesen]
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Cineflex

(1) Die Arriflex 35-II war die erste 35mm-Spiegelreflex-Kamera der Welt (seit 1937). Im Weltkrieg brachten amerikanische Soldaten Beutestücke in die USA. Die Cineflex Corporation in New York fertigte nach diesen Vorbildern die Cineflex PH-330 – einen fast identischen Nachbau für die US-Militärs –, der wiederum das Vorbild für russische und chinesische Kopien war.(2) Heute wird der Name Cineflex von der Firma Helinet Av ... [weiterlesen]
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Kostümbildner

... ind die Hauptkunden der Theaterkunst. In Absprache mit der Kostümleitung der Firma lassen sie in den Werkstätten nach ihren Entwürfen Kostüme anfertigen und suchen im Fundus nach geeigneten Stücken. Heute arbeiten Kostümbildner/innen mit digitalem Recherchematerial und Fotosammlungen. ... [weiterlesen]
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Art Cinema: Film d‘Art

1908 wurde in Paris die Firma Film d'Art gegründet, die u.a. Theaterstücke für den Film inszenierte, die von bekannten Darstellern der Comédie Française gespielt wurden. Auch schrieben renommierte (Bühnen-)Autoren Geschichten für sie, darunter Paul Lavedan (L'Assassinat du Duc de Guise, Le Bargy/Calmettes 1908). Als künstlerisch wertvoll galten diese Werke, da das Profilmische (Akteure, dramatische oder lit ... [weiterlesen]
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Pflichtexemplare

... er, die die Generalkonferenz der UNESCO am 27.10.1980 in Belgrad verabschiedet hatte. Die Doppelfunktion derartiger Archivierung – Aufbewahrung von Primärquellen (Negative + Mastermaterial) und Belegstücken (Kopien) in bestmöglicher Qualität zur Sicherung des wirtschaftlichen Kapitals der (vor allem stattlich geförderten) Filme / Langzeitarchivierung dieser Produktionen im Sinne der Erhaltung des filmkulturellen Erbes – spielt in allen diesen Diskussionen weiterhin eine Rolle. Literatur: UNESCO-Empfehlung zum Schutz und zur Erhaltung bewegter Bilder. In: Kretzschmar, Rudolf (Hrsg.): Nichtstaatliche und audiovisuelle Überlieferung. Gefährdungen und Lösungswege zur Sicherung. Stuttgart: Kohlhammer 1997, S. 71-80. ... [weiterlesen]
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Españolada

... ich die españolada als Hybridform, die auf Formelemente von Musical und Melodram zurückweist, regionale Musik und Tänze vor allem andalusischer Herkunft einsetzt, zahlreiche thematische Versatzstücke von spanishness (Stierkampf, Zigeuner- und romantische Banditenmilieus, Kostüme etc.) verarbeitet und sogar auf literarische Strömungen wie den costumbrismo des 19. Jahrhunderts rückbesinnt, der auf Sittenbeschreibungen regionaler spanischer Kulturen fußt. Erst in einigen Musikfilmen des nach-frankistischen Kinos kam es zur Rückbesinnung und Reflexion der Formen der españolada (etwa in den Flamenco-Filmen Carlos Sauras).Literatur: Davies, Ann: The Spanish femme fatale and the cinematic negotiation of Spanishness. In: Studies in Hispanic Cinemas 1,1, 2004, S. 5-16. – García Escudero, José María: Cine español. Madrid: Ed. Rialp 1962. – Hardcastle, Anne E.: Representing Spanish identity through españolada in Fernando Trueba’s The Girl of Your Dreams (La niña de tus ojos). In: Film Criticism 31,3, 2007, S. 15-36. ... [weiterlesen]
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Ankündigungsmotiv

engl. manchmal: announcementAnkündigungsmotive sind musikalische Prasen oder Stücke, die gesetzt werden, um der Emotion, die eine Szene hervorrufen will, schon anzuzeigen und anzuregen, bevor die szenische oder narrative Entwicklung bis zu jener Zielemotion durchgelaufen ist. Derartige Musiken, die eine musikalische Antizipation des Kommenden leisten und damit ein priming des Zuschauers betreiben, greifen oft auf stereotype musikalische Aus ... [weiterlesen]
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Photoepilepsie

... merzensgeldprozessen mit dem Hinweis auf das Epilepsie-Potential aus – die Benutzung erfolgt auf eigene Gefahr. Von ähnlichen Affinitäten äußerst schnell geschnittener Film- und Videostücke zur Photoepilepsie wird auch von einzelbildweise geschnittenen Videoproduktionen berichtet, wie sie zeitweise in Diskotheken der 1980er Jahre als Hintergrund- und Animationsvideos eingesetzt wurden. Literatur: De Marco, P. / Ghersini, L.: Video games and Epilepsy. In: Developmental Medical Child Neurology 27,6, 1985, S. 514‑521. – Ferrie, C.D. / De Marco, P. / Grunenwald, R.A. / Giannakodimos, S./ Panayiotopoulos, C.P.: Video game induced seizures. In: Journal of Neurology and  Neurosurgical Psychiatry  57,8, 1994, S. 925‑31. – Maeda, Y. / Kurokawa T. / Sakamoto, K. / Kitamoto, I. / Ueda, K. / Tashima, S.: Electroclinical Study of Video‑Game Epilepsy. In:  Developmental Medical Child Neurology 32,6, 1990, S. 493‑500. ... [weiterlesen]
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Rockrolle

... er an Robin Williams‘ Rolle als Haushälterin in Mrs. Doubtfire (USA 1993, Chris Columbus). Die Tradition der Rockrolle entstammt dem Theater, von den Klassikern William Shakespeares bis zu beliebten Stücken des Boulevardtheaters wie Brandon Thomas‘ Farce Charley’s Tante (UA: 1892, seit 1911 mehrfach verfilmt). Ob die Rockrolle emanzipativ zu lesen sei (als travestierendes Spiel mit der männlichen und der weiblichen Rolle) oder ob sie sich über das „falsche Geschlecht“ nur lustig macht, ist strittig.Literatur: Arnold‑de Simine, Silke / Mielke, Christine: Charleys Tanten und Astas Enkel: 100 Jahre Crossdressing in der deutschen Filmkomödie. Trier: WVT 2012. – Dickens, Homer: What a drag. Men as women and women as men in the movies. New York: Quill 1984. – Howard, Jean E.: Crossdressing, The Theatre, and Gender Struggle in Early Modern England. In: Shakespeare Quarterly 39,4, Winter 1988, S. 418‑440. – Ekins, Richard: Male femaling. A grounded theory approach to cross‑dressing and sex‑changing. London/New York: Routledge 1997.  ... [weiterlesen]
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Medienwechsel (2)

Alle Formen der Transformation eines medienfixierten Prätextes in ein anderes Medium, also der Adaption von Texten in einem anderen Medium werden manchmal als Medienwechsel bezeichnet – von der Adaption von Romanen als Filmen, Liedern oder Theaterstücken, der Verfilmung von Comics und foto-romanzi und dergleichen mehr.Literatur: Hartmann, Bernd: Literatur, Film und das Computerspiel. Berlin [...]: Lit 2004. – Mücke, Panja: ... [weiterlesen]
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Makrosequenz

manchmal auch: HypersequenzVor allem in der Mediendidaktik verbreitete Gelegenheitsbezeichnung für eine große Einheit der filmischen Erzählung wie Akten, die ihrerseits aus mehreren syntagmatischen Einheiten bestehen. Der Begriff findet auch in der Unterrichtsplanung Verwendung, bezeichnet dort die Darstellung der Abfolge der Teilstücke einer thematischen Unterrichtseinheit (und der damit verbundenen Konzepte der einzelnen Lehr-/ ... [weiterlesen]
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Outro

manchmal auch outtro, extroNach dem Muster von Intro gebildetes Kunstwort für die Abmoderation von Sendungen im Radio. Manchmal wird auch die finale conclusio von Filmen, finale Segmente von Musikstücken oder Computerspielen als outro bezeichnet. ... [weiterlesen]
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Figurenrede

... en Ziele sie verfolgt. Natürlich finden sich aber auch Formen des indirekten Rede-Reports (von Botenbericht bis Zeugenaussage). Gelegentlich kann die Subjektivität des unvermittelten Sprechens in Redestücken, die der sachlichen Erläuterung oder der Moral von der Geschichte gewidmet sind auch modal aufgehoben werden – dann wird das diegetisch abgeschlossene Feld situativen Sprechens (meist vorübergehend) aufgebrochen, die Rede gerät auf ein anderes textsemantisches Niveau. Literatur: Asmuth, Bernhard: Einführung in die Dramenanalyse. 7., aktual. u. erw. Aufl. Stuttgart/Weimar: Metzler  2009, S. 62-84 (Sammlung Metzler. 188.). – Kreye, Horst: Intentionen in der Figurenrede literarischer Texte. In: Dialoganalyse II. Referate der 2. Arbeitstagung Bochum 1988. 2. Hrsg. von Edda Weigand und Franz Hundsnurscher. Tübingen: Niemeyer 1989, S. 147-161. ... [weiterlesen]
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Retusche

... aditionell manuell ausgeführt, sind deshalb der Fotografie vorbehalten. Erst mit den Mitteln der computergestützten Bild- und Filmbearbeitung ist es möglich, im größeren Stil auch Filmstücke zu retuschieren.Literatur: Suetterlin, Karl: Retusche – wann und wie. Halle: Fotokinoverlag 1963. Mehrere Neuaufl. – Nitzsche, Birgit / Rose, Karsten: Digitales Face‑ & Bodystyling. Porträtretusche mit Photoshop. München: Addison‑Wesley 2009.(2) Insbesondere im Umkreis der damnatio memoriae, der Auslöschung der Erinnerung an vordem wichtige Figuren des öffentlichen Lebens, ist die Retusche angewendet worden. Leo Trotzki wurde z.B. aus fast allen offiziell in der UdSSR kursierenden Bildern der Revolution entfernt.Literatur: Jaubert, Alain: Fotos, die lügen. Politik mit gefälschten Bildern. Frankfurt: Athenäum 1989. – King, David: Stalins Retuschen. Foto‑ und Kunstmanipulationen in der Sowj ... [weiterlesen]
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episches Theater

... Medialität des Epischen in Literatur und Film des 20. Jahrhunderts: Bertolt Brecht, Uwe Johnson, Lars von Trier. München [...]: Fink 2009. – Lang, Joachim: Episches Theater als Film. Bühnenstücke Bertolt Brechts in den audiovisuellen Medien. Würzburg: Königshausen & Neumann 2006. ... [weiterlesen]
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vamping

als musikalisch-morphologische Strategie; die verwendeten Phrasen bezeichnet man als: vampAls vamp bezeichnet man eine Ostinatobegleitung zur Improvisation, aber auch kurze Motive, die die Struktur eines Stückes auf Grund ihres vielfachen Gebrauchs prägen. Vamps finden sich nicht nur im Jazz (aus dem die Technik des vamping stammt), Gospel und Soul, sondern auch in vielen Formen der Populärmusik wie Rock, Funk, Reggae, R&B, Country ... [weiterlesen]
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Visiophone

... tieß das Verfahren in den USA, wo der Regisseur Dudley Murphy und der Geschäftsmann Claude MacGowan Ende 1921 die Visual Symphonies Productions, Inc., gründeten, die das Verfahren vor allem mit Stücken der klassischen Musik auswerten wollte. Es kam aber wohl nur zur Produktion eines Films Danse macabre (1922).Literatur: Delson, Susan: Dudley Murphy, Hollywood wild card. Minneapolis: University of Minnesota Press 2006, S. 28-32.  ... [weiterlesen]
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Ouvertüre

... te die Ouvertüre in manchen Stummfilmmusiken (die allerdings oft dem Musikrepertoire entnommen waren, also nicht eigens für den jeweiligen Film komponiert wurden); eine wichtige Ausnahme bildeten die Stücke, die ihrerseits auf dem Theater bereits ein Vorspiel hatten (wie z.B. Operetten). Ouvertüren galten auf Grund ihrer Vorgeschichte aus dem (Musik-)Theater oft als Genre-Indikatoren, müssen auf jeden Fall als Hinweise auf die älteren Aufführungsformate des Theaters resp. des Musiktheaters angesehen werden, darin auch den Eigenwert der Aufführungen als Teil eines bürgerlichen Theaterereignisses herausstellend.In den 1950ern und vor allem 1960ern erlebte die Ouvertüre eine kleine Renaissance, als eine ganze Reihe von Monumentalfilmen sowie von Filmen, die dem Epischen zugeneigt waren, bei dann schon geöffnetem Vorhang musikalisc ... [weiterlesen]
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naiver Film (1)

