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Bild

Umgangssprachlich wird der Ausdruck Bild in sehr unterschiedlichen Zusammensetzungen verwendet, z.B. ist die Rede von Sprachbildern, Menschenbildern, Weltbildern, Vorbildern oder Idealbildern. Als Bilder im engen Sinn gelten flächige (und damit visuell wahrnehmbare), artifizielle und relativ dauerhafte Gegenstände, die in der Regel innerhalb kommunikativer Zusammenhängen eingesetzt werden, um den visuellen Eindruck von Gegenständen, Szenen und Ereignissen in analoger Weise zu vermitteln. In den definitorischen Bemühungen um den Bildbegriff stehen sich perzeptuelle (Boehm 1994) und symboltheoretische (Goodman 1976) Ansätze gegenüber, die entweder die Wahrnehmungs- oder die Zeichenkompetenzen in den Vordergrund stellen. Tendenziell (aber keineswegs notwendig) nehmen die perzeptuellen Bildtheorien ein genuines Entsprechungsverhältnis zwischen Bild und Abgebildetem an, das sich zumindest teilweise aus der internen Struktur des Bildträgers ergibt. Naturgemäß bereiten dieser Position ungegenständliche Bilder einige Probleme. Symboltheoretische Ansätze gehen dagegen davon aus, dass die Bedeutung eines Bildes analog zu sprachlichen Zeichen arbiträr festgelegt wird und entsprechend von soziokulturellen Vorgaben abhängt. In jüngster Zeit verstärken sich die Bemühungen um eine integrale Bildtheorie (Sachs-Hombach 2001).
Obwohl der Film zahlreiche Ordnungs- und Repräsentationsformen (etwa das Auditive oder das Narrative) besitzt, die über den bildtheoretischen Rahmen hinausgehen, lässt er sich als visuelles Medium unter dem Bildbegriff verhandeln. Entsprechend lassen sich die unterschiedlichen bildtheoretischen Positionen auch in der Filmtheorie nachweisen. Dies gilt vor allem für die frühere Filmtheorie bis Mitte des 20. Jahrhundert, die sich durch eine Auseinandersetzung zwischen perzeptuellen und semiotischen Ansätzen auszeichnet. Hierbei diente den perzeptuellen Ansätzen, etwa bei Krakauer oder Bazin, vor allem die Fotografie als Orientierungspunkt, um auch den Film als ein transparentes Medium zu erweisen, das Gegenstände nicht repräsentiert, sondern präsentiert (Carroll 1996, 49-74).

Literatur: Belting, Hans: Bild-Anthropologie: Entwürfe für eine Bildwissenschaft. München: Fink 2001. - Boehm, Gottfried (Hrsg.): Was ist ein Bild? München: Fink 1994. 2. Aufl. 1995. – Carroll, Noël: Theorizing the Moving Image. Cambridge: Cambridge University Press 1996. – Goodman, Nelson: Languages of Art. An Approach to a Theory of Symbols. Indianapolis: Hackett 1976. Zuerst 1968. Dt.: Sprachen der Kunst. Entwurf einer Symboltheorie. Frankfurt: Suhrkamp 1995. – Hopkins, Robert: Picture, Image and Experience. Cambridge: Cambridge University Press 1998. – Lopes, Dominic: Understanding Pictures. Oxford: Clarendon Press 1996. – Sachs-Hombach, Klaus: Bildbegriff und Bildwissenschaft. Saarbrücken: St. Johann 2001. – Sachs-Hombach, Klaus: Das Bild als kommunikatives Medium. Elemente einer allgemeinen Bildwissenschaft. Köln: Herbert von Halem Verlag 2003. – Scholz, Oliver R.: Bild, Darstellung, Zeichen. Philosophische Theorien bildhafter Darstellung. Freiburg/München: Alber 1991.

Referenzen