Metainformationen zur Seite

Absurdismus

Als literaturwissenschaftlicher Terminus geht der Begriff absurd auf die Philosophie des Existentialismus im Frankreich der 1950er Jahre zurück (Sartre, Camus u.a.) und bezieht sich auf die Texte des „absurden Theaters“ (théâtre de l'absurde), in deren Zentrum die Sinnlosigkeit der menschlichen Existenz an sich steht. Absurde Filme nehmen eine ähnliche Haltung ein, sind außerdem mit den Anforderungen der Logik (z.B. Widerspruchsfreiheit) nicht zu vereinbaren und/oder sie schildern Sachverhalte, die mit den Mitteln der Vernunft nicht zu begreifen sind. Auf der Ebene der Narration werden Konventionen der Kausalität und Chronologie sowie andere Ordnungsprinzipien außer Kraft gesetzt mit dem Ziel, den irrationalen Zustand der Welt zu charakterisieren. Beispiele sind so unterschiedliche Filme wie Der neue Schreibtisch (Karl Valentin, 1914), Horse Feathers (Norman Z. Leonard, 1932), J‘irai comme un Cheval fou (Fernando Arrabal, 1978) oder Brazil (Terry Gilliam, 1984).
Entgegen den Texten des Absurdismus hat die Groteske einen tendenziell politischen und weniger philosophischen Anspruch und stellt außerdem die Sinnhaftigkeit menschlicher Existenz nicht in Frage. Anders gelagert ist auch die Anarchokomödie, deren Handlung zwar Anarchisches zeigt, die als Struktur jedoch immer im Bereich des Logischen und Kohärenten bleibt. Schließlich verzichtet der Klamauk, die schiere Alberei, ganz auf philosophische Tendenzen.

Literatur: Esslin, Martin: Das Theater des Absurden: von Beckett bis Pinter. Reinbek: Rowohlt 1991 (Rowohlts Enzyklopädie . 414.). Zuerst 1965; zahlr. andere Ausg. – Haug, Wolfgang Fritz: Kritik des Absurdismus. 2., überarb. Aufl. Köln: Pahl-Rugenstein 1976. – Kofler, Leo: Abstrakte Kunst und absurde Literatur. Ästhetische Marginalien. Wien [...]: Europa-Vlg. 1970.