Heute ungebräuchliche Bezeichnung für die Filme der Frühzeit des Kinos (1895 bis ca. 1910), die sich auf naive Darstellungsformen zurückzogen, weil die Differenzierung der filmischen Ausdrucksformn und deren Semantik noch unentwickelt waren. Es waren nach dieser Auffassung die einfachen Formen der Jahrmarktsunterhaltung – Féerien, Zauberkunststücke, Zirkusnummern, Music-Hall-Attraktionen, Performances des Vaudevi ... [weiterlesen]
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Farblichtmusik

... Installationen, in denen er das Projekt umzusetzen suchte, verwendete er ein sogenanntes Farblichtklavier (auch: Farbenorgel) und entwickelte ein eigenes Notensystem für die von ihm komponierten Farblichtstücke. Durch die Farblichtmusik wurde es möglich, gemalte Farben akustisch wiederzugeben und anderseits Töne als Farben darzustellen. Zu den Künstlern, die mit der Vorstellung der Farblichtmusik experimentierten, gehörten der Maler Matthias Holl, die Poeten Raoul Hausmann und Kurt Schwitters, die bildenden Künstler Laszlo Moholy-Nagy und Zdenek Pesanek, der ein eigenes Farbklavier baute.Literatur: Jewanski, Jörg: Die Farblichtmusik Alexander Lászlós. In: Zeitschrift für Kunstgeschichte 1, 1997, S. 12-43. – Jewanski, Jörg / Sidler, Natalia (Hrsg.): Synästhesie und Farblichtmusik. Berlin [...]: Lang 2006 (Zürcher Musikstudien. 5.). ... [weiterlesen]
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Kontrafaktur

... er Vorlage unabhängigen, oft entgegengesetzten Kommunikationsleistung. Kontrafakturen in Reinform werden im Film als satirische und parodistische Verfahren der Umwandlung propagandistischer Filme oder Filmstücke in einen ihnen erst im Zieltext zukommenden zweiten Interpretationshorizont verwendet, der verborgene Bedeutungsdimensionen des Ausgangsmaterials zu Tage fördert. Der – selten gebrauchte – Begriff wird aber auch auf komische Kontrafakturen ernster Stoffe oder Filme angewendet, die bereits in der Stummfilmzeit entstanden. Beispiele sind Three Ages (USA 1923, Edward F. Cline, Buster Keaton), der die Erzählstruktur von David W. Griffiths Intolerance (USA 1916) paro ... [weiterlesen]
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weiße Sklavin

In der viktorianischen und wilhelminischen Gesellschaft um 1900 wurde die Figur der weißen Sklavin –  der von Mädchenhändlern verschleppten und zur Prostitution gezwungenen Jungfrau – zu einem der populärsten Themen der Massenkultur. Nach Romanen, Groschenheften, Gemälden und Theaterstücken fand sie sich auch der Film: Der insgesamt 45minütige Film Den hvide slavehandels sidste offer (aka: Den hvid ... [weiterlesen]
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Burleske

... der Zeit nach 1660. Dort war das Burleske – in der frz. Schreibweise burlesque – Bezeichnung für eine Gattung des kurzen, komischen Dramas. Zuerst handelt es sich um eine Travestie klassischer Stücke, aber auch schon von zeitgenössischen Dramenmoden. Die satirisch-parodistische Variante der Burleske herrscht in England bis heute vor. Die bis zum Pornografisch-Obszönen gehenden drastisch-derben Formen bestimmen in den USA die Vorstellung der Gattung. Zahlreiche Impulse für die frühe Slapstick-Komödie entstammen der Bühnentradition der Burleske. In abgemilderter Form hat sie sich später auch als Fernsehformat herausbilden können.Literatur: Allen, Robert C.: Horrible Prettiness: Burlesque and American Culture. Chapel Hill/London: University of North Carolina Press 1991. ... [weiterlesen]
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Living Newspaper

... n Akteuren gehörte der Dramatiker und Produzent Elmer Rice, der fest daran glaubte, dass das Drama ein Instrument sozialer Entwicklung sein könnte. Zumeist in allegorischer Form gehalten, suchten die Stücke auf unmittelbare Interessen und Probleme der Zuschauer einzugehen. Das Projekt, das 1939 unter Kommunismus-Verdacht geriet und seither keine Rolle mehr spielte, ist eine der wichtigsten Ausprägungen eines dokumentarischen Interesses in den US-amerikanischen Künsten, die sich auch im Entwurf eines filmischen Dokumentarismus niederschlug.Literatur: Brown, Lorraine (ed.): Liberty deferred and other living newspapers of the 1930s Federal Theatre Project. Fairfax, Va. : George Mason University Press 1989. – MacDermott, Douglas: The living newspaper as a dramatic form. Ann Arbor, Mich.: University Microfilms International 1980. Zuerst als Diss., University of Iowa City 1963. ... [weiterlesen]
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Hörfunkformat

oft auch: Formatradio(-Sender) Ein Hörfunkformat ist eine strategisch festgelegte, einheitliche Ausrichtung eines Hörfunkprogramms, in der alle Inhalte wie Musik und Wortbeiträge in der Art ihrer Kombinationen, Struktur und Präsentation festgelegt werden. Bei der Auswahl der Musikstücke spricht man auch von der „Musikfarbe“ eines Programms. Die genaue Ausgestaltung eines Hörfunkformates orientiert sich an de ... [weiterlesen]
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timing notes

... koordinierte) Timecode‑Informationen entnehmen konnte, so dass beim Einspielen der Musik bis auf Sekundenbruchteile genaue zeitliche Angaben zum Ein‑ und Ausstieg und zur Gesamtlänge der Musikstücke vorlagen.  ... [weiterlesen]
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Musikszenarium

... hnehin von Anfang an eine Notlösung, um „passende“ Musik unter hohem Zeitdruck zu arrangieren, und ihre Mängel traten alsbald deutlich vor Augen und Ohren: Punktuell illustrierende Versatzstücke zu verschiedenen Szenen und Einstellungen folgen, selbst wenn sie „passen“, aufeinander, statt auseinander – ein musikalisch‑dramaturgisches Manko, das auch durch die Wahl übergeordneter Themen („Love Theme“ etc.) und die Improvisation von Übergängen nur notdürftig kompensiert werden kann. Musikszenarien reduzieren hingegen die starre Festlegung auf konkrete musikalische Nummern und zielen auf ein tieferes Verständnis narrativer und dramatischer Strukturen, auf Spannungskurven, voraus‑ und zurückdeutende Verweise, Höhe‑ und Tiefpunkte einer Filmhandlung sowie neuartige, den klassizistischen Theorien der geschlossenen Dramenform unbekannte Plotstrukturen wie Rückblende und Parallelmontage. Eine komplementäre Funktion erf&u ... [weiterlesen]
90.

Montagetheorie

... n der sichtbaren Welt“ und spielt damit in allen Phasen der Filmproduktion eine Rolle – von der „Montage während der Beobachtung“ bis zur „eigentlichen Montage“ der Filmstücke im Schneideraum. Dagegen setzt für viele andere die Montage erst mit der Bearbeitung des Materials ein. Es bietet sich an, ein weites und ein enges Verständnis von „Montage“ zu unterscheiden: Durch Fragmentation (découpage) der profilmischen Realität in eine Anzahl von einzelnen Aufnahmen erhält man das Ausgangsmaterial von Bildern, die bei der Montage im engeren Sinne, also bei der Zusammenfügung von Aufnahmen, zu Ganzheiten der Aussage kombiniert werden.Eine andere Frage ist, ob das Material in einen kontinuierlichen Zusammenhang gebracht wird oder ob es die Brüche und Kontraste sind, die Bedeutungen hervorrufen: Pudowkins Auffassung war eher an Kontinuität orientiert, die einzelnen Einstellungen greifen ineinander wie die Glieder einer K ... [weiterlesen]
91.

Kostümbild

Sämtliche Kleidungsstücke und Accessoires der Schauspieler bzw. Filmfiguren bilden das Kostümbild. Die Überlegung, welche Kostüme die Filmfiguren tragen sollen, bildet eine eigene und überaus wichtige Abteilung in der Planung des Films; sie wird zudem schon früh mit der Maske und vor allem der Ausstattung abgestimmt.Idealerweise gibt das Kostüm der Figur eine prägnante äußere Gestalt. Es soll di ... [weiterlesen]
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Dramödie

eingedeutscht aus engl.: dramedyDie Zusammenziehung aus engl. dramatic comedy kennzeichnet gegenüber der älteren Bezeichnung eher die Inhalte von Spielfilmen und – vornehmlich – Fernsehserien als Bühnenstücke. Das seit Mitte der 1980er Jahre entstehende Hybrid- oder Fusionsgenre der dramedy enthält sowohl Aspekte des thematisch ernsten Fernsehdramas (in den USA bevorzugt Einstünder) mit seinem festen Ensemble ... [weiterlesen]
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Typenkomödie

... n Zuschauer in eine überdeutliche Machtposition gegenüber den Figuren versetzten. Elemente der Typenkomödie finden sich in fast allen Spielarten auch der Filmkomödie, insbesondere in Klamaukstücken, Farcen, Klamotten, Burleskkomödien und ähnlichem. Allerdings arbeiten auch viele gesellschaftkritische Satiren mit den Mitteln der Typage, ausgehend davon, dass die „Charaktermaske“ die Impersonifikation gesellschaftlicher Entfremdung sei (wie in der Marxschen Gesellschaftstheorie behauptet).Literatur: Jochen Hörisch: Charaktermasken. Subjektivität und Trauma bei Jean Paul und Marx. In: Jahrbuch der Jean‑Paul‑Gesellschaft 14, 1979, S. 79-96.  ... [weiterlesen]
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Archivmusik

... ezifischen Firmen in oft umfangreichen Musikotheken vorgehalten wird. Die Archivmusikverlage sind den Filmemachern bei der Auswahl der passenden Musik meist behilflich. Für die Verwendung eines Archivmusikstückes ist ein Lizenzvertrag mit dem Archivmusikverlag abzuschliessen. Die Archivkonserven werden meist als CD-Kopien an die Toningenieure ausgeliefert. Es handelt sich meist um Hintergrundmusiken, aber auch spezielle Klänge (etwa für Horrorfilme) und dokumentarische Aufnahmen seltener Instrumente. Archivmusiken haben Ähnlichkeit mit den „Berieselungsmusiken“ der Muzak; in gewisser Weise bilden sie eine moderne Form der Kinotheken aus der Stummfilmzeit. ... [weiterlesen]
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udigrudi

brasil. Verballhornung des engl.: underground; volkstümliche Alternativbezeichnung für: cinema marginalAls udigrudi werden Filme und Musikstücke bezeichnet, die in Brasilien in der Zeit um und nach 1968 entstanden und die mit meist von Laien gespielten Figuren, die weder Ziele noch Probleme hatten und fast immer dem Subproletariat entstammten, auf die Zeit der härtesten Repressionen der Militärdiktatur reagierten. Die Filme w ... [weiterlesen]
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Konfektionskomödie

Konfektion ist die serienmäßige Herstellung von Kleidung bzw. Kleidungsstücken. Diese florierte in den späten Jahren des deutschen Kaiserreichs und in der Weimarer Republik. In der Hauptstadt Berlin wusste die aufstrebende Filmindustrie moderne Mode für elegante filmische Inszenierungen zu nutzen, und die Hersteller von Bekleidung freuten sich über diese zusätzliche Produktwerbung. 1930 schrieb Kurt Tucholsky (als ... [weiterlesen]
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Grand Guignol

Nach der französischen Kasperlefigur des Guignol benanntes schwarzes Boulevardtheater in Paris. Das Guignol-Theater spielte seit dem 18. Jahrhundert makabre Stoffe – Stücke über grausame Morde, Geister, mordlustige Frauen, brutale Täter- und hilflose Opferfiguren und dergleichen mehr –, die den Schauer- und der Horrorgenres zugehörten. Die Sensationsberichterstattung um die Jack-the-Ripper-Morde deutete eine Popul ... [weiterlesen]
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porno-chic

... schen Mainstream setzt hier mit Vertreterinnen wie Madonna (Album „Erotica“, 1992) und Christina Aguilera (Album „Stripped“, 2002, Video Dirrty) an. Bezugnahmen können dabei Versatzstücke der Pornografie pasticheartig zitieren und parodieren (– welcher US-TV-Krimi kommt ohne Table-Dance-Szene aus? –) oder sich als augenzwinkernde Hommage an vergangene Zeiten, Werke und Personen verstehen (wie etwa in Boogie Nights, 1997, Paul Thomas Anderson). In Wellenbewegungen wird Porno-Chic in der westlichen Welt verdammt und für tot erklärt, um sodann als modisches Verhalten wieder revitalisiert oder, wie zuletzt in der hypersexualisierten Form der Rap-Musik, dem Porno-Rap, mit einem reaktionären Geschlechtsrollenbildes gekoppelt zu werden.Literatur: Duits, Linda / Zoonen, Liesbet van: Headscarves and porno-chic: disciplining girls' bodies in the European multicultural society. In: European Journal of Women's Studies 13,2, 2006, S. 103-117. – McNair, Brian: Striptease culture: sex, media and the democratization of desire. New York: Routledge 2002, S. 61-87. – Williamson, Bruce: Porno chic. In: Keough, Peter (ed.): Flesh and blood: the National Society of Film Critics on sex, violence, and censorship. San Francisco: Mercury House 1995, S. 10-27. ... [weiterlesen]
99.

