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Bing AG

eigentlich: Nürnberger Metall‑ und Lackierwarenfabrik Gebr. Bing AG; oft kurz: Bing Werke AG; als Kürzel: BW

Hergestellt durch die Nürnberger Firma Gebrüder Bing AG, die 1866 als Handelsunternehmen gegründet worden war und seit 1879 Spielzeug hergestellt hatte, vor allem durch Laterna-Magica-Projektoren für den Amateurbereich bekannt gewesen war, kamen um 1910 eine ganze Reihe von kombinierten Projektoren auf den Markt, auch als Filmprojektoren eingesetzt werden konnten. Die Apparate waren aus Metall („russisches Eisen“) gefertigt; als Lampe wurde zunächst eine Kerosin-Lampe verwendet; das eigentliche Lampengehäuse trug einen langen, gebogenen Kamin für den Luftaustausch; ab ca. 1915 nutzte man elektrische Lampen, ab 1920 auch im Batteriebetrieb. Die Optik bestand aus einer simplen Kondensor-Linse im Inneren des Projektors und einer Art verschiebbaren Brillenglases zur Scharfstellung der Projektion. Der Apparat wurde von Hand betrieben; für den Filmvorschub wurde ein Malteserkreuz oder auch ein Schläger verwendet, der das Bild jeweils genau ein Kader voranbewegt. Die Apparate kursierten unter verschiedensten Bezeichnungen, wurden zudem oftmals nachgebaut. Die Geräte gab es bei der Einführung bereits zu Preisen zwischen 5,50 und 13 Mark; die ersten 35mm-Filme (wahrscheinlich unter einem Meter Länge) kosteten 40 Pfennige. Es handelte sich meist um schlichte Zeichentrickfilme (später als 16mm- und 8mm-Filme), die seit den 1920ern auf 30m- und 60m-Rollen in Spielzeugläden vertrieben wurden.
Bing stellte die Produktion 1932 in Folge der Weltwirtschaftskrise ein.