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Agfa-Pantachrom

1938/1939 praktisch eingesetztes dreifarbiges Kombinationsverfahren auf der Basis in den 1930er Jahren in Deutschland bewährter Verfahren: Für die Aufnahmen wurde ein spezieller Bipack, bestehend aus einem Linsenrasterfilm (ähnlich dem Agfacolor-Linsenraster-Schmalfilm) für die blauen und grünen Farbauszüge als Frontfilm und einem rotempfindlichen Film als Rückfilm benutzt. Der Kopierfilm (Agfa Tripo Typ III) besaß auf einer Seite des Schichtträgers zwei wie bei Gasparcolor nach dem Silberfarbstoff-Bleichverfahren zu verarbeitende Farbschichten (Gelb und Purpur) und auf der anderen Seite eine wie bei Ufacolor nach dem Tonungsverfahren in Eisenblau einzufärbende Schicht. Der umkehrentwickelte Frontfilm des Bipacks wurde auf die Doppelschichten, der negativentwickelte Rückfilm auf die Einzelschicht des Kopierfilms belichtet. Pantachrom stand im internen Wettbewerb mit dem gleichzeitig von Agfa ausgearbeiteten Agfacolor-Verfahren und musste nach Einsatz für einige Dokumentar- und Werbefilme der UFA diesem weichen. Die vorhandenen Pantachrom-Filme haben sich allerdings farblich im Unterschied zu Agfacolor als sehr stabil erwiesen.

Literatur: Cornwell-Clyne, Major Adrian: Colour Cinematography. 3. Aufl. London: Chapman & Hall 1951, S. 578-580. – Finger, Ehrhard: Der Linsenraster Bipack - das Agfa Pantachromverfahren. In: Die Filmfabrik Wolfen. Aus der Geschichte (Hrg.: Industrie- und Filmmuseum Wolfen e. V.), 11 (o.J.), S. 40-52. – Koshofer, Gert: Die Agfacolor Story. In: Weltwunder der Kinematographie (Hrg. Joachim Polzer) 5, 1999, S. 14-15.