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All-Star-Picture

manchmal auch: all star cast

Filme, deren Attraktion unter anderem darin besteht, dass sie mit ungewöhnlich vielen Stars aufwarten, nennt man gemeinhin all-star-pictures. Aufsehenerregend ist dabei nicht nur die Menge an Stars, sondern auch der Umstand, dass sie oft selbst Nebenrollen besetzen oder gar in Cameo-, Kurz- und Nebenauftritten erscheinen, in denen sie nicht selten sich selbst spielen.
Das All-Star-Picture formierte sich historisch in den 1950er Jahren als eine der Ausprägungen eines Kinos, dessen Produktionswerte allenthalben spürbar sein sollten, in das die Studios ihre Vertragsstars massiert einbrachten (von Around the World in Eighty Days, 1956, bis zu Judgement at Nuremberg, 1961). Bevorzugte Genres wurden der Monumental-, Kriegs- und Katastrophenfilm, aber auch Whodunits à la Agatha Christie sind als All-Star-Filme besetzt (Murder on the Orient Express, Sidney Lumet, USA 1974). Insbesondere der oft in epischer Breite erzählte Kriegsfilm der 1960er und 1970er Jahre nutzte das All-Star-Prinzip, um seine Geschichten multi-episodal vorzutragen, ohne Protagonisten im engeren Sinne, die Geschichte wurde verteilt auf viele Akteure, Handlungslinien, Orte (War and Peace, King Vidor, Mario Soldati, USA/Italien 1956; The Longest Day, Ken Annakin, Andrew Marton, Bernhard Wicki, USA 1961; A Bridge Too Far, Richard Attenborough, Großbritannien 1976).
Als Erzählmuster bieten sich neben der Darstellung so komplexer Handlungszusammenhänge wie einer militärischen Aktion eine ganze Reihe anderer Motive an – die Schicksalsgemeinschaft, das Figurenmosaik sowie das Gruppenporträt. Als eigene Kunstform betrieb Robert Altman den All-Star-Film, den er ebenso als multi-episodales wie multi-protagonales Prinzip ausführte (Nashville, 1975; A Wedding, 1978; Prêt-à-Porter, 1994; Gosford Park, 2001).