Neoformalismus I

Neoformalistische Filmanalyse, wie sie von David Bordwell und Kristin Thompson vorgeschlagen worden ist, ist nur eines der Teilstücke in einem Gesamtforschungsprojekt, das sich im „Dreieck“ von Filmtheorie, -analyse und -geschichte bewegt. Die anderen beiden Eckpfeiler des Projekts bilden eine kognitiv orientierte Theorie des Films, die das interaktive Verhältnis von Zuschauer und filmischer Struktur zu bestimmen und den Prozess ... [weiterlesen]
100.

Potpourri

... von Gags, von Slapsticksequenzen, Musicalszenen etc. Dort werden die effektvollsten Szenen aus Filmen aneinandergereiht (so dass das primäre Kriterium die Rezeptionsbewegung ist). Manchmal stehen die Fundstücke unverbunden nebeneinander, manchmal wird versucht, Verbindungen herzustellen. Vor allem mit voice-over-Kommentaren wird eine thematische Linie angeboten, die das Material verbinden soll. Bemerkenswerte Regisseure des Potpourri-Films sind Robert Youngson, der in den 1950er und 1960er Jahren eine ganze Reihe von Filmen zusammengestellt hat, darunter The Golden Age of Comedy (1957), When Comedy Was King (1960) und The Big Parade of Comedy (1964), und Jack Haley, Jr., der seit den 1970ern mehrere Kompilationen von Musicalszenen herausgebracht hat (wie That‘s Entertainment, 1974, und That‘s Dancing, 1985). ... [weiterlesen]
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Farbenklavier II

... (1895-1970) ein Farblichtklavier (Sonchromatoskop) – ein gewöhnliches Klavier wurde dabei mit einem Lichtbildprojektor gekoppelt. Für die zur Musik parallel laufende Farbenbewegungen (Farblichtstücke) entwarf László eine neue Notierungsform, die Sonchromographie. Auch der dadaistische Dichter Raoul Hausmann (1886-1971) experimentierte mit optisch-akustischen Montageverfahren und entwickelte 1927 ein Optophon, das kaleidoskopische Bilder projizierte.Die ersten Lichtorgeln mit elektronischer Steuerung wurden 1960 von Livinus an den Bundt und Nicolas Schöffer konstruiert, deren heutige Nachfolger computergesteuerte Keyboards mit Sensoren und farbigen Projektionslampen oder Lasertechnik sind. ... [weiterlesen]
102.

féerie

Die Féerie war ein Genre vor allem des frühen französischen Films bis Anfang der 1910er Jahre, das hauptsächlich von Georges Méliès und Pathé Frères produziert wurde. Sein Ursprung lag in der gleichnamigen Bühnengattung, die während des 19. Jahrhunderts in Frankreich populär war. Die Stoffe lehnten sich häufig an Märchen oder phantastische Erzählungen an. Doch stand in den St&uu ... [weiterlesen]
103.

Extravaganza (1)

... rts; der englische Dramatiker James R. Planché benannte „the whimsical treatment of a poetical subject“ als oberste stilistische Devise der Extravaganza. Zwar wird der Begriff auch auf ganze Stücke, die aus zahlreichen, in sich sehr unterschiedlichen Einzelszenen wie ein Puzzle zusammengesetzt sind, angewendet (dann spricht man bei einzelnen Nummern von mini-extravaganzas), doch wird damit heute meist eine einzelne Nummer bezeichnet, die sich vom Kontext des umgebenden Stücks deutlich unterscheidet. Wenn etwa in dem deutschen Film Superstau (BRD 1991, Manfred Stelzer) eine russische Clowngruppe eine eigene musikunterlegte, gegenüber dem normalen Erzähltempo äußerst beschleunigt wirkende Slapstick-Nummer in der Küche eines Autobahnrestaurants realisiert, ist diese Szene eine Extravaganza – in einem begrenzten Raum (also auf einer eigenen Bühne), in einem ganz eigenen, vom Kontext unabhängigen Stil, verschiedene Darstellungsformen des Unterhaltungstheaters integrierend. ... [weiterlesen]
104.

Musikclip / Musikvideo: Formen

... hael Jackson, 1982, John Landis) oder Land of Confusion (Genesis, 1986, Jim Yukich, John Lloyd).(3) Performance Videos zeigen einen Studio- oder Liveauftritt (oder auch beides). Über die gesamte Dauer des Stückes steht dabei die Band oder der Künstler im Vordergrund. Zwar steht die Aufführung des Liedes im Zentrum, doch wird die eigentliche Performance oft durch Wiederholung und Verschiedenartigkeit der Aufführungen (Life, im Studio, Proben, im privaten Raum etc.) gelockert, durch thematische mit dem Text verbundene Bildreihen ergänzt oder mittels diverser Spielereien aktueller Computertechnik optisch aufpoliert oder verfremdet. Beispiele sind Every Breath You Take (Police, 1983, Kevin Godley, Lol Creme), Rage Hard (Frankie Goes To Hollywood, 1986, David Bailey) oder Cult of Personality (Living Colours, 1986).Literatur: Wulff, Hans J.: The Cult of Personality – Simuliert-authentische Rockvideos. In: Viva MTV. Popmusik im Fernsehen. Hrsg. v. Klaus Neumann-Braun. Frankfurt: Suhrkamp 1999, S. 262-278. ... [weiterlesen]
105.

Verfremdungseffekt

... Verfremdung auch in Filmen etwa Ken Loachs, in dessen Land and Freedom (1995) die Diskussionen über die Landreform oder die Konfrontationen zwischen stalinistischen und anarchistischen Brigaden wie Theaterstücke im Brechtschen Stil in den ansonsten illusionierenden Stil der Darstellung eingelassen sind – gerade darin Aufmerksamkeit und Distanz organisierend. Literatur: Brecht, Bertolt: Kleines Organon für das Theater. In: Gesammelte Werke. 16. Schriften zum Theater. 2. Frankfurt: Suhrkamp 1967, S. 661-708. – Gersch, Wolfgang: Film bei Brecht. Bertolt Brechts praktische und theoretische Auseinandersetzung mit dem Film. München: Hanser 1976; zuerst Berlin [DDR]: Henschelverlag 1975. – Lellis, George: Bertolt Brecht, Cahiers du cinéma and Contemporary Film Theory. Ann Arbor: UMI Research Press 1982. – Walsh, Martin: The Brechtian Aspect of Radical Cinema. Edited by Keith M. Griffiths. London: British Film Institute 1981.  ... [weiterlesen]
106.

Proben

... spielern und technischen Mitarbeitern ausprobiert wird.(2) Daneben finden sich technische Proben (als Licht- und Stellproben), die ohne die Darsteller gemacht werden können, sowie Garderobenproben.(3) Filmstücke, die nach einer Aufnahme belichtet, aber vor ihr entwickelt werden, um daran die Lichtbestimmung vorzunehmen, nennen sich Tastproben.(4) Den Probenlauf von Sendungen vor der Ausstrahlung im Fernsehen nennt man Durchlaufproben. ... [weiterlesen]
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Schneidetisch

Allgemeine Bezeichnung einer tischartigen Apparatur, an der Filme geschnitten werden. Bis in die 1920er Jahre hinein mussten Filmcutter die Filmstreifen mühsam ans Licht halten, mit der Schere auseinanderschneiden und die Filmstücke in der gewünschten Reihenfolge zusammenkleben. Mit der Erfindung der Moviola im Jahre 1923 konnte die Arbeit schneller vorangehen, da der Inhalt der Filmrolle beim Schneiden am Tisch gesehen werden konnte. ... [weiterlesen]
108.

Szene

... n unterscheidet sich die Einteilung in Akte bzw. Aufzüge, die sich aus der Handlungslogik ergibt, und die Einteilung in Bilder (tableaux), die sich aus den Dekorationswechseln erklärt. Bei moderneren Stücken seit dem 20. Jahrhundert vermischen sich manchmal diese drei Kriterien der Unterteilung.Literatur: Pfister, Manfred: Das Drama. Theorie und Analyse. München: Fink 1977, Kap. 6. Zahlr. Neuaufl.(2) Szene wird auch als Synonym für Bühne gebraucht, z. B. in der Redewendung „Verwandlung auf offener Szene“. Gemeint ist wohl die für den Zuschauer einsichtige Bühne, also die „Bühne des Spiels“.(3) Eine Szene ist Teil eines Films, die meist schon im Drehbuch vorgenommen wird. Gegenüber der Sequenz ... [weiterlesen]
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Novelization

brit. Englisch; auch: novelisation; dt. meist Filmroman; frz.: ciné-roman; dt.: FilmromanDer Ausdruck ist im Englischen seit Ende der 1880er Jahre für die epische Nacherzählung von Theaterstücken belegt. Heute ein Fachausdruck für die zeitnahe (nachträgliche oder sogar vor dem Kinostart erscheinende) Übertragung eines (erfolgreichen und beliebten) Kino- oder Fernsehfilms in die literarische Form des Romans oder de ... [weiterlesen]
110.

Product Placement

dt. manchmal: Produktplatzierung; im Falle von Firmenwerbung: corporate placementEine Marketingstrategie, bei der spezialisierte Agenturen dafür sorgen, dass Produkte (von Sportartikeln über Kosmetikartikel, Kleidungsstücke bis hin zu Automobilen) so in einen Film platziert werden, dass der Zuschauer die in den Szenen tatsächlich wirksame werbende Absicht als solche nicht erkennt. Product Placement entwickelte sich schon in den 19 ... [weiterlesen]
111.

physical comedy

... uml;rden das Publikum zu Reaktionen verleiten. Insbesondere schauspielerische Leistungen im Ausstellen körperlicher Ungeschicklichkeiten, linkischen Auftretens und bei der Visualisierung des Kampfs mit den Tücken des Alltags sind für die Zuschauer ein steter Quell der Freude. Einige bekannte Meister der physical comedy sind Stan Laurel und Oliver Hardy, Charlie Chaplin, Buster Keaton, Harold Lloyd, W.C. Fields, Jacques Tati, Cantinflas (Mario Moreno Reyes), Jerry Lewis und Jim Carrey, auch Frauen wie Bette Midler oder Goldie Hawn. Ein artistischer Schauspieler wie Jackie Chan knüpft in seinem dem Stunt nahen Spiel bewusst an das Austeilen und Einstecken von Grobheiten wie in den Slapstick-Komödien an.Literatur: Dale, Alan S.: Comedy is a man in trouble: slapstick i ... [weiterlesen]
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sentimental comedy

... schematisch gezeichnete empfindsame, verständige, großmütige und moralisch gute Helden, die stets ein offenes Ohr für die Mühen und Leiden ihrer Mitmenschen haben.Obgleich historische Stücke dieser Ausrichtung heute selten aufgeführt werden, findet sich der Ausdruck gelegentlich in filmwissenschaftlichen Arbeiten und im Bereich der Filmkritik zur Genreindizierung, wobei Abgrenzungen zum Melodrama bzw. zur satirischen Komödie oft nur recht schwierig vorzunehmen sind. Beispiele sind neben einigen Regiearbeiten von D.W. Griffith aus seiner Biograph-Zeit so unterschiedliche Filme wie Going My Way (Der Weg zum Glück, USA 1944, Leo McCarey), mit Bing Crosby als singendem Kaplan in einem New Yorker Armenviertel, Sommarnattens Leende (Das Lächeln einer Sommernacht, Schweden 1955, Ingmar Bergman), ein komplexes, zuweilen satirisches Spiel mit alten Komödienformen um Partnerfindungen und das Geheimnis der Liebe, oder Jerry Maguire (USA 1996, Cameron Crowe) mit Tom Cruise als plötzlich tugendhaft gewordenem, berufsuntypisch ... [weiterlesen]
113.

