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Absteiger

Figur im Spielfilm, die durch äußere Umstände zum Außenseiter wird und innerhalb des sozialen Hierarchiegefüges absteigt. Diese Abwärtsbewegung bestimmt den dramaturgischen Bogen des Films und wird typischerweise durch eine Reihe passender Motive angereichert: In der Regel verlässt die Figur berufliche und/oder familiäre Bindungen, oft hat sie mit Sucht und Drogen zu kämpfen oder wird als gefallene Frau zum gesellschaftlichen misfit. Gelegentlich wird jedoch der Abstieg als erfolgreicher Einstieg in andere Lebenszusammenhänge erzählt, wodurch die Figur Züge der Aussteiger oder Aussteigerin erhalten kann. Dagegen bewegt sich der Outlaw außerhalb des Gesetzes; sein Außenseitertum ist weniger auf soziale, sondern mehr auf juristische Faktoren zurückzuführen. Die Aufsteiger-Figuren sind gewissermaßen das Gegenkonzept zum Absteiger. Beispiele sind zahllos, bildet doch der signifikante Einschnitt in den sozialen Zusammenhang, den Lebensentwurf einer Figur oder der Gewinn oder Verlust an Reichtum, Klassenlage u.ä. eines der wichtigsten dramaturgischen Arsenale an Motiven und Stoffen. Dazu rechnet die im 18. Jahrhundert spielende Geschichte des Glücksritters Barry Lyndon (1975, Stanley Kubrick) ebenso wie Erich von Stroheims Geschichte der fatalen Bindung eines Mannes an eine ehrgeizige und dominante Partnerin, die in Ruin und Mord endet (Greed, 1925), oder auch Agnès Vardas Sans toit ni loi (1985), der von einer vagabundierenden jungen Frau erzählt, die alle bürgerlichen Bindungen verloren hat.

Referenzen