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Braun'sche Röhre

auch: Braunsche Röhre

Der Physiker Karl Ferdinand Braun stellte 1897 eine Elektronenstrahlröhre vor, in der ein feiner Elektronenstrahl beim Auftreffen auf einen Fluoreszenzschirm einen Leuchtfleck hervorrief. Die Röhre war ein trichterförmiges evakuiertes Glasrohr. Es enthielt im Innern eine „Elektronenkanone“, ein Ablenksystem und einen Leuchtschirm. Der Elektronenstrahl, der die Glühkathode verlässt, strömt durch eine Lochblende (die Anode); zwei sich rechtwinklig gegenüber stehende Plattenpaare bilden Ablenk-Elektroden, die die Richtung des Elektronenstrahls verändern können. Ging es Braun noch um die alleinige Sichtbarmachung des Elektronenstrahls und um oszillografische Techniken, entwickelte der Physiker Manfred von Ardenne in den 1920ern die Röhre weiter zur Bildwiedergaberöhre der Fernsehübertragung (vollständig entwickelt: 1930); dazu war es nötig, die Ablenkung des Elektronenstrahls zu beschleunigen und zu präzisieren. Bei heutigen Bildröhren wird er pro Sekunde 50mal über den gesamten Leuchtschirm geführt.

Literatur: Alberti, Egon: Braunsche Kathodenstrahlröhren und ihre Anwendung. Berlin: J. Springer 1932. – Hars, Florian: Ferdinand Braun (1850 - 1918). Ein wilhelminischer Physiker. Berlin [...]: Verlag für Geschichte der Naturwissenschaften und der Technik 1999. – Ardenne, Manfred von: Entstehen des Fernsehens. Persönliche Erinnerungen an das Entstehen des heutigen Fernsehens mit Elektronenstrahlröhren. Herten: Verlag Historischer Technikliteratur Freundlieb 1996.