Anthologiefilm

... auch eine Sonderform des Kompilationsfilms, bei der Ausschnitte aus anderen Filmen zu einem jeweils besonderen Thema vereinigt werden. Oft übernimmt ein berühmter Alt-Star die Moderation, so dass die Stücke wie Teile einer persönlichen Präsentation wirken. That‘s Entertainment (1974; Teil 2: 1976) z.B. ist eine lose Folge von Ausschnitten aus amerikanischen Musicals der 1930er bis 1950er Jahre, die von noch lebenden Musicalstars wie Fred Astaire, Bing Crosby und Gene Kelly begleitet werden. Der meist schwärmerische Ton der Präsentation prädestiniert die Textform dazu, die Geschichte von Genres, Studios, Stilen nostalgisch zu feiern. Eine sehr prägnante und eigenständige Gruppe von Anthologiefilmen sind Amateurfilme, die zu (wiederum ... [weiterlesen]
114.

Gebrauchsfilm

... mit Bertolt Brechts Rede von der „Gebrauchskunst“, die er der der „Kunstreligion“ entgegensetzte. Auch hier steht die Idee einer aktiven Rolle des Publikums ganz im Zentrum – Lehrstücke etwa, die der Gebrauchskunst zugehören, nannte Brecht „Typus theatralischer Veranstaltung mit pädagogischer Zielsetzung“ und setzte voraus, dass die Beteiligten an einer solchen Aufführung – von Zuschauern bis zu Schauspielern – von Gestaltungsverlauf, Aufführung und Diskussion bis zum ganzen Spielprozess direkt und aktiv am Stück und an den durch das Stück induzierten Prozessen teilnähmen.(2) Filme in archivalischem Kontext – hier wird meistens die Sicherheits- der Gebrauchskopie entgegengestellt; erstere verbleibt im Archiv, nur mit zweiterer kann gearbeitet werden.  ... [weiterlesen]
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black comedy

... schen im Sinne von African American missverstanden werden könnte, bevorzugen einige Autoren den Ausdruck dark comedy.Die schwarze Komödie als Komödientyp – im Englischen bereits auf einige Stücke Shakespeares angewandt – zeichnet sich durch einen manchmal sarkastischen, absurden und morbiden „schwarzen“ Humor aus, der sich (1) auf ernste oder tabuisierte Themen wie Krankheit, Behinderung, Tod, Krieg, Verbrechen oder (2) auf für sakrosankt gehaltene Dinge richtet und dabei auch vor politischen Unkorrektheiten, derben Späßen, sexuellen und skatologischen Anzüglichkeiten nicht zurückschreckt. Hinter der Fassade zynischer Grenzüberschreitungen steht i.d.R. ein aufrichtiges Anliegen, falsche Hierarchien, Konventionen und Verlogenheiten ... [weiterlesen]
116.

mystery film: Typologie

Thematisch lassen sich unterscheiden: (1) Adaptionen von Bühnenstücken; (2) Detektivgeschichten, die häufig die Charakterisierung der Persönlichkeit des Detektivs und seiner Lebensumstände in den Mittelpunkt rücken (man denke an so bekannte Figuren wie Nick Carter, Philip Marlowe, Hercule Poirot, Sam Spade) und (3) Filme mit hohem Anteil an Horrorelementen. Insbesondere im Deutschen versteht man unter der Kategorie Myste ... [weiterlesen]
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Spiegelstadium

... ;re Konstituierung des Ich (des „moi“ in Unterscheidung vom „je“) statt. Das Kind erlebt diesen Vorgang freudig und lustvoll, gleichzeitig aber auch angstbesetzt aus Furcht vor einer Zerstückelung dieser Einheit („Fragmentierungssangst“). Lacan hat diese Phase dann weitergehend als ständiges Problem für den Menschen als Gattung angesehen, denn dem Menschen gefällt dieses ihm als vollkommen erscheinende Bild im Spiegel und er verteidigt es entschieden gegen alle Anzweiflungen hinsichtlich seiner Selbstgewissheit. Letztlich handelt es sich um eine narzisstische Selbsttäuschung, die jedoch überlebensnotwendig ist.Die frühe Rolle in der Entwicklung der menschlichen Wahrnehmung und der Aneignung von Körperlichkeit, die Lacan der Visualität und dem Sehen als einem Begehren zubilligt, hat dazu geführt, dass der Terminus „Spiegelstadium“ durch die französischen Theoretiker Jean-Louis Baudry und Christian Metz in einer psychoanalytisch ausgerichteten Filmtheorie etabliert wurde. Dabei wird die Leinwan ... [weiterlesen]
118.

Sittenkomödie

on engl. manner = Art und Weise des Betragens, der Umgangsformen; auch: Sittenstück; engl.: comedy of manners; franz.: comédie de mœurs; in etwas erweitertem Sinne auch: Boulevardkomödie, Konversationskomödie, Salonkomödie; boulevard drama, comedy of morals, comedy of wit, domestic comedy, drawing-room comedyAlter literatur- und theatergeschichtlicher Ausdruck (etwa für Stücke aus der englischen Restauration ... [weiterlesen]
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Szenarium

... Szenarium ein Plan, nach dem sich Inspizient und Abendregisseur, Beleuchter und Bühnenarbeiter verhalten können. Das Szenarium legt also fest, wie die Objekte – Requisiten, Dekorationen, Versetzstücke, Möbel etc. – im Bühnenbild angeordnet, wie sie verschoben und verwandelt werden; außerdem notiert es Geräuscheinsätze, Beleuchtungsveränderungen, Vorhänge etc.(3) Im allgemeinen Sprachgebrauch ist ein Szenarium eine mehr oder weniger typisierte Handlungs-Situation. So spricht man in vielen Simulationsspielen und -übungen von „Szenarien“, die man als Modelle realer Situationen durchspielt. Auch in den darstellenden Künsten lässt sich diese Redeweise sinnvoll anwenden, sind doch gelungene Szenen modellhafte Repräsentationen möglicher sozialer Situationen, kondensieren soziale Prozesse, legen die Essenz sozialer Beziehungen frei.Literatur: Sprey, Michael: Zukunftsorientiertes Lernen mit der Szenario-Methode. Bad Heilbrunn/Obb.: Klinkhardt 2003.  ... [weiterlesen]
120.

romp

... istischen Kritik recht häufig Verwendung für ohne großen künstlerischen oder ästhetischen Anspruch zuweilen augenzwinkernd gefertigte, tolldreist-vergnügliche Bücher, Theaterstücke oder eben auch Spielfilme.Das Wort kommt zudem häufig mit der journalistischen Nebenbedeutung ‘Streifzug, Parforceritt, Beutezug’ (a romp through history etc.) vor und wird auch zur Bezeichung freizügiger sexueller Betätigungen verwendet, wobei sich diese Bedeutungskomponenten mit den oben genannten mischen können. ... [weiterlesen]
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Tableaux vivants I: Formatgeschichte

... n der Goethezeit. Berlin: Reimer 1999. – Miller, Norbert: Mutmaßungen über lebende Bilder: Attitüde und ‚tableau vivant‘ als Anschauungsform des 19. Jahrhunderts. In: Von Nachtstücken und anderen erzählten Bildern. München [u.a.]: Hanser 2002, S. 201-220. – Tableaux vivants: lebende Bilder und Attitüden in Fotografie, Film und Video. [Ausstellungskatalog.] Hrsg. v. Sabine Folie und Michael Glasmeier. Wien: Kunsthalle Wien 2002. ... [weiterlesen]
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Punktuierung

frz.: ponctuation filmiqueChristian Metz schlug in den 1960er Jahren vor, die funktionellen Aspekte der sprachlichen Interpunktion auch in der Untersuchung filmischer Strukturen aufzusuchen (darin ganz der Vorstellung verhaftet, dass sprachliche und filmische Strukturen gemeinsame semiotische Grundlagen hätten). Alle Mittel, die derartige Gliederungen signalisierten, nannte er ponctuation filmique. Punktuierungen trennen zwei nebeneinanderstehende St&u ... [weiterlesen]
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dénouement

... e für ihn gehabt hat. In diesem Sinne ist das Konzept in der Theaterdramaturgie des 18. Jahrhunderts gebräuchlich geworden.Die Auflösung einer Geschichte gehört zu ihren formalen Bestimmungsstücken und findet sich in allen Medien. In der Regel erfolgt die Auflösung am Ende. Gelegentlich scheint sie künstlich angefügt zu sein - als eine Lösung, die sich nicht organisch aus der Geschichte ergibt (sei es, dass ein deus ex machina in die Handlung eingreift, sei es, dass die Geschichte als Traum oder ähnlich gerahmt wird). Das dénouement von Camerons Titanic (1997) erfolgt nach dem Versinken des Schiffes und dem Tod Jacks, als die greise Rose im Nachthemd an der Reling steht, den Edelstein „Herz des Ozeans“ in der Hand; danach sieht man die schlafende alte Frau, und die Kamera mustert eine ganze Reihe von Bildern, auf denen zu sehen ist, dass sie tut, worüber sie mit Jack als Lebensentwurf gesprochen hatte; in einem dritten Schritt sieht man sie wieder mit J ... [weiterlesen]
124.

Dramaturgie

... der Bühnenaufführung eines Dramas beschäftigt und die Tätigkeitsfelder von Dramaturg und Regisseur zusammenfasst. Dramaturgie wird so oft als Handwerkslehre für die Dichtung von Theaterstücken angesehen, dann sind die drei Aspekte miteinander vermittelt.Manchmal werden vier Abteilungen oder Unterarten der Dramaturgie unterschieden: (1) Textual dramaturgy – bezogen auf die eingebetteten Codes und Konventionen eines Textes; (2) performance dramaturgy – bezogen auf die interpretativen Aspekte der Mise-en-scène; (3) production dramaturgy – bezogen auf die Elemente der theatralischen Inszenierung wie Architektur, Licht, Sitzordnungen usw.; (4) reception dramaturgy – bezogen auf die Interpretation und das Verstehen während einer Vorführung.  ... [weiterlesen]
125.

Hyperbel

... auch als ironische Überhöhung, als Mittel der ästhetischen Distanzierung oder als Strategie der Verdeutlichung. Auch die gekünstelte Naivität des Spiels in manchen volkstümlichen Stücken ist als ästhetischer Hyperbolismus lesbar, der die Schemahaftigkeit der Handlung und die Durchsichtigkeit der Figuren unterstreicht. Nicht nur übertreibendes Spiel, sondern auch underacting kann große Wirkung erzielen, etwa die Stoik von Buster Keaton oder das beiläufige Auslösen letztlich erfolgreich-positiver Katastrophen bei Leslie Nielsen.Das Hyperbolische im Film ist so weniger eine rhetorische Figur als vielmehr eine rhetorische Strategie, die in Suprasegmentalia wie dem Schauspiel, der Kostümierung, im Einsatz von Zeitraffer und Zeitlupe und ähnlichem realisiert ist. Genres und Darstellungsformen wie Komödie, Satire, Parodie und Karikatur arbeiten natürlich gern mit hyperbolischen Strukturen. Darum auch sind die Filme Monty Pythons in der Nähe zur – immer auch hyperbolischen – Groteske als Genre. ... [weiterlesen]
126.

Detailaufnahme

engl.: extreme close-upDie nächste Einstellungsgröße. Objektstrukturen (wie etwa Holzmaserung), Kleinobjekte (wie z.B. Waffenteile oder Schmuckstücke) und Körperteile (Nase, Augen, Lippen usw.) werden unnatürlich groß herausgestellt. Die Detailaufnahme ist immer signifikant und hebt oft das wesentliche Detail einer Handlung hervor (wie das Türschild, den Finger an der Klingel, die Mündung einer Schusswaf ... [weiterlesen]
127.

