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bike-cop film

Biker-cop-Filme (auch motorcycle cop-Filme genannt) sind eine Untermenge der Bikerfilme sowie in der Regel auch der Roadmovies. Sie handeln von Polizisten auf Motorrädern. Bis auf wenige Ausnahmen (wie etwa die Pariser Kriminalgroteske Les Motards [Tantchens tolle Neffen], 1959, Jean Laviron) spielen sie auf Straßen in der Weite der Landschaft sonniger US-Staaten wie Kalifornien und Arizona oder, wie die erfolgreiche schwarzweiße Musikkomödie A toda máquina (1954, Ismael Rodríguez), in Mexiko.
Der Biker-Cop ist der legitime Nachfahre von Cowboy und reitendem Marshall, die ältere Einheit von Pferd und Reiter wird zur Verschmelzung von Biker & Bike. Zwar sind Doppelpatroullien möglich, doch bleibt der Kradpolizist ein einsamer Wolf, der aus der Ikonografie der amerikanischen Populärkultur nicht wegzudenken ist. Filmgeschichtlich wirksam wird er sehr häufig als bedrohliche Instanz in einem Spiel von Macht und Ohnmacht inszeniert: In Lederkluft samt Gürtel und Stiefeln, mit Handschuhen, Helm und Sonnenbrille, die die Augen verbirgt, tritt er dem gesetzeslaxen Verkehrsteilnehmer entgegen, der sich nicht ohne Erlaubnis, nur auf Zuruf bewegen darf oder Gefahr läuft, erschossen zu werden.

Unterscheiden lassen sich

(1) eigentliche Polizei(dienst)-Filme, bei denen (a) der klassische Streifendienst per Patrouillenfahrten auf dem Krad im thematischen Mittelpunkt steht (z.B. James William Guercios Electra Glide in Blue, 1973, sowie TV-Serien wie CHiPs, 1977-1983, 139 Episoden; Street Hawk, 1985, 13 Episoden; Die Motorrad-cops: Hart am Limit, 2000-2001, 22 Episoden; nebst deren Mutationen wie Super Force, 1990-1992, 48 Episoden, und Renegade, 1992-1997, 110 Episoden); sowie (b) Bandenunterwanderungs- und Undercoverfilme, bei denen meistens Varianten des good cop-bad cop-Schemas zum Tragen kommen: Double Cross (aka: Motorcycle Squad, 1941, Albert H. Kelley); Motorcycle Gang (1957, Edward L. Cahn); Beyond the Law (1992, Larry Ferguson); Stone Cold (1991, Craig R. Baxley); Miami Beach Cops (1992, James Winburn).
(2) Filme mit Bikercop-Episoden, zu denen Vigilantenzwischenfälle (vigilante cop films), Korruptionsthematik (corrupt cop films) und Mischformen zählen. Hier sind zu nennen: das Dirty-Harry-Sequel Magnum Force (1973, Ted Post) und futuristische Endzeit-Dystopien wie Mad Max (1979, George Miller) oder Judge Dread (1995, Danny Cannon). Robert Altman hat in Short Cuts (1993) dem amerikanischen Bikercop mit der Episode des eifersüchtigen, ehebrecherischen Polizisten Gene Shepard (Tim Robbins) seine Reverenz erwiesen.

Schwer einzuordnen bleibt eine Geschichte wie die des schwer persönlichkeitsgestörten Officer Charlie Baileygates (Komiker Jim Carrey) in der Komödie Me, Myself & Irene (2000, Bobby Farrelly & Peter Farrelly).

Literatur: Shiel, Mark: Banal and magnificent space in Electra Glide in Blue (1973), or an allegory of the Nixon Era. In: Cinema Journal 46,2, 2007, S. 91-116.

Referenzen