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Blattnerphone

Der in Deutschland geborene, in England arbeitende Unternehmer und Erfinder Ludwig Blattner kaufte 1929 die Rechte an dem von Kurt Stille Ende der 1920er entwickelten Drahtton-Verfahren und nannte es Blattnerphone, das er wesentlich weiterentwickelte, so dass es die BBC beispielsweise zur Aufnahme der Rede von Georg V. zur Eröffnung der India Round Table Conference vom 12.11.1930 einsetzte (und das Verfahren bis 1936 weiter verwendete). Obwohl das Verfahren als Stahlbandaufzeichnungstechnik nicht optimal für Musikaufzeichnungen geeignet war, wurde im Broadcasting House der BBC in London eine zweite Maschine installiert. Blattner gründete 1928 das Unternehmen Ludwig Blattner Film Corporation in Borehamwood. Dazu kaufte er die Neptune Studios (nach dem Kauf: Blattner Studios), die sich auf die Vertonung von Filmen spezialisiert hatten. Noch 1928 produzierte er über sein Unternehmen die Kurzfilme Albert Sandler and His Violin (aka: Serenade Schubert) und Teddy Brown and His Xylophone; im Jahr 1929 entstand der Film A Knight in London und 1933 der Film My Lucky Star. 1933 verkaufte Blattner die Blattnerphone-Rechte an Marconi Company, die die Apparatur 1935 als Marconi-Stille Recorder weiterzuentwickeln suchten, der sich jedoch nicht durchsetzen konnte und in den 1940ern durch Magnetband-Aufzeichnungs-Geräte abgelöst wurde.

Literatur: Lafferty, William: The Blattnerphone. An Early Attempt to Introduce Magnetic Recording into the Film Industry. In: Cinema Journal 22,4, Summer 1983, S. 18‑37. – Lafferty, William: The Amazing Blattnerphone. In: American Cinematographer 64,1, Jan. 1983, S. 38‑40, 108‑110.