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Balboa Films

Die Balboa Amusement Producing Company nahm am 23.5.1913 ihre Arbeit auf. Sie übernahmen Studios in Long Beach, die ursprünglich J. Searle Dawley von der Edison Manufacturing Comp. gebaut hatte. Herbert M. Horkheimer, der als Kartenabreißer im Zirkus in das Unterhaltungsgewerbe eingestiegen war, war der Präsident der neuen Gesellschaft, sein Bruder Elwood der Geschäftsführer. 1914 schloss die Firma einen Vertrag mit der Box Office Attractions Company, die alle Balboa-Filme verlieh; später folgten Fox Pictures und Pathé. Horkheimer gelang es, nicht nur namhafte Regisseure wie William Desmond Taylor, Ruth Roland, Henry King und Thomas Ince, sondern auch Stars wie Roscoe „Fatty“ Arbuckle oder Baby Marie Osborne an die Firma zu binden. Das Studio entwickelte neue Techniken der Nachtaufnahme und der Viragierung, machte sich vor allem auch um die Verbesserung der Studioausrüstung, der Lagerhaltung, der Pflege der Garderoben verdient. Die Produktivität und Effektivität des Studiomanagements mag man daran ablesen, dass gleichzeitig bis zu 10 Filmfirmen in den Studios kooperierten. Noch 1917 reklamierte Horkheimer, Balboa besitze das größte Glaushaus-Studio der Branche. Doch schon 1918 kehrte er der Filmindustrie den Rücken zu, übergab am 25.5.1918 das Studio seinen Gläubiger-Banken. Die Master Pictures Corporation übernahm 1919 den Studiokomplex, der 1923 endgültig geschlossen wurde.

Literatur: Jura, Jean-Jacques / Bardin II., Rodney Norman: Balboa Films. A History and Filmography of the Silent Film Studio. Jefferson, NC: McFarland 1999.