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Azetatfilm

manchmal auch: Acetatfilm

Unter Azetatfilm versteht man ein Filmträgermaterial, das nicht selbst entflammbar ist wie der Nitrofilm. Deshalb nennt man es auch Sicherheitsfilm. Das Trägermaterial besteht aus Zellulose (Zellstoff), das chemisch behandelt wurde. Erste Versuche fanden 1899 statt. 1908 brachte die amerikanische Firma Eastman Kodak, 1909 die französische Gesellschaft Pathé Di-Azetatfilm auf den Markt, welches jedoch wegen seiner Mängel (Emulsion haftete schlecht auf Träger, schnelles Verkratzen) im professionellen Bereich abgelehnt wurde. Ab 1912 vertrieb Pathé belichtete 28mm-Filme (genannt Pathé Kok in Frankreich, Pathéscope in England und den USA) für den Heimbedarf auf Sicherheitsfilm. 1922 kam mit Pathé-Baby der 9,5mm-Azetatfilm in die Wohnstuben (der bis in die 1950er Jahre beliebte 9,5mm-Rohfilm für Amateuraufnahmen (Umkehrfilm) gelangte 1924 in den Handel). 1923 folgte Eastman Kodak mit dem 16mm-Format. In den 1930er Jahren entwickelten Kodak und Gevaert (Belgien) den Tri-Azetat-Film, der im Gegensatz zum Di-Azetatfilm (der noch Flammen entwickelt) nicht mehr brennt, sondern bei Feuer allein schmilzt. Kodak setzte ab 1951 nur noch Tri-Azetat bei der Produktion von 35mm-Material ein, so dass der Sicherheitsfilm auch im Kino Einzug erhielt. Bei schlechter Lagerung entwickelt Azetatfilm das Essigsäuresyndrom.
 

Referenzen