Phasenfotografie

... det sich in The Beach (Großbritannien 1999, Danny Boyle): Man sieht Mehrfachbelichtungen des Mannes und dann der Frau, die direkt die Kamera adressieren, die der jeweils andere bedient. Diese Bilder sind Stücke eines zeitenthobenen Liebes-Blick-Dialogs und erinnern formal an freeze frames von Fotografien, die die Akteure voneinander machen. ... [weiterlesen]
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Kultfilm

... n und stilistischen Heterogenität der Kultfilme zeichnen sie sich durch die gemeinsame Qualität der Grenzüberschreitung aus – als Verletzung von Tabus (wie in Freaks), als geschmacklose Zerstückelung des Körpers (wie im Splatterfilm) oder als Revolte gegen ästhetische Normen (wie in den Filmen von John Waters). Kultfilme gehören in die Nähe solcher popkulturellen Stiltendenzen wie „Camp“. Easy Rider, die Rocky Horror Picture Show, „Midnight Movies“ wie Night of the Living Dead oder The Texas Chain Saw Massacre entfalten im Extremfall jeweils eigene Fankulturen, eigene symbolische Praxen, sie inszenieren das Publikum, das sich in der Rezeption ausstellt und feiert.Ein Beispiel ... [weiterlesen]
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Literaturverfilmung

auch Adaption oder Adaptation; engl.: adaptation Von Beginn des Films an wurden Romane, Novellen, Kurzgeschichten und Theaterstücke für die Leinwand aufbereitet. Gerade bildungsbürgerliche Kinokritiker haben unter Vorgabe einer zu fordernden „Werktreue“ die Literaturverfilmung als prinzipielle Verflachung der Vorlage diffamiert. Von Adaption ist aber meist nur dann die Rede, wenn es sich um hochliterarische Vorlagen handel ... [weiterlesen]
130.

Motiv: Texttheorie der Motive

In formalistischen Textkonzepten ist ein Motiv jedes signifikant wiederholte Element in einem Film. Ein Motiv in diesem Sinne kann ein Objekt, eine Farbe, ein Ort, ein Geräusch oder auch eine Charaktereigenschaft sein. Die Motivstruktur der Texte ist in mehreren Bestimmungsstücken beschrieben: (1) Motive sind gekoppelt an die Tatsache der Wiederholung. (2) Motive beziehen sich auf den gesamten Text, durchziehen ihn als eine suprasegmentale ... [weiterlesen]
131.

Drehgenehmigung

(1) Presserechtlicher Begriff. Abhängig von den Gesetzen des jeweiligen Landes sind vom Produzenten eines Films noch vor Drehbeginn Genehmigungen von Privatpersonen, Behörden oder Firmen einzuholen, die Aufnahmen von Personen, Außendrehorten und Gebäuden gestatten. Bei Institutionen sind die Verwaltungsvertretungen Ansprechpartner, Drehgenehmigungen für private Grundstücke oder Orte sind dagegen immer direkt bei den Eig ... [weiterlesen]
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pickup

auch: pick up, pick-up(1) Obwohl man optimalerweise davon ausgeht, dass beim Coverage-Verfahren alles Material erzeugt wird, das man zur Auflösung einer Szene im Schneideraum benötigt, werden dennoch Sicherheitsaufnahmen am Set gemacht – wobei oft aktionsfreie Stücke von den Kamerapositionen der normalen Aufnahme aufgenommen werden. Manchmal werden störende „Löcher“ des Ablaufs, Störungen des Rhythmus u ... [weiterlesen]
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Dramedy

Die Zusammenziehung aus engl. dramatic comedy kennzeichnet gegenüber der älteren Bezeichnung eher die Inhalte von Spielfilmen und – vornehmlich – Fernsehserien als Bühnenstücke. Das seit Mitte der 1980er Jahre entstehende Hybrid- oder Fusionsgenre der dramedy enthält sowohl Aspekte des thematisch ernsten Fernsehdramas (in den USA bevorzugt Einstünder) mit seinem festen Ensemble an ausgearbeiteten, komplexen C ... [weiterlesen]
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Musikvideo

... das „Soundie“ (eine Art visueller Jukebox) das Abspielen von Musik mit Schwarz-Weiß-Bildern; um 1960 wurde dies mit den „Scopitones“, die eine Auswahl an Werbefilmen für Musikstücke boten, noch verfeinert. Als erstes Musikvideo wird in der Forschung häufig Queens Clip zu Bohemian Rhapsody (1975) – weil die Kosten der Postproduktion die eines konventionellen Konzertfilms überstiegen – oder Video Killed the Radio Star von den Buggles (1981)genannt, mit dem MTV seinen Sendebetrieb aufnahm.Die Bewerbung des Künstlers bzw. der Musik mag bis heute das systemisch-ökomomische Hauptziel der promotional clips sein, der allerdings ein starkes Schauinteresse der Fans (von Bands, Musikrichtungen etc.) zur Seite stand. Die Bedeutung der Musik-TV-Sender ist heute zu einer Marginalie geworden – mit der Etablierung von Plattformen wie YouTube hat sich die verbliebene Videodistribution und Rezeption zunehmend ins Internet verlagert. Aufgrund andauernder juristischer Konflikte zwischen YouTube und der GEMA werden Videos in Deutschland vermehrt auf Label- und Künstlerseiten sowie alternativen Plattformen wie tape.tv rezipiert.Literatur: Keazor, Henry  [#SYMBOL  \f "Symbol"188] (Hrsg.): Imageb(u)ilder. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Videoclips. Münster: Telos Verlag 2011. – Keazor Henry [#SYMBOL  \f "Symbol"188] (Hrsg.): Video thrills the radio star. Musikvideos: Geschichte, Themen, Analysen. Bielefeld: Transcrip ... [weiterlesen]
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Tableau

von frz. ‚Bild‘, ‚Gemälde‘(1) Einstellungen des frühen Kinos, die auf einem starren Gegenüber von Handlungsraum und Kamerastandort beruhen und die in der Regel eine ganze Szene zeigen, werden locales oder tableaux genannt.(2) Edward Kienholz nannte seine Rauminstallationen aus objets trouvés und Versatzstücken der Alltagswelt Tableaus. Sie wurden jeweils vor einer Wand aufgebaut. Anders als Environme ... [weiterlesen]
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Evergreen

... lbst dann, wenn sie mitgesungen werden können, sind sie deshalb noch keine Evergreens. Näher kommt dem Evergreen das aus der Jazzmusik bekannte Konzept der „Standards“ – Lieder oder Stücke, die zu immer neuen Neueinspielungen einladen und die darum lebendig bleiben. Die Nähe der Evergreens zur Volksmusik ist deutlich. Hier ist es nicht so sehr die musikalische Variation, die ihre Lebendigkeit verbürgt, sondern ihre wiederkehrende Verwendung in Kontexten vor allem des Festes und der Feier. Operettenmelodien, Filmmusiken, Schlager wurden und werden zu Gassenhauern und zu allgemeinem kulturellen Besitz. Die Resistenz derartiger Lieder gegen die historische Veränderung populärer Stile ist erstaunlich.      Erstaunlich viele Evergreens verdanken ihrer Verwendung im Film ihre anhaltende Popularität. Die Schlager aus Die Drei von der Tankstelle kamen z.B. 1930 zum ersten Mal zu Gehör; auch das Hans-Albers-Lied „Auf der Reeperbahn nachts um halb Eins“ aus dem Film Grosse Freiheit Nr. 7 (1944) ist bis heute populär geblieben. Gelegentlich sind Titellieder und -musiken nicht nur zu Plattenerfolgen ge ... [weiterlesen]
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Komödie

... arakterkomödie Molières, es gibt ironische und satirische Komödien, weinerliche Lustspiele, Sittenkomödien, Intrigenkomödien, Farcen und Possenspiele, Typenkomödien, Konversationstücke, Grotesken, Musikkomödien und Operetten. Die Gattung der Komödie hat neben dieser Formenvielfalt einen Figurenkanon essenzieller Sozialtypen herausgebildet, die sich in vorgegebenen Figurenkonstellationen auch im Kino immer wieder begegnen. Das komische Element im Film ist so alt wie das Medium selbst und deckt die ganze Skala von der leichten, versöhnlichen Stimmung über alberne und hysterische Varianten bis hin zum bitteren, schwarzen und sadistischen Duktus ab. Außerdem ist wie in Literatur und Theater auch im Film die Komödie ein geeignetes (oft das einzig mögliche) Gefäß, politisch heikle Inhalte zur Sprache zu bringen.Im Lauf der Filmgeschichte haben sich zahlreiche Genres unterschiedlichster Couleurs ausgebildet. Manche von ihnen sind in ihrer Entstehung und Existenz eng an historische Perioden oder aber an ihre Darsteller gebunden (wie die Screwball Comedy). Andere dagegen gründen auf zeitlosere Strickmuster und überdauern historische Prozesse. Wieder andere vermengen sich mit ernsten oder politischen Arten des Tonfalls und sind an den Außenbereichen der Komödie zu situieren (wie die Tragikomödie und manche Formen der Satire). Literatur: Bergson, Henri: Das Lachen. Ein Essay über die Bedeutung des Komischen. Darmstadt: Luchterhand 1988. Zahlr. andere Ausg. – Erdmann, Eva (Hrsg.): Der komische Körper. Szenen, Figuren, Formen. Bielefeld: Transcript-Vlg 2003. – Heinz-B. Heller (Hrsg.):Filmgenres Komödie. Stuttgart: Reclam 2005. – Greiner, Bernhard: Die Komödie. Eine theatralische Sendung: Grundlagen und Interpretationen. Tübingen: Francke 1992. – Horton, Andrew S.: Comedy/Cinema/Theory. Berkeley ... [weiterlesen]
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Peplums / peplum films

... s Personals von Cinecittà, in denen einige amerikanische Großproduktionen vorbereitet worden waren (wie etwa Mervyn LeRoys Quo Vadis?, 1951), den Einsatz erzählerischer Stereotypen und Versatzstücke, die Verwendung des vorhanden Requisiteninventars, von stock shots sowie von Serienhelden, als die man häufig Bodybuilder einsetzte, durch die jener besondere Stil ausgestellter männlicher Körperlichkeit in die Filme einzog, die sie von der zeitgenössischen Gesamtproduktion abhob. Einige heute wegen ganz anderer Werke bekannte Regisseure wie Jacques Tourneur (La battaglia di Maratona, 1959, von Mario Bava beendet), Sergio Leone (Il Colosso di Rodi, 1961) und Sergio Corbucci (Romolo e Remo, 1961) oder Schauspieler wie Orson Welles (König Saul in Davide e Golia, 1959, Ferdinando Baldi & Richard Pottier) haben an peplums mitgewirkt.Literatur: Positif 456 (Paris 1999): Dossier: Le péplum italien. – Solomon, Jon: The ancient world in the cinema. Rev. and expanded ed., New Haven, Conn: Yale University Press 2001. – Seeßlen, Georg: Abenteuer. Geschichte und Mythologie des Abenteuerfilms. Überarb. Neuaufl. Marburg: Schüren 1996 (Grundlagen des populären Films.). – Wyke, Maria: Projecting the past: Ancient Rome, cinema, and history. New York: Routledge 1997. ... [weiterlesen]
139.

Rolle

Die in dramatischen Texten (Theaterstücken) oder Drehbüchern implizit enthaltene Anleitung zur Darstellung einer Figur durch eine Schauspielerin oder einen Schauspieler: die Beschreibung eines in Grenzen variationsfähigen Grundmusters des Aussehens, Handelns, Sich-Verhaltens, Ausdrucks. Im griechischen Theater wurde mit Rolle das Pergament bezeichnet, das Dialoge und Nebentexte enthielt.Die Rolle einer Figur (z.B. des Othello) ist die ... [weiterlesen]
140.

Klimax

... se (buildup), wird durch eine Erhöhung des Tempos und eine Engführung der Themen der Geschichte vorbereitet, sie pointiert diese und öffnet sie für einen entscheidenden Umschwung. Filme und Stücke können mehrere Klimaxe haben.(2) In Freytags Dramaturgie ist die Klimax der Übergang von steigender zu fallender Aktion, also der zentrale Glückswechsel, der das Drama dem Ende zuführt.(3) Auch auf mikrostrukturellem Niveau lassen sich in Szenen klimaxartige Verdichtungen der Konflikte nachweisen. Die Szene realisiert also selbst dramatische Strukturen, führt Interaktionen durch Krisen hindurch, verdichtet sich zu Momenten hoher Intensität und baut diese Innenspannung dann wieder ab. Folgt man dieser Vorstellung, ist das Gesamt der Geschichte wie eine Sägezahn-Struktur gebaut, die ... [weiterlesen]
141.

