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bäuerliches Leben

Motiv, das beschreibende Einblicke in das Landleben bietet. Der filmische Fokus gilt der Milieustudie und damit oft auch der Analyse von sozialen Konflikten, die die bäuerliche Existenz spezifisch betreffen, sei es das schwierige Verhältnis von Modernisierung und Technisierung bäuerlicher Arbeit, sei es die jahrzehntealte Ungerechtigkeit von Besitzverhältnissen.
Bäuerliches Leben wird in Form der Idylle im Heimatfilm und insbesondere im Rahmen der Blut-und-Boden- Ideologie des Nationalsozialismus idealisiert und als Gegenentwurf zur städtischen Zivilisation ideologisch überfrachtet. Narratologisch und dramaturgisch gibt es eine Affinität zur historischen Familiensaga, rustikalen Komödie und zum Schwank. Einen deutlich spröderen Tonfall schlägt dagegen der neue Heimatfilm an, der auf Romantisierungen des Motivs weitestgehend verzichtet. Daneben ist die Beschreibung bäuerlichen Lebens vor allem Gegenstand des (Humanitären) Dokumentarfilms, sowohl in seinen sozialkritischen wie in seinen konservativ-kulturfilmhaften oder ethnografischen Varianten.

Beispiele: A Corner in Wheat (USA 1909, David Wark Griffith); Generalnaja Linja (UdSSR 1926–1929, Sergej Eisenstein); Die goldene Stadt (Deutschland 1942, Veit Harlan); Der Erfinder (Schweiz 1980, Kurt Gloor).

Literatur: Le Monde rural au Cinéma. Themenheft der: Cahiers de la Cinémathèque / Revue d‘Histoire du Cinéma (Perpignan) 75, 2004, S. 1-126.

Referenzen