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Agfacolor

Afgacolor war das erste Negativ-Positiv-Verfahren für 35mm-Film, der drei Farbschichten im Tripack verwendete. Das von den Afga-(I.G.-Farben-)Werken in Wolfen im April 1935 zum Patenten angemeldete Verfahren zu diffusionsechten Farbkupplern erlaubte zum ersten Mal die Produktion eines Farbfilms in mehreren Schichten, anstatt die bisher bekannten Linsenraster-, die älteren additiven Verfahren oder die bei Technicolor eingesetzte Strategie der Farbauszüge einzusetzen. Schon 1937 entstand ein erster Kurzspielfilm, allerdings noch auf Umkehrfilm gedreht, gefolgt von dem auf Negativfilm produzierten Film Ein Lied verklingt, der im April 1939 seine Premiere erlebte. Der erste abendfüllende Spielfilm, Frauen sind doch bessere Diplomaten wurde im selben Sommer gedreht, konnte aber wegen des deutschen Angriffskriegs erst im Oktober 1941 aufgeführt werden. Das Ufa-Prestigeprojekt Die Abenteuer des Baron Münchhausen (1942, Josef von Baky) wurde zum größten Erfolg der Zeit. Nach dem Krieg wurde die Produktion von Afgacolor-Filmmaterial in Leverkusen wiederaufgenommen, da das Werk in Wolfen zur SBZ (der späteren DDR) gehörte: Erst 1950 entsteht wieder ein Afgacolorfilm – Schwarzwaldmädel, der von 16 Millionen Zuschauern gesehen wurde und die schöne, bunte Welt des Heimatfilms in die BRD einführte.

Literatur: Koshofer, Gert: Die Agfacolor-Story. In: Weltwunder der Kinematographie – Beiträge zu einer Kulturgeschichte der Filmtechnik 5, 1999, S. 7-24.
 

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