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Advertorial

kofferwort aus engl.: advertisement = Anzeige + editorial = Leitartikel; gelegentlich auch engl.: adverticle (advertisment + article); dt. gelegentlich Publireportage

Ein Advertorial ist die redaktionelle Aufmachung einer Werbeanzeige, die den Anschein eines redaktionellen Beitrages erwecken soll. Es zählt zu den Werbeformen, die nicht eindeutig der Werbung oder der Öffentlichkeitsarbeit zugeordnet werden können. Es spekuliert mit der erhöhten Aufmerksamkeit von Lesern oder Zuschauern, wenn sie den Werbeinhalt innerhalb ihres gewohnten redaktionellen Umfeldes erhalten.
Nach deutschem Presserecht und dem deutschen Pressekodex müssen redaktionelle Inhalte und Werbung klar getrennt werden und Advertorials als Anzeigen gekennzeichnet sein müssen. Dies wird in der Praxis aber so umgangen, dass sie schwer erkennbar sind. Satiremagazine wie die Titanic parodieren die Praxis des Advertorialisierens, indem sie redaktionelle Beiträge als Werbung markieren.

Literatur: Kim, Bong‑Hyun / Pasadeos, Yorgo / Braban, Arnold: On the Deceptive Effectiveness of Labeled and Unlabeled Advertorial Formats. In: Mass Communication & Society 4,3, 2001, S. 265‑282. – Köberer, Nina: Advertorials in Jugendprintmedien. Ein medienethischer Zugang. Wiesbaden: Springer VS 2014. – Schirmer, Nicolai: Qualitative Bewertung von Werbung im Umfeld iTV (interactive television). Bestandsaufnahme, Analyse und Perspektiven des deutschen Marktes. Bochum: Projekt Verlag 2006.