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Brighton-Schule

Der Ausdruck Brighton-Schoolwurde aller Wahrscheinlichkeit nach vom französischen Journalisten und Filmhistoriker Georges Sadoul (1904-1967) eingeführt. Er bezeichnete damit eine Gruppe englischer Filmpioniere, die allerdings zum Teil nicht in Brighton, sondern in der angrenzenden Stadt Hove lebten und arbeiteten: Georges Albert Smith (1864-1959), James Williamson (1855-1933), Arthur Esmé Collings (?-?), Birt Acres ([1852]-1918) und für kurze Zeit auch dessen Geschäftspartner Robert William Paul (1869-1943).
Die Filme, die sie ab 1896 herstellen, zeichneten sich durch Innovationen aus: Die Großaufnahme wurde als narratives Element in die filmische Erzählung eingebaut und präsentierte bereits einen subjektiven Kamerastandpunkt (As Seen Through The Telescope, Smith, Grandma's Reading Glass, von Sadoul Smith zugeschrieben, beide 1900); eine einfache last-minute rescue, für die David Wark Griffith Jahre später gerühmt wurde, erschien schon in Attack on a China Mission (Williamson, 1901). Filme wie Fire! (Williamson, 1901) erzählten eine dramatische Aktion in mehreren Szenen, die logisch aufeinander aufgebaut waren und Sequenzen bildeten; Verfolgungsjagden im Freien wie in Stop Thief! (Williamson, 1901) brachten Tempo und verbanden Einstellungen untereinander durch Bewegung, wobei schon auf den Anschluss geachtet wurde. Die Bedeutung, die diese Gruppe anfangs für andere Filmemacher in Europa und den Vereinigten Staaten hatten, hielt nur wenige Jahre an. Um 1910 hatte die Brighton-School jeglichen Einfluss verloren.

Literatur: Stephen Herbert, Luke McKernan (Hrsg.): Who's Who of Victorian Cinema?A Worldwide Survey. London: British Film Institute 1996. – Frank Gray (Hrsg.): The Hove Pioneers and the Arrival of Cinema. Brighton: University of Brighton 1996. – Martin Sopocy: James Williamson. Studies and Documents of a Pioneer of the Film Narrative. London: Associated University Presses 1998.

Referenzen