Non-traditional casting

In den späten 1970er und frühen 1980er Jahren entstand in den USA eine Bewegung, die nach Strategien suchte, um sich gegen Rassismus und Benachteiligung insbesondere Behinderter in der Besetzung von Theaterstücken und in Film und Fernsehen zur Wehr zu setzen. 1986 wurde das Non-Traditional Casting Project (NTCP) gegründet – ein Non-Profit-Verband, der die Interessen der verschiedenen in den USA lebenden Rassen, aber auc ... [weiterlesen]
142.

body snatcher

... das Gesicht seiner Tochter zu erneuern.(2) In der Variation des Science Fiction-Genres werden menschliche Körper nicht mehr wie in der Frankenstein-Urform des Motivs aus totem Gewebe und Organen zusammengestückelt, sondern zu Wesen einer anderen Wesensart transformiert. Die beiden wohl berühmtesten Filme dieser Art sind Invasion of the Body Snatchers (USA 1956, Don Siegel; Remake 1978, Philip Kaufman) und The Stepford Wives (Großbritannien 1975, Bryan Forbes; Remake 2004, Frank Oz): Ersterer erzählt vom Angriff einer außerirdischen Pflanzenart, die Menschen in Pflanzenwesen umwandelt; letzterer berichtet von einem englischen Dorf, in dem die Frauen durch Roboter ersetzt werden. ... [weiterlesen]
143.

Sequenzblende

Eine wenig verwendete Alternative zu Schnitt und Überblendung als Formen des Bildübergangs ist die manchmal sogenannte „Sequenzblende“: Dabei wird in die Einstellung A ein kurzes Stück der folgenden Einstellung B hineingeschnitten, der wieder ein Stück A, B usw. folgt. Es entsteht ein Übergang nach dem Muster: ABAB...ABAB, wobei die kurzen Stücke A immer kürzer, die Bs dagegen immer länger werden. S ... [weiterlesen]
144.

Underground-Film

... rhaupt nur dort denkbar, da die Filme andernfalls zu Zensurfällen würden. Fällt diese besondere Rahmung der Rezeption zusammen, verliert der Underground-Film eines seiner essentiellen Bestimmungsstücke. Damit ist aber auch deutlich, dass repressive gesellschaftliche Verhältnisse die Entstehung von Untergrund-Film-Szenen fördern.Literatur: Scheugl, Hans / Schmidt, Ernst: Eine Subgeschichte des Films. Lexikon des Avantgarde-, Experimental- und Undergroundfilms. Frankfurt: Suhrkamp 1974 (Edition Suhrkamp. 471.). – Tyler, Parker: Underground Film - eine kritische Darstellung. Frankfurt: März 1970. Zuerst engl. Repr. New York: DaCapo Press 1995. – Hein, Birgit: Film im Underground. Berlin: Ullstein 1971. – Vogel, Amos: Film als subversive Kunst. Andrä-Wördern: Hannibal Vlg. 1997. Zuerst engl. 1974. – Suárez, Juan A.: Bike Boys, Drag Queens, and Superstars. Avant-Garde, Mass Culture, and Gay Identities, in the 1960s Underground Cinema. Bloomington: Indiana University Press 1996. – Mendik, Xavier / Schneider, Steven Jay(eds.): Underground U.S.A. Filmmaking Beyond the Hollywood Canon. London: Wallflower 2002. – Reekie, Duncan: Subversion. The Definitive History of Underground Cinema. London: Wallflower 2007.  ... [weiterlesen]
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Dauerwerbesendung: Rezeption

... rbenden Firmen auch handfeste ökonömische Umsätze im Milliardenbereich erzielen. Gerade das ausgiebige Ausprobieren von Geräten mit anschließender Begutachtung, das Herstellen von Werkstücken oder die Zubereitung einer Mahlzeit mittels eines beworbenen Küchengeräts überzeugt viele der potentiellen Kunden. Und geht einmal etwas daneben, sitzt etwa ein eingeschlagener Nagel schief, wohnen sie erst recht fasziniert der Rettung der Szene bei. Mit dem Siegeszug der reinen Verkaufs- und Marketingsender gewinnen alltägliche Dauerwerbesendungen mit ihrem vertrauten Personal für viele Menschen immer mehr den Charakter einer seriellen Tupperware-Party, bei der man nunmehr virtuell zu Gast bei Freunden zu sein glaubt, deren Aktionen man Anteil nehmend miterleben kann und durch die man sich gut beraten fühlen darf.Von den älteren englischsprachigen Originalsendungen mit eingesprochenem deutschen Text und bewußt linkisch-lustigen, an Sitcoms erinnernden double acts f&u ... [weiterlesen]
146.

Scriptment

Kofferwort aus engl.: script (= Drehbuch) + treatmentEin „Scriptment“ bezieht Dialoge aus Drehbüchern in Treatments ein, die dem eigentlichen Drehbuch vorausgehen. Die meisten Dialog-Stücke werden aber nur umschrieben. Es wird angenommen, dass James Cameron das weiterhin unübliche Format für erste Drehbuchfassungen zu Strange Days und zu Spider-Man erfand. ... [weiterlesen]
147.

moralisches Rührstück

... ml;bermaß an Tugend, Edelmut und Bereitschaft zur Entsagung zur Schau. Die Handlung dreht sich um Konflikte zwischen Tugend, Moral und Laster und gipfelt oft in demonstrativer Tugendhaftigkeit. Derartige Stücke zielen auf einen Schlußaffekt, der zwischen erleichterter Heiterkeit, Rührung und moralischer Befriedigung schwankt. Die wesentliche Voraussetzung des Rührstücks ist eine abziehbare, übergeordnete Moral. Die entsprechenden Erzählmuster sind denkbar deutlich: Das Gute siegt, das Böse wird bestraft, und selbst aus Katastrophen und Trauerfällen werden heilsame Lehren gezogen. In diesem Sinn ist die Handlung stets teleologisch ausgerichtet, der didaktische Sinn am Ende ist von vornherein versprochen.Anknüpfend an die breite Tradition rührstückartiger Geschichten und Dramaturgien im Theater entstand schon in ... [weiterlesen]
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M&E

von M-track = Musik-Band und E-track = Effekte-Band, Geräuschband; auch: M&E trackDer music and effects track (teilakronymisiert: M&E) ist der Soundtrack eines Films ohne den gesprochenen Dialog. Dieser Auszug gestattet es, die Dialogstücke zu synchronisieren, ohne die Atmo-Aufnahmen und die Toneffekte neu machen zu müssen und die Filmmusik neu einzuspielen. ... [weiterlesen]
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sewamono

auch: sewa-mono; sewa mono; sewa-kyôgen;Das japanische sewamono ist seit den erfolgreichen, bis heute gespielten und teilweise zu filmischer Verarbeitung geführten Stücken Chikamatsu Monzaemons im 17. Jahrhundert neben dem jidaimono oder „Historienstück“ eine der beiden groben Subkategorisierungen des Kabuki- und Bunraku-Theaters. Es behandelt Episoden aus dem täglichen Leben der Bürger und liefert dabei oft ... [weiterlesen]
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Bieroper

... imten Libretto zu formen und es mit einem Reigen von gängigen Melodien aus Opern, Operetten, symphonischen Werken, Studenten- und Volksliedern musikalisch umzusetzen. Sofortige Zugaben besonders beliebter Stücke, Stegreifeinlagen, die Besetzung von Frauenrollen mit männlichen Darstellern oder Sängern machten die Bieroper zu einem höchst derben, aber auch höchst lebendigen Format der Musikbühne. Immer spielt dabei der reichliche Konsum von Bier eine zentrale Rolle. 1971 formierte sich das 1. Wiener Bieropernensemble, das die Form zu neuer Popularität brachte.Musikalische Parodien spielen auch in der Geschichte des Tonfilms und vor allem des Fernsehens eine immer wieder bemerkenswerte Rolle. Allerdings blieb die Derbheit der Bieroper meist unerreicht, vielleicht auch aus dem Grunde, dass deren Aufführungen in Film und Fernsehen nicht an die lebendige Auseinandersetzung zwischen Bühne und anwesendem Publikum, zudem unter den besonderen Bedingungen der Aufführung im Wirtshaus, auf Feiern usw. anknüpfen konnte. ... [weiterlesen]
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Phonofilm

... rest ließ eine ganze Reihe von Demonstrationsfilmen mit seinerzeit bekannten Künstlern aus dem Vaudeville- und Music-Hall-Bereich drehen, konnte aber auch Regisseure der Zeit gewinnen, kleine Tonfilmstücke zu drehen. David W. Griffith drehte sogar eine Ton-Einleitung zu seinem stummen, im Dance-Hall-Milieu spielenden Film Dream Street (1921). Das größte Problem bei den Aufführungen waren die damals noch unzureichend entwickelten Lautsprecher, die bei der Wiedergabe in großen Räumen den Ton erheblich verzerrten; außerdem jaulte der Ton wegen der Gleichlaufschwankungen der Projektoren, so dass es de Forest nicht gelang, eine potente Filmproduktionsfirma für sein Tonsystem zu gewinnen.Das System arbeitete zwar einwandfrei, doch konnte De Forest nie ausreichendes Kapital einwerben; auch blieben ihm die großen Kinoketten verschlossen. Es gilt als sicher, dass de Forest das Verfahren nicht nur auf deutsche Vorarbeiten stützte, sondern die Ausgangsidee seinem Studienkollegen Theodore Willard Case gestohlen hat, so dass die Geschichte des Lichttons im Kino fast kriminalistische Züge enthält. Ein Rechtsstreit mit Case führte schon ... [weiterlesen]
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Peepshow

... n) Blick auf eigentlich verbotene erotische Szenen. Heute sind Peepshows zentrale Drehbühnen, um die Einzelkabinen der Zuschauer herumgruppiert sind. Durch einen Schlitz, den man durch den Einwurf von Geldstücken öffnen kann, wird für eine vereinbarte Frist der Blick auf das Bühnengeschehen freigegeben.Edisons Filme wurden in Peepshows ausgewertet, und auch manche Formen der Daumenkinos standen als Peepshows an öffentlichen Plätzen, in Bahnhöfen, Penny-Arkaden und ähnlichen Orten.Literatur: Balzer, Richard: Peepshows. A Visual History. New York: Abrams 1998. – Robinson, David: From Peep Show to Palace. The Birth of American Film. New York: Columbia 1996. – Dewitz, Bodo von / Nekes, Werner (Hrsg.): Ich sehe was, was Du nicht siehst! Sehmaschinen und Bilderwelten – die Sammlung Werner Nekes. Göttingen: Steidl 2002. ... [weiterlesen]
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morality play

... Laster sowie Allegorisierungen von Leben und Tod) in personalisierter Gestalt unter bewusstem Verzicht auf dramaturgisch durchgeformte psychologische Tiefe mit dem Protagonisten konfrontiert. Noch heute werden Stücke wie etwa der Hofmannsthalsche „Jedermann“ auf dem Theater vor großem Publikum gespielt. Seit dem Renaissance-Theater Shakespearescher Prägung bis hin zu Brechts Moralitäten werden mit den Mitteln der Komik doppeldeutiger, auch politisch ausdeutbarer Hintersinn und sexuelle Anzüglichkeiten in morality plays untergebracht.Grundfrage in allen filmischen Anverwandlungen des morality play bleibt die moralisch – nicht primär religiös – motivierte Frage danach, wie Sünde (der Verstoß gegen elementare ethische Regeln vom Typ „Du sollst nicht ...“) ... [weiterlesen]
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Goldgräberwestern

... sowie Prostitution, deren Einwohner sich kapitalistisch-kriminell verhalten oder verzweifelt versuchen, Ordnung und Moral herzustellen. Manchmal sind beide Formen kombiniert, mit Liebesgeschichten oder Versatzstücken des Abenteuerfilms angereichert.Beispiele: Just Gold (USA 1918, David Wark Griffith); Call of the Wild (USA 1935, William A. Wellman); The Treasure of the Sierra Madre (USA 1947, John Huston); The Hanging Tree (USA 1959, Delmer Daves). ... [weiterlesen]
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Kleopatra im Film

... ng und bleibt ein Sinnbild für orientalische Kultur in einem ahistorischen Setting, das mit einer Mischung aus altägyptischem Dekor (Monumentalarchitektur und Lotusmotiv) und orientalistischen Versatzstücken (Bauchtanz und Haremsambiente) seit der Stummfilmära einem festen optischen Kode folgt. Literatur: Wenzel, Diana: Kleopatra im Film. Eine Königin Ägyptens als Sinnbild für orientalische Kultur. Remscheid: Gardez!-Vlg. 2005 (Filmstudien. 33.). – Cyrino, Monica S.: Big Screen Rome. Malden, Mass./Oxford/Carlton: Blackwell 2005, S. 121-158. – Wieber-Scariot, Anja: Herrscherin und doch ganz Frau – zur Darstellung antiker Herrscherinnen im Film der 50er und 60er Jahre. In: Metis 7, 1998, S. 73-89. – Wyke, Maria: Projecting the Past: Ancient Rome, Cinema and History. London: Routledge 1997, S. 73-109. ... [weiterlesen]
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guide track

auch: ghost track, scratch track; wörtlich etwa: begleitende AufnahmeBeim Filmemachen werden manchmal Tonaufnahmen mit Musik, die später der Szene unterlegt wird, aber auch mit Dialogstücken dazu verwendet, Lippensynchronisation zu ermöglichen, Handlungen und Bewegungen auf den Takt der Musik abzustimmen (z.B. bei Tanzszenen, aber auch allgemein) und allgemein den Rhythmus der Szene zu fixieren. So kann der Eindruck erleichtert od ... [weiterlesen]
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Musikfarben: Typologie

