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British New Wave

Als British New Wave wird das von der französischen Nouvelle Vagueinspirierte, klassenbewusste britische Kino der frühen 1960er-Jahre bezeichnet. Die kontinentale ästhetische Revolte geht dabei eine Allianz mit der britischen Dokumentarfilmtradition sowie dem kitchen-sink realismein, der seit den literarischen Erfolgen von Alan Sillitoe und John Osborne Einzug in den kulturellen Mainstream hält. Verfilmungen ihrer Texte durch Regisseure wie Karel Reisz (Saturday Night and Sunday Morning, 1960) und Tony Richardson (Look Back in Anger, 1959) bilden den harten Kern der British New Wave; allerdings ist sie nicht auf diese frühe Hochphase zu beschränken, schon allein weil die Regisseure und Stars (u.a. Albert Finney und Julie Christie) die britische Popkultur der folgenden Jahre prägen.

Elemente des britischen New-Wave-Stils finden sich u.a. im Beatles-Film A Hard Day’s Night(Richard Lester, 1964) oder der von Osborne geschriebenen, Oscar-prämierten Henry-Fielding-Adaption Tom Jones(Tony Richardson, 1963) wieder. Der Einfluss der British New Wave ist auch im späteren New British Cinema der 1980er sowie im Werk von Regisseuren wie Shane Meadows (This Is England, 2006) oder dem mit Improvisationstechniken arbeitenden Mike Leigh (All or Nothing, 2002) spürbar.

Literatur: Hill, John: From the New Wave to ,Brit-Grit’. Continuity and Difference in Working-Class Realism. In: British Cinema: Past and Present.Ed. by Justine Ashby / Andrew Higson. London; New York: Routledge 2000, S. 249-260. – Sargeant, Amy: British Cinema: A Critical History. London: BFI 2005. – Street, Sarah: From Ealing Comedy to British New Wave. In: European Cinema. Ed. by Elizabeth Ezra. Oxford: Oxford University Press 2004, S. 176-193.