Metainformationen zur Seite

Australtone

Australtone war ein australisches Sound-on-Disc-System, das am 31.7.1929 im Queen’s Theatre in Crow‘s Nest (Sydney) vorgestellt wurde, kurz nachdem Zeitungen den Beginn des „Tonkrieges“ in Australien angekündigt hatten. Der junge Ingenieur William J. Tighe hatte das Verfahren erdacht; es stand in Konkurrenz zu ähnlichen australischen Verfahren (Raycophone, Markophone, Auditone) und vor allem zu dem marktbeherrschenden Vitaphone-System von Western Electric (mit dem Australtone inkompatibel war). Der Regisseur Arthur Higgins nahm zwölf Filme auf, die mit Musikaufnahmen vorgeführt werden konnten, noch während Tighe an seinem Verfahren arbeitete. Tighe (zusammen mit seinem Cousin [?] Lewis C. Tighe) machte innerhalb von nur vier Wochen sein Verfahren am Markt bekannt; da es der kleinen Firma aber an Rückhalt in der Film- bzw. Kinoindustrie mangelte, vor allem die kleineren Kinos das System nicht installierten und zudem Filme ausblieben, die als Australtone-Filme gespielt werden konnten, kam es zur Krise. Ende 1929 begannen die Filmproduzenten Australphone zu boykottieren. Tighe wich noch auf die australischen Provinzen aus, doch wurde das Verfahren 1933 endgültig eingestellt.

Literatur: Yecies, Brian M.: Failures and successes: local and national Australian sound innovations, 1924‑1929. In: Screening The Past: An International, Refereed, Electronic Journal of Visual Media and History, 16, 2004 (Research Papers).