... er als die Hit-Radio-Programme (35-55 Jahre, geschlechtsneutral).– Mainstream MOR: Die Musik entstammt dem Mainstream-Pop, enthält aber viele ältere Titel sowie Instrumental-Versionen bekannter Stücke.– Full-Service-MOR: Schwerpunkt ist hier das Wort, die Musik ist nur begleitendes Element.(4) EZ = Easy Listening: Entspannungs-Programme, oft als Nachtangebot, selten als senderspezifische Formatierung.(5) AOR = Album Oriented Rock: Primär Rockmusik mit geringen redaktionellen Anteilen (für ein eher männliches Publikum von 18-36 Jahren). Eng verwandt mit dem „rock oriented CHR“.(6) CHR = Classic Hit Radio: Klassik-Programme; manchmal auch: Classic CHR; CHR Classic = Contemporary Hit Radio Classic. ... [weiterlesen]
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hand props

auch: hand propertiesAllgemeine Bezeichnung für kleine Objekte, die Akteure in der Hand halten können. Dramaturgisch interessant werden derartige Objekte erst, wenn sie in die Handlung eingebaut sind (etwa als Beweisstücke in der Hand von Toten), wenn sie symbolischen Wert haben (wie die Dienstabzeichen, die am Ende von High Noon, USA 1952, Fred Zinnemann, oder Dirty Harry, USA 1971, Don Siegel, fortgeworfen werden) oder wenn sie emo ... [weiterlesen]
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Assoziationsmontage

... ckenden Montage von Bildern einer Stierschlachtung mit Bildern von Kosaken, die Arbeiter niedersäbeln. Assoziationsmontage basiert auf der elementaren Fähigkeit des Menschen, aus signifikativen Bruchstücken höhere Einheiten des Denkens zu synthetisieren: Fügt man Einstellungen aneinander, die keine Handlung gemein haben, keinen gemeinsamen Raum, keine Ähnlichkeit, stellt sich doch der Eindruck eines Zusammenhangs her. Dabei treffen u.U. Bedeutungen aufeinander, die – in Eisensteins Metapher – miteinander kollidieren und dabei Bedeutungsimpulse freisetzen, die zu einem Dritten, Nichtgezeigten voranschreiten. Die in der Assoziation erschlossenen Bedeutungen sind nicht immer eindeutig oder stabil. Die Bildfolge etwa lässt heute die Bedeutung „saurer Regen“ oder „Umweltverschmutzung“ entstehen. Wenngleich Assoziationsmontagen mit der außerordentlichen Produktivität spielen, die Bildfolgen in der Rezeption erweisen können, tendieren auch sie zur Konventionalisierung. Wenn etwa im russischen Revolutionskino die Bildfolge „Kapitalist“ signifiziert, so ist sie Stereotyp gewordene Assoziation.Literatur: Holenstein, Elmar: Phänomenologie der Assoziation. Zu Struktur und Funktion eines Grundprinzips der passiven Genesis bei E. Husserl. Den Haag: Nijhoff 1972. – Klejman, Naum I.: Der aufbrüllende Löwe. Zur Entstehung, Bedeutung und Funktion einer Montage-Metapher. In: Montage/AV 2,2, 1993, S. 5-34.  ... [weiterlesen]
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Art Cinema

manchmal auch: KunstfilmDie Redeweise vom art cinema taucht in drei verschiedenen Epochen in drei verschiedenen Bedeutungen auf: (1) Als erstes ist die französische Produktionsfirma Film d‘Art zu nennen, die seit 1908 vor allem Aufführungen bedeutender Theaterstücke aufzeichnete und als künstlerisch wertvoll vertrieb. Als Autoren treten hier und auch in Deutschland Autoren des Theaters und der Literatur auf. (2) Der Kunstf ... [weiterlesen]
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Intertextualität: Film-Beziehungen

... üherer Rollen der Schauspieler und Schauspielerinnen, wörtliche Übernahmen von Dialogpassagen, Musik-Zitate, formale Anklänge an Kamerabewegungen, Verwendungen erkennbarer Handlungs- Versatzstücke etc.Beispiele: Singin' in the Rain (USA 1952, Gene Kelly, Stanley Donen); À Bout de Souffle (Frankreich 1960, Jean-Luc Godard); 8 Femmes (Frankreich 2002, François Ozon).Literatur: Aumont, Jacques (sous la direction de): Pour un cinéma comparé. Influences et répétitions. [Paris]: Cinémathèque française, Musée du cinéma 1996. – Jampol‘skij, Michail B.: The memory of Tiresias. Intertextuality and film. Berkeley, Calif. [...]: University of California Press 1998. – Menarini, Roy: La strana copia. Studi sull'intertestualità e la parodia nel cinema. Pasian di Prato (Udine): Campanotto 2004. ... [weiterlesen]
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Wandeldekoration

... g der Wagner-Oper Parsifal (Bayreuth 1882) eingesetzt; sie zeigte die Verwandlung des Waldes in den Gralspalast.Wandeldekorationen wurden noch im das 20. Jahrhundert verwendet. Vor allem Féerien und Tanzstücke nutzten die Möglichkeit der räumlichen Entgrenzung des Bühnenraums. Auf der Weltausstellung in Paris 1900 war ein Eisenbahnpanorama ausgestellt, das hinter einem stehenden Zug auf mehreren Ebenen die Fahrt durch die sibirische Landschaft illuminierte; gleichzeitig hatten die Lumière-Brüder in ähnlicher Art die Illusion einer Schiffsreise realisiert (das sie Mareorama nannten). Wandeldekorationen kamen auch im frühen Film zum Einsatz.Literatur: Lecocq, Pascal: Autonomie ou correspondance du décor d‘opéra. La wandeldekoration, 1882‑1982. Thèse de doctorat, Université de Paris VIII 1985. ... [weiterlesen]
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Konfektionsfilm

... g. Eine ähnliche Bedeutung hat „Konfektion“ (auch: „Konfektionsware“) in der Textilbranche, in der man darunter die Auswahl von Schnitten, Farben und Größen von Kleidungsstücken versteht, die in einer jeweiligen Saison massenhaft gefertigt und in Kaufhäusern an ein nicht-individualisiertes Publikum verkauft werden („von der Stange“). Literatur: Arnheim: Rudolf: Film als Kunst. Frankfurt: Fischer 1979, S. 193-205. Zuerst 1932. ... [weiterlesen]
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Jun-bungaku eiga

... szlig;t die Verfilmung anspruchsvoller Literatur in Japan sowohl beim Publikum wie bei den Studios hohes Ansehen, und immer wieder waren und sind die Regisseure bemüht, auch historisch sehr alte Texte und Stücke in neuen filmischen Interpretationen mit durchaus gesellschaftskritischen Ansätzen vorzustellen.Beispiele: Verfilmt wurden Romane von Autoren/Autorinnen des 20. Jahrhundert wie Kan Kikuchi (1888-1948), selbst Chef des großen Filmstudios Daiei, Yasunari Kawabata (1899-1972, Literaturnobelpreis 1968), Fumiko Hayashi (1904-1951), Sawako Ariyoshi (1931-1984). Der Drehbuchautor und Szenarist Toshio Yasumi ist zwischen 1937-1976 allein mit fast 100 verfilmten Titeln vertreten. Gerade auch Regieroutiniers haben sich immer wieder mit jun-bungaku auseinandergesetzt (zu nennen sind hier etwa: Tadashi Imai (1912-1991), Umeji (= Umetsugu) Inoue (1923- ), Keisuke Kinoshita (1912-1998), Yasuzô Masumura (1924-1986), Noboro Nakamura (1913-1981), Shirô Toyoda (1906-1977) und Kozaburo Yo ... [weiterlesen]
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Kinofizierung

... mit einer konstitutiven Veränderung der jeweiligen Kunstform einher. Im kinofizierten Theater zerfällt die Einheit des Dramas in einander schroff sich ablösende und weitgehend autonome Episoden-Stücke. Die kinofizierte Literatur zeichnet sich aus durch eine Ästhetik der unmotivierten Präsentation von Material und eine zur Sujetlosigkeit tendierende montagehafte Syntax. Für das Kunstsystem insgesamt bedeutet Kinofizierung eine Verschiebung des Stellenwerts und der Interrelationen der einzelnen Kunstformen. Die damit einhergehende Bildung von Mischgattungen führt zu synkretistischen Formen, aus denen selbst wiederum sekundär eine Wiederherstellung der Spezifik der entsprechenden Kunstformen resultiert.(2) Die Ki ... [weiterlesen]
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Leitmotiv

... ;bertragen auf alle Ausdrucksmittel, die in der Weise des musikalischen Leitmotivs eingesetzt werden (Elemente oder Sequenzen des Sound, wiederkehrende Muster der Bildkomposition oder der Auflösung, Dialogstücke und anderes mehr). Immer geht es darum, durch die formale Verwandtschaft der „Motive“ auf inhaltliche Beziehungen aufmerksam zu machen. So findet sich in Truffauts Jules et Jim (1961) dreimal eine sehr schnelle Bildfolge auf ein weibliches Gesicht (Dias einer Statue, quasi-subjektive Aufnahmen bei der Besichtigung der Skulptur, Aufnahmen der späteren Hauptfigur), die die reale Figur in eine Reihe mit künstlerischen Bildern des Weiblichen stellt und sie als ein Faszinosum ausweist, das die Helden der Handlung sonst nur unter Objekten der Kunst gefunden haben.Literatur: Boekhorst, Peter te: Das literarische Leitmotiv und seine Funktionen in Romanen von Aldous Huxley, Virginia Woolf und James Joyce. Frankfurt [...]: Lang 1987. – Borchardt, Edith: Leitmotif and Structure in Fassbinder’s Effie Briest. In: Literature/Film Quarterly 7,3, 1979, S. 201-207. – Klimke, Christoph: Kraft der Vergangenheit. Zu Motiven der Filme von Pier Paolo Pasolini. Frankfurt: Fischer 1987. ... [weiterlesen]
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Arrangeur

engl.: arrangerEin Arrangeur ist jemand, der Musik für eine Filmmusik adaptiert oder orchestriert. Oft sucht er die Gegenthemen aus, die das zentrale Thema im Film kontrastieren. In der Hochphase des Hollywood-Films wurde fast immer Orchestermusik als Filmmusik eingesetzt; dazu war es nötig, Stücke, die als Kammermusik oder für kleineres Ensemble konzipiert waren, für eine Orchesterfassung umzukonzipieren. Viele der Studioko ... [weiterlesen]
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prop

... zehrt werden) rechnen dazu. Hand props werden solche Requisiten genannt, die der Akteur in die Hand nehmen kann. Requisiten, die im Verlauf der Handlung eingesetzt werden, werden action props genannt. Kleidungsstücke werden gemeinhin als dressing props bezeichnet. Actor props sind die Requisiten, die am Darsteller zum Einsatz kommen und entsprechend in ihrer Größe und ihrem Gewicht der Körperlichkeit des Schauspielers angepasst sein müssen. Die breakaway parts einer Innendekoration werden für die Zerstörung im Lauf der Handlung vorbereitet.Für die Beschaffung all dieser Objekte ist der Requisiteur (property master) zuständig; ihr Arrangement auf der Bühne obliegt dem Dekorateur (set dresser).  ... [weiterlesen]
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Tüll

engl. manchmal: gaute shotTüll ist – neben Gaze und Pergament, Fallschirmseide und transparenten Kunststoffen – eine sehr einfache und preisgünstige Möglichkeit, das Licht weicher zu machen. Dabei werden Tüllstücke vor die Lichtquelle gehängt. ... [weiterlesen]
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Pastiche

