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Apartheid

Apartheid bezeichnet die zwischen den 1940ern und 1991 gesetzlich institutionalisierte, strikte Trennung zwischen weißer und nichtweißer Bevölkerung in Südafrika auf politischer, kultureller und sozialer Ebene. Heute wird der Begriff manchmal als Bezeichnung rassistischer Segregation verallgemeinert. In den filmischen Darstellungen der Apartheid geht es fast immer um die Konsequenzen der Apartheidspolitik aus der Perspektive der Unterdrückten (die Apartheid selbst wird dann in harscher Systemkritik politisch und moralisch verurteilt).

Filme aus der Zeit der Apartheid sind relativ selten (wie etwa Cry the Beloved Country, Großbritannien 1951, Zoltan Korda, [neuverfilmt: 1974, Daniel Mann] oder  Come Back, Africa, USA/Südafrika 1959, Lionel Rogosin) und formulieren fast ausnahmslos eine scharfe Kritik an der Politik des südafrikanischen Regimes. Seit seinem Ende ist die Thematik aber vielfach filmisch behandelt worden. Bekanntestes Gesicht der Anti-Apartheid-Bewegung in Südafrika ist Nelson Mandela, dessen Biographie in zahlreichen fiktionalen und dokumentarischen Formen behandelt wurde (etwa in Mandela (Südafrika/USA 1996, Angus Gibson, Jo Menell)) und der fast wie eine symbolische Verkörperung der Aufhebung der Rassentrennung auch in anderen Filmen auftritt (wie z.B. in dem Nach-Apartheidsfilm Invictus, USA 2009, Clint Eastwood). Auch anderen Figuren der Anti-Apartheidsbewegung wie Steve Biko (in Cry Freedom, Großbritannien 1987, Richard Attenborough) wurden filmische Denkmäler gesetzt. Daneben finden sich Filme über die Aufarbeitung der Taten einer rassistischen Polizei (Red Dust, Südafrika/Großbritannien 2004, Tom Hooper), Biographien von Freiheitskämpfern (wie A World Apart, Zimbabwe/Großbritannien 1988, Chris Menges, Catch a Fire, USA [...] 2006, Philip Noyce, oder Goodbye Bafana, BRD [...] 2007, Bille August, über den weißen Gefängniswärter Mandelas, sowie Drum, USA/Südafrika 2009, Zola Maseko, über einen schwarzen Journalisten in den 1950ern), das Geschehen vor dem Ende des Apartheid-Regimes (wie in Endgame, Großbritannien 2009, Pete Travis, über eine ANC-Konferenz im Vorfeld des Machtwechsels) sowie Freundschaften und Liebesbeziehungen über Rassengrenzen hinweg (wie etwa in The Power of One, USA 1992, John G. Avildsen, oder schon The Human Factor, Großbritannien 1978, Otto Preminger).

Literatur: Eke, Maureen / Tomaselli, Keyan / Davison, Patricia: Transcending prison as a metaphor of apartheid. In: Visual Anthropology 9,3-4, 1997, S. 285‑300. – Krabill, Ron: Starring Mandela and Cosby: Media and the End(s) of Apartheid. Chicago [#SYMBOL  \f "Symbol"188]: The University of Chicago Press 2010. – Maingard, Jacqueline: South African national cinema. London [...]: Routledge 2007. – Nixon, Rob: Cry white season: apartheid, liberalism, and the American screen. In: The South Atlantic Quarterly 90,3, 1991, S. 499‑529. – Tomaselli, Keyan G.: The cinema of apartheid. Race and class in South African film. New York: Smyrna Pr. [...] 1988.