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B-Film

auch: B-Movie, B-Picture; dt. früher manchmal: Zweischlagersystem

Um die fallenden Zuschauerzahlen in den Jahren der amerikanischen Depression nach 1929 aufzufangen, führten die Hollywood-Studios gegen Mitte der 1930er Jahre die double bill-Vorstellungen in ihren Kinos ein. Vorneweg wurde der aufwändig produzierte und kostspielige A-Film mit bekannten Stars und hohem production value gezeigt, danach folgt das billige B-Movie, her- und dargestellt meist von Unbekannten. Als im Oktober 1935 die beiden zu MGM gehörenden Kinoketten RKO und Loew’s die Doppelvorstellung in ihren New Yorker Kinos einführten, begann die Blütezeit des B-Films. Innerhalb eines Jahres war die Doppelvorführung in 75% der amerikanischen Kinos üblich. Nur der ländliche Süden der Vereinigten Staaten blieb davon weitgehend unberührt. Es entstanden kleinere, unabhängige Studios ohne eigene Abspielstätten, wie Monogram und Republic, die sich auf die Herstellung von B-Filmen spezialisierten und besonders im Western-, Horror- und Science-Fiction-Genre beheimatet waren. Typischerweise waren B-Filme relativ kurz (55-75 Min.). Während A-Filme prozentual nach Publikumszahlen abgerechnet wurden, waren die B-Filme für Fixpreise zu haben. Bis 1948, als sich die fünf Major-Studios nach einer Kartellrechtsklage von ihren Kinoketten trennen mussten, währte die Hoch-Zeit der B-Movies, zu deren prominenten Regisseuren u.a. Jacques Tourneur, Curt Siodmak und Roger Corman zählen.
Nach dem Wegfall des Studiosystems wurde der Begriff zu einer (nicht immer gerechtfertigten) qualitativen Beschreibungskategorie. Manche Qualitäten der B-Film-Produktion gingen später in die Fernsehproduktion über, auf die sich gerade kleine Studios nach 1950 konzentriert hatten. Der Zwang zu geringen Kosten und wenig Drehaufwand, Routinen der Darstellung bei gleichzeitiger Offenheit zu Innovation und Experiment: aus ökonomischen Vorgaben macht der B-Film ästhetisches Programm.

Literatur: Cross, Robin: The Big Book of B Movies or How Low Was My Budget. London: Muller 1981. – MacClelland, Doug: The Golden Age of "B" Movies. New York: Bonanza Books 1981.

Referenzen