... denster Vorlagen, die dem Postmoderne-Kino zugerechnet werden (wie Dead Men Don‘t Wear Plaid, 1981, Blade Runner, 1982, Raising Arizona, 1987), bedienen sich der Formen des Pastiche.(2) Ein Werk, das aus Stücken anderer Werke komponiert wurde, wird als „Potpourri“ oder – seltener – als „Pastiche“ bezeichnet. Derartige Filme bilden einen Sonderfall des Found-Footage-Films.(3) Derjenige, der Pastiche-Werke herstellt (gleichgültig, ob durch Kompilation oder durch Nachahmung), wird manchmal „Pasticheur“ genannt.Literatur: Hempel, Wolfgang: Parodie, Travestie und Pastiche. In: Germanisch-Romanische Monatsschrift 15, 1965, S. 150-176. – Hausheer, Cecilia / Settel, Christoph (Hrsg.): Found Footage Film. Luzern: VIPER / Zyklop Vlg. 1992. – Jameson, Frederic: Postmodernism and consumer society. In: The anti-aesthetic. Essays on postmodern culture. Ed. by Hal Foster. Port Townsend: Bay Press 1983, S. 111-125. Repr. 2002. Auch in: Postmodernism and its discontents. Ed. by E. Ann Kaplan. London: Verso 1988. – Kellner, Douglas: Media culture. London: Routledge 1995. ... [weiterlesen]
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Dokumentarspiel

... lfilmabteilungen belegt die Tatsache, dass die wichtigsten dieser „szenischen Berichte“ noch vor ihrer Bühnenpremiere als Dokumentarspiele ausgestrahlt wurden, beispielsweise Heinar Kipphardts Stücke „In der Sache J. Robert Oppenheimer“ (HR 1964) und „Die Geschichte des Joel Brand" (WDR 1964) oder „Die Ermittlung“ von Peter Weiss (WDR 1966). Die spielerische Behandlung vergangener Themen ist bis heute eine der großen Fernsehgattungen geblieben – erinnert sei an die auch formal Neuland betretenden Arbeiten Heinrich Breloers (Einmal Macht und zurück..., 1995; Das Todesspiel, 1996; Die Manns, 2001). Literatur: Neubauer, Franz: Geschichte im Dokumentarspiel. Paderborn/München/Wien/Zürich: Schöningh 1984 (Geschichte, Politik und Massenmedien. 2.). – Paget, Derek: True stories? Documentary drama on radio, screen and stage. Manchester [...]: Manchester University Press 1990.  ... [weiterlesen]
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Bibelfilm

... us, 1999, Kevin Connor), die Geschichte der zehn Gebote (The Ten Commandments, 1923, Remake 1956, Cecil B. DeMille) etc. von der Stummfilmzeit an immer wieder verfilmt worden sind (einschließlich mancher Stücke, die durch die Bibel nur angeregt sind, wie z.B. The Green Pastures, 1936, Marc Connelly, William Keighley; The Prodigal, 1955, Richard Thorpe). Doch erst der Produzent Dino de Laurentiis unternahm es in den 1960er Jahren, die Bibel als Kette von Filmen zu adaptieren (darunter Barraba, 1961, Richard Fleischer; The Bible, 1966, John Huston). Roberto Rossellini versuchte, in insgesamt fünf Teilen, die er „didaktische Fernsehfilme“ nannte, die Geschichte der Apostel zu erzählen – Atti degli Apostoli (1968). Die amerikanische Episodenserie The Greatest Heroes of the Bible (1978/79, 6 Folgen) folgte, bis der deutsche Produzent Leo Kirch die bis heute wohl ambitionierteste Bibelverfilmung in Auftrag gab – Die Bibel wurde in insgesamt 12 Teilen zwischen 1993 und 2000 realisiert.Literatur: Campbell, Richard / Pitts, Michael:) The bible on film. A checklist 1897-1980. Metuchen, N.J.: The Scarecrew Press 1981. – Babington, Bruce, and Peter William Evans: Biblical Epics: Sacred Narrative in the Hollywood Cinema. Manchester: Manchester University Press 1993. – Runions, Erin: How hysterical. Identification and resistance in the Bible and film. London: Palgrave Macmillan 2003. ... [weiterlesen]
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Fragment

von lat. fragmentum = das BruchstückDer Begriff kann (1) Bruchstücke ursprünglich vollständiger Filme meinen, (2) allgemeiner unabgeschlossene Filme überhaupt, also auch solche, die es nie anders als in unvollständiger Form gab. Gründe für Fragmentizität können auf Produktions-, Rezeptions- und Konzeptionsebene liegen. Zu den produktionsabhängigen Faktoren gehören– der Wechsel oder Ver ... [weiterlesen]
174.

library sound

Vorproduzierte Musikstücke oder Toneffekte, die für die Vertonung oder Synchronisation von Filmen benutzt werden. ... [weiterlesen]
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Prestige-Film

Als „Prestige-Filme“ werden gelegentlich Filme bezeichnet, durch die sich ein Studio auszeichnet und die gewissermaßen die Glanzstücke der Produktion sind. Sie dienen dazu, die öffentliche Reputation der Studios zu erhöhen und ihre ökonomische und insbesondere kulturelle Bedeutsamkeit zu unterstreichen. Citizen Kane (1940) war für die RKO-Studios ein solcher Film, A Midsummer Night's Dream (1935) einer f&uum ... [weiterlesen]
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Schachtelkino

... s in Deutschland gilt Heinz Riech, der 1972 die Ufa-Kinos übernahm. Er begann, die großen Säle und Foyers in kleinere Einheiten bis hin zu Kleinstkinos mit nur 20 oder 30 Sitzplätzen zu zerstückeln, so dass in demselben Gebäude mit nur wenig mehr Personalaufwand deutlich mehr Filme gezeigt werden konnten. Zudem wurden die meisten Center als Verzehrkinos geführt. Balkone wurden abgetrennt und in kleine Kinos verwandelt, Säle im Souterrain ausgebaut. Mit dem Aufkommen der Multiplex-Kinos ausgangs der 1980er und anfangs der 1990er Jahre wurden die meisten Schachtelkinos wieder geschlossen – sie konnten den qualitativen Vergleich hinsichtlich der Qualität der Sitzplä ... [weiterlesen]
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Entwicklungskosten

engl.: development moneyGelder, die der Produzent vor Beginn der Dreharbeiten für die Entwicklung des Projektes ausgibt, z.B. für: – den Erwerb einer Option auf den Kauf der Verfilmungsrechte eines Stückes, Buches oder einer anderen kreativen Arbeit;– den endgültigen Kauf eines Verfilmungsrechtes;– ein Honorar für die Stoff- und Drehbuchentwicklung;– Kosten für die Erstellung des Budgets, Erarbei ... [weiterlesen]
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Center-Lautsprecher

... tsprechern ist zur Erzielung eines ausgewogenen Klangbildes von größter Bedeutung. Deshalb wird vor allem bei Heimkino- und -videoanlagen empfohlen, sie aus derselben Baureihe eines Herstellers zu bestücken.(2) Im 6.1-System ist ein eigener Rück-Kanal-Center vorgesehen, der nicht – wie die beiden Rückkanäle – seitlich im Hörraum, sondern tatsächlich im Rücken des Zuschauers installiert wird. Er dient allerdings nur zur Perfektionierung des akustischen Raumeindrucks, nicht als Haupt-Tonquelle wie der Front-Center. Darum werden hier sogar miniaturisierte Satelliten-Lautsprecher eingesetzt. ... [weiterlesen]
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Passionsgeschichte

... Werken). Im Bereich der Pop-Musik nahm sich beispielsweise das Musical Jesus Christ Superstar der Thematik an. Ebenso dient die Passionsgeschichte seit dem Spätmittelalter als Vorlage für Bühnenstücke (Passionsspiel). Im Subgenre des Bibelfilms setzt die Leidensgeschichte des Erlösers den zentralen dramaturgischen Rahmen. Immer wieder kommt es dabei zu Protesten, wenn beispielsweise die Kreuzigungsszene besonders realistisch (The last temptation of Christ, USA 1988, Martin Scorsese; The Passion of the Christ, USA 2004, Mel Gibson) dargestellt oder die Figur des Jesus mit starken politischen Facetten versehen wird (Golgatha, Frankreich 1934, Julien Duvivier; Il Vangelo Secondo Matteo, Italien 1964, Pier Paolo Pasolini). Komödiantische Verwertung fand die Passionsgeschichte beispielsweise in Filmen wie The Life of Brian (Grloßbritannien 1979, Terry Jones) oder in Das Gespenst (BRD 1984, Herbert Achternbusch) – nicht, ohne auch hier für Debatten zu sorgen.Literatur: Backhaus, Knut: Die Passion Christi und ihr Publikum. Ein Film, vier Evangelien und das Schauspiel eines Sterbenden. In: Münchener theologi ... [weiterlesen]
180.

Nollywood

... or und Melodram, Musical und „telenovela“, zuweilen technisch und handwerklich eher krude. Geschichtlich geht diese Form der Produktion auf die abgefilmten und teils sehr erfolgreichen Wandertheaterstücke aus den 1970ern zurück, die zunächst noch auf 35mm, später dann auf 16mm und seit 1988 auch auf Video realisiert wurde. Dennoch konnte sich die Distribution über Video erst mit den Einschränkungen durch die Militärdiktatur durchsetzen. Durch Ausgangssperren und die unsicheren Verhältnisse mussten die meisten Kinos schließen, das Sehen von Filmen beschränkte sich so notgedrungen auf den heimischen Videorekorder.Kostengünstig in der Produktion, mit einem funktionierenden Vertriebsnetz und durchaus profitabel, war es vor allem der Volksgruppe der Igbo vorbehalten, Marktführer in diesem Segment zu werden. Doch auch die Haussa und Yoruba besitzen eine eigene Produktion, die aber meist auf ihre eigenen Volksgruppen zielt.Neben der Ölindustrie hat sich die Nollywood-Filmproduktion mit 125.000 Arbeitsplätzen inzwischen gar zum zweitwichtigsten Industriezweig des Landes entwickelt. Auch in Amerika und Europa sind Nollywood-Filme inzwischen in Afro-Shops zu haben.Literatur: Adejunmobi, Moradewun: Foreign languages, local audiences. The case of Nigerian video film in English. In: Vernacular palaver. Imaginations of the local and non-native languages in West Africa. Clevedon [England]/Buffalo: Multilingual Matters 2004. – Haynes, Jonathan: Nigerian Cinema: Structural Adjustments. In: Research in African Literatures 26,3, Fall 1995, S. 97-119. - Haynes, Jonathan / Okome, Onookome: Evolving Popular Media: Nigerian Video Films. In: Research in African Literatures 29,3, Fall 1998, S. 106-129. – Oha, Obododimma: The visu ... [weiterlesen]
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Kabuki

... Drastik und dramaturgisch wirkungsvollen Einsatz von Schaueffekten, Mimik und stilisierten Emotionen.Bereits die ersten japanischen Filme waren bühnennahe Versionen bzw. Adaptionen von klassischen Kabuki-Stücken und behandelten neben der immer wieder neu bearbeiteten Samurai-Thematik auch Motive aus dem Leben in der modernen Großstadt. Die politisch und kulturell gewollte, weitgehende Abkopplung von westlichen Traditionen des Filmemachens zwang die japanischen Regisseure, eine weitgehend eigenständige Filmsprache zu entwickeln. Zu den ursprünglichen Konventionen des Kabuki-Theaters wie auch der Filme im Kabuki-Stil gehörten auffällige Eigenheiten wie z.B. die onnagat oder oyama genannten Männer, die die Frauenrollen spielten und dabei als Männer zu erkennen blieben, und das System ... [weiterlesen]
182.

Versetzstücke

In der Szenendekoration werden die außer den Soffitten und Kulissen benötigten beweglichen Dekorationsteile – wie Bäume, Möbel, Felden – als „Versetzstücke“ bezeichnet.  ... [weiterlesen]
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Frontier Films

... ied geführt). Zur selbsterklärten Aufgabe gehörte es, die reiche Vielfalt des Alltagslebens in den USA zu dokumentieren und zu dramatisieren. Zunächst sollte neben der Verfilmung von Theaterstücken die linke Wochenschau The World Today, die Nykino 1936 vorgestellt hatte, produziert werden. Beides wurde aber wegen Unterfinanzierung nicht realisiert. Heart of Spain (1937, Herbert Kline, Charles Korvin) war eine Kompilation von Aufnahmen aus dem spanischen Bürgerkrieg, China Strikes Back (1937, Harry Dunham) basierte auf Szenen, die Harry Dunham in Nordwest-China aufgenommen hatte; aus finanziellen Gründen und aufgrund der Zuwendung von Eleanor Roosevelt entstanden Filme wie History and Romance of Transportation (1939) zur Weltausstellung des Jahres oder White Flood (1940, David Wolff, Robert Stebbins, Lionel Be ... [weiterlesen]