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Ambience

von frz. ambience = Atmosphäre; engl.: ambience, ambient sound; manchmal auch atmospherics; dt.: atmosphärischer Sound, Territorialsound

Tonaufzeichnung allgemeiner Umweltgeräusche. Meist ist damit das subtile, isoliert kaum wahrgenommene Hintergrundgeräusch einer Szene wie das Säuseln oder Rauschen von Wind, entferntes Verkehrsgeräusch, Hintergrundstimmen in öffentlichen Räumen und dergleichen mehr gemeint. Ambience-Ton wird meist separat von Dialog- und Effektaufzeichnungen behandelt und erst in der abschließenden Tonmischung mit den anderen Tonspuren gemischt. Ästhetisch hat er mehrere Funktionen: Wenn er Dialogen unterlegt ist, entsteht auch dann, wenn das Gespräch pausiert, kein Tonzusammenbruch, weil nur noch Stille zu hören wäre; manchmal steht er in deutlichem Kontrast zum gesprochenen Dialog oder zum Handlungsgeschehen (wenn etwa Streit oder Verzweiflung einem eher bukolisch-friedlichen Umweltgeräusch entgegenstehen); manchmal dient er dazu, der Künstlichkeit und Gemachtheit des Dialogs eine Umwelt-Präsenz und -Realistik entgegenzustellen, die die Darstellung deutlich als nicht-naturalistisch kennzeichnet, gleichzeitig aber Realismusspuren bewahrt. Ambience-Ton wird äußerst selten ausgesetzt – in Momenten subjektiven Tons, in denen der Hörsinn eines Protagonisten ausbleibt, oder in symbolisch wichtigen Szenen wie einer Beerdigungsszene in Tony Richardsons The Loneliness of the Long Distance Runner (1962), in der das Grundgeräusch ausbleibt, als solle die Bedeutung der Szene für den Protagonisten unterstrichen werden. 
 

Referenzen